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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2025-11-30
Words:
538
Chapters:
1/1
Comments:
2
Kudos:
14
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2
Hits:
107

Filmabend

Summary:

“Weißt du, was ich glaube? Dass du, mein lieber Boerne, Angst hast.“

„Angst? Also das verbitte ich mir. Ich und Angst? Ein Karl-Friedrich Boerne fürchtet sich nicht und
schon gar nicht vor so einem schlecht produzierten Film.“

Notes:

Hello :)
Ein sehr kleiner one shot.
Ich hoffe er gefällt euch. Ist mir spontan eingefallen.

Work Text:

„Weißt du, was ich glaube? Dass du, mein lieber Boerne, Angst hast.“

„Angst? Also das verbitte ich mir. Ich und Angst? Ein Karl-Friedrich Boerne fürchtet sich nicht und schon gar nicht vor so einem schlecht produzierten Film.“

Frank hob auf der Couch den Blick, musterte seinen Freund und musste grinsen. Er riss sich jedoch zusammen, nahm die DVD-Hülle vom Couchtisch, drehte sie um und hielt sie dem Professor hin, der mit verschränkten Armen vor ihm stand.

„Na dann können wir den Film ja ohne Probleme gucken, hm? Wenn du keine Angst hast.“

Boerne hielt inne, schaute kurz zu Boden und dann zu seinem Hauptkommissar. Seine Hände kneteten nervös ineinander.

„Können, können… natürlich können wir das. Wir könnten aber auch einen Film sehen, der ein wenig anspruchsvoller ist. Etwas, das deinen Horizont vielleicht erweitert. Das passiert ja schließlich nicht so häufig.“

„Aha, jetzt wird er defensiv“, dachte Frank. Das kannte er schon. Sobald Boerne es mit Angst oder sonst einer unangenehmen Situation zu tun hatte, ging er sofort in den Angriff über.

Frank lehnte sich zurück.

„Joa, das könnten wir machen. Aber du beschäftigst dich ja sowieso immer nur mit deinem intellektuellen Kram und ich möchte jetzt genau diesen Film sehen.“

Boerne verdrehte die Augen, ließ sich dann jedoch mit einem resignierten Seufzer neben ihn auf die Couch fallen.

„Na geht doch“, sagte Thiel zufrieden.

Dann stand er auf und legte die DVD ein.

Während des Films beobachtete Frank seinen Partner aufmerksam. Boerne hielt sich tapfer, zuckte jedoch immer häufiger zusammen. Eine gruselige Szene nach der anderen flimmerte über den Bildschirm, und Boerne schien auf seinem Platz immer kleiner zu werden. Er hatte inzwischen ein Kissen fest in den Armen.

Bei einer besonders heftigen Szene fuhr er so stark zusammen, dass Frank nicht mehr an sich halten konnte.

„Karl, ich weiß, dass du Angst hast. Du musst dich nicht immer so aufspielen.“ Frank lachte leise, tadelte ihn liebevoll. Doch dann tat Boerne ihm zu sehr leid. Er öffnete die Arme und sagte sanft:

„Na komm endlich her.“

Keine zwei Sekunden später lag Karl in seinen Armen und drückte sein Gesicht in Franks Halsbeuge.

„Na, starker Mann… soll ich nicht doch lieber ausmachen?“

Da fiel seine Verteidigung in sich zusammen. Boernes Stimme war leise, ehrlich, beinahe schüchtern. Den Kopf hob er garnicht erst an.

„Ja… ja bitte, Frank.“

Frank griff zur Fernbedienung, stoppte den Film und zog Boerne ein Stück näher an sich. Der Professor atmete hörbar aus, als hätte er erst jetzt gemerkt, wie angespannt er gewesen war.

„Du hättest einfach gleich was sagen können, weißt du?“, murmelte Frank in seine Haare.

„Mhm…“, machte Boerne nur. Er klang kleinlaut, aber zufrieden, geborgen.

Frank strich ihm beruhigend über den Rücken.

„Nächstes Mal suchst du den Film aus. Irgendwas Trockenes über alte Knochen oder so.“

Da musste Boerne trotz allem grinsen.

„Das würde dir nur helfen, endlich etwas zu lernen.“

„Aha. Jetzt ist er wieder mutig“, neckte Frank und drückte ihn fester an sich.

Boerne antwortete nicht mehr. Seine Schultern sanken langsam, die Spannung wich aus seinem Körper, und Frank bemerkte, wie sein Atem gleichmäßiger wurde.

„Eingeschlafen…“, murmelte Frank leise, beinahe liebevoll überrascht.

Er zog eine Decke über sie beide, schaltete den Fernseher aus und ließ den Arm um Boerne liegen.