Actions

Work Header

Einfach nur Wir

Chapter Text

Wir haben es geschafft. Alle Gewehre, die sich die Bauern leisten konnten, sind gefunden, und in wenigen Stunden brechen wir auf. Ich frage mich flüchtig, wer von uns wieder zurückkehren wird – dann verscheuche ich diesen Gedanken. Was kommt, das kommt. Und genaugenommen haben wir keinen Ort, an den wir zurückkehren könnten. Schließlich gehören wir nirgendwo hin. Nein, wenn wir das überleben, ziehen wir wieder durch die Gegend. Ziellos. Und allein. Ein alter Hut ...

In den nächsten Wochen aber werden wir uns vor Gesellschaft verschiedener Art kaum retten können. Es geht schon damit los, dass du bei mir schläfst. Lange her, dass so etwas passiert. Ein wenig ungewohnt ist es schon. Aber … ich würde nicht behaupten, dass es sich falsch anfühlt.

Im Zimmer, das für diese eine Nacht unseres ist, ziehen wir uns aus. Ich gönne mir noch eine letzte Zigarre vor dem Schlafen und in der Zivilisation – die nächste gibt es wohl erst irgendwo in der Wildnis. Unsere Betten stehen weit auseinander. Du machst eine Bemerkung, es entsteht ein Gespräch, wir unterhalten uns ein wenig. Dafür kommst du auf mein Bett herüber. Ist ja auch praktischer so.

Es wird spät. Ich schlage die Decke zurück und will darunterschlüpfen. Gleich stehst du auf.

„Wand- oder Zimmerseite?“, fragst du stattdessen und lächelst mich an.

Ich stutze. Meinst du wirklich …? Dann rücke ich beiseite und lasse dich neben mich. Du streifst kurz meine Schulter und wieder denke ich, wie seltsam das alles ist. Aber es vergeht nicht viel Zeit, bis mir warm wird. Ich entspanne mich und schließe die Augen.

Neben dir sitzen … Neben dir reiten … Warum sollte ich nicht auch neben dir liegen?