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Rating:
Archive Warning:
Category:
Fandoms:
Relationships:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 1 of Alles was das Licht berührt
Stats:
Published:
2016-10-02
Completed:
2016-10-02
Words:
43,222
Chapters:
17/17
Comments:
4
Kudos:
17
Hits:
410

Kann es wirklich Liebe sein?

Summary:

"Das Erwachen der Macht" scheint seinen gewohnten Verlauf zu nehmen, bis sich Rey und Kylo Ren begegnen und auf den ersten Blick ineinander verlieben - und dadurch mit Lichtgeschwindigkeit in ein AU mit tausend neuen Möglichkeiten katapultiert werden. Werden sie zueinander finden? Und falls ja, welchen Pfad werden sie beschreiten, den dunklen oder den hellen? Lest selbst!

Notes:

Chapter 1: Entführt

Chapter Text

Kylo Ren wartete ungeduldig bis sich die Rampe der Kommandofähre endlich zum Boden von Takodana gesenkt hatte. Endlich. Endlich würde er bekommen wonach er schon so lange trachtete.

Mit diesem Gedanken im Kopf schritt er schliesslich die Rampe hinunter und hielt auf die sich am nächsten befindlichen Sturmtruppler zu. Dass ringsum eine Schlacht wütete, kümmerte ihn nicht im Geringsten.

„Sir“, sprach ihn ein Commander an, welcher auf ihn zugelaufen kam. „Der Droide und das Mädchen sind gesehen worden. Sie fliehen Richtung Westen in den Wald.“

„Überlasst sie mir“, erwiderte Ren mit einem kaum merklichen Nicken.

Sofort wandte er sich besagter Richtung zu und machte sich auf die Suche. Oder vielmehr auf die Jagd. Diese bereitete ihm überaus grosses Vergnügen, jetzt wo er so nah am Ziel war. Der Droide hatte die Karte, die Karte welche ihn zu Luke Skywalker führen würde.

Endlich.

 

Es war für ihn ein leichtes, der Spur dieser Schrottsammlerin – und Diebin, was den Droiden anbelangte – zu folgen. Er spürte wie die Macht ihn umfloss und direkt zu ihr führte.

Als er nur noch wenige Meter entfernt war, aktivierte er sein Lichtschwert. Auch bei einem unterlegenen Gegner konnte man nie vorsichtig genug sein. Er bog um eine Felsnase in einen Hohlweg ein, an dessen anderem Ende seine Gegnerin mit erhobenem Blaster bereit stand. Sie hatte ihn kommen hören und jetzt, da er in Sichtweite gekommen war, begann sie sofort auf ihn zu feuern.

Selbstverständlich war es für Ren ein leichtes, die Blasterschüsse mit seinem Lichtschwert abzuwehren, er wurde nicht einmal langsamer. Als die Schrottsammlerin über einen Felsen zu fliehen versuchte, glaubte er ihre Angst geradezu riechen zu können. Mühelos folgte er ihr. Sie drehte sich wieder um und feuerte weiter nutzlos auf ihn. Noch während er die Schüsse mit dem Lichtschwert zur Seite abwehrte hob er seine freie linke Hand und liess sie mit einem mächtigen Machttrick erstarren, als würde sie von unsichtbaren Fesseln umschlungen.

„Du bist also das Mädchen, von dem ich schon so viel gehört habe“, stellte er leicht belustigt fest. Natürlich hatte er in Wirklichkeit kaum etwas über sie gehört. Er wusste lediglich, dass sie es gewagt hatte, FN-2187 – diesem Verräter – zu helfen, den Droiden, welchen er so dringend in seine Gewalt bringen wollte, dem Zugriff durch seine Sturmtruppler zu entziehen. Und dass sie dies mittels des Millenium Falcon getan hatte. Von allen verdammten Schiffen in der Galaxis ausgerechnet der Falcon.

Obschon das nicht viel war, hatte es genügt, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Er erkannte Kühnheit, wenn er sie sah. Und obschon der Diebstahl des Droiden ihn in Rage versetzt hatte, gefiel ihm in diesem speziellen Fall die Courage dieser Person sehr gut. Sie hatte etwas an sich...

Er trat näher und umkreiste sie langsam. Als er sie nun in Augenschein nahm, bahnte sich eine Erkenntnis ihren Weg in sein Bewusstsein. Ihm gefiel noch weit mehr an ihr. Ihr Äusseres. Und dies, obschon er solcherlei Dingen schon seit Ewigkeiten keine Bedeutung mehr beimass. Er deaktivierte sein Lichtschwert, denn wie sie so vor ihm stand, durch seinen Machttrick ausserstande sich zu bewegen, hatte er keinerlei Intention mehr, seine Waffe gegen sie zu erheben.

 

Rey bebte am ganzen Körper, da sie sich trotz der offensichtlichen Aussichtslosigkeit mit aller Kraft gegen die unsichtbaren Fesseln wehrte. Sie würde nicht aufgeben, niemals. Selbst gegenüber dem furchteinflössendsten Gegner nicht. Und dieser dunkle Krieger hier war ein geradezu dämonischer Feind. Er war gross und kräftig, in eine schwarze, fliessende Robe gehüllt, welche ihm ein geisterhaftes Aussehen verlieh. Das schlimmste aber war seine Maske, eine metallene Fratze anstelle eines Gesichtes, halb verborgen im Schatten einer ebenso schwarzen Kapuze. Das konnte niemand anders sein als Kylo Ren selbst, einem mächtigen Mitglied der Ersten Ordnung, von dem Finn ihr erzählt hatte. Selbst General Hux musste sich seinem Willen beugen, hatte er gesagt.

Sie schauerte innerlich bei diesem Gedanken; aber sie würde sich nicht beugen.

Natürlich war er auch nicht an ihr direkt interessiert, sondern an BB-8. Sie war sein Schlüssel, um den Droiden zu finden. Das war ihr ebenso bewusst wie die Gefahr, in welcher sie damit schwebte. Als hätte er ihre Gedanken erraten, sprach er sie wieder an.

„Der Droide, wo ist er?“, fragte er eindringlich. Seine Stimme war durch seine Maske unnatürlich verstellt, wahrscheinlich um sie bedrohlicher klingen zu lassen.

Aber sie war entschlossen, kein Wort zu sagen. Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie in diesem Zustand überhaupt zu sprechen in der Lage war. Wohl eher nicht. Das musste er wissen, warum fragte er überhaupt.

Er hob seine rechte Hand. Was wollte...

Noch ehe sie den Gedanken zu Ende denken konnte, fühlte sie, wie ein dumpfer Druck auf ihren Kopf einwirkte. Es war ihr, als würde ihr Schädel gleichzeitig von aussen zusammen gedrückt, während er im Innern zu zerbersten drohte. Es tat nicht weh und dennoch hatte sie das Gefühl, von Schmerzen durchgeschüttelt zu werden. Ihr wurde langsam klar, dass das Ren war. Er war in ihrem Kopf und sie konnte nichts dagegen tun.

 

Sie war tapfer, daher würde sie ihm niemals freiwillig verraten, wo der Droide versteckt war. Also holte er sich den Aufenthaltsort dieses kleinen Metallhaufens nun aus ihren Gedanken, wie er es schon bei dem Widerstandspiloten gemacht hatte. Mit aller Macht drang er in ihren Kopf ein. Darauf war sie vollkommen unvorbereitet, und die Wucht seines mentalen Angriffes liess sie erschauern.

Nun durchwühlte er ihren Geist, und aus verschwommenen Bildern wurden konkretere Formen. Da, was war das?!

„Du hast die Karte gesehen!“, stellte er überrascht fest. In ihrem Blick spiegelte sich noch etwas mehr Entsetzen als zuvor.

In diesem Augenblick traten zwei Sturmtruppler aus dem Dickicht.

„Sir, der Widerstand! Wir müssen mehr Truppen anfordern!“, informierte ihn der Ranghöhere.

Er zögerte nur kurz. Wenn es so war wie er dachte, würden sie eine Menge Zeit und Mühe sparen. Dieser Droide konnte überall versteckt sein. Und sein Entschluss stand eigentlich schon fest.

„Ziehen Sie alle Truppen zurück, Commander“, erwiderte Ren, und mit einem kurzen Blick auf das Mädchen neben ihm fügte er hinzu: „Wir haben was wir brauchen.“

Er sammelte nochmals die Macht um sich, und es kostete ihn nicht mehr als eine Handbewegung, um die Schrottsammlerin bewusstlos in seine Arme fallen zu lassen. Er hätte es natürlich auch den beiden Sturmtrupplern überlassen können, sie zu seinem Schiff zu schleifen, und normalerweise hätte er das auch getan. Aber nicht bei ihr. Sie war zu wertvoll.

So trug er sie also die ganze Strecke zu seinem Transporter, die Rampe hoch und in den Bauch des Schiffes. Er war so zufrieden mit sich, dass er nicht bemerkte, wie ihm von der anderen Seite des Trümmerfeldes ein alter Mann namens Han Solo nachsah. 

***

Während sich die letzten Sturmtruppler in den geräumigen Bauch der Kommandofähre flüchteten und sich die Einstiegsrampe schloss, legte Kylo Ren das Mädchen auf eine der beiden Notfallliegen im hintersten Teil des Schiffes nieder. Der Transporter war nicht sehr gross und nur für kurze Transfers gedacht, mehr Komfort als diese kleinen Nischen in der Seitenwand gab es daher nicht.

Keiner der Sturmtruppler beachtete ihn, wie er da stand und die bewusstlose Gestalt auf der Pritsche betrachtete. Sie waren zu erschöpft von dem Kampf und waren froh, als sich die Fähre von der Planetenoberfläche hob, um sie zur Finalizer zurückzubringen.

Kylo Ren hingegen fühlte sich lebendiger denn je. Er fühlte sich wie berauscht von seinem Erfolg. Er war sich jedenfalls sicher, dass es ein Erfolg war. Aber noch etwas anderes trieb seinen Puls in die Höhe, und liess ihm das Blut in den Ohren rauschen. Jetzt, da er ein paar Minuten Zeit und Musse hatte, spürte er Neugierde in sich hochsteigen. Er betrachtete die junge Schrottsammlerin auf der Liege eingehend. Sie mochte ein paar Jahre jünger sein als er. Ihre Haut war makellos und glatt, ein paar Sommersprossen umspielten ihre Nase. Einige dunkelbraune Strähnen hatten sich aus ihrer Frisur gelöst und hingen um ihr Gesicht. Sie war schlank, geradezu zierlich, aber schwach war sie nicht, schon gar nicht für eine Frau. Alles an ihr zog ihn an, und er musste den Drang bekämpfen, sie zu berühren.

Langsam stieg aber auch Zorn in ihm auf. Wie konnte er solche Gedanken überhaupt zulassen? Solche Emotionen. Natürlich war er schon einmal verliebt gewesen, früher, als Jugendlicher, fast noch ein Junge. In einer anderen Zeit. In einem anderen Leben. Aber das war er nicht mehr. Er, Kylo Ren, war zu Höherem geboren. Der Oberste Anführer hatte es ihm gegeben, das Leben das er verdient hatte. In seinem Leben gab es keinen Platz für Zuneigung, Liebe. Diese Art von Gefühlen hatte er längst hinter sich gelassen und ausgemerzt. Sie bedeuteten Schwäche. Er aber würde sich keine Schwäche erlauben. Sein Leben diente dem Streben nach Stärke. Disziplin. Macht.

Niemand durfte ihn von diesem Weg abbringen.

Verärgert drehte er sich weg und schritt zur Ausstiegsrampe seiner Fähre. Ein wiederholtes leichtes Vibrieren des Schiffes hatte ihm schon zuvor angezeigt, dass sie beim Sternenzerstörer angekommen waren. Tatsächlich vergingen nur noch Sekunden, bis sich die Rampe zu senken begann. Bevor er das Kommandoshuttle verliess, wandte er sich an seinen Commander.

„Die Gefangene. Sorgen Sie dafür, dass sie zur Starkiller Base gebracht wird. Und Commander...“ Er hatte sich schon fast abgewandt, als ihm noch etwas in den Sinn kam. „Keiner legt Hand an sie. Ich werde sie höchstpersönlich verhören. Haben Sie verstanden?“

„Ja, Sir“, bestätigte der Commander umgehend, und winkte zwei seiner Leute herbei um sie mit der Durchführung dieses Auftrages zu betrauen.

Kylo Ren durchschritt derweil bereits den Hangar, hastiger als gewohnt.

Er musste dafür sorgen, dass er einen Moment Ruhe fand um zu meditieren. Dringend.