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Mephisto will nicht umziehen

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Im Himmel war die Hektik überall zu spüren.
Die Engel flogen umher, bei ihren verzweifelten Versuchen, all ihre Aufgaben so schnell wie möglich zu erfüllen.
„Gabriel, hast du schon den Anruf von diesem Medium aus Stuttgart entgegen genommen? Sie sitzt schon seit 3 Stunden da ohne sich zu bewegen“
„Beruhige dich, Michael, ich hab alles im Griff. Ich muss nur diesem einen Mädchen in Nehbandan antworten. Ich denke doch, dass das dringender ist.“

„Michael!“, rief jemand hinter ihm, „Michael,es gibt ein kleines Problem am Tor.“
Er drehte sich um und sah Uriel mit weit aufgerissenen Augen vor sich stehen.
„Ein Problem? Am Tor? Was sollte es für ein Problem am Tor geben?“
„Ein... eh... Problem mit Lippenstift und Hörnern.“, flüsterte er ihm zu.
Als Michael das hörte, ließ er alle Aufgaben, die er erledigen sollte, stehen und liegen und flog so schnell er nur konnte zum Tor.

Uriel hatte nicht gelogen. Da stand sie in ihrer vollen Pracht.
„Michi! Lang ist's her als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Gib mir ein Küsschen, komm doch her!“
Angewidert scheute er zurück, worauf sie nur mit wackelnden Augenbrauen reagierte.

„Mephistopheles... Was für eine angenehme Überraschung.“
„Och Michi, nein. Sarkasmus steht dir so gar nicht. Wo ist denn eigentlich unser Daddy?“

Hinter den beiden hatte sich schon ein Meer aus Engeln versammelt, darunter auch der Rest der Erzengel.
Raphael meldete sich sofort, was Michael ein starkes Bedürfnis, seinen Bruder zu ohrfeigen, verspüren ließ.

„Er ist gegangen. Er hat gesagt, dass es nicht genug Lebensformen gibt und er größeres Potential für dieses Universum sieht als nur diese Erde und die Menschen darauf.“
Es dauerte ein wenig bis Mephisto begriff, was soeben gesagt wurde.
„Was?! Er will die Sachen packen und gehen?! Und mir hat er nicht Bescheid gesagt?!“, schrie Mephisto empört, „Ihr könnt mich nicht einfach so hier lassen!“

Uriel trat aus der Menge hervor und musste sich natürlich auch zu dem Geschehen äußern. „Du kennst deinen Platz! Selbst wenn wir wollten, könnten wir dich nicht mitnehmen. Irgendjemand muss sich um die ganzen Menschen kümmern.“

„Ich?! Ich kann das aber nicht machen! Was ist mit meiner Freizeit? Hat unser lieber Herr Vater mal daran gedacht? Ich kann doch nicht so etwas ganz allein verwalten, wenn er doch eine ganze Armee hat, die diese Aufgabe für ihn erledigt. Ich glaube es hackt wohl!“
Mephisto war ganz außer sich vor Wut und das „Hast du nicht mindestens genauso viele Dämonen?“, das aus der Menge geschrien wurde, half ihr nicht dabei sich zu beruhigen.

„DAS SIND IDIOTEN, DIE WENIGER VON ORDENTLICHER VERWALTUNG VERSTEHEN ALS IHR! DENKT IHR DIE KÖNNTEN DIE GANZE ERDE AM LEBEN HALTEN, WENN IHR ES NICHTMAL SCHAFFT KONFLIKTE ZWISCHEN EINEM EHEPAAR ZU LÖSEN?!“

Ihr Kopf wurde knallrot und ihre Hörner und Zähne wuchsen je länger die Engel sie anstarrten.
Ihre Augen waren nur noch Schlitze, die von blinder Wut geflutet waren. Sie war mehr als bereit einen der Engel mit ihren Klauen anzugreifen und wie ein wildes Tier zu zerfleischen.
Ihr Blick fiel auf Michael und als sie sich bereit machte ihn anzuspringen, hörte sie ein Grollen hinter sich, das an Donner erinnerte.

Sofort verschwand jegliche Spur ihrer Wut und auf ihrem Gesicht klebte ein zuckersüßes Lächeln.

„Daddy?“

„Mephistopheles.“

Er war da und sah so mächtig aus, wie am ersten Tag als sie ihn gesehen hatte.

„Daddy, hör zu!“
Er schaute sie gespannt an. „Eigentlich bin ich ja nur hergekommen, weil mir langweilig war, aber Michi hier drüben“ Sie zeigte auf Michael, der sie verhasst anstarrte, „sagte mir, dass ihr umziehen wollt.“

Michael rannte zu seinem Vater, bevor Mephisto noch ein weiteres Wort sagen konnte.
„Das habe ich nicht, mein Vater. Ich habe kein Wort über Euren Plan verloren.“

„Ja ja. Dann war's einer der anderen.“, unterbrach Mephistopheles.
„Jedenfalls würde ich dich gern darum bitten, diese Scheiße nicht durchzuziehen.“

„Hat dies denn Gründe?“, fragte Gott. „Eine Menge sogar, aber ich möchte deine Zeit nicht mit meinem Gelaber verschwenden. Ich weiß ja, dass du es nicht magst, wenn ich rede.
Hast mich ja extra deshalb vor's Tor gesetzt.“
Sie versuchte einen Hundewelpen zu imiitieren, was auch klappte, da der Teufel ein sehr expressives Gesicht hatte, doch Gott blieb unbeeindruckt.

„Fahre fort.“

„Hättest du vielleicht Lust auf eine Wette?“