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Archive Warning:
Category:
Fandom:
Relationship:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 18 of FF.de Material
Stats:
Published:
2010-10-23
Words:
1,515
Chapters:
1/1
Hits:
4

Scars

Summary:

Pauli ghosted seine Freundin

Notes:

Published on: 2010-12-13

Work Text:

Die Sonne ist grade erst am verlöschen. Der Himmel in tiefes Orange gestürzt während am Rand schon das tiefe Violett darauf wartet die Nacht her nieder zu senken um die Welt in Dunkelheit zu tauchen. Meine Hand liegt immer noch auf dem kalten Glas des Fensters. Ein großer weißer Nebelkreis hat sich darauf gebildet wo mein warmer Atem auf das Glas trifft.

Schon seit Stunden stehe ich hier und blicke nach draußen. Eine weitere Zigarette ruht in meiner anderen Hand. Sie zittert weil mein Körper wieder unter meinen Tränen erbebt. Sie zerschellen ungesehen auf dem Boden.

Zu viel hat sich in den letzten Stunden verändert als das es mich nicht berühren würde. Ich kann es noch nicht begreifen. Ich kann noch nicht akzeptieren was geschehen ist. Ich will es einfach nicht wahr haben. Der Knall der Tür hallt immer und immer wieder in meinen Gedanken.

Du bist gegangen und hast sie mit einem heftigen Rums hinter dir verschlossen. Eine Grenze die ich nicht sehen will. Eine Grenze die unüberwindbar ist.

Ich sehe vor meinem inneren Auge dein von Wut verzerrtes Gesicht. Du hast mir vor die Füße gespuckt. Es war vorhersehbar das die Mauer die du um dich errichtet hast eine Höhe erreichen wird bei der ich nicht mehr zu dir durch komme. Nun ist es soweit gewesen. Die Bombe ist geplatzt. Eigentlich war es längst überfällig das du mir die Meinung sagst Pauli, nur habe ich nicht damit gerechnet das sie mich so hart treffen würde. Ich ziehe wieder an der Zigarette und beobachte den Rauch auf dem Weg zur Decke. Es interessiert mich nicht ob die Wohnung schon blau ist. Jetzt muss ich kein Fenster mehr öffnen.

Du warst immer mein Ruhepol, doch jetzt habe ich festgestellt, dass es alles nur Fassade war. Du hast mich um meine Gefühle betrogen. Ich dachte nach 6 Jahren kenne ich dich in und auswendig. Wie falsch ich doch lag. Das du so ausrasten kannst wusste ich nicht. Wenn wir vor einem Problem standen haben wir uns zusammen gesetzt und diskutiert. Nicht ein böses Wort ist zwischen uns gefallen bis heute.

Heute hast du dein wahres Gesicht gezeigt. Meine Wange brennt noch von deiner Ohrfeige. Ich weiß nicht wofür ich die verdient habe aber du meintest es wäre schon richtig so.

Was ist bei dir wohl richtig und falsch? Möchte ich das überhaupt wissen? Wohl eher nicht.

Nach 3 Monaten in denen du mir immer fremder wurdest muss ich mir heute überlegen ob ich mir Hilfe suche für das "Problem" wie du es nennst. Mit der Zeit hast du immer mehr den Abstand zu mir gesucht. Zärtlichkeiten waren von dir auch nicht mehr zu erwarten und ich hatte bis vorhin noch gehofft, dass es nur eine Phase ist. Habe nicht gesehen das der Fehler, der Grund dafür bei mir liegt. Bis du es mir nach dem Essen gesagt hast. Du hast fast die Badezimmertür eingetreten und mich an den Haaren hochgezogen. Ich wusste gar nicht was los war als du mir schon mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen hast. Du hast mich angebrüllt, dass es dir reicht. Das du keine Lust mehr hast mir bei meinem Selbstzerstörungstrip zu zu sehen. Ich wusste nicht was du damit meinst. Es war doch nichts geschehen?

Ich hatte mich nur übergeben wie jedes Mal. Die Kalorien mussten weg. Ich wollte für dich doch nur wieder attraktiv werden. Mein Körper hatte mich schon immer gestört und nachdem du dich so von mir abgewendet hast wusste ich, dass ich etwas tun musste. Die Waage musste wieder stimmen. Viel zu sehr hatte ich mich in den letzten Jahren gehen lassen und es ging ja auch ziemlich zügig und einfach. Natürlich wusstest du nichts davon, dass ich mein Essen regelmäßig zur Toilette bringe. Bis heute. Es war peinlich so von dir ertappt zu werden und es schmerzte zu sehen wie fassungslos du warst. Ich habe den Fehler nicht begriffen.

Ich wollte dir doch nur gefallen! Ich wollte deine Nähe wieder spüren, dir wieder Nahe sein und jetzt stehe ich hier ganz allein ohne dich.

Ich soll dich nie mehr anrufen hast du gesagt. Ich soll mich nie wieder in dein Leben einmischen hast du gesagt. Ich soll mich um meine eigene Scheise kümmern und dich vergessen. So etwas wie mich brauchst du nicht. Ich solle mal in den Spiegel blicken und sehen wie ekelhaft ich geworden bin. JA du hast Recht egal wie viel ich noch abnehme ich werde wohl nicht schöner. Dass es ganz alleine meine Schuld ist. Das ich alles kaputt gemacht habe. Ich hätte dich zu sehr bedrängt, zu viel gewollt. Ich hätte mich zu wenig gekümmert.

Ja in dem Punkt hattest du Recht. Ich war so kraftlos gewesen, das sich den Haushalt nicht mehr meistern konnte und mittlerweile kaum noch aus dem Bett komme.Ich war so einsam, dass ich dich immer wieder angerufen habe wenn du wochenlang fern von zu hause auf der Bühne standest.

Nur in den seltensten Fällen habe ich dich erreicht. Es hat mich nicht mehr getröstet zu wissen das du mich lieb hast. Ich liebe dich hast du vor Jahren das letzte Mal zu mir gesagt. Ich habe doch nur verzweifelt um deine Liebe gekämpft. Wolltest du das nicht sehen? Ich habe so sehr gelitten unter deinem Verlust, dass ich nur noch gegessen habe wenn du bei mir warst. In diesen Momenten wollte ich mir selber beweisen, dass ich es für dich schaffe wieder auf die Beine zu kommen.

Wie lange ich das schon mache hast du gefragt und die Antwort nicht hören wollen. Du wolltest das ich auf die Waage steige um zu sehen was ich angerichtet habe, aber ich habe mich deinem Befehl verweigert. Ich wollte nicht die Zahlen sehen. Sie haben für mich heute keine Aussagekraft mehr, denn es wird nie genug sein. Ich werde nie mehr dich betören können. Du hast mit mir abgerechnet. Es hat mich so verletzt als du mir vor die Füße gespuckt hast. Du willst nicht sehen das du mir keine Alternative mehr gelassen hast. Du bist wie immer unschuldig an allem. So lange habe ich deine Vorwürfe eingesteckt ohne mich zu beschweren. Ich wollte das zwischen uns retten aber du hast mich nicht gelassen.

Jetzt ist die Tür zu. Du bist weg und du wirst nicht mehr zurück kommen. Nie mehr.

Pauli was habe ich falsch gemacht? Wie hätte ich das uns retten können? So viele Fragen auf die du mir die Antwort schuldig geblieben bist.

Wenn es dich so verletzt hat mich weiter abnehmen zu sehen, warum hast du dann nicht etwas dagegen getan um mir zu zeigen, dass du mich so liebst wie ich bin?

Hast du mich überhaupt jemals geliebt?

All diese Fragen wirst du mir wohl nie beantworten. Ich stehe jetzt vor den Scherben meines Lebens. Ich konnte dir nicht geben was du brauchst um glücklich zu sein und seine Wünsche nicht erfüllen. Wenn du mir doch nur noch eine einzige Chance geben könntest. Eine einzige. Mehr verlange ich nicht. Habe ich das Recht etwas von dir zu verlangen. Ich löse meinen Blick von der Aussicht und gehe hinüber ins Schlafzimmer.

Die Türen des Kleiderschrankes stehen noch offen. Klamotten liegen überall herum. Diene Fächer sind leer geräumt. Die Lade deines Nachtschränkchens liegt umgekippt auf dem Bett. Nichts ist mir von dir geblieben. Auf dem Boden liegt der Rahmen indem unser Hochzeitsfoto stand. Die Splitter der Glasscheibe liegen drum herum verstreut. Du hast es in deiner Wut zu Boden geworfen und bist drauf getreten. Du willst dich scheiden lassen. Das waren deine letzten Worte als du gingst.

Gott sei dank haben wir keine Kinder, das ist natürlich auch mein Fehler. Meine Schuld.

Du hast dir so gern einen kleinen Sohn gewünscht aber es wollte einfach nicht funktionieren. Wie denn auch wenn du kaum da warst. Windbestäubung gibt es ja noch nicht. Trotzdem in deinen Augen ist es alles meine Schuld.

Jetzt bist du weg. Für immer und ich muss sehen wie es jetzt weiter geht. Ich habe versucht deinen besten Freund anzurufen aber keiner nimmt das Gespräch entgegen.

Das soll es jetzt gewesen sein. Danke Pauli für die paar Jahre.

Die Klinge unterbricht meine Gedanken. Bist du zurück? Kommst du doch noch zu mir? Habe ich das vielleicht doch nur geträumt? Erwartungsvoll betätige ich den Summer und lausche den schweren Schritten auf der Holztreppe. Sie kommen langsam und stetig näher. Ein blonder Schopf erreicht den Treppenabsatz und ich sehe, dass es nicht du bist. Es ist Lauri. Dein bester Freund.

Etwas misslungen lächelt er und kommt auf mich zu. Was soll ich jetzt sagen? Was erwartet er?

Ich bleibe in der Tür stehen und versuche möglichst kalt zu wirken. Ich habe Angst vor seinen Worten. Werdet ihr mich jetzt abstoßen wie ein misslungenes Finanzgeschäft?

Hoffnungsvoll sehe ich ihn an, er lächelt immer noch.

Wird alles wieder gut?

Er nimmt mich in den Arm und hält mich fest. Er hält mich so fest wie du es eigentlich tun solltest. Ich mag nicht loslassen. Habe Angst das dieser Moment zerplatzt wie eine Seifenblase. Er murmelt in mein Haar „Es wird alles wieder gut Ari!“

 

~ Ende ~

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