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Please don’t hurt me anymore...

Chapter Text

Ihm war zum Kotzen zu mute. Wortwörtlich, nicht einfach nur symbolisch gesehen. Er fror und wusste nicht, wo er war. Wie spät war es, welcher Tag? Welches Jahr war es überhaupt? Eigentlich war seine letzte Frage vollkommen überflüssig, da er wusste, welches Jahr war. Seine Gedanken machten ihn etwas konfus, weil es zu viele auf einmal waren. Stiles konnte nichts sehen und das machte ihm langsam Angst. Warum konnte er nichts sehen? Er fühlte etwas festes um seinen Kopf gebunden, eine Augenbinde, alles klar, damit konnte er arbeiten. Stiles wusste, er konnte sich befreien, er würde das schaffen, doch als er danach greifen wollte, wurde ihm noch etwas anderes klar. Er war gefesselt. Wieso war er gefesselt? Wer? Wie...Gefühlt tausend Gedanken rauschten durch seinen Kopf und keine Lösung war in Sicht, außer vielleicht die Tatsache, dass es kein Seil war, mit das man ihn gefesselt hatte, sondern Handschellen, die seine Handgelenke über seinem Kopf zusammen hielten. An einem Bettpfosten, nein, es klang mehr nach einem Heizungsrohr. Er konnte sich nicht einmal aufrichten, denn eines seiner Fußgelenke war auch noch gefesselt. Scheiße, das war clever. Nein, halt, das war nicht clever, das war absolut furchtbar. So hatte er keine Möglichkeit, sich aufzurichten. Wieso? Verdammt, Verdammt!

Stiles spürte, wie er langsam der Panik verfiel. Nein, nein, das musste ein Traum sein, aber warum fühlte es sich so real an? War das vielleicht ein Streich, der nur böse ausging? Oh Gott, lass es ein Streich sein oder besser, ein Traum, ja es musste ein Traum sein.
“Wach auf, wach auf, wach auf...”, flüsterte er in den Raum, versuchte dabei nicht zu wimmern, auch wenn es sich nicht verhindern ließ, denn es fühlte sich mehr als nur real an. Er spürte, wie Tränen sich ihren Weg nach draußen bahnten.
Ein lauter Knall ließ ihn zusammenschrecken, Schritte waren zu hören, schwere Schritte und plötzlich hatte er das Gefühl, dass etwas sehr schlimmes passieren würde.
“Jemand ist wach. Gut...”, Stiles’ Unterlippe begann zu beben, er konnte es nicht verhindern.
“Was…? Wo bin…? Was wollen Sie?”, er hasste es, dass er so erbärmlich klang.
War das ein Zungen schnalzen gewesen? Alles hörte sich plötzlich so laut an in der Stille.
“Das wirst du gleich erfahren...Wir werden zusammen etwas...Spaß haben...”
Hinter der Maske weiteten sich Stiles’ Augen. Spaß? Was für Spaß? Nein, das konnte er nicht meinen.
“Nein, nein, nein...Wagen Sie es nicht…Wagen...”, eine Hand legte sich plötzlich auf sein Bein und erst da wurde es Stiles bewusst. Es traf ihn wie ein Vorschlaghammer. Der Grund, warum ihm so kalt war, warum er fror. Er war nackt.
“Ich würde sagen, du entspannst dich, dann tut es nicht so weh. Ich werde relativ sanft sein. Zumindest am Anfang.”
Stiles begann zu schreien.

~**Sechs Tage später...**~

Das Erste, was er fühlte war Nässe, nein, eher Feuchtigkeit. Das Zweite, was er bemerkte, war, dass er Kleidung trug und nicht mehr gefesselt war. Er trug immer noch die Augenmaske und etwas kaltes drückte sich gegen seinen Hinterkopf. Oh Gott, er würde mit einer Kugel im Kopf sterben und er hatte keine Ahnung, wo. Wieder begann er zu weinen, doch da war diese Stimme. Eine Stimme, die ihn noch mehr ängstigte.
“Hat Spaß gemacht. Du hast eine wunderschöne Stimme, wenn du schreist.”
“W...Wer...Werde ich sterben?”
“Oh nein...”, ein Lachen, der Kerl lachte wirklich, “Du wirst nur sterben, wenn du mich ansiehst. Denn dann bleibt mir nichts anderes übrig, als dich zu töten. Und wir beide wissen, dass du sehr an deinem Leben hängst. Du hast die letzten Tage genug darum gebettelt. Nein, ich werde dir die Maske abnehmen und du wirst Daddys kleiner Liebling sein und dich mit dem Gesicht auf den Boden legen. Hast du verstanden?”

Bei dieser Kosung hatte Stiles das Gefühl, er müsste sich erneut übergeben. Er verabscheute sich selbst, denn er hatte ihn so nennen müssen. Es war erniedrigend, demütigend gewesen. Er folgte den Anweisungen und drückte sein Gesicht in das feuchte Laub. Er konnte den Regen riechen, Erde, es hatte etwas beruhigendes.
“Wenn du jemanden davon erzählst, dann werde ich es erfahren. Und du willst nicht wissen, was ich dann machen werde. Vielleicht töte ich sie, vielleicht nicht, aber ich werde dich dann wieder zu mir holen.”, Stiles stockte der Atem, “Ich denke, das willst du nicht. Zumal es dann nicht nur ich sein werde.”
Tränen nahmen Stiles die Sicht und er nickte schnell. Nein, er wollte nur, dass es vorbei ist, dass er wieder nach Hause konnte. Warum musste ihm das passieren?

***

Der Braunhaarige wusste nicht, wie lange er hier gelegen hatte. Seine Klamotten waren klamm, durchweicht vom feuchten Boden. Sein Peiniger war schon lange verschwunden, doch erst jetzt wagte Stiles es, sich aufzurichten. Was ihn am meisten überraschte, war wohl die Tatsache, dass sein Jeep wenige Meter von ihm entfernt stand. Roscoe...Er lächelte, doch weinte er gleichzeitig. Stiles wusste, dass die Polizei, würde er sie einschalten, nichts finden würde. Dafür hatte der Kerl gesorgt, da war er sich sicher, sonst würde er ihn nicht einfach wieder gehen lassen. Sie würden auch an ihm keine Spuren finden, keine Beweise, die auf die Identität des Mannes hindeuten würden. Er hatte sie alle entfernt...Äußerlich, wie auch innerlich…
Und jetzt endlich übergab er sich...

tbc...