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Einfach nur Wir

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Ein heißes Bad war nicht das Schlimmste, was mir passieren konnte. Ich gönnte es mir manchmal, gerade nach einem langen Tag. Alles abwaschen, auch die Müdigkeit und selbst die Gedanken. Für eine kurze Weile. Denn sie hatten mich nur zu bald wieder. Schon wenn ich hinterher allein im Zimmer lag. Oder am nächsten Morgen. Wenn ich aufstehen und weitermachen musste. Irgendetwas. Irgendwie …

Heute kommt es immer darauf an. Morgens beeile ich mich mit dem Waschen; schaue nur, dass mein Gesicht halbwegs sauber ist. Wenn wir zur selben Zeit aufstehen, machst du es genauso. Aber wenn die Arbeit getan ist, oder an einem der seltenen freien Tage … Dann gönnen wir es uns manchmal, richtig zu baden.

Wir machen ordentlich Wasser über dem Kamin heiß, und dann gehst du zuerst in die Wanne. Oder ich. Wenn ich nicht drin bin, schrubbe ich deinen Rücken. Und nehme dir die Seife weg. Und gleite dir mit den Fingern durchs Haar, bevor ich es wasche.

Später setze ich mich zu dir. Wir haben gerade so genug Platz, aber es geht schon. Vor allem, wenn du mich berührst.

Du nimmst dir auch meinen Rücken vor, der Rest folgt durch dich und mich. Und gerade, als ich denke, dass wir so langsam herauskönnten –

„Ups, echt rutschig hier.“

Du ziehst mich leicht nach hinten, sodass ich halb in deinen Armen zu liegen komme. Und statt mich von dir loszumachen - immerhin ist das eine Wanne und kein Bett, und ich weiß auch nicht … - bemerke ich, wie mein Atem nach der ersten Überraschung ruhig geht. Und bleibe noch ein wenig so liegen.