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Das Amulett des Wolfes

Chapter Text

Newt war schon ewig nicht mehr hier gewesen. Eine sonderbare Mischung aus Wehmut, Neugier und dem Wunsch, mit all dem nichts zu tun haben zu müssen, überkam ihn und brachte ihn ganz durcheinander. Er wollte gehen. Wollte diesen Ort verlassen und nicht wiederkommen. Er wollte weinen und wehklagen. Aber andererseits musste er wissen, was er hier fand. Es war so lang her gewesen und er hatte viel vergessen. Vielleicht half es, wenn er sich umsah. Vielleicht erinnerte er sich dann wieder an Dinge, die er vorher verdrängt hatte.
Theseus hatte ihn über die Weihnachtsfeiertage eingeladen und Newt hatte zugestimmt, weil er wusste, dass er seinem Bruder nach all den Jahren so etwas schuldig war. Vor allem nun, da Leta...
Er war einfach froh, dass er nicht allein trauern musste und Theseus sah das mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich. Leta hatte ihnen beiden viel bedeutet. Sie hatten nun die Wahl, ob sie die Weihnachtsfeiertage jeder in seiner eigenen Wohnung verbrachten und an die Wand starrten oder ob sie das taten, was Leta sich gewünscht hatte: Dass Newt zum Essen kam. Dass Theseus und er mehr Zeit miteinander verbrachten.
Und so war er nun hier, hatte sich in seinem ehemaligen Kinderzimmer einquartiert und hatte den heutigen Tag, an dem Theseus noch einmal spontan ins Ministerium beordert worden war, dafür genutzt, das alte Herrenhaus zu erkunden, in dem er aufgewachsen war. Überall sah er Erinnerungen an seine Kindheit. An seine Eltern.
Newt schluckte gegen die Trauer an, die sich schwer auf seine Brust gelegt hatte, und versuchte, sich auf die zu konzentrieren, die noch am Leben waren. Der Tod seiner Eltern war schon Jahre her. Es gab keinen Grund, darüber zu wehklagen. Und Leta...
Eilig schob Newt den Gedanken fort, während er über das knarrende Holz des Dachbodens lief. Überall hingen Spinnweben. Aus den Ecken hörte er ein Rascheln und das Getrippel kleiner Füße. Vermutlich Mäuse oder Niffler. Auf der anderen Seite, in einem verschlossenen alten Schrank, rumpelte es. Entweder war es ein Irrwicht oder ein Poltergeist. Newt würde sich mit ihm beschäftigen, sobald er auf der anderen Seite angekommen war. Aber fürs Erste besah er sich all die Kisten und Koffer, die direkt vor ihm lagen. Der Dachboden war angehäuft mit Erinnerungen: Dicke Fotoalben, Körbe voller wertvoller Kleidung, die nun mottenzerfressen war. Bücher, Glasvitrinen, die eingestaubt waren, altes Geschirr, dessen einzelne Stücke einen Sprung oder Riss hatten.
Newt ging vor einer Holztruhe in die Knie, die ihm wage bekannt vorkam. Sie erinnerte ihn an früher. Er öffnete sie und schmunzelte traurig beim Anblick des schwarz-gelben Hufflepuff-Schals, der ganz oben lag. Die Holztruhe enthielt seine Erinnerungen an Hogwarts. Alte Schulbücher, benutzte Federkiele, zwei vergilbte Fotos von Leta und ihm. Die Feder eines Hippogreifen. Ein Stück Holz eines Zauberstabbaumes – Eibe, wenn er sich nicht irrte. Vereinzelt Stroh. Newt musste lachen. Er war immer von oben bis unten mit Stroh bedeckt gewesen, die Taschen voller Bowtruckles und Niffler.
Newt ließ sich in den Schneidersitz sinken, holte die Bücher heraus und schaute, was darunter lag. Notizen aus dem Unterricht, Pergamentrollen und einen Briefumschlag mit einem roten Siegel, bei dessen Anblick er schluckte und fühlte, wie sein Herz schneller schlug.
Vorsichtig, als fürchtete er, der Umschlag könne ihn beißen, zog er ihn aus der Truhe heraus, löste das Siegel und zog den Brief heraus.
Es war ein Schreiben, das er selbst verfasst hatte. In krakeliger Schrift, die von seiner damaligen Nervosität zeugte. Es schien, als sei es gestern gewesen, dass er seinen allerersten Liebesbrief verfasst hatte. Newt fühlte sein Gesicht heiß werden, als er die Zeilen überflog. Es war schnulzig, sehnsüchtig, verlangend und überaus peinlich. Bei Merlins Bart, Newt konnte froh sein, dass er damals zu schüchtern gewesen war, um den Brief abzusenden. Hätte er es getan, dann... Sein Herz schlug noch schneller. Eilig schüttelte Newt den Kopf, schob den Brief zurück in den Umschlag und legte ihn in die Truhe. Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, was er da alles von seinem früheren Ich gelesen hatte, stießen seine Finger gegen etwas hartes, kühles, das unter den Pergamentrollen lag. Newt zog es hervor. Es klirrte leise.
Eine Kette, erkannte er, und es brauchte eine Weile, bis ihm wieder einfiel, was genau es damit auf sich hatte: Es war ein Amulett, das ihm seine Mutter einst gezeigt hatte. Der große Bergkristall war zu einem Wolfskopf geformt worden. Der Wolf, der seine Mutter hatte schützen sollen. Der Wolf, der ihre gesamte Familie schützte und es schon über Generationen hinweg getan hatte. Ein Familienerbstück, mütterlicherseits, das ihr viel bedeutet hatte.
Newt schluckte. Ihr Schutztier konnte nichts dafür, dass sie tot war. Vermutlich kam selbst ein Wolf nicht gegen Drachenpocken an.
Newt hatte das Amulett einst aus dem Schmuckkästchen seiner Mutter genommen. Damals, kurz nachdem sie gestorben war. Als Andenken. Er hatte geglaubt, dass er es verloren hatte. Es war ein sonderbares Gefühl, es nun wieder bei sich zu haben.
Um es nicht erneut zu verlieren, legte sich Newt die Kette um und schob den Anhänger unter sein Hemd. Kühl lag der Stein an seiner Brust. Es fühlte sich gut an. Vertraut und beruhigend.
Newt legte mit einem Seufzen alle anderen Dinge wieder zurück in die Truhe und schloss sie. Irgendwann würde er sie vielleicht mitnehmen. Aber nicht heute. Newt hatte nicht wirklich einen festen Wohnsitz und jeder Zentimeter Platz, den er im Koffer oder seiner kleinen Londoner Wohnung hatte, wurde von den Tierwesen vereinnahmt. Solange es dieses Haus noch gab, konnte er getrost seine Erinnerungen aus früheren Tagen hier einlagern.

Als Newt gegen Abend den Dachboden verließ, war der Irrwicht besiegt und ein Niffler gefangen, der versucht hatte, Newt das Amulett zu stehlen, als dieser sich über die Kleidung gebeugt hatte.
Newt vermutete, dass es ein Weibchen war. Hier im Haus konnte es nicht bleiben. Wenn Theseus die Dame fand, würde er nicht so nachsichtig sein. Also beschloss er, sie draußen auszusetzen, bevor sein eigener Niffler Wind von ihr bekam und verrücktspielte.
Er brachte es hinter sich, bevor Theseus nach Hause kam und aß dann mit ihm zu Abend. Es war ein ruhiger Abend, an dem sie wenig sprachen. Generell sprachen sie wenig in letzter Zeit. Wohl, weil Newt kein Abenteuer einfiel, von dem er sprechen konnte, ohne das Gefühl zu haben, dass er unwichtiges Zeug plapperte. Und auch, weil Theseus aufgehört hatte, ihn zu kritisieren. Das, was in Paris geschehen war, hatte beide erschüttert und offensichtlich hinterfragte Theseus die Reaktion der Auroren, seines Vorgesetzten und des Ministeriums innerlich so sehr, dass er es aufgegeben hatte, Newt bedrängen zu wollen, für das Ministerium zu arbeiten.
Was sie nicht aussprachen, schwebte wie ein Geist zwischen ihnen: Der Geist Letas.
Sie hatten auch in den letzten Tagen dieses Thema ausgeschwiegen. Newt würde heute nicht damit anfangen, es anzusprechen. Es würde sie nicht zurückholen.
Sie verabschiedeten sich voneinander, als es Zeit war, ins Bett zu gehen und Newt ging in sein Zimmer.

Als er im Bett lag und versuchte zu schlafen, bemerkte er, dass eine innere Unruhe von ihm Besitz ergriffen hatte, die vor einigen Tagen noch nicht dagewesen war. Sie kitzelte seine Nervenenden und legte sich über die dumpfe Trauer, die er unentwegt gefühlt hatte. Er versuchte zu schlafen, aber es gelang ihm nicht. Sein Bett wurde bald zu heiß für ihn und es kribbelte in seiner Brust. Die Kette mit dem Wolfskopf kühlte ihn dort, wo sie lag. Doch es reichte nicht aus. Seine Haut war heiß geworden und er bekam Durst. Furchtbaren Durst.
Newt langte nach seinem Zauberstab und öffnete mit einem Schlenker das Fenster. Es war tiefster Winter und die eisige Luft strömte augenblicklich hinein und kühlte das Zimmer zuverlässig herunter. Newt füllte das Glas auf seinem Nachtschrank mit weiterem Wasser, nachdem er es das erste Mal in einem Zug geleert hatte, und trank auch das zweite Mal alles auf einmal. Es fröstelte ihn, aber seine Haut fühlte sich noch immer heiß an.
Anscheinend hatte er sich erkältet. Keine Überraschung, mitten im Winter. Überraschend war nur, wie plötzlich es gekommen war.
Aber Newt machte sich keine Sorgen. Fieber kam und ging. Morgen würde es schon wieder besser sein. Er wälzte sich noch lange im Bett umher, auf der Suche nach Schlaf und fand diesen schließlich erschöpft.

Der nächste Tag begann mit einer glimmenden Hitze, die nicht mehr ganz so anstrengend war wie in der Nacht zuvor. Newt fühlte sich entkräftet und sein Geist war ein wenig schwummrig, aber ansonsten ging es ihm gut. Kein Schnupfen, keine Halsschmerzen. Sonderbar, aber es würde vorbei gehen. Noch war es nicht so schlimm, dass er deshalb einen Trank nehmen oder einen Heiler aufsuchen würde, also ließ er seinem Körper die Ruhe, die dieser offensichtlich benötigte, und tat nicht viel. Er versorgte seine Tiere und beschloss gegen Nachmittag, draußen ein paar Schritte durch den Schnee zu tun. Die frische, kalte Luft würde ihm guttun.
Nachdem Newt Theseus versichert hatte, dass er sich nicht weit vom Haus entfernen würde und dass es ihm nicht so schlimm ging, wie Theseus sich offensichtlich einredete (er hätte ihm nicht vom Fieber erzählen dürfen), verließ er das Haus und stapfte über die freie Fläche, die von einigen Zentimetern Schnee bedeckt war. Er lag schon eine Weile, war gefroren und knirschte hart unter Newts Schuhen.
Newt sog die kalte Luft in tiefen Atemzügen ein, genoss den eisigen Wind auf seinem erhitzten Gesicht und bemerkte, dass seine Gedanken ein wenig klarer wurden. Den ganzen Tag über schon hatte er sich ein wenig benommen gefühlt. Das wurde nun besser.
Zuversichtlich ging Newt weiter, an vereinzelten Bäumen vorbei und in den angrenzenden Wald hinein, der das ehemalige Brutgehege der Hippogreife vor neugierigen Blicken verbarg. Als seine Mutter die Tiere noch gezüchtet hatte, hatte der Wald nur so vor ihnen gewimmelt. Newt war oft in ihrer Nähe gewesen und kannte sich hier gut aus.
Aber nun war kein Hippogreif mehr hier. Sie waren alle verkauft wurden, nachdem seine Eltern gestorben waren. Weder Theseus noch er hatten sich darum kümmern können.
Der Wald war leer. Das war ungewohnt für Newt, der ihn von Hippogreifen bevölkert kannte. Nun lag eine gespenstische Stille auf den Wipfeln der Bäume und schob sich zwischen die Äste. Sie tropfte die Stämme hinab und betäubte beinahe sogar das Geräusch, das Newts Schuhe auf dem Schnee machten.
Newt mochte die kühle Einsamkeit und Ruhe. Verträumt ließ er den Blick schweifen, ganz in Gedanken versunken – und blieb überrascht stehen, als vor ihm ein Wolf aus dem Dickicht kam und sich ihm in den Weg stellte.
Ein geisterhafter Wolf, der transparent war. Erst glaubte Newt, dass es ein Patronus war, doch er leuchtete nicht und wer hätte ihn auch herbeirufen sollen?
Die goldenen Augen des Tieres lagen auf Newt, der zurückstarrte. Er bemerkte ein Ziehen in seiner Brust, das stärker wurde. Es zog ihn zu dem Wolf hin, der ein leises Brummen von sich gab, als Newt vorsichtig einen Schritt auf ihn zu ging. Es klang nicht bedrohlich, vielmehr bestätigend.
Newt schluckte. Er fragte sich, ob es am Fieber lag. War das ein Fiebertraum oder eine Wahnvorstellung? Dafür fühlte es sich zu real an. Ihn beschlich viel mehr das Gefühl, dem Schutztier seiner Mutter gegenüber zu stehen. Aber war das möglich, dass der Schutzpatron zu ihm herabgestiegen war? Oder spielten ihm seine Sinne tatsächlich einen Streich?
Newt trat einen weiteren Schritt auf den Wolf zu, weil er nicht anders konnte. Sein Denken ließ nach und sein Fühlen gewann die Oberhand. Er spürte, dass es richtig war, auf den Wolf zuzugehen. Dass es wichtig war.
Das Tier wandte sich um, als Newt näherkam, warf ihm einen Blick über die Schulter zu und ging tiefer in den Wald hinein.
Newt folgte. Stolpernd, weil er vom Fieber geschwächt war, aber verbissen. Er konnte nicht sagen, wieso es mit einem Mal so wichtig war, einem geisterhaften Wolf zu folgen, der genauso gut seinem benebelten Geist hätte entspringen können. Und obwohl er nicht wusste, warum er es tat, folgte er dem Wolf weiter.
Er lief mit ihm durch den Wald, ließ sich tiefer ins Dickicht führen und bemerkte, dass sich die Luft um sie herum veränderte. Die Kälte schien abzunehmen. Die Luft wurde warm. Aber nicht, weil irgendwo ein Feuer brannte, sondern, weil ein Geruch durch den Wald zog, der Newts Brust zu wärmen schien. Dort, wo er vor Schüttelfrost gezittert hatte, legte sich nun eine Ahnung von Entspannung auf sein Herz und er sehnte sich danach, mehr von diesem Duft aufzunehmen.
Newt folgte dem Wolf über eine Lichtung und dann an einer großen Eiche vorbei, während er gierig die Luft einsog. Der warme, würzige Geruch wurde stärker. Newt erschauderte wohlig. Bald hätte er die Quelle des Duftes gefunden.
Dann, als sie den dicken Stamm der Eiche halb umrundet hatten, blieb der Wolf plötzlich stehen. Newt sah, dass das Tier einem Reh gegenüberstand. Einem Reh, das ähnlich durchsichtig war, wie der Wolf. Es zuckte mit den Ohren und sein Blick wanderte von dem Wolf zu Newt hin. Doch es ergriff nicht die Flucht.
Aber es war nicht nur ein Reh hier. Newt hatte den Anderen noch gar nicht gesehen, weil er von dem Erscheinen des Rehs zu verblüfft gewesen war, doch plötzlich sagte eine Stimme in der Ferne ungläubig: “Newt?”
Newt riss den Blick von dem Reh fort und hob den Kopf. In einigen Metern hinter dem Reh kam jemand zum Stehen, der Newts Herz höherschlagen ließ.
“P-Professor”, stammelte er und fühlte, dass die Hitze seines Körpers augenblicklich zunahm.
Als hätten sie sich abgesprochen, lösten sich der Wolf und das Reh in Luft auf und zurück blieben Newt und Albus Dumbledore, die bei der Eiche standen und sich anstarrten.
“Newt, wieso...”, stammelte Dumbledore, der ebenso irritiert zu sein schien wie Newt. Er ging langsam auf Newt zu.
“Was tun Sie hier?”, fragte Newt, der nicht damit gerechnet hatte, seinen ehemaligen Lehrer so schnell wieder zu sehen. Darauf war er nicht vorbereitet und die plötzliche Nähe stellte seltsame Dinge mit seinem ohnehin schon völlig überanstrengten Körper an.
“Das... Das Reh, es...”, versuchte Dumbledore sich zu erklären, während er näherkam, bis nur noch eine Armlänge Abstand zwischen ihnen lag. “Newt, du... du bist...”, sagte er mit rauer Stimme.
Mit seiner Nähe schlug Newt eine Wolke des Geruchs entgegen, dem er vorher so verzweifelt hinterhergelaufen war. Er fühlte, wie sein Körper heftig erschauderte und ein gequältes Stöhnen entwich ihm. “Professor... ich... bitte, mir ist so...”, stammelte Newt. Seine Knie wurden ganz weich.
Eine kühle Hand legte sich auf seine Wange. “Ich weiß, Newt, ich weiß”, flüsterte Dumbledore, der nicht zu bemerken schien, dass die Berührung es nur schlimmer machte. Seine Nasenflügel bebten.
Newt schmiegte sich sehnsüchtig in die Hand. “Mir ist so heiß. Bitte...”, flehte er, ohne zu wissen, worum er bat. Mit einem hitzigen Augenaufschlag schaute er zu Dumbledore auf, der den Blick ebenso fiebrig erwiderte. Seine Augen lagen unentwegt auf Newt, die Pupillen so geweitet, dass seine hellblaue Iris nur noch ein schmaler Ring war.
“Newt.... Wir”, sagte Dumbledore mit kratziger Stimme und räusperte sich. “Wir… wir müssen...”
Newt erfuhr nicht, was sie mussten, denn Dumbledores Hand war in seinen Nacken gewandert und hatte ihn zu sich herangezogen, in einen leidenschaftlichen Kuss, der Newt überwältigt aufstöhnen ließ. Warme, feuchte Lippen schmiegten sich an seine und eine Zunge schob sich hungrig in seinen Mundraum. Newt stöhnte erneut, vollkommen weggetreten durch den Geruch, der sein Bewusstsein noch weiter benebelte und die plötzliche Nähe zu Dumbledore. Sein verführerischer Geschmack raubte Newt die Sinne.
Er bemerkte nur am Rande, dass Dumbledores Handschuhe sich an seiner Jacke und schließlich an seinen Hemdknöpfen zu schaffen machten. Aber als kühle, große Hände sich darunter schoben und über seine Brust strichen, durchlief Newt ein wohliges Schauern. Er seufzte, weil die Berührung sich so gut anfühlte, so gebraucht. Sie schien die innere Hitze zu lindern. Doch es war zu wenig und auch als Newt den Rücken durchstreckte und sich den Händen entgegendrängte, wurde es nicht besser. Ihm entwich ein verlangendes Wimmern, das in ein holpriges Stöhnen verkam, weil einer von Dumbledores Handschuhen über die harte Beule strich, die sich nun deutlich in seinem Schritt abzeichnete.
“Pro-Professor”, keuchte Newt und legte mit einem weiteren Stöhnen den Kopf in den Nacken. Der andere Handschuh strich über seinen Hintern, während Dumbledors Hände sich mit Newts Brustwarzen beschäftigten und sich sein Mund heiß an Newts Hals festsaugte. Er wusste gar nicht mehr, wo ihm der Kopf stand. Als die Handschuhe seine Hose öffneten, sie bis zu den Knöcheln hinunterzogen und sich dann beide an seinem harten Glied zu schaffen machten, stöhnte er erneut und seine Knie gaben nach.
Dumbledore fing ihn auf und sank mit ihm zu Boden. Er dirigierte sie beide so, dass Newt schlussendlich auf ihm saß und schwang geistesgegenwärtig den Zauberstab, um eine Decke unter sie zu zaubern. Dann, als seine volle Aufmerksamkeit wieder auf Newt lag, der heftig atmend und erhitzt zu ihm herunterschaute, streifte sein Blick die Kette, die ihm zuvor entgangen sein muss.
“Newt, was ist das?”, fragte er und zu Newt Leidenswesen kehrten seine Hände nicht zu Newts Brustwarzen zurück, um sie weiter zu reizen, sondern strichen die feingearbeiteten silbernen Glieder der Kette entlang.
“Ein Fa-Familienerbstück”, keuchte Newt atemlos und betete, dass Dumbledore es dabei bewenden lassen und sich endlich wieder ihm zuwenden würde.
Seine Gebete wurden erhört. Dumbledore nickte nur und während sein Blick wieder hinauf in Newts Gesicht wanderte, glitten seine langen kühlen Finger zu Newts hartem Schwanz und strichen darüber. Newt erschauderte und seufzte. “Bitte”, hauchte er atemlos und trotz der Kälte des Winters war ihm so heiß, dass er es nicht länger ertrug. Er schwitzte und fühlte diesen immensen Durst in sich, von dem er selbst nicht wusste, wie er ihn lindern sollte.
Aber Dumbledores Finger schienen zu helfen – mehr, als seine Handschuhe, die sich nun untätig neben sie gelegt hatten. Die Hand massierte Newt intensiver und eine Sekunde später ergoss er sich mit einem heiseren Aufschrei. Newt sackte auf Dumbledores Schoß zusammen, fühlte dessen Blick deutlich auf sich ruhen und dann, nun mit ein wenig klarerem Verstand, die Härte, die sich gegen ihn rieb. Dumbledore war ebenso erregt. Gierig strich Newt mit den Fingerspitzen über den Schritt seines ehemaligen Lehrers, der daraufhin ein knurrendes Geräusch erklingen ließ. Newt erschauderte und blickte auf – nur, um direkt von Dumbledores erhitztem Blick eingenommen zu werden, der so raubtierhaft aussah, wie Newt ihn noch nie gesehen hatte.
“Mach weiter”, raunte Dumbledore mit kehliger Stimme und Newt, dessen Puls sich bei der tiefen Stimme beschleunigte, öffnete mit zitternden Fingern Dumbledores Hose und zog sein Glied heraus, das heiß in Newts Hand pulsierte. Einen Moment lang nahm er sich die Zeit, bewundernd mit dem Daumen über die dicken Venen zu streichen, die deutlich hervortraten, ehe er den Schaft fester griff und Dumbledore damit ein Keuchen entlockte.
“Bei Merlin, Newt”, stöhnte er und lehnte den Kopf gegen die Eiche in seinem Rücken. Newt fühlte die Hitze noch immer durch seine Adern strömen. Sein Orgasmus hatte ihn für einen kurzen Augenblick klarer sehen lassen, aber bei dem Blick, den Dumbledore ihm zuwarf, schwand sein kühler Kopf wieder. Er konnte nicht fassen, dass er tatsächlich Dumbledores Glied in der Hand hielt, ihn massierte und dafür verantwortlich war, dass der Ältere unter ihm fühlbar erschauderte.
Bevor er sich mit dem Gedanken noch mehr beschäftigen konnte, griff Dumbledore ihn fordernd an der Hüfte und zog ihn zu sich. Newt wollte Dumbledores unausgesprochenem Wunsch nach einer Veränderung eilig nachkommen, beugte sich vor, verlor allerdings das Gleichgewicht und anstatt sich neben ihm abzustützen, stieß er gegen die Brust des Älteren und entlockte Dumbledore ein leises kehliges Lachen. Newt war noch damit beschäftigt, sich wieder aufzurappeln, als er fühlte, wie die Handschuhe die Gelegenheit nutzten und über seinen blanken Hintern strichen.
Dumbledore legte Newt die Hände an den Nacken und zog ihn zu einem hitzigen Kuss zu sich. “Mach weiter”, verlangte er heiser, während die Handschuhe über Newts Eingang strichen und ihn zusammenzucken ließen. Ein unausgesprochener Zauber Dumbledores und sie waren feucht. Ein Zeigefinger schob sich in Newt hinein, der es mit einem Wimmern quittierte.
“Pro-Professor”, keuchte er gequält. Was auch immer gerade mit ihm geschah: Jegliche Scheu, die er sonst gefühlt hätte, war verschwunden. Er wollte mehr. Mehr als einen Finger, mehr als die Befriedigung durch einen Handschuh. Newt stöhnte überrascht auf, als der Handschuh in ihm gegen etwas stieß, das ihn Sterne sehen ließ und sein Kopf sackte kraftlos nach vorn, als der Handschuh diesen Punkt in ihm erneut traf. Ihm wurde schwindelig vor Lust. Er fühlte sich schwach, aber auf eine gute Art. Und als Dumbledores Hand sich um seinen Hals legte, spürte er den Wunsch, sich vollends zu ergeben. “Bitte”, wimmerte er, als sich ein zweiter Finger in ihn schob und sie sich in ihm spreizten. Sein Körper war erhitzt und die Hand lag noch immer um Dumbledores Glied, das hart und schwer in seinem Griff pulsierte.
“Setz dich auf mich”, verlangte Dumbledore mit sanftem aber bestimmten Ton, “Nimm mich in dir auf.”
Newt schluckte und nickte fahrig. Er spürte, wie die Hand ihn verließ und die Feuchtigkeit, die in ihm zurückblieb, wurde vom kalten Winterwind gekühlt. Nicht genug, um ihn frösteln zu lassen. Dafür war er zu heftig entbrannt.
Newt positionierte sich und ließ sich dann langsam auf Dumbledore sinken. Als die Spitze des Gliedes durch seinen Muskelring drang, entwich ihm ein sehnsuchtsvolles Stöhnen und während er tiefer sank, erschauderte er immer stärker. “Mehr”, verlangte er mit fiebrigem Blick in Dumbledores Richtung, obwohl er deutlich fühlte, wie eng sich seine untrainierten Muskeln um das große Glied schlangen. Es war beinahe schmerzhaft.
Dumbledores Augen funkelten auf. Er gab ein zufriedenes Knurren von sich, legte eine Hand auf Newts Hüfte und drückte ihn hinunter, während er sein Becken anhob und ihm entgegenkam. Newt streckte den Rücken durch, als wollte er sich ihm präsentieren, und legte genießend den Kopf in den Nacken. Bei Merlin, das war zu gut. Berauschend und er konnte nicht klar genug denken, um irgendetwas davon zu begreifen, aber das war plötzlich alles egal.
Dumbledore gestattete ihm, sich ein paar Zentimeter zu erheben, ehe er ihn verlangend erneut hinunterdrückte. Dann stimmte er ein Tempo an, das Newt bald dazu brachte, atemlos und überwältigt zu keuchen und zu stöhnen, jedes Mal, wenn sich Dumbledores Glied tief in ihm versenkte. Newt wollte mehr davon. So gut er es konnte, kam er Dumbledores Bewegungen entgegen und wurde mit weiteren gut getroffenen Stößen belohnt, die ihn in Verzückung geraten ließen.
Er fühlte bereits seinen zweiten Orgasmus nahen, als Dumbledore ihn plötzlich an den Oberschenkeln griff und nach hinten schob, bis Newt mit dem Rücken auf der dünnen Decke lag. Mit einem leidenden Wimmern nahm er zur Kenntnis, dass Dumbledore dabei aus ihm herausrutschte und stöhnte dann umso überwältigter auf, als Dumbledore sich erneut tief in ihm versenkte. Die Knie auf die Brust gedrückt, unter Dumbledore liegend, der wieder und wieder fordernd in ihn stieß und seinen engen Muskelring damit überreizte, dauerte es nicht lang, bis Newt ein letztes Mal heftig erschauderte und sich, mit Dumbledores Namen auf den Lippen, heiß auf seinen Bauch ergoss. Sein Inneres zog sich unkontrolliert zusammen, wieder und wieder, bis schließlich auch Dumbledore mit einem tiefen grollenden Stöhnen tief in Newt kam.
Newt versuchte, wieder zu Atem zu finden und bemerkte, dass sich eine kühlende Ruhe in ihm ausbreitete, die das Fieber zu lindern schien. Sein Bewusstsein wanderte in einen traumhaften Zustand der Zufriedenheit, in der er allmählich weg zu dösen drohte. Einige friedvolle Minuten lang befand sich sein Gehirn in der vollkommenen Glückseligkeit, während die Hitze allmählich erträglich wurde und bald so weit nachließ, dass ihm fröstelte.
Er öffnete die Augen und zuckte zusammen, als er Dumbledore neben sich liegen sah, der ihn beobachtete. Sein Geist war wieder so klar, dass ihm nun im ganzen Ausmaß klar wurde, was sie eben getan hatten und augenblicklich errötete er. Newt wusste nicht, was er sagen sollte. Fahrig wich er Dumbledores Blick aus, während ihm schamhaft bewusstwurde, in welchem Zustand er hier lag: Außer seinem geöffneten Hemd trug er keine Kleidung mehr am Leib. Feucht lief Dumbledores Sperma aus ihm heraus und als er das bewusst wahrnahm, wurde er noch roter.
Dumbledore, der ebenso wieder klarer zu sein schien als vorhin, räusperte sich. “So”, sagte er leise, “Das war unerwartet.”
Newt nickte stumm und als Dumbledore sich aufsetzte, tat er es ihm nach, setzte sich im Schneidersitz ihm gegenüber und versuchte, seinen Schritt mit den Zipfeln seines offenen Hemdes zu bedecken.
“Weißt du, mir ist etwas eigenartiges passiert vorhin”, hörte er Dumbledore sagen. Er klang freundlich und nicht wütend, obwohl Newt sonderbarerweise das Gefühl hatte, er sollte es sein.
Newt versuchte noch, zu verstehen, wie es zu all dem gekommen war. Er war irgendwie in diesen Rausch geraten. Seit der Wolf ihn im Wald abgepasst und tiefer geführt hatte, war seine Benommenheit schlimmer geworden. Wenn der Wolf wirklich sein Schutzpatron gewesen war, dann war es die Schuld seiner Familie, was geschehen war. Irgendwie hatte es dazu geführt, dass er sich Dumbledore an den Hals geschmissen hatte. Seine Ohren wurden heiß, weil er wusste, dass ihn das nicht gestört hatte, selbst, wenn er in dem Moment nicht hatte klar denken können.
Andererseits war es kein Wolf gewesen, der Dumbledore begleitet hatte, erinnerte Newt sich. Also war das alles nur ein sehr sonderbarer Zufall. Und wieso sollte sein Schutzpatron ihn zu solch überraschenden Handlungen verleiten? Welchen Schutz konnte er davon erwarten?
“Ein Reh tauchte in meinem Arbeitszimmer auf”, sagte Dumbledore nachdenklich und bestätigte damit Newts Erinnerungen. “...und machte mir deutlich, dass ich ihm folgen sollte.”
Newt fühlte seinen prüfenden Blick auf sich und holte tief Luft, ehe er vorsichtig den Kopf hob. “Sie waren in Hogwarts?”, fragte er mit kratziger Stimme und räusperte sich. Die Schule war mehrere hundert Kilometer nördlich von hier. Dass Dumbledore nur zufällig hier nahe den Ländereien der Scamanders gewesen war, klang nun nicht mehr so wahrscheinlich. Wieso war ihm ein Reh erschienen? Waren sie beide einem ähnlichen Streich aufgesessen? Einer ähnlichen Erscheinung?
Dumbledore nickte und runzelte ein wenig die Stirn. “Als ich das Reh berühren wollte, hat es mich hierhergebracht.” Er legte den Kopf zur Seite und wies auf Newts Kette. “Deshalb”, antwortete er.
Newts Augen weiteten sich und er starrte auf den Wolfskopf hinunter. “Die Kette?”, fragte er irritiert.
Dumbledore nickte erneut. “Ein Familienerbstück, sagtest du?”, fragte er.
Newt biss sich auf die Unterlippe und antwortete: “Es hatte meiner Mutter gehört.”
“Hat sie es dir vermacht?”, hakte Dumbledore ruhig nach.
Newt schluckte. “Könnte man so sagen”, murmelte er ausweichend und setzte dann ein wenig betrübt hinzu: “Sie kam nicht dazu, es mir selbst zu geben.”
Dumbledore schwieg und in der entstehenden Stille klangen Newt seine eigenen Fragen deutlicher im Ohr. Er verstand nicht, was die Kette mit all dem zu tun haben sollte. Zumal das vielleicht den geisterhaften Wolf erklärte, aber das Reh? Und das, was er gefühlt hatte? Das ergab keinen Sinn! “Wieso ist das so wichtig?”, fragte er irritiert und warf Dumbledore einen kurzen Blick zu, “Ihre Blutlinie wurde von einem Wolf beschützt. Nicht von einem Reh.”
Dumbledore hielt seinem Blick ruhig stand. “Newt, sag mir, was es ist”, verlangte er in sanft autoritärem Tonfall.
“Ein Schutzamulett”, antwortete Newt ehrlich.
Zu seiner Überraschung schüttelte Dumbledore den Kopf. “Fast richtig, aber nicht so gut wie sonst.”
Newt fühlte sonderbare Enttäuschung, wie damals im Unterricht, wenn er nicht die Antwort parat gehabt hatte, die Dumbledore hatte hören wollen. Darüber hinaus war er nun verwirrter als zuvor. Seine Realität hatte sich bereits den ganzen Tag lang verschoben. Nun sollte auch noch diese Wahrheit eine Lüge gewesen sein?