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Trotz der Wunder der modernen Kommunikationstechnik taucht Benni meistens unangemeldet bei Leo auf dem Hausboot auf. Manchmal steht er vor verschlossener Tür, aber wenn Leo da ist, ist normalerweise auch offen, egal, wo auf dem Boot er gerade ist.

Ein Polizist würde ihm bestimmt Vorhaltungen darüber machen, dass es nicht besonders sicher ist, wenn einfach so jeder in sein Zuhause spazieren kann, aber zum Glück ist ja keiner von ihnen Polizist.

Auch an diesem Abend kann Benni einfach durch die Tür spazieren.

Leo ist nirgendwo zu sehen, doch gerade, als Benni nach ihm rufen will, hört er etwas von oben.

Es klingt nicht so, als hätte Leo Besuch, also geht er zur Treppe hinüber. Auf halbem Weg kann er die Geräusche identifizieren – ein Stöhnen, das Klatschen von Haut auf Haut, beides zu blechern, als dass er dabei sein könnte, in irgendwas hinein zu platzen.

Außerdem kann er, als er um die Ecke kommt, den Laptop sehen, der auf einem Hocker am Fußende des Bettes steht.

Davor sitzt Leo auf der Kante, Augen auf den Bildschirm gerichtet.

Lange kann er noch nicht dabei sein, hat die Jeans noch nicht aufgemacht, nur das T-Shirt ausgezogen.

„So hilfst du dir also über Neles Umzug hinweg?“, erkundigt Benni sich.

Ein bisschen fährt Leo zusammen, hat ihn offenbar nicht kommen hören. Doch er hat sich schnell wieder unter Kontrolle, grinst Benni an und zuckt mit den Schultern. „Willst du mitgucken?“, bietet er an.

Warum nicht, denkt Benni. Ist ja nichts dabei. Ganz normales male bonding.

Zumindest vermutet er das, außer Leo hat er nie viele Freunde gehabt, und er hat nie ganz herausbekommen, wie viel von ihrer Beziehung ganz normale Männerfreundschaft ist.

Außerdem, ist ja nicht so, als hätten sie das nicht als Jugendliche gelegentlich getan. Meistens bei Benni, weil Leos Vater unter keinen Umständen irgendwelche Pornoheftchen bei ihm hätte finden dürfen. Also hat Leo sie gekauft – Benni hat sich nie getraut – und sie dann im Hause Hornberg versteckt.

Also zuckt er ebenfalls mit den Schultern, nickt, und Leo rückt ein Stück zur Seite, macht ihm Platz.

Benni knöpft das Hemd auf, wirft es aufs Bett, bevor er sich neben Leo fallen lässt, der sich auf einen Ellbogen zurück gelehnt hat, wieder gebannt auf den Bildschirm starrt, während er abwesend den Knopf der Jeans öffnet, dann langsam den Reißverschluss herunter zieht.

Schnell wendet Benni den Blick ab, achtet zum ersten Mal darauf, was da eigentlich auf dem Laptop läuft.

Eine Blondine kniet auf einem Sofa, befriedigt einen Typen mit dem Mund, während ein anderer sie von hinten nimmt.

So geht es für ein paar Augenblicke weiter; Benni kämpft mit dem sich verhakenden Reißverschluss seiner Anzughose, Leo hat inzwischen die Boxershorts ein Stück herunter geschoben, sich richtig in die Hand genommen.

Als die beiden Männer auf dem Bildschirm anfangen, sich über den Rücken der Frau hinweg zu küssen, hält Benni in der Bewegung inne. Damit hatte er irgendwie nicht ganz gerechnet, obwohl er selbst nicht weiß, warum er überrascht ist.

Er schielt zur Seite, zu Leo, ihre Blicke treffen sich.

„Soll ich was anderes anmachen?“, will Leo wissen.

Benni weiß, was er eigentlich meint. Hast du was dagegen, dass mir das gefällt?

Vermutlich sollte er etwas darüber sagen, dass Leo sich gerade quasi geoutet hat, auf die unwahrscheinlichste Art, die er sich hätte vorstellen können, die aber irgendwie zu ihm passt. Aber das tut er nicht – er hatte schon länger einen Verdacht, und es ist ja nicht so, als würde das etwas zwischen ihnen ändern.

„Nee, ist in Ordnung“, erwidert er nur.

Mehr als in Ordnung. Denn wenn er ganz ehrlich ist, gefällt es ihm, das zu sehen. Macht ihn an.

Unwillkürlich macht er die Beine ein wenig breiter, bis sein Knie fast mit Leos kollidiert, schiebt endlich die Hand in die Hose. Noch ist er nicht ganz hart, doch das ändert sich schnell.

Auf dem Bildschirm finden ein paar Stellungswechsel statt, schließlich landen die Frau und einer der Männer vor dem anderen auf den Knien.

„Ich frag mich, ob das einen Unterschied macht“, überlegt Benni laut, „Ob ein Mann oder eine Frau…“ Er bringt den Satz nicht zuende.

Ehe er weiß, was passiert – und seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, auch schneller, als Leo weiß, was passiert – ist Leo von der Bettkante gerutscht, ist vor ihm auf den Knien.

Er sieht zu Benni auf. „Sag stop“, bringt er leise hervor.

Wieder versteht Benni instinktiv, was Leo meint. Bitte sag stop, bevor ich etwas tue, was das hier für immer verändert. Bitte sag stop, bevor ich etwas tue, das wir vielleicht bereuen.

Aber Benni kann nicht stop sagen. Er ist viel zu fokussiert auf Leo, sprachlos davon, wie er vor ihm kniet.

Also senkt Leo langsam den Kopf, nimmt ihn in den Mund.

Benni kann den Blick nicht abwenden, von seinem besten Freund, der ihm einen bläst.

Und auch wenn sein Referenzrahmen nicht übermäßig groß ist, wenn es einen Unterschied gibt, dann, dass Leo verdammt gut ist, besser, als alle, mit denen Benni ihn vergleichen könnte. Vor allem um Längen besser als Gabi.

Was immer er mit seiner Zunge anstellt, macht Benni schlichtweg wahnsinnig, und es bleibt nur ein Gedanke übrig – dass Leo das ganz offensichtlich nicht zum ersten Mal macht.

Der Porno läuft immer noch, aber Benni hat keinen Blick mehr dafür übrig.

„Verdammt, Leo-“, entfährt es ihm.

„Soll ich aufhören?“ Wieder diese Frage. Ist das wirklich okay?

„Nein“, bringt Benni hervor. Jetzt ist es sowieso schon zu spät. „Hör nicht auf.“

Also macht Leo weiter, eine Hand auf Bennis Oberschenkel, die andere massiert seine Eier. Und Benni kann nur die Finger in die Bettdecke krallen, damit er nicht der Versuchung nachgibt, stattdessen Leo anzufassen.

Denn auch wenn das vielleicht lächerlich ist – er weiß nicht, ob das nicht der Schritt zu weit wäre.

Fast noch schwerer fällt es ihm, still zu halten, nicht in Leos Mund zu stoßen, heiß und feucht und viel zu perfekt.

Irgendwie bringt Leo es fertig, ihn noch ein wenig tiefer zu nehmen, schluckt um ihn, treibt Benni beinahe unerwartet direkt an den Rand der Klippe.

„Gleich-“, warnt er Leo mit heiserer Stimme, aber der lässt sich davon nicht beeindrucken, schluckt erneut, und das ist mehr, als Benni aushält.

Stöhnend kommt er in Leos Mund. Eigentlich rechnet er damit, dass Leo jetzt zurück zieht, ins Bad geht, ausspucken, doch das tut er nicht, und Benni wird möglicherweise ein bisschen schwindelig von der Tatsache. Gabi hätte ihn schon für den Vorschlag für verrückt erklärt, und Leo… macht es einfach.

Er sieht zu Benni auf, und der Anblick ist entschieden heißer, als er es sein sollte.

„Und, macht es einen Unterschied?“, will Leo wissen, und da ist dieses sorglose Grinsen auf seinem Gesicht, das Benni schon immer regelmäßig zu Dummheiten verleitet hat.

Für einen Moment ist Benni noch sprachlos. Dann muss er das Grinsen unwillkürlich erwidern. „Hauptsächlich in der Qualität“, erwidert er. Präzisiert bewusst nicht, ob Leo es besser oder schlechter gemacht hat, aber so zufrieden, wie der guckt, weiß er selbst, wie gut er ist.

Und vor allem ist er immer noch hart.

Leo richtet sich auf, lässt sich zurück aufs Bett fallen, und seine Augen huschen über Bennis Gesicht. Es ist keine Aufforderung, eher eine Frage.

Ganz genau weiß Benni, dass er nein sagen könnte, und Leo würde es ihm nicht übel nehmen. Vielleicht würde er sich ein bisschen beschweren, aber so ist Leo halt, er mault gerne mal rum, ohne es wirklich so zu meinen.

Aber eigentlich hat Benni gar nicht vor, ihn sich selbst zu überlassen.

Vorsichtig lehnt er sich zu Leo hinüber, der die Arme unter dem Kopf verschränkt, den Blick vollkommen auf ihn fokussiert.

Ganz langsam schließt Benni erst die Finger um ihn, dann die Lippen um die Spitze. Die Haut ist weich gegen seine Zunge, schmeckt nach nicht viel.

Das ist Neuland für Benni. Aber er hat eine ziemlich gute Idee, was sich gut anfühlt, schließlich hat Leo es ja gerade vorgemacht.

Also tut er sein Bestes, es ihm nachzumachen, und das leise Stöhnen, das Leo von sich gibt, sagt ihm, dass er irgendwas richtig macht.

Trotzdem bleibt er vorsichtig, ein wenig zögerlich, bis Leo die Hand in seine Haare gräbt, ihn sanft zu einem schnelleren Tempo animiert. Benni folgt dem Wink, bewegt den Kopf auf und ab, presst die Zunge gegen die Unterseite, und wieder stöhnt Leo heiser.

Seine Reaktion macht Benni mutiger, und für eine Weile verliert er sich beinahe darin.

„Achtung-“, sagt Leo irgendwann, die Stimme rau, gibt Benni mit der Hand in seinen Haaren einen Impuls, zurück zu ziehen, doch Benni denkt nicht einmal daran.

Wortwörtlich. Er hat keinen Gedanken dafür übrig, macht einfach weiter, bis Leo in seinem Mund zuckt, bitterer, aber nicht unangenehmer Geschmack seine Sinne flutet.

Er hat geschluckt, bevor er auch nur merkt, was er tut.


Sie liegen nebeneinander auf dem Bett, der Laptop ist dunkel geworden, keiner von ihnen hat mitbekommen, wann das Filmchen zuende war.

„Und jetzt?“, fragt Leo, meint damit ihre ganze Situation, das was passiert ist und was es vielleicht bedeuten mag.

„Keine Ahnung“, gibt Benni zu.

Vielleicht haben sie schon immer auf diesen Moment zugesteuert – vielleicht war das die Gefahr, die Oskar Renners immer in Leo gesehen hat. Trotzdem fehlen ihm die Worte. Oder auch nur koheränte Gedanken.

Er weiß nur, dass es sich gut angefühlt hat, dass es sich gut anfühlt, hier neben Leo zu liegen.

„Aber war gut?“, versichert Leo sich.

„War verdammt gut“, stimmt Benni zu und sie müssen beide grinsen.