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Take My Breath Away

Summary:

Bob ist unsterblich in Peter verliebt, Justus muss andauernd als Kummerkasten hinhalten und Peter hat eine Beziehungspause mit Kelly.
Da Justus nicht möchte, dass einer seiner beiden Freunde verletzt wird, rät er Bob sich nicht zu viel auf Peters kleine Zärtlichkeiten einzubilden, was einfacher gesagt als getan ist.

Doch was passiert, wenn Bob sich für einen Fall als Frau verkleiden muss und Peter zu seinem selbsternannten Bodyguard wird? Und was sind diese komischen Gefühle, die sich bei Peter entwickeln? Ist er etwa eifersüchtig?

Chapter 1: Dedicated To The One I Love

Chapter Text

And tell all the stars above
This is dedicated to the one I love

 

"Bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist, Just?", Peter klang unentschlossen.

Zu dritt saßen sie in der muffigen Zentrale, die Sommerhitze hatte sie dazu getrieben, in jeder möglichen Ecke einen Ventilator aufzustellen. Die vielen Zettel an den Wänden, die von früheren Fällen kamen, wehten unruhig hin und her, einige hatten sich sogar gelöst und lagen verteilt auf dem Boden des Wohnwagens.

Jedoch waren alle Drei zu erschlagen, um sich darum zu kümmern, außerdem hatten sie etwas Wichtiges zu besprechen, weswegen sie die Unordnung erstmal bei Seite schoben.

Während Peter und Bob sich das abgewetzte Sofa teilten, saß Justus mit einem kleinen Taschenventilator in der Hand auf seinem Schreibtischstuhl und rührte unruhig mit einem Strohhalm in seiner Limo herum. Sein weißes Hemd war durchgeschwitzt und seine schwarzen Haare klebten ihm an der, vor Anstrengung zusammengezogener, Stirn.

"Ich befürchte, uns bleibt keine andere Wahl, Zweiter", obwohl der erste Detektiv es sich wünschte, strahlte seine Stimme nicht wie sonst Selbstbewusstsein aus. Es klang eher, als wäre er selbst nicht sehr überzeugt von seiner Idee und auch wenn dies durchaus zutraf, mussten seine Kollegen dies ja nicht unbedingt mitbekommen.

Bob saß im Schneidersitz auf der linken Seite des Sofas, seine Brille hatte er, so als wäre es eine Sonnenbrille, auf seinen Kopf gesetzt. Ansonsten würde er sie nur alle paar Minuten auf die Seite schieben, um sich den aufgekommenen Schweiß wegzuwischen.

Bis jetzt war er ruhig geblieben, hatte kein Wort gesagt, sondern einfach nur zugehört, wie Justus ihnen die neuen Erkenntnisse über ihren Fall berichtete. Einen Fall, an dem sie nun schon seit zwei Wochen erfolglos grübelten. Es ging um einen Raubüberfall in einem Juweliergeschäft ein paar Straßen weiter, der Verkäufer hatte sie freudestrahlend eingestellt, als die Polizei sich dazu entschied, nicht weiter zu ermitteln.

Einen Verdächtigen gab es schon, sein Name war Mark und er hatte lange, schwarze Haare. Das wars. Kein Nachname, keine Adresse, kein Gesicht, keine Beweise.

Bob hatte sich sein Gehirn weg recherchiert, um auch nur das kleinste Detail herauszufinden, aber nichts, sie hatten viel zu wenig Informationen über den angeblichen Täter.

Mit zusammengezogenen Augenbrauen nippte der Blonde an seiner Cola Zero während er den Blick seiner beiden Kollegen gespannt und mitleidig zugleich, auf sich spürte.

"Und das muss unbedingt ich machen?", fragte er nun, "Gibt es nicht jemanden, der besser geeignet wäre?"

"Genau, ich könnte zum Beispiel Kelly fragen, ob sie sich bereitstellen würde", schlug Peter vor.

Justus verzog das Gesicht. "Du willst allen Ernstes dass Kelly das für Bob übernimmt?", fragte er fassungslos, "Wir wissen doch gar nicht zu was dieser 'Mark' alles in der Lage ist. Außerdem habe ich gedacht ihr Beide seid zurzeit mitten in einer Beziehungspause? Ich denke nicht, dass sie sehr begeistert von diesem Vorschlag sein wird"

Peter ließ den Kopf hängen. "Da hast du natürlich recht", er zögerte, "Aber mir ist einfach nicht wohl dabei, Bob mit diesem Kerl alleine zu lassen"

Auf Bobs fragenden Blick sprach er hastig weiter. "Nicht, dass ich dir das nicht zutrauen würde, ganz im Gegenteil!", abwehrend hob er die Hände in die Luft, "Aber wie Justus schon sagte, wir wissen rein gar nichts über diesen Typ. Er könnte gefährlich sein und dann bist du mit ihm alleine... das gefällt mir einfach nicht"

"Und genau darum wirst du ihn begleiten, Peter", dieser Einfall war Justus genau in diesem Moment in den Sinn gekommen, doch ließ er es klingen, als wäre es schon lange geplant.

Tatsächlich entspannte sich die Miene des Zweiten ein wenig.

"Kann ich den Job dann nicht ganz für Bob übernehmen?", fragte er hoffnungsvoll. Jeder konnte erkennen, dass Bob, der sich auffällig ruhig verhielt, ebenfalls nicht wohl bei der Sache war.

"Peter...", Justus musterte ihn von oben bis unten, "Wie soll ich das nett sagen? Du hast einfach nicht wirklich die richtige Figur für diese Aufgabe. Bob ist dann doch etwas zierlicher als du. Außerdem sind seine Haare lang genug, um ihm vorübergehend Extensions einzusetzen"

"Weiß du was Justus, ich machs", hatte der Blonde nun entschieden, "Wenn Peter mitkommt, ist es vielleicht nicht ganz so schlimm, mich als Frau auszugeben und mit unseren Verdächtigen zu flirten. Immerhin habe ich dann jemanden der mich rausboxen kann, falls etwas schiefläuft, mit High Heels geht das wohl schlecht"

Er grinste den Größeren an und piekte ihm spielerisch in die Seite. Peter zwang sich dazu, das Lächeln zu erwidern, auch ihm war weitaus wohler dabei mitkommen zu dürfen, jedoch machte er sich trotz allem Sorgen.

"Also gut", Justus schien sichtlich erleichtert zu sein, "Dann wäre das zum Glück schonmal geklärt"

Ehe Peter sich versah, hatte Bob sich aufgesetzt und krabbelte schon fast über seinen Schoss. "Was machst du denn da?", fragte er den Blonden verwirrt und versuchte den leichten Rotschimmer, der nun auf seinen Wangen erschien, zu verstecken. Ihre Gesichter waren nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt, doch während Bob an Peters Kopf vorbei schaute, konnte dieser seinen Blick nicht mehr von Bobs Lippen abwenden.

Waren sie schon immer so rot und voll gewesen? Wenn man den Rest von Bob nicht sah, könnte man wirklich meinen, diese Lippen würden einer Frau gehören. Er müsste sich nur ein wenig nach vorne lehnen und dann...

Mit einer Hand stützte sich der Kleinere auf Peters Oberschenkel ab, während die andere hinter ihm nach etwas zu greifen schien.

Keine Sekunde später, ließ sich der Blonde wieder zurück in seinen Platz fallen. In seiner Hand sein gelbes Notizbuch. Er hatte es aus seinem Rucksack gekramt, der auf Peters Seite hinter dem Sofa stand. Wieso er dafür allerdings über seinem Schoß gekrabbelt war, konnte er sich nicht erklären. Er hätte auch einfach hinter ihm durch gekonnt oder am einfachsten wäre es sogar gewesen, einfach aufzustehen und kurz um das Sofa herumzugehen.

Bob schien sich gar nicht um den Rothaarigen zu kümmern, der ihn stets ein wenig verstört anschaute. Er nahm sich einen Stift vom Sofatisch, schlug das kleine Büchlein auf und sah Justus auffordernd an.

"Sag mir doch nochmal, was ich unseren Verdächtigen fragen soll und auf was ich achten muss, bitte"

Justus ließ sich nicht lange bitten und fing an zu erklären: "Also fest steht schon mal, dass der nächste Überfall am Samstag stattfinden soll. Wir wissen auch, dass unser Verdächtiger gerne feiern geht und dass seine Lieblingsbar das Planet-Evil ist. Ich würde sagen, wir fangen heute schon damit an, dort aufzukreuzen und nach jemandem Ausschau zu halten, der den geringen Kriterien die wir bis jetzt haben, entspricht. Ist soweit alles klar?"

Peter nickte, während Bob einen zustimmenden Laut von sich gab und eilig in sein Notizbuch kritzelte.

"Bob, deine Aufgabe ist es nun, diese Leute anzusprechen. Logischerweise wirst du sie zuerst nach dem Namen fragen, es kann zwar immer sein, dass man dir einen falschen Namen angibt, jedoch wäre auch das schon hilfreich. Setzt den Charme den du bei Frauen hast nun bitte auch bei Männern ein, du musst sie dazu bringen, auf ein weiteres Date mit dir gehen zu wollen. Dann schlägst du ihnen nächsten Samstag vor. Schau wie sie darauf reagieren und vor allen lass dir, wenn es geht, eine Adresse geben", ohne Aufzublicken starrte Bob auf das Geschriebene in seinem Notizbuch.

Entschlossen klappte er es nun zu. "Das kriegen wir hin, oder Peter?", dieser nickte nur. Er hat sich immer noch nicht von Bobs Krabbel-Attacke erholt.

"Die Frage ist jetzt nur noch, wie wir mich in eine Frau verwandeln wollen", stellte Bob etwas unsicher fest.

"Keine Sorge, darum habe ich mich natürlich bereits gekümmert", schaltete Justus sich ein, "Ihr kennt doch Kiara, meine Freundin, sie ist etwa gleich groß wie du, sie weiß außerdem wie man Extensions einsetzt und sie wird dich zusätzlich auch noch schminken"

"Na dann, auf zu Kiara", gerade als Peter sich vom Sofa erheben wollte, hielt der erste Detektiv ihn zurück.

"Peter, du fährst am Besten schon mal beim Planet Evil vorbei und sprichst mit dem Inhaber"

"Was? Wieso das denn?", fragte der Zweite verwirrt.

"Du bist ja häufiger mit Jeffrey dort, also kennst du ihn am besten. Du kannst ihn erstens schon mal warnen und zweitens kannst du ihm sagen, dass er ebenfalls die Augen offen halten soll", erklärte der Erste, "Vielleicht ist ihm ja schon jemand aufgefallen, der unserer Täterbeschreibung entspricht und öfters dort auftaucht"

"Na gut", stimmte Peter brummig zu, er hätte zu gerne gesehen, wie Bob von Justus Freundin in eine Frau verwandelt wird.

"Sehr gut, dann würde ich vorschlagen Bob und ich fahren zuerst zu Kiara und du holst uns dann in vier Stunden wieder ab", erklärte Justus.

"In vier Stunden?!", fragte Bob fassungslos, auch Peter schaute etwas verwundert rein.

Justus hob abwertend die Hände. "Kiara meinte es würde so lange dauern"

"Ach du scheiße, auf was lasse ich mich hier eigentlich wieder ein", Bob ließ die Schultern hängen.

"Jetzt sei doch nicht so pessimistisch Barbara"