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Einfach nur Wir

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Seit wir zusammenleben, werden immer mal wieder Erinnerungen wach. Manche ein bisserl bittersüß. Von früher. Von meinem alten Herrn, wie er eine Melodie summte und begann, mit Mutter zu tanzen. Ein Bein, das andere Bein, eine Drehung und nach vorne – und immer so weiter. Mit der Zeit machte er’s immer seltener. Schreien, Geschirr zerdeppern oder uns durchbläuen war doch viel lustiger. Jedenfalls, wenn man hackevoll war.

Manchmal wird in unserer Stadt gefeiert, Hochzeit oder was anderes. Dann und wann gehen wir hin, schauen zu, tanzen auch mal. Aber nie miteinander.

Eigentlich juckt mich das nicht. Gibt genug anderes. Es sei denn, einfach mal so …

„Bock, einen Tanz aus der Alten Welt zu lernen?“ Es ist Abend, wir haben getrunken, und ich frage dich, ohne groß nachzudenken.

Du blickst mich ein wenig zweifelnd an.
„Ich werde es überleben. Sag, was muss ich machen?“

Nur so gedacht und dann allein umgesetzt. Alles, um dich nicht führen zu lassen. Warum wundert mich das nicht?

„Gibt so nur ein Kuddelmuddel. Komm, stell dich neben mich.“ Du seufzt, folgst dem aber, und ich nehme deine Hand. Gehört hier dazu. Netter Nebeneffekt. „Ich heb mein linkes Bein, du dein rechtes. Ja, so … Nach außen drehen, und …“

Wir kriegen es ganz gut hin. Ein wenig Musik wäre nicht verkehrt, aber keiner da, der sie spielen könnte. Und die Melodie summen will ich nicht – das wäre dann wieder zu viel.

„So kommst du auf jeden Fall noch unter die Haube“, sage ich schließlich.

Du schüttelst den Kopf, ballst die Faust und bewegst sie betont langsam auf mich zu. Ich fange sie ab und du lachst mich an.

Vielleicht sollten wir das öfter machen.