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Unfound Freedom

Chapter 25: Kapitel 24

Notes:

(See the end of the chapter for notes.)

Chapter Text

Menschen.Die Titanen waren nichts weiter als Menschen.Für die meisten war diese Erkenntnis ein Schock, eine Erschütterung ihrer gesamten Überzeugungen, ein unüberwindbares moralisches Dilemma. Für mich war es nicht mehr als eine Randnotiz.Ich hatte mehr Menschen getötet, als ich zählen konnte. Für Geld, für Aufträge, für mein eigenes Überleben. Was spielte es also für eine Rolle, ob Titanen einst Menschen gewesen waren? Sie waren eine Gefahr, und Gefahren schaltete man aus. Ganz egal, wer oder was sie einmal waren. 

Andere sahen das anders.Sie hatten Titanen nicht getötet, weil es notwendig war, sondern weil sie in ihnen das ultimative Böse gesehen hatten. Ein Unheil, das es zu vernichten galt.Jetzt, da sich diese Vorstellung als Lüge herausgestellt hatte, starrten sie in den Abgrund ihrer eigenen Moral und fanden nichts als Unsicherheit. Und Petra war kurz davor, daran zu zerbrechen.Warum sie ausgerechnet nach mir rief, blieb mir ein Rätsel.Ich hatte sie behandelt, wie ich sie sah – wie ein Nichts. 

Ich war kalt zu ihr gewesen, hatte ihr gedroht,ihr klar gemacht, dass ich keinerlei Wert in ihr sah.Doch jetzt klammerte sie sich an mich, als könnte ich ihr Halt geben, als wäre ich ein Anker in der endlosen Strömung ihres eigenen Zusammenbruchs.Es war lächerlich.Ich war kein Mensch. Ich war ein Monster. Ich tötete, weil ich es konnte, weil es meine Natur war. Und meine Gefühle waren so weit entfernt wie die Wahrheit über die Titanen.Ich konnte Petra nicht helfen. Und ich wollte es auch nicht.Sie war eine unnötige Last. Ein Soldat, der in diesem Zustand nichts mehr wert war. Man müsste si begleiten, ihr jeden Schritt erleichtern und auf ihr Wohlergehen achten. All das, während wir in einem Krieg ums Überleben steckten. 

„Wie kann ich mir selbst verzeihen?" Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, ihre Finger verkrampft in den Laken ihres Bettes. Ob sie weinen wollte? Wahrscheinlich.Ich hätte sie ignorieren sollen. Ich hätte weiter aus dem Fenster starren und warten sollen, bis Levi und Hange mich gehen ließen.Doch sie hatten mir eine klare Anweisung gegeben.Ich durfte dieses Zimmer erst verlassen, wenn ich Petra geholfen hatte. Dumm nur, dass ich nicht zum Helfen geschaffen war. Ich konnte nur zerstören. 

„Da gibt es nichts zu verzeihen. Du hast dein Leben verteidigt." Meine Stimme war kalt, und die Kälte ließ sie zusammenzucken. Ihr Kopf ruckte in meine Richtung, ihr Blick suchte mich, als hätte sie für einen Moment vergessen, wo ich war. „Aber es waren Menschen. Ich... ich habe Menschen getötet!"„Das ist egal. Du lebst. Mehr brauchst du nicht zu wissen."Draußen stand die Sonne irgendwo zwischen Morgen und Mittag. Die Luft war kühl, eine leise Erinnerung daran, dass der Herbst nicht mehr weit war. Ich fragte mich, ob ich ihn immer noch so sehr verabscheuen würde, wie ich es in Erinnerung hatte.  

Eine Stille trat ein. Ich begrüßte sie. Dann, nach einer Weile, traute Petra sich, die Frage zu stellen, die ihr wohl schon die ganze Zeit auf der Zunge lag.„Wie kannst du mit dieser Schuld leben?" Und das war der wahre Grund, warum sie sich an mir festklammerte. Sie sah in mir den einzigen, der sie verstehen konnte. Jemanden, der mit der gleichen Schuld leben musste wie sie. Der von ihr zerfressen wurde.Die Betonung lag auf sollte. Denn ich trug keine Schuld. Ich hatte getötet, weil es notwendig war. Weil es keine Alternative gab. Da war kein moralisches Dilemma, kein Hinterfragen, kein Kampf mit meinem Gewissen. Nur die Gewissheit, dass ich ansonsten tot wäre. 

„Ich fühle keine Schuld." Die Worte kamen härter übermeine Lippen, als ich beabsichtigt hatte. „Und auch keine Reue. Ich fühle nichts." Ich sah, wie Petra ansetzte, etwas zu sagen, also nahm ich ihr die Möglichkeit. „Es ist ganz einfach, Petra. Es hieß entweder du oder sie. Und du hast dich für dich entschieden. Du bereust es? Dann ertränk dich in deiner falschen Reue. Bring dich um, wenn es dich erlöst."

Hinter der Tür hörte ich ein scharfes Einatmen. Sie hatten mich hier reingelassen. Sie wussten, welchen Schaden ich anrichten konnte.  Petra schluckte. Ihre Augen wirkten leer, als würde sie gerade ertrinken. Ich würde ihr keine rettende Hand reichen. Keine Rettungsleine zuwerfen. Sie musste lernen, selbst zu schwimmen. „Aber wie? Wie kannst du weitermachen?" Ihre Finger verkrampften sich im Stoff der Decke. Diesmal sagte ich eine Weile nichts. Mein Blick blieb auf ihr ruhen. „Wofür lebst du?" Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. 

Ben und Sina. Das war die Antwort. Die einzige Antwort. Doch es ging sie nichts an. Also schluckte ich es hinunter. Aber ich verstand, warum sie fragte. Das war es, was sie ins Straucheln brachte. Sie wusste nicht, wofür sie noch leben sollte. Und das konnte ich nachvollziehen. Ich war selbst einmal an diesem Punkt gewesen. Nur ein Schatten meiner selbst, bis Ben und Sina sich in mein Leben drängten, bis sie sich in meinem Herzen ausbreiteten wie lästige Parasiten. 

„Lebe für sie." Petra blinzelte, ihr Mund öffnete sich leicht, als hätte sie mit keiner Antwort gerechnet. Ich, um ehrlich zu sein, auch nicht. Aber in letzter Zeit tat ich viele Dinge, die ich nicht verstand. „Lebe für die Menschen, die dir wichtig sind."

❁ ❁ ❁ 

Die Nacht war hereingebrochen, und mit ihr kam eine erholsame Stille. Doch Stille bedeutete nicht, dass ich schlafen konnte. Ich wagte nicht einmal, es zu versuchen. Der letzte Albtraum nagte noch an meinem Bewusstsein und hinterließ ein unangenehmes Kribbeln in meinem Nacken, als würden die Hände,die mich im Traum gejagt hatten, nur darauf warten,dass ich erneut die Augen schloss. Und darauf konnte ich verzichten. 

Also zog ich mich an und verließ die Enge des Raumes.Der Trainingsplatz war menschenleer. Nur die schwachen Lichter der Fackeln warfen lange Schatten über den Boden und ließen die Umrisse der Holzbalken und Hindernisse verzerrt wirken. Ich begann mich aufzuwärmen. Erst Dehnen, dann laufen.Runde um Runde, bis meine Muskeln brannten, bis meine Lunge sich anfühlte, als würde sie mir jeden Moment den Dienst versagen. Doch es war nicht genug. Mein Blut raste und meine Finger zuckten. Ich brauchte einen Kampf. Kein stumpfes Training, keine leeren Bewegungen. Einen richtigen Gegner. Einen guten Kampf. 

Mein Instinkt sprang an, noch bevor ich ihn hörte. Ein Kribbeln in meinem Nacken, ein Ziehen unter meiner Haut. Ich musste mich nicht umdrehen, um zu wissen, wer mich beobachtete. Levi. Seine Schritte waren kaum zu hören, als er sich mir näherte. Seine hässliche Freizeitkleidung hatte er durch dunkle Hosen und ein einfaches Hemd ersetzt. Stoff, der nicht neu war, sondern nach unzähligen Trainingseinheiten aussah. Es war fast ein Monat her, dass wir das letzte Mal gegeneinander trainiert hatten. Seitdem hatten wir es stillschweigend vermieden. Ich konnte das Gefühl, das es ausgelöst hatte, nicht gebrauchen. Dieses unkontrollierbare, rohe Etwas, das irgendwo zwischen Wut und Erleichterung lag. Und doch hatte es sich befreiender angefühlt als alles andere. 

Jetzt stand er wieder vor mir, nahm wortlos seine Kampfhaltung ein. Wartete. Die Schatten unter seinen Augen waren tiefer als sonst. Ich war dabei gewesen, als Hange den Verdacht geäußert hatte, dass die Titanen einst Menschen gewesen waren. Ihr Ansatzpunkt war ein Titan gewesen, dessen Gesicht dem von Connies Mutter erschreckend ähnlich sah. Levi hatte darauf reagiert. Wie genau, konnte ich nicht sagen. Aber er war darüber nicht begeistert. Und wieder einmal erinnerte ich mich daran, dass Petra recht hatte. Levi war der emotionalste Mensch, den ich kannte. Nur dass niemand es bemerkte. 

Unsere Körper bewegten sich in einem schnellen, präzisen Rhythmus. Jeder Schlag war durchdacht, jede Bewegung kalkuliert. Kein Raum für Fehler, keine Zeit zum Zögern. Levi wich aus, als hätte er meinen Angriff bereits kommen sehen, sein Körper war fließend wie Wasser, seine Reaktionen schneller, als es ein gewöhnlicher Mensch je hätte sein können. Doch ich war kein gewöhnlicher Mensch. Ich war geformt durch den Untergrund, geschliffen durch Blut und Kämpfe, die keine Regeln kannten. 

Meine Faust schnitt durch die Luft, sein Körper neigte sich gerade so weit zur Seite, dass ich ihn verfehlte. Ich ließ den Schwung in eine Drehung übergehen, holte mit dem Ellbogen nach. Levi duckte sich und meine Bewegung zerriss die Leere. Doch ich spürte ihn, spürte seine Nähe, spürte den Moment, indem er zum Gegenangriff überging. Sein Fuß kam blitzschnell auf mich zu. Ich parierte,drehte mich mit der Bewegung, verlagerte mein Gewicht und nutzte seinen Schwung, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Levi fing sich, rutschte zur Seite, sein Blick unergründlich, aber sein Körper verriet ihn nicht. 

Er kam sofort wieder auf mich zu. Kein Zögern, keine Pause. Ich ließ ihn kommen.Meine Finger zuckten und mein Körper war angespannt, bereit, jede seiner Bewegungen zu erwidern. Levi war schnell. Er war tödlich. Aber ich war nicht weniger. Ich tauchte unter seinem nächsten Schlag hinweg,packte sein Handgelenk und wollte ihn herumreißen,doch im nächsten Moment war er schon frei, glitt unter meinem Arm hindurch und landete hinter mir.Mein Instinkt schrie, ich wirbelte herum, doch Levi war schneller.Ein Tritt gegen meine Beine, eine unmerkliche Verschiebung meines Gleichgewichts, und ich spürte den Aufprall des Bodens gegen meinen Rücken. 

Doch noch bevor er nachsetzen konnte, hatte ich ihn gepackt. Mein Bein hakte sich hinter seine Kniekehle, meine Arme fanden seinen Oberkörper, und in der nächsten Sekunde war er es, der fiel. Wir landeten im Staub, ein chaotisches Knäuel ausrasenden Bewegungen und schmerzhaft angespannten Muskeln. Meine Hand an seinem Kragen, seiner an meiner Seite. Meine Klinge an seiner Kehle. Seine Klinge in meiner Rippen. Wie damals. Nur umgekehrt. 

Stille. Schwerer Atem. Das Echo unserer Schläge hallte noch in meinem Körper nach, ließ mein Blut pulsieren und meine Haut kribbeln. Auf eine gute Art. Ich konnte seinen Atem spüren, seine Präsenz, seine unausgesprochene Herausforderung. Es war ein Kampf gewesen. Nur ein Kampf. Aber das war eine Lüge. Genau wie damals. Ich spürte es. Levi spürte es.Unsere Körper lösten sich langsam, mit der letzten Spur von Widerstand. 

Ich sah, wie sich seine Schultern hoben und senkten, sein Blick war starr. Wir beide waren entschlossen, es nicht dabei zu belassen. Mein Körper verlangte nach mehr. Mein Verstand sehnte sich nach der Herausforderung, nach dem Rausch, den nur ein Kampf wie dieser auslösen konnte.Doch Levi machte keine Anstalten, erneut anzugreifen. Stattdessen fixierte er mich mit einem durchdringenden Blick, als würde er mich einschätzen, und würde nach etwas suchen, das sich hinter der Oberfläche verbarg. 

„Für wen lebst du?" Seine Stimme war ruhig und gleichmäßig, als hätte unser Kampf nie stattgefunden.Die Frage traf mich unerwartet. Verdammt. Ich atmete tief durch und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. Ich trainierte, um genau diese Dinge zu vergessen. Um der Realität für einen Moment zu entkommen. Levi wusste das. Er tat es selbst. Also warum stellte er diese Frage? Was wollte er damit erreichen?„Was willst du?" Mehr sagte ich nicht.

Er kniff die Augen leicht zusammen, doch er antwortete nicht sofort. „Petra." Ich hob kaum merklich die Augenbrauen. „Petra?" Was sollte das? Etwas an meinen Fingern veränderte sich. Sie wurden ruhig. So ruhig, wie sie immer wurden,wenn meine Gedanken gefährlich klar wurden. Wenn ich kurz davor stand, eine Entscheidung zu treffen, die nicht mehr rückgängig zu machen war.Levis Blick veränderte sich nicht. Seine dunklen Augen bohrten sich in meine, und dieses Etwas, das ich bereits am ersten Tag in ihnen gesehen hatte, war wieder da. 

Diese Dunkelheit. Nicht die Wut, nicht die Verzweiflung, die andere Menschen kannten. Es war die Dunkelheit des Untergrunds. Die Art, die sich langsam ausbreitete und sich in einem festsetzte, bis sie einen von innen heraus auffraß. Die Art, die alles vernichtete, das sich ihr in den Weg stellte.Andere wären längst zurückgewichen. Aber ich nicht.Denn ich trug dieselbe Dunkelheit in mir. Und sie war tiefer als alles andere. Für einen Moment hatte es fast etwas von einem Spiegelbild. Fast. Denn Levi hatte es geschafft, etwas zu bewahren, das mir längst genommen worden war. 

„Was braucht es, damit du hier bleibst?" Die Frage kam unerwartet. Und sie war einfach zu beantworten.„Mich hält nichts." „Was ist mit ihnen?" Sein Tonfall war wissend. Mein Körper spannte sich an, kaum merklich, aber Levi bemerkte es. Ich blinzelte langsam und zwang mich,jede weitere Reaktion zu verhindern. Doch mein Inneres zog sich zusammen, als hätte er mit einem einzigen Satz eine Klinge tief in etwas gestoßen, das ich sorgfältig verborgen hielt. „Du lebst nicht für dich." Seine Stimme war noch immer ruhig. Doch da war etwas in seinen Worten. Etwas, das mich festhielt. „Du lebst für die, die du im Untergrund zurückgelassen hast. Und du wirst sie zurückholen. Selbst wenn es bedeuten würde, den Aufklärungstrupp zu hintergehen." 

Levi ließ mir keine Zeit, ihm zu antworten. „Wenn du gehst, wird sie es nicht überleben." Die Worte waren für mich bedeutungslos, aber sie hatten Gewicht. Ich verzog den Mund zu einem dünnen Lächeln, das nichts mit Humor zu tun hatte. „Dann ist das nicht mein Problem."Levi regte sich nicht. Ich wusste, was er von mir erwartete. Dass ich darauf einging. Dass ich mich rechtfertigte. Aber das war nicht meine Art. Petra bedeute mir nichts. 

„Sie hat dich als Anker gewählt." Sein Blick war unergründlich, aber sein Tonfall machte klar, dass er kein Interesse an Diskussionen hatte. Ja, das stimmte leider. Und es war die dümmste Entscheidung die ein Mensch treffen konnte. Ich war niemand, der einen helfen -  geschweige den heilen konnte. Ich lebte für andere. Wie konnte ich da der Grund für das Überleben eines anderen sein?„Dann hätte sie eine bessere Wahl treffen sollen." "Sie hatte keine." Ein Kälteschauer kroch meinen Rücken hinauf. Ich hielt seinem Blick stand und ließ mir nichts anmerken. Langsam verstand ich, worauf er hinauswollte. „Ich bleibe nicht hier." 

Levi schien das nicht weiter zu überraschen. Er hatte es längst gewusst. Doch er ließ das Thema nicht fallen.„Wie lange noch?" „Solange es nötig ist." „Das ist zu ungenau." Ich schnaubte leise. Erwin hätte es vielleicht darauf beruhen lassen. Hätte es akzeptiert, weil er wusste, dass Menschen wie ich nicht in Ketten gehalten werden konnten. Aber Levi war anders. Levi ließ nicht locker, wenn er eine Entscheidung getroffen hatte. „Ich mache dir ein Angebot." Jetzt hob ich doch die Augenbrauen. Levi? „Ein Angebot?" Levi verschränkte die Arme und sein Blick ließ mich nicht los. „Du willst sie aus dem Untergrund holen." 

Mein Körper spannte sich automatisch an, noch bevor ich die Reaktion unterdrücken konnte. Levi registrierte es, auch wenn er es nicht kommentierte. „Ich werde dich nicht aufhalten." Ich musterte ihn lange, suchte nach einem Haken. „Warum solltest du das tun?" „Weil ich dich hier brauche." Die Antwort war direkt. Keine Beschönigungen. Keine Ausflüchte. Ich hasste es, dass er wusste, was mich interessierte.„Und was willst du dafür?" Levi neigte den Kopf leicht zur Seite. „Du bleibst, bis Petra sich stabilisiert hat. Bis sie alleine weiterleben kann." Ich lachte. Hart und trocken. „Dann soll sie sich gefälligst beeilen." „Das wird sie nicht."

Levi trat einen Schritt näher und ließ mir keine Möglichkeit, mich aus der Unterhaltung zu stehlen.„Du hast es selbst gesehen. Wenn du jetzt gehst, bricht sie zusammen. Und dann hast du ihren Tod auf dem Gewissen."Ich zuckte nicht einmal. „Das ist nicht mein Problem." „Dann mach es zu deinem."Seine Stimme war ruhig. Zu ruhig. Er hatte mich. Under wusste es. „Lass mich raten." Ich musterte ihn mit zusammengekniffenen Augen. „Das ist der Teil, wo ich gezwungen werde, mitzumachen?" Levi schüttelte den Kopf. „Du hast die Wahl."

Er sagte mir, dass ich also entweder den ruhigen Weg gehen konnte, oder den blutigen, bei dem er mich aufhalten würde. Seine Augen verengten sich leicht. „Aber ich halte meine Versprechen." Es lag ein Unterton in seinen Worten. Einer, der mich nicht losließ. Ich wusste, dass Levi nicht log. Ich wusste auch, dass er das hier nicht umsonst tat. Ich hasste es. Ich hasste es, dass er recht hatte. 

Mein Blick wanderte kurz zur Seite. Ich holte tief Luft. Ich würde alles für Ben und Sina tun. Für Petra den Heiler zu spielen, war nichts entgegen der Mühen, die ich ansonsten unternehmen müsste.„Gut. Abgemacht." Levi nickte, als hätte er die Antwort bereits erwartet.„Du bleibst." Ich spürte, wie sich meine Kiefer anspannten. „Bis sie stabil ist. Dann hole ich sie daraus." Er drehte sich um, blieb jedoch für einen kurzen Moment stehen. „Deine Bewährung wurde aufgehoben. Du bist jetzt ein vollwertiger Soldat des Aufklärungstrupps." Er blieb sachlich. Doch in seinen Augen lag etwas anderes. Etwas, das sich nicht in Worte fassen ließ. Ein letztes Mal trafen sich unsere Blicke. „Lass es uns nicht bereuen." Dann verschwand er. So leise, wie er gekommen war. Ich atmete aus, legte den Kopf in den Nacken und schloss kurz die Augen. Mein Herz schlug ruhig. Mein Geist war klar. 

Ben. Sina. 

Ich komme.

 

Notes:

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- Kiora

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