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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2023-03-03
Words:
1,428
Chapters:
1/1
Comments:
3
Kudos:
10
Bookmarks:
1
Hits:
98

Ein Kaffee

Summary:

Ein frustrierter Max dessen Beziehung zerbröselt trifft einen Claus der sich sein Brot als scare actor verdient. Leider funktioniert seine übliche Nummer bei Max nicht und er muss drastischere Maßnahmen ergreifen.

Notes:

Ich hab das hier um vier Uhr Nachts geschrieben, als ich eigentlich hätte schlafen sollen, weil ich dieses Tiktok gesehen habe.
Viel Spaß, falls das hier jemand liest

Work Text:

Es war Freitag, es war spät und Max war gerade versetzt worden.
Schon wieder.
Dumpfe Wut grummelte in seinem Bauch, er konnte es nicht ausstehen, wenn Menschen auf diese Art und Weise unzuverlässig waren, aber er würde lügen wenn er sagen würde dass es ihn überrascht hatte. Wie viele Anläufe es für dieses Gespräch inzwischen schon gegeben hatte wusste Max gar nicht mehr und langsam wurde es ihm auch einfach egal.
Raus aus der Innenstadt entschied er sich für den längeren Weg nach Hause und stand wenig später in einem dunklen Park. Für einen Moment setzte er sich auf eine der Bänke und legte sein Gesicht in den Händen ab. Seine Beziehung zerbröckelte in seinen Händen und es fiel ihm schwer, das in seinen Kopf zu bekommen. Seine Tage wurden in der letzten Zeit immer länger und der Ausgleich am Ende blieb weg. Da waren keine liebevollen Gesten, keine tiefgründigen Unterhaltungen, kein Verständnis und keine Intimität mehr. Es fraß Max auf, doch er wusste schlicht nicht mehr, was er tun sollte.
Die Unverzeilichkeiten ansprechen, von denen er erfahren hatte und die Sache endlich beenden.
Wahrscheinlich.

Mit schweren Gliedern und knarzenden Gelenken stand Max auf und machte sich durch den Park auf den Weg nach Hause. Er hörte die Menschenansmmlung schon lange bevor er sie sah. Wilde Musik schalte ihm entgegen und bunte Lichter tauchten den Park in eine komplett neue Atmosphäre. Max war es leid traurig zu sein und so steuerte er genau auf die Masse an Menschen zu. Es gab Wurfspiele, ein Riesenrad und zahlreiche Fressbuden. Max fuhr zwei Runden mit dem Riesenrad und kaufte sich eine Tüte gebrannte Mandeln. Weiter durch das Getümmel stieß er auf eine eher ungewöhnliche Ansammlung. An der Seite des Weges stand eine Clownsfigur, mit weißer Farbe und roten Spiralen im Gesicht, davor ein paar Jugendliche. Max sah sich die Situation an und bevor er seinen Gedanken zu Ende bringen konnte, sprang der Mensch unter dem Clownskostüm auf die kleine Gruppe zu und brachte sie dazu, kreischend davon zu rennen.
Max beobachtete belustigt die Show, wie der Schauspieler die Menschen die zugegen waren gehörig belästigte und dabei unglaublich Spaß zu haben schien.

Sein Blick fiel auf Max und er kam mit schwingenden Hüften auf ihn zu.
"Und du, lässt dich das alles denn komplett kalt?", fragte er und stand mit einem letzten großen Schritt vor ihm. Max zuckte nur mit den Schultern und aß eine gebrannte Mandel.
"Hab schon schlimmeres gesehen, ich besitze einen Spiegel.", der Clown stand direkt vor Max und legte ihren Kopf schief.
"Es ist aber nicht sehr nett, sowas über sich selbst zu sagen.", Max schmunzelte.
"Es ist auch nicht gerade nett, einfach so Menschen zu erschrecken.", Max war sehr neidisch auf diesen Menschen. Was eine Rolle.
"Nein Nein Nein.", protestierte er und rückte noch ein Stückchen näher.
"Nimm das wieder zurück.", der Clown schien sich sehr daran zu stören und Max lächelte arrogant.
"Vielleicht.", er blickte direkt in rot-gelben Kontaktlinsen und ihm begann das kleine Spiel Spaß zu machen.
"Nein, das ist keine gute Antwort.", der Clown schmollte.
"Vielleicht überlege ich mir ja noch eine andere.", erwiderte er und sah im Augenwinkel eine kleine Menge an Menschen. Der Clown kniff die Augen zusammen. Sie beugte sich vor, bis sich ihre Nasenspitzen berührten und baute darauf, dass Max diese Nähe unangenehm werden würde, doch er dachte gar nicht daran. Er hatte Spaß daran, den Clown mit dieser Strategie auflaufen zu lassen.
Der Clown legte seinen Kopf schief und ihre Nasenspitzen berührten sich. Als der Mensch ihm gegenüber nicht zurückwich, sondern eher noch näher zu kommen drückte Max seine Lippen auf die seines Gegenübers und hörte die Menschen im Hintergrund grölen.

"Aber hallo, lad mich vorher wenigstens auf nen Kaffee ein.", nuschelte der Clown. Max freute sich sehr darüber, dass er immer noch ein Jacket von der Arbeit anhatte, denn jetzt konnte er ganz beiläufig eine Visitenkarte der Kanzlei aus seiner Innentasche zaubern.
"Max Uthoff, ruf mich an, wenn du noch Lust auf nen Kaffee hast.", fügte er leise hinzu und grinste.
Der Mensch sah ihn an, blinzelte und rutschte zurück in seine Rolle. Er verbeugte sich mit einem breiten Lächeln und verstaute die Visitenkarte in einem kleinen Täschchen auf ihrer Brust und wirbelte herum. Die Leute lachten und applaudierten spontan und der Schauspieler verbeugte sich und deutete auf Max, der ließ sich mitreißen nahm die Hand des Clowns und verbeugte sich ebenfalls lachend.
Die Leute zerstreuten sich wieder und der Schauspieler machte sich auf seinen Weg. Sie schlich sich von hinten an einen nichtsahnenden Menschen und schaute zurück, um sicher zu stellen, dass Max es auch ja gesehen hat.

Grinsend beobachtete Max wie der Schauspieler übertrieben verliebt über den Platz hüpfte und weiterhin die Leute belästigte.
Mit einem Kopfschütteln wendete sich Max ab, löste sich schweren Herzens aus der bunten Traumwelt und setzte seinen Weg durch den dunkeln Park fort.
Zuhause erwartete ihn eine leere, kalte Wohnung. Er knipste das Licht an, legte seinen Schlüssel auf das Schlüsselbrett und hängte seine Jacke auf.
Ins Wohnzimmer wollte er nicht, also ging Max in sein Arbeitszimmer und klappte seinen Laptop auf. Den Geist um jetzt Gesetzestexte zu wälzen hatte er nicht, stattdessen setzte er sich mit dem Rest seiner gebrannten Mandeln an seinen neuen Text.
Das Kabarett war ihm in den letzten Monaten sehr ans Herz gewachsen, es war eine wundervolle Chance, sich all den Frust und Zynismus vom Herz zu schreiben und die Reaktionen vom Publikum machten ihn süchtig.

Es wurde zwei Uhr Nachts, bevor Max Geräusche in der Wohnung.
Joachim.
Max wollte gar nicht erst wissen, wo er noch so lange war. Es klopfte an seiner Tür, "Hi, du bist ja noch wach.", Max brummte nur. Viel wichtiger waren gerade die genauen Eckdaten der Sache mit dem Londoner Hundepark.
"Max, können wir bitte kurz reden?", Max reagierte nicht. "Ich, ich muss dir was erzählen.", da fand er die Zahlen, notierte sie in seinem Dokument, speicherte und klappte den Laptop zu.
Er drehte sich um und sah seinen Partner an.
"Ja, Joachim, lass uns reden, es ist mehr als überfällig.", ein Nicken. "Also, was möchtest du mir erzählen?"

"Ich, also...", er musste sich zusammenreißen, um nicht dazwischen zu fallen. Diese Mitleidsnummer war alt, viel zu alt.
"Ich hab mit nem anderen Mann geschlafen.", Max hob eine Augenbraue. "Es war wirklich nur das eine Mal, das war ein Fehler und das wird auch nie wieder vorkommen. Ich versprechs dir.", nur mit einem Blick hielt Max ihn auf Abstand.
"Ich weiß."
"Was, woher... ich-" "Ich weiß von Maxi, von Felix, Til, Alex und Torsten und wer weiß wie viele es da noch gab.", jetzt traf ihn Stille. Das Kartenhaus fiel in sich zusammen und Max beobachtete fasziniert wie .
"Es tut mir so leid Max, wirklich.", Max bemerkte den Schimmer in den Augen seines Gegenüber und rümpfte die Nase.
"Spar dir die Tränen, das zieht nicht mehr. Ich hab dein krankes Spielchen lange genug mitgespielt. Ich möchte, dass du meine Wohnung verlässt. Morgen Abend um sechs kannst du herkommen und deine Sachen packen und abholen.", er sah wie sich der Mund bewegte, wie sich das Gesicht verzog um Mitleid zu erregen.
"Du, bist mir fremdgegangen. Punkt. Das allein reicht schon. Aber mehrmals, mit so vielen Leuten und wir haben so oft darüber geredet, ich habe dir von meinen Vertrauensproblemen und Ängsten erzählt. Monogam, das war unser Stichwort, und trotzdem stehen wir jetzt hier. Also, was ist, deine Erklärung? Was hast du für dich vorzutragen?", Max spürte trockene, saubere Wut in seinen Adern und einen Hauch von Ekel und sah, wie Joachim unter seinem Blick förmlich schrumpfte und es tat ihm gut. Verdammt gut.
"Das hab ich mir gedacht.", er stand auf und verschränkte die Arme vor seiner Brust. "Bitte verlass jetzt meine Wohnung und gib mir deinen Schlüssel."

Max hielt die Schlüssel fest in seiner Hand, Haustür, Wohnungstür und Briefkasten, während er zuhörte, wie eine Tür nach der anderen zufiel. Auf einmal fühlte sich Max doch sehr allein. Er sah sich um in seinem Arbeitszimmer und war froh, wie wenig Spuren es hier von Joachim gab.

Am nächsten Morgen war das Bett neben ihm immer noch genauso leer wie am Abend, doch das konnte Max heute viel leichter verkraften. Da war zwar auch der üblichen Paragraph von Joachim, der so viel beteuerte und entschuldigte, aber an diesem Morgen war da noch ein andere Nachricht, von einem gewissen Claus von Wagner, so stellte sich ihm der Mensch von gestern vor und er fragte, ob Max Lust hätte, heute einen Kaffee trinken zu gehen.
Max lächelte befreit und fragte Claus, wo er denn arbeitete.