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Was ich noch zu sagen hätte

Work Text:

***

 

Natürlich kommt Benni in letzter Minute. So ist es immer, soweit er zurückdenken kann. Wenn Benni mal nicht in letzter Minute kommt, wird das jedenfalls ein einmaliges Erlebnis sein, weshalb man durchaus von „immer“ sprechen kann. Aber er driftet ab … Die Augen fallen ihm zu, aber gleichzeitig rast sein Herz und er schwitzt und am liebsten würde er ausspucken, da ist so ein widerlicher, metallischer Geschmack in seinem Mund, aber auch das geht irgendwie nicht mehr. Er versucht etwas zu sagen und nimmt wahr, wie Benni beruhigend auf ihn einredet. Hilfe kommt. Wachbleiben.

Wie schnell wirkt so ein Biss? Sie haben sich nur mit der falschen Schlange beschäftigt, mit der Sandnasselotter … Sandrasselotter … mit der falschen Schlange. Nathalie.

„Ich muß dir noch was sagen …“

„Das hat Zeit.“ Benni zieht ihn in seine Arme und hält ihn fest. „Du stirbst nicht, oder was denkst du?“

Er versucht zu lachen, aber davon wird ihm übel und er muß würgen. Benni hält ihn und murmelt etwas, was er nicht versteht. Es rauscht in seinen Ohren, und er ist so müde, so furchtbar müde.

„Nicht einschlafen“, flüstert Benni und er denkt, daß er noch so viel sagen müßte und so wenig Zeit hat. Er will Benni sagen, wie dumm er war, daß er das nicht erkannt hat. Ja, er war ein bißchen eifersüchtig, aber nicht auf Benni. Auf Nathalie. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, der so groß ist und die Zeit so klein.

„Nathalie …“

„Ich weiß“, sagt Benni. „Ich weiß.“

Sein letzter zusammenhängender Gedanke ist, daß sie gerade kolossal aneinander vorbeireden. Den nächsten denkt er schon nicht mehr zuende. Ob Benni wirklich in letzter Minute gekommen ist, weiß ich erst, wenn -

 

* Fin *