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Chapter Text

Im Nachhinein kann Danny selbst nicht so genau sagen, wie es passiert ist.

Er hat Steve angeschrieen – das ist soweit nichts Neues. Und Steve hat dagestanden, sich anschreien lassen, und ihn dabei auf diese bewusste Art angesehen. Diese Art, die bei Danny immer den Eindruck erweckt, dass Steve ihm gar nicht wirklich zuhört, selbst wenn er ihm direkt in die Augen sieht. Denn Steve kann ihm einfach nicht zuhören.

Es ist völlig unmöglich, dass er ihm tatsächlich zuhört, nur um loszugehen und beim nächsten Einsatz genau den gleichen, halsbrecherischen, unverantwortlichen, illegalen Schwachsinn abzuziehen. Wenn möglich mit Explosionen.

Sie sind hier die Guten! Danny kann das gar nicht oft genug betonen. Sie sind das Gesetz – oder zumindest seine gloriosen Vertreter – also haben sie sich auch ans Gesetz zu halten. Selbst Steve mit seinem Freipass von der Madam Governor … einem Freipass, den sie ihm wahrscheinlich nur deswegen gegeben hat, weil sie irgendwann mal mit seinem Vater geschlafen hat.

Danny schluckt trocken. Das kann es natürlich gewesen sein. Das erklärt möglicherweise, warum Steve sich dieses Mal nicht einfach von ihm hat anschreien lassen, wie er es sonst immer tut. Warum er ihn plötzlich bei den Schultern gepackt, herumgerissen und an die nächste Wand geknallt hat.

Danny reibt sich den Hinterkopf. Es tut immer noch ein bisschen weh.

Gut, ja, das hat er vermutlich sogar verdient. Steves Vater ist tot, und Steve hat Daddy-Issues bis zum Mond und wieder zurück – Etwas, das jeder sehen kann, der sich die Mühe macht, die Augen halbwegs offen zu halten. Danny versteht das. Steves Vater war ein guter Mann und offenbar ein noch besserer Polizist, wenn auch kein allzu guter Vater. Was Danny nicht versteht, und worüber er sich jedes Mal aufs Neue aufregt, ist Steves Tendenz, das zur Ausrede zu nehmen, jeden Einsatz zu behandeln, als könne es sein letzter sein. Als hätte er kein Problem damit, wenn es der Letzte wäre.

Danny schließt die Augen, lehnt sich im Sessel zurück und seufzt leise. Es ist keine Todessehnsucht. Steve ist nicht mal im herkömmlichen Sinne lebensmüde. Steve, und dieser Verdacht hat sich mit der Zeit als einigermaßen gerechtfertigt erwiesen, ist einfach nur bescheuert.

Vor Wut, zugegeben – Wut über den Tod seines Vaters – vermengt mit der Überzeugung, er sei eine Art Halbgott, der über die Wiese tanzen kann, als sei er unverwundbar.

Und der Mann ist gut, Danny würde nie etwas anderes behaupten – Steve, so lächerlich es selbst in Dannys Gedanken klingt, gehört zu den Besten der Besten der Besten. Der Mann ist eine verfluchte Lokomotive.

Danny hebt die Hand vor die Augen und wischt sich über die Stirn.

Steve ist also eine Lokomotive, Danny hat eine einigermaßen unangebrachte Bemerkung über Steves Vater gemacht, und Steve ist daraufhin ein wenig grob geworden.

Nachvollziehbar.

Sie haben noch immer ihre Startschwierigkeiten, selbst wenn Danny inzwischen die meiste Zeit in seliger Verdrängung lebt und sogar Momente hat, in denen er Steve sein Leben anvertrauen würde. Die Sache ist, dass Steve wahrscheinlich sogar sterben würde, um ihm dieses Leben zu retten. Teil des Problems, aber augenblicklich nicht der Punkt.

Der Punkt ist Folgendes: Danny hat eine unangebrachte Bemerkung über Steves Vater gemacht, und Steve ist grob geworden. Hat ihn bei den Schultern gepackt und an die Wand geknallt. Danny war wütend genug, um eine unangebrachte Bemerkung über den toten Vater seines irritierender Weise besten Freundes zu machen, also war er auch wütend genug, um auf diese Behandlung ziemlich unzufrieden zu reagieren.

Er hat sich gewehrt. Er hat Steves Shirt gepackt – und Steve mag eine Lokomotive sein und ihn um einen Kopf überragen, aber Danny ist verdammt noch mal keine verschüchterte Haselmaus, sondern ein harter (in Abwesenheit seiner Tochter) und kerniger (ebenfalls in Abwesenheit seiner Tochter) Cop.

Und er hat keine Angst vor Steve, hauptsächlich, weil er keine haben muss.

Er hat also Steves Shirt gepackt und es kaputt gerissen. Das war nicht der Sinn der Sache. Sinn der Sache war es, von Steve loszukommen. Stattdessen hat er an seinem Shirt gezerrt, ein bisschen mit ihm rumgerangelt – an dieser Stelle hat Chin das Zimmer verlassen, wofür Danny im Nachhinein äußerst dankbar ist – und das blöde Shirt schlussendlich kaputt gemacht. Es war ein hässliches Shirt, also wurde darüber weiter keine Träne vergossen. Es wurde weiter gerangelt.

Und dann, Danny kann wirklich nicht sagen, wie es passiert ist, haben sie aufgehört zu rangeln. Haben voreinander gestanden, viel, wirklich viel zu dicht, Steves Hände noch immer an seinen Schultern, seine eigenen in die Reste von Steves hässlichem Shirt gekrallt. Sie haben schwer geatmet, einander angestarrt … und genau genommen ist überhaupt nichts passiert.

Aber ein paar Sekunden lang hat sich Danny die wahnwitzige und absolut fürchterliche Überzeugung aufgedrängt, sie würden sich jetzt gleich küssen. Steve muss es genauso ergangen sein, Steve hat ihn nämlich plötzlich losgelassen und ist aus dem Raum gestürmt, als sei jemand mit Pamphleten über korrekte polizeiliche Vorgehensweise hinter ihm her.

Danny stöhnt leise auf. Er ist zu alt für eine sexuelle Krise. Er hat eine Tochter. Er mag Frauen. Außerdem kann er Steve im Prinzip überhaupt nicht leiden, und wenn er schon für jemanden bisexuell wird, dann sollte es schon jemand sein, bei dem er nicht alle zwei Tage das Bedürfnis verspürt, ihn umzubringen.

Und es bringt rein gar nichts, sich zu sagen, dass schließlich überhaupt nichts passiert ist. Es ist etwas passiert. Der Moment ist passiert. Die Sache existiert jetzt. Steve geht ihm seit zwei Tagen aus dem Weg.

Ein offenes, ehrliches Gespräch zwischen Männern muss her. Das Problem ist nur, dass ihre offenen und ehrlichen Gespräche für gewöhnlich darin bestehen, dass Danny Steve anschreit, keine unangebrachte Bemerkung über seinen toten Vater macht, und Steve sich das alles gefallen lässt. Danach trinken sie meistens ein Bier zusammen. Momente haben sie eigentlich eher nicht.

Danny reibt sich ein weiteres Mal über die Stirn, erhebt sich aus seinem Sessel und beschließt, ins Bett zu gehen.

Der nächste Tag wird hoffentlich Klärung, oder zumindest Besserung der Situation bringen. Immerhin besteht ihr Team bloß aus vier Leuten. Es macht die Angelegenheit ein wenig strapaziös, dass Steve ihn so hartnäckig ignoriert. Außerdem passt es nicht zu dem Mann. Danny würde sich besser fühlen, hätte Steve ihm einfach den Arm gebrochen. An sowas kann man schließlich arbeiten.

 

„Was soll das heißen – Du gehst lieber allein? Bist du jetzt endgültig übergeschnappt?“

Es ist nicht die Art offenes und ehrliches Gespräch, die Danny sich vorgestellt hat, aber er sieht es als Schritt in die richtige Richtung. Er schreit, Steve ist gezwungen, zuzuhören. Super Einstieg.

„Mir ist klar, dass du von Richtlinien und Bestimmungen nicht allzu viel hältst, aber es hat einen Grund, dass Polizisten im Team arbeiten! Das letzte Mal, als du allein gegangen bist, warst du zwischenzeitlich eine Geisel – und jetzt erzähl mir bitte nicht, dass du da trotzdem lebend raus gekommen bist! Das sehe ich! Du stehst vor mir! Das ist nicht der Punkt! Der Mann, den du aufzusuchen gedenkst, ist ein verdammter Drogenbaron! Meinst du nicht, dass es zumindest ein kleinwenig leichtsinnig wäre, da allein hinzugehen?“

Steve starrt äußerst entschieden in eine andere Richtung, und Danny verliert die Beherrschung und boxt seine Schulter. „Ich rede mit dir!“

Danny sieht Steve tief durchatmen, was nicht das Geringste an seiner angespannten Haltung ändert, dann wendet Steve den Kopf und sieht ihm in die Augen. Danny gefällt nicht, was er sieht, selbst wenn er nicht genau sagen kann, was das überhaupt ist.

„Wenn ich allein gehe, läufst du wenigstens nicht Gefahr, dein Leben zu verlieren“, knurrt Steve leise, und Danny macht einen überraschten Schritt nach hinten. „Wie bitte?“

„Darüber beschwerst du dich doch ständig“, fährt Steve fort. „Ich bin dir zu leichsinnig, du kannst dich nicht auf mich verlassen. Wenn du hier bleibst, werden meine ach so schrecklichen Charaktermängel kaum negativ auffallen, meinst du nicht?“

Danny dreht den Kopf, starrt kurz Chin an, und der zuckt mit den Schultern.

Danny zählt innerlich bis zehn, dann legt er Steve eine wohlkalkulierte Hand auf die Schulter. „Ich wusste, dass du mir nie zuhörst“, brummt er gottergeben. „Lass uns gehen.“

 

Es stellt sich raus, dass Drogenbarone gar nicht so schlimm sind. Schlimm sind Dobermänner, Helferlein mit Maschinengewehren, und Verfolgungsjagden im Auto mit einer Kugel in der Schulter.

Schön ist, dass Steve diesmal nicht die geringste Schuld trifft. Danny fühlt sich nicht in der Verfassung, ihn anzuschreien. Dafür schreit Steve ihn bereits seit fünf Minuten an, er soll den Wagen halten, damit er sich seine Schulter ansehen kann.

Als ob. Sie mögen diese Wahnsinnigen mit ihren Maschinengewehren kurzzeitig abgehängt haben, aber Danny wird ihnen bestimmt nicht den Gefallen tun, rechts ran zu fahren, damit sie aufholen können. Er hängt an seinem Leben. Aber das ist ja schließlich genau das, was Steve nicht in den Kopf will.

Also fährt Danny weiter. Oahu ist an sich keine besonders große Insel. Der Weg zum Hauptquartier ist dementsprechend von Natur aus eher kurz, völlig egal, wo auf der Insel sie sich gerade befinden.

Da spielt es dann auch eine eher untergeordnete Rolle, dass ihm ein bisschen schlecht ist, und seine Sicht an den Rändern verschwimmt. Er ist schon unter schlechteren Bedingungen Auto gefahren, wenn ihm auch gerade keine einfallen.

„Halt endlich an! Du verblutest!“

Gott sei Dank erklärt der Blutverlust die eingebildete Panik in Steves Stimme. Danny grinst grimmig, tritt das Gaspedal durch und setzt zum Endspurt an.

Über das Mikrophon in seinem Ohr schreit Steve jetzt Chin an, den Erste-Hilfe-Koffer auf den Parkplatz raus zu bringen und einen Krankenwagen anzufordern. Dann wird er verdächtig still. Kann aber auch sein, dass das Blut in seinen Ohren jetzt so laut rauscht, dass Danny ihn einfach nicht mehr hört.

Es ist ihm egal.

Es steckt eine Kugel in seiner Schulter, er blutet sein Lieblingshemd voll, ihm ist schlecht und zu allem Überfluss hat er auch noch eine sexuelle Krise. Ein Ohnmachtsanfall klingt gerade nach einer fabelhaften Idee … vielleicht nicht unbedingt während des Autofahrens.

Das Hauptquartier kommt in Sicht, Danny fährt etwas langsamer. Egal, wie schlecht er sich fühlt, all das ist noch immer kein Grund, Chin über den Haufen zu bügeln. Besonders, weil Chin tatsächlich den Erste-Hilfe-Koffer in der Hand hält und aussieht wie die Ruhe selbst, während seine Cousine neben ihm auf und ab tigert. Genau, was Danny jetzt braucht. Er hält den Wagen, nimmt am Rande seines Bewusstseins wahr, wie Steve auf seiner Seite wie der geölte Blitz aus der Tür springt, und atmet tief durch.

Das hat er doch sauber hinbekommen. Jetzt darf er ruhig ohnmächtig werden.

 

„Ich schätze, du bist fürchterlich stolz auf dich selbst.“

Danny hat diesen Tonfall nicht nötig. Er ist im Dienst angeschossen worden, er hat eine Bluttransfusion hinter sich, und jetzt fühlt er sich blendend. Da kann Steve ihn noch so anklagend anstarren.

„Wenn du’s genau wissen willst: Ja, das bin ich. Sehr sogar. Ich hab’s ganz allein geschafft, mich anschießen zu lassen – völlig ohne deine Hilfe.“

Danny arrangiert seinen Arm etwas gefälliger in seiner Schlinge und lässt sich auf seinen Stuhl im Hauptquartier sinken. Die Schmerzmittel hüllen ihn in eine wundervolle Wolke aus rosa Wohlbefinden, und der Arzt hat gesagt, dass er in ein paar Tagen einigermaßen wiederhergestellt sein wird.

Es lohnt sich durchaus, die Konstitution eines Pferdes zu besitzen.

Aber die wundervolle Wolke aus Wohlbefinden macht ihn ein wenig tranig, also blinzelt er überrascht, als Steve mit einem Mal vor ihm hockt, beide Hände an den Lehnen seines Stuhls, und ihn derartig eindringlich ansieht, dass seine sexuelle Krise auf einen Schlag sehr viel kritischer wird.

„Es war keine Absicht oder?“

Danny braucht etwa dreißig Sekunden, um die Frage zu prozessieren, und das hat nicht das Geringste mit der wundervollen Wolke aus Wohlbefinden zu tun. Sie ist einfach so dumm.

„Ob es Absicht war?“ wiederholt er tonlos. „Ob es Absicht war?“

Danny würde aufstehen – aufspringen, für das alleinige Element des dramatischen Effekts, aber dann würde er vermutlich Steve umwerfen, und er will ihn in Reichweite behalten, sollte ihn das plötzliche Verlangen überkommen, ihm eine zu verpassen.

„Ich habe eine Tochter“, sagt er leise, aber mit diesem gewissen Unterton von Entrüstung, der Steve trocken schlucken lässt. „Denkst du wirklich, ich würde mich anschießen lassen, nur um dir eins reinzuwürgen? Denkst du wirklich, ich könnte so unglaublich selbstsüchtig und nicht zu vergessen dumm sein?“

Steve starrt zu Boden, ganz wie es sich für einen taktlosen Vollidioten gehört, und Danny massiert sich mit der gesunden Hand die Nasenwurzel.

„Hör zu“, sagt er mit erzwungener Ruhe. „Wir hatten ein paar anstrengende Tage. Wir sollten diesen Quatsch vergessen.“

„Quatsch?“ wiederholt Steve, und mit einem Mal sieht er wütend aus. „Du bist angeschossen worden!“

„Das hat dich beim letzten Mal auch nicht gestört!“

„Diesmal stört es mich! Du hättest verbluten können, und du hast verdammt noch mal so getan, als würde ich überhaupt nicht existieren, als ich dir befohlen habe, den Wagen zu halten!“

„Das ist das Problem, ja? Dass ich dir nicht gehorcht habe?“

„Ja, das ist das Problem! Ich leite dieses Team und bin für das Wohlbefinden der Mannschaft verantwortlich!“

„Das Wohlbefinden der Mannschaft ist dir doch sonst auch scheißegal!“ Danny stößt seinen Stuhl zurück und kommt auf die Beine, und Steve schießt im gleichen Augenblick in die Höhe, legt seine Hand an Dannys gesunden Ellenbogen, als er leicht strauchelt.

Die besorgte Geste stellt einen derartigen Kontrast zur aktuellen Stimmung dar, dass Danny sie überhaupt nicht registriert.

„Es ist mir nicht egal!“ fährt Steve ihn an. „Wie oft muss ich das noch sagen?“

„So oft, bis ich dir glaube!“ knurrt Danny zurück. „Du bist doch bloß wütend, weil ich deine Befehle ignoriert habe!“

Er sieht Steve die Faust ballen, schließt die Augen in Erwartung eines Hiebes, und wird doch bloß ein wenig geschubst. Er taumelt gegen die Wand in seinem Rücken, schlägt die Augen wieder auf, und da ist sie wieder, die Sache.

Wieder stehen sie direkt voreinander, atmen schwer, und Danny will es nicht wirklich, aber er streckt die Hand aus und packt Steve am Kragen seines Shirts. Es ist nicht ganz so hässlich wie das letzte, also zieht er nicht ganz so brutal daran, aber immer noch fest genug, dass Steve einen unfreiwilligen Schritt vorwärts macht.

Dann reckt Danny sich in die Höhe und küsst ihn.

Steves Lippen sind weich, das kommt ein wenig überraschend. Alles Andere an dem Mann ist hart, zumindest sieht es schwer danach aus, also hat Danny gewisse Erwartungen gehabt. Aber Steves Lippen sind weich und sie teilen sich unter seinen, als Danny seine Zunge darüber streichen lässt.

Danny stöhnt leise. Er mag zu alt für eine sexuelle Krise sein, aber das ist seinem Körper offenbar gleichgültig. (Und ein Körper, der angeschossen wurde, unter Schmerzmitteln steht, und trotzdem derartig enthusiastisch auf einen simplen Kuss reagiert, muss es ziemlich ernst meinen.)

Danny zieht Steve ein wenig enger an sich. Steve lässt ihn gewähren.

Steve erwidert seinen Kuss, sanft und gleichzeitig engagiert, und nach einer Weile legt er seine Hand wieder an Dannys gesunden Ellenbogen und streicht langsam an seinem Arm auf und ab.

Es ist diese Berührung, die Danny in die Gegenwart zurück bringt. Er schiebt Steve von sich. Sie starren einander an.

Steve sieht aus, als habe er beim besten Willen keine Erklärung für das soeben Geschehene, und Danny kann ihm das nicht mal verdenken.

Sie sind beide zu alt für sexuelle Krisen.

Danny schluckt trocken. „Ich sage doch, wir sollten diesen ganzen Quatsch vergessen.“

Steve nickt langsam, und Danny muss in eine andere Richtung blicken, als er sich über die Lippen leckt.

 

Zwei Wochen äußerst resoluter Verdrängung später kann Danny sich einigermaßen erfolgreich einreden, alles sei wieder beim Alten.

Vielleicht abgesehen von seiner sexuellen Krise. Die ist nach wie vor präsent, wenn nicht sogar penetrant marktschreierisch. Mit einem Mal findet er Steve attraktiv. Dass Steve attraktiv ist, hätte er zwar auch früher nie bestritten, jetzt jedoch drängt es sich ihm auf und macht ihn … nervös. Er ertappt sich häufiger bei der Vorstellung, ihn erneut zu küssen. Was eine bescheuerte Idee ist, aber das ist seiner sexuellen Krise offenbar gleichgültig.

Wenigstens versucht Steve nicht, mit ihm darüber zu reden.

Steve, so überraschend es auch erscheinen mag, benimmt sich wie ein Gentleman und verdrängt eifrig mit. Es gibt den ein oder anderen nervösen Seitenblick, aber das kann Danny ihm kaum übel nehmen, immerhin haben sie sich geküsst. Weil sie so aufgeregt waren. Oder so.

Danny weiß nach wie vor nicht, was Steve von der ganzen Angelegenheit hält, aber deswegen heißt es schließlich auch Verdrängung und nicht vernünftige Aussprache.

Sie sind unglaublich erfolgreich in ihr altes Schema zurückgefallen. Steve mimt bei Einsätzen aufs Neue den Super-SEAL auf Speed, und Danny … Danny schreit ihn nicht wirklich dafür an. Er gibt sich Mühe, wirklich, aber er ist schon ein wenig besorgt, dass, wenn er sich gehen lässt und Steve die Standpauke hält, die er zweifellos verdient, er ihn wieder küssen wird. Denn die Küsserei steht in eindeutigem Zusammenhang zu durch Steve verursachten Tobsuchtsanfällen, und Danny darf keineswegs zulassen, dass die Sache sich wiederholt.

Einen Kuss unter Kollegen kann man verdrängen, zwei deuten auf Serientäter. Danny will kein Serientäter sein.

Also sieht er davon ab, Steve anzuschreien, genauso wie er seit zwei Wochen davon absieht, sich seine Krawatte zu binden, weil ihm die Schulter doch schon noch ein wenig wehtut. Irgendwann wird er wieder damit anfangen, vorzugsweise, wenn Steve damit aufhört, ihn ständig so komisch von der Seite anzusehen.

„Träumst du?“

Danny zuckt zusammen und zieht in der nächsten Sekunde eine leichte Grimasse. Seine Schulter nimmt ihm hastige Bewegungen übel.

Steve, der neben ihm am Konferenztisch sitzt, zieht die Stirn kraus, und Danny sieht ihn die Hand ballen, als müsse er sich davon abhalten, ihn anzufassen.

Offenbar sind Chin und Kono bereits gegangen, ohne dass Danny etwas davon mitbekommen hat. Kein Wunder, dass Steve ihn fragt, ob er träumt.

„Immer noch die Schulter?“ erkundigt er sich jetzt.

Danny schnaubt leise. „Immer noch?“

„Der Arzt hat doch gesagt, dass es nur ein paar Tage dauern würde.“

„Bis ich die Schlinge nicht mehr tragen muss, ja. Ansonsten bin ich nach wie vor ein normaler Mensch und habe durchaus ab und zu Schmerzen. Ich bin angeschossen worden, falls du dich erinnerst.“

Diesmal ballt Steve beide Hände zu Fäusten und rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her, bevor er sich mit einem Ruck erhebt und entschlossen zur Kaffeemaschine marschiert. Danny atmet tief durch. Sie müssen darüber reden.

Verdrängung ist eine schöne Sache, aber offenbar kann Steve das Geschehene doch nicht ganz so gut wegstecken, wie Danny sich das eingebildet hat – Und das ist auch der alleinige Grund, warum sie jetzt reden müssen. Dannys Gefühle spielen dabei nicht die geringste Rolle. Im Prinzip hat er ja gar keine.

Er steht also ebenfalls auf, verfolgt Steve an die Kaffeemaschine und baut sich so unbedrohlich wie nur möglich neben ihm auf. Steve verspannt sich trotzdem. Danny ist stark versucht, in Tränen auszubrechen. „Wir sollten … über … die Sache … reden.“

Steve, der damit beschäftigt ist, Kaffeepulver in den Filter zu löffeln, verschließt äußerst bedächtig die Kaffeedose, stellt sie beiseite und wendet sich voll zu ihm um. „Die Sache?“

Er wirkt plötzlich entspannt, und Danny kraust verwundert die Stirn. Steve muss doch wohl wissen, wovon er spricht.

„Die Sache“, wiederholt er entschlossen. Es macht ihn wütend, dass Steve mit einem Mal so ruhig sein kann. Er selbst fühlt sich seit zwei Wochen wie auf heißen Kohlen, aber der Herr Supersoldat kann es selbstverständlich einfach so wegstecken, einen anderen Mann geküsst zu haben.

„Du hast doch gesagt, wir sollten diesen ganzen Quatsch am besten vergessen“, sagt Steve jetzt leise, und Dannys Zorn legt sich ein wenig. Das hat er wirklich gesagt … und Steve hat offenbar tatsächlich zugehört.

„Und das fällt dir auch ganz leicht, nicht wahr?“ hört er sich selbst murmeln. „Bereitet dir nicht das geringste Kopfzerbrechen.“

Steve blinzelt ihn an, und Danny muss die Zähne zusammenbeißen vor plötzlicher Empörung. Es hat nicht das Geringste damit zu tun, dass Steve schöne Augen hat, und mit diesen schönen Augen tatsächlich einen Ausdruck unschuldiger Verwirrung zustande bringt. Es macht ihn schlicht und ergreifend wütend, dass er in dieser Partnerschaft wie üblich der Einzige ist, der über einen funktionierenden moralischen Kompass verfügt.

„Dann vergiss das hier am Besten auch ganz schnell!“ knurrt er, packt Steve am wie üblich zur Verfügung stehenden Shirt und zieht ihn mit einem Ruck zu sich hinunter.

Ihre Lippen treffen sich, und Danny gerät in Panik. Er hat ganz eindeutig ein Impuls-Kontroll-Problem.

Dann stöhnt Steve leise, legt seine Hand an Dannys Schulter, und die Panik löst sich in einem heißen Blitz aus Verlangen auf. Er öffnet die Lippen, küsst Steve fordernder und zieht ihn enger an sich heran. Steve öffnet den Mund für ihn und lässt ihn gewähren. Dannys moralischer Kompass dreht sich ein paar verzweifelte Runden lang im Kreis, bevor er äußerst entschlossen nach Norden verweist.

Danny kneift die Augen zu und keucht leise, seine gesunde Hand gleitet wie von selbst auf Steves Hintern, packt zu und bringt ihre Hüften zusammen. Über Steves Lippen kommt ein Geräusch, das Danny in seinem ganzen Leben nicht vergessen wird. Er stößt seine Hüften nach vorn, und Steve wiederholt das Geräusch. Kein normaler Mensch würde es an dieser Stelle zuwege bringen, aufzuhören.

Danny lässt seinen Arm in Steves Nacken gleiten, und Steve beugt sich folgsam weiter zu ihm hinunter, küsst ihn inniger, leidenschaftlicher, legt jetzt beide Hände an seine Hüften, hält sich an ihnen fest.

Danny überkommt das merkwürdige Gefühl, dass er es ist, der diese Situation unter Kontrolle hat. Es ist irritierend, dass Steve nicht versucht hat, sich ihm zu entziehen, weder dieses, noch beim letzten Mal. Es ist nicht nur irritierend, es ist verstörend, und Danny versucht, sich zu beruhigen, indem er Steves Hintern fester packt und ihm sanft in die Unterlippe beißt. Es ist ein Test, wenn man so will.

Steve stöhnt auf, leise, und gefolgt von einem Wimmern, das verdächtig hilflos klingt. Danny ist kurz davor, ihm sämtliche Kleidung vom Leib zu reißen.

Dann fällt irgendwo eine Tür mit einem lauten Knall zu, und Danny schreckt so heftig zusammen, dass ihm ein schmerzerfülltes Ächzen entfährt. Er schiebt Steve hastig von sich.

Steves Reaktion darauf ist bemerkenswert. Er lässt seine Hände an seine Seiten sinken, versucht, seinen beschleunigten Atem unter Kontrolle zu bekommen und blickt Danny abwartend an. Er sieht erschreckend verletzlich aus.

Danny fühlt sich nicht in der emotionalen Verfassung, diesem Blick standzuhalten. Er wendet sich ab und geht. Steve versucht nicht mal, ihn aufzuhalten.

 

Es vergeht kaum eine Woche, bevor es das nächste Mal passiert. Im Wagen, nach einem Einsatz. Falls Danny noch einen Anhaltspunkt für das sich abzeichnende Schema benötigen würde, dieser Zwischenfall macht nur allzu deutlich, was sich zwischen ihm und Steve abspielt.

Es war ein Routineeinsatz, wenn man es genau nimmt. Die simple Befragung eines Zeugen. Wäre der Zeuge kooperativ gewesen, würde der Wagen vermutlich auch nicht Zeuge der merkwürdigen Richtung werden, die Danny und Steves Beziehung so unheimlich gern nehmen will.

Aber der Zeuge hat sich alles andere als kooperativ gezeigt, und Steve ist kreativ geworden. Danny hat mit dem Haifischkäfig leben können – der Zeuge war völlig sicher – mit den wiederholten Androhungen von Gewalt … aber genau so wenig, wie es ihn begeistert hat, als Steve einen Zeugen an seinen Knöcheln vom Dach eines Hochhauses hat hängen lassen, findet er Vergnügen daran zuzusehen, wie Steve einen Zeugen so lange mit dem Gesicht in das Wasser eines Aquariums voller Clownfische drückt, bis er vor Panik um sich zu schlagen beginnt. Von der Tierquälerei will er gar nicht erst anfangen.

Wenn Danny etwas Vergleichbares tut, wenn er, beispielsweise, einen Zeugen auf die Motorhaube seines Camaros fesselt und mit ihm ein paar Runden durch die Stadt macht, ist das selbstverständlich etwas Anderes. Zu dem Zeitpunkt hat er unter extremem Stress gestanden. Immerhin ging es darum, seinen ehemaligen Partner vom Verdacht der Korruption freizusprechen. Es hat ihm keineswegs Spaß gemacht. Spaß ist das völlig falsche Wort dafür.

Steve hingegen … oh, Steve scheint sowas tatsächlich zu gefallen.

Also schreit er Steve an. Nicht während der Befragung, hinterher, auf dem Weg zurück zum Hauptquartier. Und würde er nicht aus dem Augenwinkel sehen, wie Steve so etwas wie ein Lächeln hinter seiner Hand verbirgt, würde er es vermutlich auch beim Anschreien belassen.

So aber bringt er den Wagen mit einem Ruck zum Stehen, dreht sich auf seinem Sitz zu Steve herum, und muss das Bedürfnis unterdrücken, ihm eine zu verpassen. „Du findest das lustig?“

Alle Heiterkeit verschwindet aus Steves Zügen, er sieht plötzlich aufgeregt, ja, erwartungsvoll aus.

Dreißig Sekunden später befinden sich Dannys Hände unter Steves Shirt, zerren an seinem Gürtel, und er küsst Steve mit einer Entschlossenheit, die an Brutalität grenzt.

Zum Glück erwartet er schon gar nicht mehr, dass Steve sich wehrt. Deswegen kann er den Moment auch aus vollen Zügen genießen, Steve küssen, bis ihm die Luft ausgeht, und ihm am Straßenrand einen runter holen.

Es ist falsch und böse und Erregung öffentlichen Ärgernisses, aber Danny hat vergessen, wo sie sind. Er konzentriert sich einzig auf das Gefühl von Steves Haut unter seinen Händen. Diese Bauchmuskeln machen ihn wahnsinnig. Und als Steve endlich anfängt, ihn anzufassen, ist sowieso alles zu spät.

Es dauert nicht länger als zehn Minuten, aber als es vorbei ist, fühlt Danny sich, als habe er einen Marathon gelaufen und seinen moralischen Kompass irgendwo im Verlauf der ersten Meile verloren. Diese Sache muss ein Ende haben.

Er spürt, wie Steve ihn von der Seite anstarrt, als er seine Kleidung in Ordnung bringt, den Gang einlegt, und weiter fährt. Er sieht aus dem Augenwinkel, wie Steve sich über die Lippen leckt, und ist heilfroh, als er keine Gänsehaut bekommt.

Er räuspert sich. Dann fällt ihm ein, dass er nicht die geringste Ahnung hat, was er sagen soll, und räuspert sich ein weiteres Mal. Steve ist auffallend still, und Danny hat nicht einmal den Ansatz einer Theorie, was er von der ganzen Sache hält. Im Prinzip will er es auch gar nicht wissen. Er ist bloß froh, dass Steve keine homophoben Tendenzen hat und Dannys sexuelle Krise so überaus gelassen über sich ergehen lässt. Und nein, Danny ist nicht wirklich so verrückt, anzunehmen, dass diese Angelegenheit sich nicht auf Steve auswirkt.

Danny unterdrückt ein Seufzen. Wäre seine Tochter nicht, er würde darüber nachdenken, sich versetzen zu lassen.

 

„Wir müssen reden.“

Danny bleibt stehen, blickt auf und sieht Chin verwirrt an. „Müssen wir?“

Chin deutet mit dem Kinn in Richtung Konferenzraum, und Danny setzt sich gehorsam in Bewegung. Chin sieht ernst aus. Zugegeben, Chin sieht so gut wie immer ernst aus, aber das heißt nicht, dass man ihn ignorieren kann. Es bedeutet eher das Gegenteil.

Danny marschiert also Chin voran zum Konferenzraum, lässt sich auf seinen üblichen Stuhl sinken und macht ein möglichst aufmerksames Gesicht.

Er ist müde. Böte das Hauptquartier nicht die Möglichkeit, zu duschen und sich umzuziehen, wäre er wahrscheinlich bereits eingeschlafen. Sein kleines Abenteuer am Straßenrand mit Steve hat ihn ein wenig geschlaucht.

„Ich kannte Steves Vater.“

Danny blinzelt. „Was?“

Chin wiederholt seine Aussage. „Ich kannte Steves Vater.“

In Dannys Universum macht das so ganz ohne Zusammenhang noch immer keinerlei Sinn. „Das weiß ich“, erwidert er möglichst diplomatisch.

„Und ich weiß, dass er unser Boss ist … aber ich fühle mich verantwortlich für ihn. Wegen seines Vaters.“

Danny beginnt, eine vage Idee zu entwickeln, was sich hier abspielt. „Was hat er gesagt?“

Chin legt leicht den Kopf schief. „Steve?“

„Wenn wir davon ausgehen, dass du keine Seancen abhältst, um mit seinem toten Vater zu kommunizieren, dann ja – Steve.“

Chin verengt die Augen. „Ich mache mir Sorgen um ihn.“

Danny gibt sich Mühe, seinen Unglauben im Zaum zu halten. Ein bisschen kann er es sogar nachvollziehen. „Also hat er was gesagt?“

Chin schüttelt den Kopf. Danny seufzt. „Bin ich so offensichtlich?“

Chin zieht die Stirn kraus. „Du?“

Danny platzt der Kragen. „Genug mit den Ein-Wort-Antwort-Fragen. Worum geht es hier?“

Chin seufzt. „Er mag dich.“

Danny steht der Mund offen. „Das will ich doch schwer hoffen!“

Chin seufzt ein weiteres Mal. „Du verstehst nicht.“

Da kann Danny ihm nur zustimmen. „Richtig. Ich verstehe nicht. Ich verstehe ihn nicht, ich verstehe dich nicht und im Moment verstehe ich nicht mal mich selbst. Könnten wir zu dem Grund voranschreiten, warum du dir Sorgen um unseren GI-Joe machst?“

„Das ist genau der Punkt“, sagt Chin ernst, und Danny verflucht im Stillen sämtliche Asiaten und ihre blöden kryptischen Gene. „Du gehst davon aus, dass er nichts empfindet.“

Chin geht offenbar davon aus, dass er genug gesagt hat, um Danny Stoff zum Nachdenken zu geben, und verlässt den Raum. Danny sitzt da und versucht, sich einzig und allein aufs Blinzeln zu konzentrieren. Alles andere würde ihm vermutlich den Kopf sprengen.

Er stöhnt auf, als er hört, wie sich die Tür ein weiteres Mal öffnet. Aber es ist bloß Kono.

Sie tritt zu ihm, rutscht ihm schräg gegenüber auf den Tisch, schlägt die Beine übereinander und blickt ihn aufmerksam an. „Chin hat mit dir gesprochen?“

Danny ist versucht, die Hände in die Luft zu werfen. „Hat er, ja. Dein Cousin könnte ein Vermögen damit verdienen, Sprüche für Glückskekse zu erfinden.“

Kono lächelt abwesend. „Männer“, sagt sie schlicht und mit einem Unterton von Zuneigung. „Ich sag dir was, Danny. Wenn du nicht willst, dass andere Leute sich in deine Angelegenheiten einmischen, dann nimm Steve sein Mikrophon weg, bevor du ihn sexuell belästigst.“

Dannys Augen weiten sich entsetzt, und seine Wangen nehmen eine Spur Farbe an, aber Kono fährt gelassen fort.

„Ich weiß, ich bin die Jüngste hier, aber ich bin die einzige Frau, außerdem bin ich darin geschult, Menschen zu lesen. Du warst auch auf der Polizeischule, also verstehe ich nicht so ganz, wie dir das entgehen konnte: Steve mag dich, Danny. Er mag dich so sehr, dass er sich von dir anschreien lässt – und dir sollte klar sein, dass er dich zum Schweigen bringen könnte, wenn er das wollte, aber er tut es nicht. Er tut es einfach nicht. Und die Art, wie er dich dabei ansieht … meine Güte. Subtil ist anders. Jedes mal, wenn die Tür aufgeht, blickt er auf, um zu sehen, ob du es bist … und als du dich hast anschießen lassen, nur um hier vor der Tür ohnmächtig zu werden, hat er die Blutung gestoppt. Er hat dich festgehalten, bis der Krankenwagen da war, und er hat die Sanitäter beinahe allesamt zusammengeschlagen, als sie ihn nicht mitfahren lassen wollten. Zugegeben, das hätte er vermutlich auch gemacht, wäre er emotional nicht ganz so involviert, aber ich denke, er hätte sich die begleitende Panikattacke gespart.“

Danny stützt den Kopf in die Hände und stöhnt leise auf. „Ich bin zu alt für eine sexuelle Krise.“

„Du hast keine sexuelle Krise“, macht Kono ihn amüsiert aufmerksam. „Du weißt genau, was du willst. Steve hat eine sexuelle Krise. Außerdem sind seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten mit der Situation komplett überfordert.“

„Steve hat keine zwischenmenschlichen Fähigkeiten“, behauptet Danny trocken.

Kono boxt ihn leicht in die Schulter und rutscht vom Tisch. „Sag ich doch.“