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Einfach nur Wir

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„Wasser ist warm. Komm.“

Ich schlage die Decke zurück, setze mich auf, komme langsam auf die Beine. Noch eine Spur wackelig vom Fieber. Kein Wunder, dass du nicht dafür bist. Aber ich werde noch mehr als einen Tag im Bett bleiben, und das lieber nicht in Form eines halben Stinktiers. Da muss eine schnelle Wäsche her.

Du hast die Wanne gefüllt, deine Ärmel sind hochgekrempelt. Bei dir angekommen, widerstehe ich dem Drang, mich kurz abzustützen. Gleich kann ich mich ja setzen. Ich lasse meine Unterbuxe auf den Boden fallen – hinterher nehme ich eh eine andere. Und dann bin ich auch schon im Wasser.

Nette Idee, das. Ich wasche mich schlecht und recht, mache auch mein Haar nass und will es gerade einseifen, als ich deinem nicht eben glücklichen Blick begegne.

„Hätte ich gewusst, dass du dir so viel Zeit lässt …“

Dann hättest du es mir einfach verboten, ja? Klare Kiste.
„Willste auch in den Zuber?“

Ich schöpfe Wasser in die hohle Hand und spritze dich voll. Du fluchst verhalten und ziehst mich am Ohr. Dann trittst du hinter mich und nimmst mir die Seife ab. Noch eine Racheaktion oder -?

Es wird das Oder.

Sogar unsere stinknormale Seife hat was Besonderes, als du etwas davon auf meinem Kopf verteilst. Die leicht kreisenden Bewegungen fühlen sich gut an, und das kurze Streicheln über meinen Nacken noch besser. Könnte gerne alles länger dauern.

„Mach die Augen zu“, sagst du schließlich.

Du spülst meine Haare aus und dann ist schon alles vorbei. Wenn ich erst wieder auf dem Damm bin, ist ein richtiges Bad mit dir mehr als fällig …

Nach der Wärme des Wassers fröstle ich. Und stelle ohne große Freude fest, dass ich mich wirklich wieder hinlegen sollte – nur so als Vorsorge gegens Umkippen. Du reichst mir ein Handtuch und musterst mich. Kein Grund für dich, unruhig zu sein. Ich lächle dich an.

Du schüttelst den Kopf, doch dein Mundwinkel zuckt.
„Dickschädel … Ich kann dir noch vorlesen, wenn du willst. Und dann wird geschlafen.“