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Mehr als Freunde, enger als Brüder

Chapter Text

Es war spät, an diesem Juliabend mitten in London. Albus hatte den Beginn der Sommerferien genutzt, um einige Gänge in der großen Stadt zu erledigen. Unwichtige Dinge: Treffen im Ministerium, um seine politische Loyalität (soweit sie möglich war) zu unterstreichen, ein Gespräch mit einem Mittelsmann, der ihn über Gellerts Machenschaften auf dem Laufenden hielt und ihm bestätigte, dass der Mann weiterhin Großbritannien fernblieb. Albus war den Schmerz leid, den er fühlte, wenn er an Gellert dachte und daran, was aus ihm geworden war. Von all der Sehnsucht, all den Fragen nach dem ‚Warum?‘ war am Ende nur bittere Galle übriggeblieben. Die Erinnerungen waren schon lang nicht mehr frisch, die Gefühle vertrocknet mit jedem Jahr, das verging. Er sehnte sich nach etwas, das ihn auf andere Gedanken brachte, als dröge Treffen und unschöne Gespräche zur politischen Lage.
Es war mehr ein unbewusstes Sehnen als ein tatsächlicher Plan, der hinter seinem nächsten Apparieren stand. Doch als er sich vor Newt Scamanders Wohnung in dem Mehrfamilienhaus im Norden Londons wiederfand, erschien es ihm richtig, hier zu sein.
Einen Moment lang ließ Albus den Blick über das Gebäude schweifen. In der Küche, die zur Straße hinausführte, brannte Licht. Also war Newt zu Hause. Vielleicht war es eine seltsame Laune des Schicksals, die ihn ausgerechnet heute ausgerechnet hierhergezogen hatte. Aber Albus vertraute von jeher seinem Bauchgefühl. Deshalb zögerte er nicht, erklomm die Stufen zur Haustür und betätigte die Klingel, ehe er wieder ein paar Schritte zurück tat. Er wusste nicht, was er seinem ehemaligen Schüler sagen würde, wenn er ihm öffnete… Zuletzt waren sie viel in Gesprächen gewesen wegen des Obscurials aus New York, Credence. Doch Albus stand heute nicht der Sinn nach derlei Gesprächen. Vielmehr nach angenehmer Gesellschaft, die ihn von den schweren Themen ablenkte, mit denen er heute seine Schultern belastet hatte.

*

Newt befand sich gerade in der Küche, in der einen Hand ein Sandwich, in der anderen seine Notizen, die er überflog. Seit der Sache in Paris war es vorerst recht still geworden um Grindelwald, fast wie die Ruhe vor dem Sturm. Doch Newts Motto war nicht umsonst 'Wer sich sorgt, leidet zwei mal.' - dementsprechend nutzte er die Zeit für Dinge, die auf der Strecke geblieben waren. Nämlich endlich sein Buch zu Ende zu schreiben.
Als es plötzlich klingelte, schaute er irritiert mit zusammen gezogenen Augenbrauen von seinen Notizen auf. Wer klingelte so spät bei ihm? Wer klingelte überhaupt bei ihm?
Er nahm seinen Zauberstab von der Küchenablage und ging zum Frenster, um hinunter auf die Straße zu blicken.
Als er Dumbledore dort unten erkannte, der vor seiner Tür stand und zu ihm hinaufschaute, blinzelte er verwundert. Augenblicklich legte er sein Sandwich zur Seite und machte sich zur Tür auf, um seinem Ex-Professor zu öffnen, während er sich fragte, weswegen dieser ihn so spät am Abend aufsuchte. War irgendetwas passiert oder gab es Neuigkeiten bezüglich Grindelwald?

*

Albus musste nicht lang darauf warten, dass Newt reagierte. Er sah den roten Schopf hinter dem Fenster entlang huschen und ging schmunzelnd zur Tür hin.
Wenig später wurde sie geöffnet. Und da stand er: Mit rotem, zerzaustem Haar und glänzenden Augen war er direkt vor ihm und Albus wusste plötzlich, warum er hierhergekommen war: Weil das hier von jeher mehr als eine politische Partnerschaft für ihn gewesen war. Eine tiefe, unausgesprochene vertrauensvolle Verbundenheit, eine Freundschaft. Und, wenn Albus die geröteten Wangen Newts zu seinem Vorteil interpretieren wollte, freute sich der Jüngere ebenso, ihn zu sehen. Er schenkte ihm ein charmantes Lächeln. „Guten Abend, Newt“, sprach er und senkte leicht den Kopf zum Gruß, „Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen.“
“Guten Abend, Professor”, grüßte Newt höflich zurück, doch sein Lächeln verflog und machte einer sorgenvollen Miene Platz. “Sie stören nicht, ganz und gar nicht”, beteuerte er, “Ist etwas passiert?”
Mit einem wohlwollenden Funkeln in den Augen schüttelte Albus den Kopf. „Nein, es ist nichts passiert“, sagte er und seufzte dann, um seiner Erschöpfung Ausdruck zu verleihen. „Zumindest nichts… schlimmes.“ Er schenkte Newt ein weiteres Lächeln. „Ich war nur zufällig in der Gegend und dachte, es wäre nett, einen Freund zu besuchen und mit ihm eine Tasse Tee zu trinken.“ Er ließ eine Kunstpause, damit Newt begreifen konnte, dass er mit der Bezeichnung ‚Freund‘ gemeint war und fragte dann: „Lässt du mich rein?“
Seine Worte führten immerhin dazu, dass Newts angespannte Haltung etwas lockerließ. “Oh”, entwich es ihm überrascht und, als die Frage schließlich zu ihm durchsickerte, trat er schnell zur Seite und senkte den Blick. “N-Natürlich, gern!”
Albus‘ Lächeln verstärkte sich. „Sehr schön“, sagte er und ging, da Newt ihm den Weg freimachte, an ihm vorbei. Im Hausflur blieb er stehen, um ihm den Vortritt zu lassen und folgte ihm dann in seine Wohnung. Er war schon einmal hier gewesen, aber es war lange her und damals hatten sie sich mit ernsteren Themen beschäftigt, die ihm nicht die Zeit gegeben hatten, sich umzusehen. Die Wohnung sagte einiges über Newts Charakter aus: Sie war wenig gefüllt mit Annehmlichkeiten, die ihm etwas wie persönlichen Luxus geben konnten und viel mehr ein Ort, an dem er alles hatte, was er zur Pflege magischer Geschöpfte brauchte. Wagschalen, voluminöse Eimer und große Messer, ein riesiger Kühlschrank voller – wie Albus vermutete – Futter für die Tiere. Albus sah sich in der Küche um, bemerkte das aufgeschlagene Notizbuch auf dem Tisch und musste schmunzeln. Was das anging, hatte sich Newt seit seiner Schulzeit kein bisschen verändert. Er hatte noch immer den Hang, jede Kleinigkeit, die ihm an Tierwesen auffiel, für die Nachwelt zu notieren.
Albus stellte sich neben einen Stuhl und legte die Hand auf die hölzerne Lehne. „Darf ich?“, fragte er höflich, bevor er Anstalten machte, sich zu setzen.
Newt, der eben eilig damit beschäftigt war, den Tisch freizuräumen (Albus machte ihm keinen Vorwurf über das Chaos, er hatte sich schließlich nicht angemeldet), nickte eilig. “Ja, bitte”, setzte er höflich hinzu.
Albus ließ sich auf den Stuhl sinken und sah Newt dabei zu, wie dieser hektisch durch die Küche stob. Er musste über das Verhalten des Jüngeren schmunzeln. Er war schon immer ein wenig unbeholfen, wenn von ihm die Einhaltung sozialer Konventionen gefordert wurde. Albus hätte ihm gern gesagt, dass er sich nicht verbiegen musste, nur, weil er jetzt Besuch hatte, doch aus Erfahrung wusste er, dass Newt einfach eine Weile brauchte, um sich an Gesellschaft zu gewöhnen. Also blieb er mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen sitzen.
Als der junge Mann ihm über die Schulter einen Blick zuwarf und fragte: “Wollen Sie einen Earl Grey?”, nickte er.
„Sehr gern“, sagte Albus und fragte dann, um ein wenig der Hektik aus Newt zu nehmen, „Darf ich dir zur Hand gehen?“ Er zog seinen Handschuh aus, der durch die Küche schwebte und zwei Tassen aus dem Regal holte. Mit einem leisen Klirren landeten sie auf dem Tisch. Dann schwebte der Handschuh erneut fort und griff die Teedose, die auf der Theke stand.
"Oh, das ist wirklich nicht nö-", begann Newt, als der Handschuh bereits neben ihm alles vorbereitete. "Danke", murmelte er schließlich mit einem schüchternen Lächeln und griff dann die beiden Tassen mit heißem Tee. Sichtlich nervös trug er sie zum Tisch und stellte eine vor Albus ab, ehe er sich ihm gegenübersetzte.
Albus ließ seinen Handschuh auf den anderen gleiten, den er neben sich auf den Tisch gelegt hatte und griff seine Tasse, aus der nun heiße Schwaden emporstiegen. Ihm entging die Anspannung nicht, die Newt in Atem hielt. „Ich habe dich mitten in deinen Studien unterbrochen, wie es scheint“, sagte er, um ihn von dem Druck zu befreien, über belanglose Dinge sprechen zu müssen. Wie er Newt einschätzte, dachte dieser gerade fieberhaft über Small-Talk-taugliche Themen nach und scheiterte daran. „Woran arbeitest du gerade?“, fragte Albus.
Newt blickte zögernd auf. "Oh, ich schreibe immer noch an meinem Buch”, erklärte er, “Die letzten Monate blieb das etwas auf der Strecke und ich dachte, ich nutze die Ruhe etwas." Ein kleines Lächeln begleitete seine Ausführungen, ehe er fragte: "Und Sie? Was führt Sie nach London?"
Seine Frage klang skeptisch, als wartete er immer noch auf einen Haken. Albus konnte es ihm nicht verübeln. Ihre letzten Unterhaltungen hatten sich auf Donnervögel, Newt York, Credence und Paris beschränkt und Albus hatte Newt mehr als einmal um Hilfe gebeten. Dass dieser nun erwartete, dass er einen neuen Auftrag brachte, wunderte Albus nicht.
Er seufzte und winkte dann lächelnd ab. “Gespräche mit dem Ministerium“, sagte er, „Keine große Sache. Sie misstrauen mir glücklicherweise nicht mehr so sehr wie noch vor einigen Monaten. Was, nicht zuletzt, daran liegt, dass ich nun dafür sorge, sie regelmäßig zu kontaktieren.“ Er zwinkerte Newt zu. “Manche Gespräche muss man führen, damit man den Rest der Zeit das Leben führen kann, das einem vorschwebt“, sagte er und seine Augen funkelten, als er verschwörerisch hinzufügte: “Aber das brauche ich dir nicht zu erzählen, nicht wahr?“ Er trank einen Schluck Tee und ließ die Wärme in seinen Magen sinken. Sein Blick blieb einen Moment prüfend auf seinem Gegenüber liegen, ehe er aussprach, wovon er vermutete, dass Newts Frage eigentlich darauf abzielte: “Ich bin nicht hier, um dich wieder auf eine Reise zu schicken, ich verspreche es. Ich möchte wirklich nichts lieber als eine Tasse Tee… und ein wenig Gesellschaft, die sich mit schöneren Dingen beschäftigt als diesem leidigen Thema.“

*

Newt musste über Dumbledores Ausführungen bezüglich des Ministeriums schmunzeln. Ja, er konnte definitiv nachvollziehen, dass Dumbledore lieber von sich aus geplant den Kontakt suchte, statt sich erneut von dem Minister oder dem Direktor für magische Strafsicherheit 'überfallen' zu lassen.
Dass er Newt allerdings versicherte, dass er tatsächlich nur auf eine Tasse Tee hier war, ließ Newt verlegen den Blick senken. "Und da dachten Sie von all Ihren Bekannten ausgerechnet an mich?”, fragte er überrascht, “Also nicht, dass es mich stören würde!", beeilte er sich schnell nachzusetzen ehe der Ältere ihn falsch verstand und vielleicht dachte, dass Newt etwas gegen seinen Besuch hatte. "Ich bin nur normalerweise nicht gerade die erste Wahl, wenn es um Gesellschaft geht”, setzte er kleinlaut hinzu.
Dumbledore lachte leise. „Nun, meine offensichtlich schon“, sagte er und lehnte sich mit einem Schmunzeln zurück, während er Newt mit einem freundlichen Blick bedachte, „Und ich finde, wenn du mir die Bemerkung gestattest, dass du dich in ein ziemlich schlechtes Licht rückst. Du bist ein weitaus angenehmerer Gesprächspartner, als du vielleicht glaubst.“ Er beugte sich wieder vor, stellte die Ellbogen auf dem Tisch ab, die Tasse hielt er zwischen den Fingerspitzen. Über den Rand der Tasse warf er Newt ein weiteres Lächeln zu. „Was nicht zuletzt an deiner Fähigkeit liegt, auch die kleinsten Regungen und Stimmungsschwankungen zu erfassen und dich dementsprechend auf dein Gegenüber einzulassen. Was, meiner Meinung nach, eine große Gabe ist – die dir nicht zuletzt bei deinen Tierwesen zugutekommt.“
Bei den Worten errötete Newt peinlich berührt. "Oder vielleicht stellen Sie mich auch in ein zu gutes Licht", entgegnete er mit einem zaghaften Lächeln. "Und die kleinsten Regungen und Stimmungsschwankungen zu erkennen, gelingt mir bisher hauptsächlich bei Tierwesen. Bei Menschen hätte ich manchmal ganz gerne einen ähnlichen Verhaltensratgeber zur Hand wie den, den ich gerade über Tierwesen verfasse. Wobei der sicher bedeutend länger wäre als mein Buch." Er konnte ein kleines Schmunzeln nicht verhindern, ehe er einen großen Schluck Tee nahm.
Dumbledore schmunzelte. „Ich denke, du hast ein weitaus größeres Potenzial als das, was du bisher anwendest“, sagte er, ehe er die Aufmerksamkeit endlich von Newt nahm und stattdessen den Blick durch die Küche schweifen ließ. „Ich bin neugierig“, gab er zu, als sein Blick an etwas auf der anderen Seite des Raumes hängen blieb, „Ich hatte mit deutlich mehr Tierwesen gerechnet. Wo hast du sie untergebracht?“
Newt wollte bereits antworten, als ihm allerdings die Formulierung klar wurde. MEHR Tierwesen?
Er riss den Kopf herum und folgte Dumbledores Blick zur Spüle. Man konnte von hier aus gut beobachten, wie eins der Nifflerbabys in der Spüle an der Kette zog, die den Stöpsel am Becken hielt.
"Oh nein, nicht schon wieder", seufzte Newt, sprang auf und lief zur Spüle. Das kleine Nifflerbaby hielt erschrocken inne und wollte bereits davonspringen, doch Newt war schneller und erwischte es zuerst.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen und einem strengen Blick hob er das Tierchen vor sein Gesicht. "Im Ernst, das kann so nicht weitergehen. Ihr könnt nicht jedes Mal ausbrechen, wenn ich mal länger als zehn Minuten nicht in der Nähe bin", tadelte er in strengem Tonfall. Der Niffler verstand es, unschuldig zu tun. Er blickte Newt mit großen Augen an und legte irritiert den Kopf schief.

*

Albus unterdrückte ein leises Lachen. Er genoss es, Newt dabei zuzusehen, wie dieser seine Befangenheit vergaß, sobald es um die Tierwesen ging. Dann öffneten sich die Schlösser, die sonst sein Inneres vor der Welt verbargen und nicht zeigten, wer er wirklich war. In diesen Momenten begann er zu strahlen. Und Albus hatte schon von jeher Schwierigkeiten gehabt, seine Augen abzuwenden, wenn er ihn in diesem Zustand erblickte – mit zunehmender Zeit und je älter Newt wurde, desto schwieriger wurde es, sich davor zu verschließen.
Er blieb wo er war, während er zusah, wie Newt das kleine Ding auf liebevolle Weise ausschimpfte.
Als das beratungsresistente Nifflerbaby ihn nur weiter irritiert anblinzelte, seufzte Newt schließlich resigniert. "Hoffen wir einfach, dass deine Geschwister es nicht bis hier hoch geschafft haben", murmelte er, ehe er erstarrte, als würde ihm plötzlich wieder einfallen, dass er nicht allein war. Er schob das Nifflerbaby in seine Westentasche und wandte sich zu Albus herum.
"Nun, die Gehege sind unten”, antwortete er auf Albus’ Frage, “Ich müsste sowieso hinunter und das Nifflerbaby zurückbringen, also wenn Sie möchten”, begann er, ehe er sein Angebot unterbrach und schnell einlenkte: “Sie können aber natürlich auch hier warten, ich brauche sicherlich nicht lange."
Albus erhob sich und schenkte Newt ein charmantes Lächeln. „Ich dachte schon, du fragst nie“, sagte er mit einem amüsierten Funkeln in den Augen und stellte die Tasse auf dem Tisch ab. „Ich würde mich freuen, mir ansehen zu dürfen, was du geschaffen hast.“ Wie um es zu demonstrieren, trat er einen Schritt auf die Tür zu, blieb dann allerdings stehen, um Newt den Vortritt zu lassen. „Es versteht sich von selbst, dass ich darauf achten werde, deine Tierwesen nicht unnötig zu reizen. Ich vermute, sie sind menschlichen Besuch im Allgemeinen nicht gewohnt.“
Auf dem Gesicht seines Gegenübers breitete sich ein aufrichtiges Lächeln aus, das deutlich zeigte, wie wenig er ehrliches Interesse an seinen Tierwesen gewohnt war. Es steigerte seinen Enthusiasmus. Auf federnden Schritten lief er an Albus vorbei und während dieser ihm hinab folgte, begann er zu plaudern. "Oh, die meisten sind eigentlich recht ruhig, solange man auf den Wegen bleibt und ihre Gehege nicht betritt”, erklärte er nun unbefangen, “Generell sollten Sie sich nur nicht all zu schnell oder frontal auf die Tierwesen zubewegen und nicht zu laut sprechen."
Albus wollte gerade antworten, da setzte Newt eilig hinzu: "Oh, um die Murtlaps sollten wir vielleicht einen Bogen machen. Die befinden sich gerade in der Paarungszeit und sind da etwas eigen. Wussten Sie, dass Murtlap Babies ohne das typische Gewächs auf ihrem Rücken geboren werden? Es bildet sich erst nach zwei Monaten und die Ausprägung und Farbe hat viel mit der Ernährung und der Wasserqualität zu tun."
Albus folgte seinem ehemaligen Schüler lächelnd. Es war immer wieder ein Phänomen, wie sich Newt vom unscheinbaren, leisen jungen Mann in jemanden verwandelte, der strahlte und redete wie ein Wasserfall – durch einen simplen Themenwechsel und das Gefühl, gehört zu werden. Er nickte freundlich, um zu suggerieren, dass er zuhörte. Er konnte nicht einmal leugnen, dass es interessant war. Viel interessanter war aber, dass Newt sich die Zeit nahm, all das in Erfahrung zu bringen. Sein Beitrag half den Zauberern, Tierwesen besser zu verstehen. Vermutlich war ihm nicht einmal selbst bewusst, welch großen Einfluss er damit hatte – spätestens, sobald sein Buch es auf den Markt geschafft hatte. Albus machte sich im Geiste eine Notiz, bei Professor Dippet vorzuschlagen, dieses Thema in den Schullehrplan mit aufzunehmen. Wenn das Buch so strukturiert und sachlich war, wie Albus es vermutete, könnte man es als Lehrmaterial für die jüngeren Generationen verwenden.
Um Newt nicht das Gefühl zu geben, ihm nicht zuzuhören, beendete Albus seine geistige Notiz und folgte den weiteren Erklärungen zu Murtlaps und später zu Grindelohs und Wasserdrachen. Sie kamen an Gehegen vorbei und zu jedem von ihnen hatte Newt etwas zu berichten. In Kurzfassung führte er die wichtigsten Eckdaten aus und gab bei einigen die neusten Ergebnisse seiner Studien zum Besten. Nebenher sammelte er aus allen Ecken Nifflerbabys ein, die herumstreunten.
Albus‘ Lächeln wurde mit jeder Erklärung Newts wärmer. Es wäre komisch gewesen, auf eine belustigende Art, dass er nun von seinem Schüler unterrichtet wurde – wenn Albus noch in solchen Schubladen gedacht hätte. Stattdessen hing er förmlich an Newts Lippen, vor allem glitt sein Blick permanent dort hin. Newt war es vermutlich gar nicht klar, wie sehr es seine ohnehin große Anziehung noch steigerte, wenn er derart aufblühte. Albus hielt sich zurück, hielt seine Emotionen unter Verschluss, damit sie nicht an die Oberfläche traten und wünschte sich doch, Newt einfach am Unterarm zu greifen und zu sich herum zu ziehen, um ihn für einen kurzen Moment zum Schweigen zu bringen… Seine Lippen sahen weich und einladend aus und Albus fühlte seine Fingerspitzen kribbeln.
Statt das, was er sich vorstellte, in die Tat umzusetzen, blickte er weiterhin auf Newts Rücken, während dieser voranging und griff dann mit einem leisen Lachen nach einem Nifflerbaby, das auf Newts rechter Schulter gekrabbelt war und versuchte, erneut zu entkommen. „Flinke kleine Geschöpfe“, kommentierte er amüsiert, hielt den Niffler in einem vorsichtigen, aber entschiedenen Griff und schob die Hand über Newts Schulter, sodass er ihn halb umarmte, während er ihm das Tierchen hinhielt. Den Arm über die rechte Schulter gelegt, den Niffler in der ausgestreckten Hand und den Kopf nah an Newts linkem Ohr, raunte er: „Es ist bewundernswert, wie du es schaffst, sie alle in Schach zu halten.“

*

Newt drehte bereits halb den Kopf und wollte selbst nach dem Niffler greifen, doch Dumbledore kam ihm zuvor. Er zuckte aus Gewohnheit kurz zusammen als der Ältere plötzlich so nah bei ihm stand und ihn halb umarmte, mahnte sich dann aber sich zu entspannen. Dies war schließlich Dumbledore. Es gab keinen Grund sich in seiner Nähe unwohl zu fühlen. Er war ein guter Freund, hatte das der Professor nicht vorhin noch betont? Und die meisten Menschen drückten Freundschaft und Zuneigung ganz selbstverständlich durch Körperkontakt aus.
"Ich... Ich würde es nicht 'in Schach halten' nennen”, murmelte er mit einem schüchternen Lächeln und versuchte die Gänsehaut zu ignorieren, die Dumbledores warmer Atem so dicht an seinem Ohr verursachte. “Wir leben einfach zusammen hier."
Dumbledores gab ein bestätigendes Brummen von sich und ließ den kleinen Niffler in Newts erhobene Hände fallen. Sein Arm blieb auf Newts Schulter liegen. „Und ich bin sicher, deine Geschöpfe werden nichts tun, was dir schaden könnte“, sagte er bestätigend, „Was ich meinte, war der enorme Verwaltungsaufwand, alles zu organisieren, damit deine Tierwesen glücklich sind.“ Er trat einen Schritt zurück und ehe Newt sich umdrehen konnte, um ihn anzusehen, legten sich warme Hände auf seine Schultern. Daumen drückten probeweise in die festen Muskeln. „Ich frage mich nur, ob du dabei auch ausreichend auf dich selbst achtest?“ Seine Daumen drückten stärker. „Du scheinst ein wenig verspannt zu sein.“
"Uhm, ich... ich denke schon", murmelte Newt irritiert. "A-also dass ich auf mich achte...mein ich..."
Als die Finger einen Knoten trafen und ihn zu kneten begannen, konnte Newt ein überraschtes Keuchen nicht unterdrücken.
Er hörte Dumbledore leise lachen. „Wie ich schon sagte“, raunte er ihm amüsiert ins Ohr, „Du bist verspannt. Vielleicht würden dir eine Pause und ein entspannter Abend guttun, sobald deine Tierwesen versorgt sind.“

*

Albus konnte nicht verhindern, seiner Stimme einen verheißungsvollen Ton zu geben und hoffte, dass seine Worte nicht allzu offensichtlich waren. Sie waren noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem er zulassen konnte, dass man ihm offen in die Karten schaute. Dafür waren da noch zu viele Grenzen, die er austesten musste, ehe er sagen konnte, wie sie im Augenblick zueinander standen… und ob Newt der Stimmung, die Albus erfüllte, ebenfalls erliegen würde.
Während er die Schultern weiter massierte, bemerkte er, dass Newt sich Mühe gab, kein weiteres Keuchen entweichen zu lassen. Zwar sah Albus sein Gesicht nicht, doch seine Ohren waren rot angelaufen. Und lehnte er sich wirklich ein wenig in die Berührung oder bildete Albus sich das nur ein?
“Die... die Tierwesen sind versorgt”, hörte er den Jüngeren leise sagen, nach ein paar Augenblicken der Stille, als hätte er beinahe vergessen zu antworten, "Sie haben alle feste Fütterungszeiten und werden unruhig, wenn ich diese nicht einhalte. Deswegen ist es a- aah..!" Newt warf einen Augenblick den Kopf in den Nacken und ließ ihn dann eilig wieder nach vorn fallen, als wäre es ihm peinlich.
Was als unschuldige Massage begann (nun, vielleicht nicht ganz unschuldig), geriet zu einer Situation, die Albus unerwartet erregte. Er hatte Faszination für Newt gefühlt, als der Jüngere vorhin in der Küche gesprochen hatte, hatte begonnen, die zarten romantischen Bande, die er irgendwo im Verborgenen gespürt hatte, aufzudecken und ihnen nachgehen zu wollen. Doch er hatte nicht damit gerechnet, so schnell auch körperlich gereizt zu werden – und das nur durch Geräusche, die Newt von sich gab, weil er ihn massierte. Sein Stöhnen war verboten gut. Er biss sich auf die Innenseite seiner Wange, während er darüber schmunzelte, wie Newt gegen sich selbst ankämpfte und drückte noch ein-zwei Mal fester in den Knoten hinein, ehe er ihn aus seinem Griff entließ. „Nun, dann schlage ich vor, dass wir die Kinder noch ins Bett bringen und dann wieder zurück in die Küche gehen“, sagte er lächelnd und trat einen Schritt zurück. Sein Blick fiel auf die Nifflerbabys, die aus den vielen Taschen in Newts Weste herausschauten und ihre Schnauze in die Luft streckten, als suchten sie etwas Glitzerndes, Goldenes.
Newt taumelte ein Stück, als hätte er einen Moment den festen Boden unter den Füßen verloren. Fahrig drehte er sich zu Albus um, blickte ihm für einen Sekundenbruchteil in die Augen und dann eilig zu Boden. “J-ja... sicher, ich...ich bringe sie eben... ich bin gleich wieder da", stotterte er überfordert und mit erhitztem Gesicht. "Ich..." Er atmete flach, als wollte er sich zum Sprung bereit machen. Dann siegte sein Fluchtinstinkt. "Bis gleich." Damit wandte er sich bereits um und bog in den nächsten Gang ein, an dessen Ende sich vermutlich das Nifflergehege befand.
Albus‘ Schmunzeln wurde breiter, während er dabei zusah, wie Newt davoneilte. Er hatte es zuvor schon geahnt und war sich aber lange nicht sicher gewesen. Nun hatte er einen deutlichen Hinweis erhalten, dass sich seine Theorie bestätigte, dass Newts Gefühle für ihn nicht gänzlich verschwunden waren. Damals, als Schüler, hatte Newt ihm an den Lippen gehangen – im übertragenen Sinne – und Albus hatte geahnt, dass es mehr gewesen war als die Bewunderung für einen Lehrer. Ihm war nie in den Sinn gekommen, etwas mit einem Schüler anzufangen, doch da ihr Kontakt auch nach Newts Verstoß nicht abgebrochen war, hatte er die letzten Jahre damit verbracht, ihn zu beobachten – und war selbst immer mehr in Bewunderung verfallen. Er hatte nie sonderlich viel Hoffnung darauf verwendet oder es in konkrete Ziele formulieren können. Zu wenig Zeit, zu viele politische Konflikte, die ihn auf Trapp hielten und Newt war ständig auf Reisen.
Nun, da das Schicksal ihn an diesem lauen Sommerabend hierher verschlagen hatte, fragte er sich, ob er etwas beginnen sollte, dessen Ende er nicht kannte. Andererseits wäre es ein Jammer, es nicht zu tun. Newts roten Wangen nach zu urteilen würde er sich über ein wenig Aufmerksamkeit in dieser Richtung freuen und er hätte es verdient, mal einen Moment an sich selbst zu denken.
Noch immer das Schmunzeln auf den Lippen, verließ Albus mit federndem Schritt die Kellergewölbe und trat wieder zurück in die Küche. Sein siebter Sinn zeigte ihm den kleinen Weinvorrat noch bevor er ihn mit eigenen Augen sah. Er wählte eine der besseren Rotweinflaschen aus, entkorkte sie und füllte zwei Gläser.

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Newt musste erst mal seinen Herzschlag beruhigen, als er vor dem Nifflernest stand. Und vor allem musste er sich klar werden, warum sein Herz überhaupt so aufgeregt pochte! Es war doch gar nichts passiert... Nun, außer, dass sein Ex-Professor ihm überaus intensiv die Schultern massiert hatte. Seufzend rieb er sich mit seinen Händen über seine glühenden Wangen. Es war nur eine Massage gewesen unter Freunden – kein Grund nervös zu werden! Tief durchatmend griff Newt nach den Nifflerbabies und setzte sie in das Nest, ehe er sich zurück auf den Weg nach oben machte.
Vielleicht hatte Dumbledore recht und er brauchte wirklich eine Pause und einen entspannten Abend? Er überlegte, ob er nicht vielleicht baden gehen sollte. Sicher würde sich Dumbledore nun auf den Weg machen wollen. Immerhin hatte Newt ihm schon genügend seiner Zeit gestohlen, mit seiner ausgiebigen Führung durch die Gehege.
Als Newt in die Küche kam, fühlte er sich bestätigt, weil er Dumbledore dort stehen sah anstatt am Tisch sitzend. "Alle ausgebüchsten Niffler sind wieder sicher verstaut. Es war wirklich schön, dass Sie...", wollte er sich bereits von dem Älteren verabschieden, als sein Blick allerdings auf die Weingläser fiel. Er erstarrte überrascht.
Dumbledores Mundwinkel zuckten. „… geholfen haben?“, fragte er, um den Satz zu beenden. Er schenkte Newt ein charmantes Lächeln und trat, die Gläser in den Händen, auf ihn zu. „Unter anderen Umständen würde ich mich nun höflich verabschieden und dir für die Führung und die Vorstellung deiner Tierwesen danken“, sagte er und seine Augen funkelten, als ihre Blicke sich begegneten. Eilig wandte Newt den seinen ab. „Allerdings habe ich die Befürchtung, dass du dich, sobald ich aus dem Haus bin, wieder in die Arbeit stürzt und dich selbst vernachlässigst”, setzte Dumbledore hinzu und als Newt dieses Mal scheu aufblickte, zwinkerte Dumbledore ihm zu und reichte ihm das zweite Glas.
Bei der doch sehr treffenden Analyse färbten sich Newts Wangen erneut rosa. Ja, er hätte tatsächlich weiter an seinem Buch gearbeitet, sobald der Ältere gegangen wäre.
“Daher würde ich es vorziehen, zu bleiben“, fuhr Dumbledore fort und nachdem Newt das Glas entgegengenommen hatte, nutzte Dumbledores‘ ausgestreckte Hand die Chance und strich langsam von Newts Schulter über den Oberarm hinunter zu seinem Ellbogen, wo sie einen Augenblick verweilte.
"E-es ist mehr Vergnügen als Arbeit für mich", murmelte Newt, während er mit seinem Blick der Hand folgte, welche seinen Arm hinab wanderte. Als Dumbledore ihn dann losließ, wagte er kurz einen scheuen Blick in die blauen Augen des Älteren. Erneut merkte er, wie sein Herz aufgeregt zu schlagen begann.
“Und morgen ist ein weiterer Tag, an dem du dein Vergnügen ausleben kannst“, sagte Dumbledore mit einem sanften Lächeln. “Aber vergiss nicht: Auch positiver Stress ist Stress. Und deine Muskeln sprechen eine eindeutige Sprache.“ Er legte Newt eine Hand auf die Schulter und dirigierte ihn aus der Küche hinaus und zum Wohnzimmer hin. Bereitwillig ließ Newt sich führen.
“Ein-zwei Stunden Ruhe auf dem Sofa können da wahre Wunder wirken“, setzte Dumbledore einschmeichelnd hinzu, während er ihn zu besagtem Sofa hinführte und sich dann neben ihm in die weichen Polster sinken ließ.
"In ein-zwei Stunden wäre es ein Wunder, wenn ich noch vom Sofa hochkomme”, scherzte Newt. “Zumindest, wenn Sie vorhaben bis dahin Wein mit mir zu trinken", fuhr er mit einem Schmunzeln fort.
Dumbledore erwiderte das amüsierte Schmunzeln. “Wenn das nötig ist, um dir ein wenig Ruhe zu verschaffen, trinke ich sehr gern ein-zwei Stunden lang Wein mit dir. Da sind noch einige Vorräte, die wir leeren können.“
Newt lachte leise. "Versuchen Sie gerade mich abzufüllen, Professor?", hakte er spaßeshalber nach.
Dumbledore ging nicht sofort darauf ein. Newt, der mit einer sofortigen Ablehnung solcher Unterstellungen gerechnet hatte, wurde nervös, als sein Gegenüber lediglich vor sich hinlächelte, ehe er ihm ein charmantes Lächeln zuwarf. „Und wenn es so wäre?“, fragte er.
Newt fühlte sein Herz schneller schlagen.
Ehe er sich fragen konnte, wie das gemeint war und was er hineininterpretieren sollte, wandte Dumbledore erneut den Blick von ihm ab und lenkte ihn stattdessen auf sein Glas. “Du hast einen ausgezeichneten Wein-Geschmack“, stellte er fest und lächelte dann, “Oder sollte ich für diesen Vorrat eher deinem Bruder danken, der dir die Flasche zu Weihnachten geschenkt hat?“
Sein scharfer Verstand führte dazu, dass Newt auflachte und die Fragezeichen in seinem Kopf für einen Moment vergaß. Der Mann hatte ein unglaubliches Gespür für Details. "Richtig”, gab er also zu, “Theseus gebührt der Dank."
Dumbledore nickte anerkennend, nahm einen weiteren Schluck und schien sich dann in Gedanken zu verlieren. Den Stil seines Glases rollte er zwischen den Fingern. Deutlich nachdenklicher und ruhiger fuhr er fort: „Weißt du, ich hatte mich schon immer gefragt, welche Art von Leben du wohl eines Tages führen würdest. Du hast sehr früh erkannt, dass ein Leben im Büro nicht das ist, was dir vorschwebt. Du wolltest immer schon raus in die große weite Welt.“ Er schaute auf und suchte Newts Blick. „Ich finde es beneidenswert, derart frei sein zu können. Doch ich frage mich, ob dabei nicht andere Dinge für dich auf der Strecke bleiben. Dinge, die dir nur ein fester Wohnsitz geben kann.“
Der plötzliche Themenwechsel überraschte Newt. "Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht ganz folgen”, gestand er, “Ich habe hier einen festen Wohnsitz."
Dumbledore nickte. „Sicher, du besitzt eine Wohnung“, bestätigte er, „Aber du bist kaum hier. Hattest du je das Bedürfnis, selbst eine Familie zu gründen? Jemanden zu finden, mit dem du alt werden kannst?“ Als wollte er die Schwere aus seinen Worten nehmen, wurde Dumbledores Lächeln wärmer und er schüttelte leicht über sich selbst den Kopf. „Es waren nur Gedanken, die mir gekommen sind“, schmunzelte er, „Ich kenne dich schon viele Jahre und habe deine Entwicklung beobachtet. Da ist dieser eine Punkt, der für dich nie in Frage zu kommen schien. Das erscheint mir einfach… ungewöhnlich. Wo in deinem Alter doch alle damit beschäftigt sind, zu heiraten und sesshaft zu werden.“
Newt schaute peinlich berührt drein, weil er bei diesem Thema tatsächlich nicht mitreden konnte. Sesshaft werden, heiraten, vielleicht sogar Kinder... Das erinnerte ihn sehr an Diskussionen, die er mit Theseus immer und immer wieder geführt hatte und teilweise noch heute gelegentlich ertragen musste.
Allerdings war Dumbledore nicht Theseus und es sah ihm nicht ähnlich, Newt über seine Lebensführung belehren zu wollen. Er machte im Moment auch gar nicht den Eindruck, als wollte er das. Dennoch war Newt etwas vorsichtiger bei der Wahl seiner nächsten Worte: "Ich habe in gewisser Weise meine Familie durch meine Tierwesen”, sagte er langsam, “Auch, wenn das sicher die meisten nicht so sehen oder gar verstehen können." Newt warf Dumbledore einen unsicheren Blick zu. "Und ungewöhnlich war ich schon immer”, sagte er, als müsste er sich dafür entschuldigen.
Dumbledore schenkte ihm ein warmes Lächeln, von dem er nicht wusste, womit er es verdient hatte. “Für Menschen wie dich und mich bevorzuge ich die Bezeichnung ‚besonders‘“, sagte Dumbledore und trank noch einen Schluck Wein. Beinahe verschwörerisch fügte er hinzu: “Es ist nicht schlimmes daran, ‚besonders‘ oder ‚ungewöhnlich‘ zu sein. Es ist in gewisser Weise sogar sehr befreiend. Wenn man dazu steht, kann man tun, was man möchte. Das ist eine Freiheit, die viele nicht nachfühlen können.“ In einem unerwarteten Anflug von Kameradschaftlichkeit lehnte sich Dumbledore ein Stück zur Seite, bis ihre Schultern aneinander lagen. Sonderbarerweise störte das Newt nicht. Er dachte gerade noch über das nach, was Dumbledore eben gesagt hatte. Sein Professor hatte schon immer ein Talent für Worte gehabt. Eine Eigenschaft, für die ihn Newt durchaus bewunderte und ein wenig beneidete, machte es doch mit Sicherheit so vieles leichter im Umgang mit anderen. "Nur ecken Sie durch Ihre 'Besonderheiten' nicht an", sagte Newt schmunzelnd, während er an seinem Wein nippte.
Dumbledores Lächeln wurde amüsiert. “Du würdest dich wundern“, sagte er mit einem Lachen und warf Newt einen Blick zu. “Ich habe nur ein paar Jahre mehr Lebenserfahrung und dementsprechend gelernt, mit Menschen zu sprechen, die nicht meine Einstellung teilen, ohne sie vor den Kopf zu stoßen.“ Er wandte den Blick wieder ab, noch immer schmunzelnd und trank einen weiteren Schluck.
„Ein wenig anzuecken, gehört zum Leben dazu“, sinnierte er weiter, „Doch jeder, der dich wirklich kennen lernen möchte, merkt sofort, dass dein Herz den Tierwesen gehört. Ein überaus tugendhaftes Lebensziel, das du da hast, die Zauberer aufzuklären und so vielen Tieren wie möglich zu helfen. Es lässt dich strahlen. Und als einer von denen, die das Glück haben, dich näher zu kennen, kann ich dir sagen, dass es schwer ist, nicht fasziniert zu sein von deiner Leidenschaft und deinem Engagement. Genau diese Begeisterung ist es, die andere in deinen Bann schlägt. Du solltest mehr darauf achten. Dann hättest du weniger das Gefühl ‚anzuecken‘.“
Nun schaute Newt doch von seinem Weinglas auf und blickte mit einer Mischung aus Unglauben und Faszination hinüber zu seinem ehemaligen Professor. Fast fühlte er sich ein wenig wie damals, wenn er Dumbledore im Unterricht bei jedem Wort an den Lippen gehangen hatte, nicht nur bei den Lektionen in Verwandlung, sondern auch allen anderen Geschichten, Anekdoten und Lebensweisheiten.
"Mir reicht es, wenn ich bei ein paar wenigen Menschen nicht anecke", sagte er schließlich nach einem kurzen Augenblick mit einem schüchternen Lächeln.

*~*~*

Albus tanzte um das eigentliche Thema herum, das wusste er. Er hatte Newt nicht daran erinnern wollen, dass er in den Augen einiger als ‘sonderbar’ galt. Nein, seine Anspielungen hatten einen anderen Hintergrund gehabt: Er wollte nur… in gewisser Weise… Gewissheit; dass Newt nicht vergeben war; dass Albus keinen Fehler beging, der ihre Freundschaft riskierte.
Er konnte spüren, wie schwer es Newt fiel, sich diesem Thema zu öffnen, doch es sollte Albus den Weg ebnen für seine nächsten Schritte.
„Nun, bei mir definitiv nicht“, antwortete er mit einem warmen Lächeln auf Newts Worte. Er drehte sich mit dem Oberkörper zu Newt hin, der ebenfalls ihm zugewandt saß, und schaute ihm einen Moment in die Augen. Da war dieses Funkeln in ihnen, das Albus in seinen Bann schlug.
Ohne, dass er es bewusst steuerte, sank sein Kopf ein Stück nach vorn. Ihre Gesichter näherten sich und Albus‘ Augen fielen wieder auf Newts volle Lippen, die vom Rotwein nun noch roter waren. Er ließ sein Glas zum Couchtisch schweben, konnte aber sonst keine Entscheidung treffen. Unfähig, sich wieder fortzubewegen, verharrte er, leicht nach vorn gebeugt, viel zu nah an Newts Lippen und doch so unendlich fern. „Ich glaube, ich bin nicht mehr in der Lage, meine Augen von deinem Strahlen fortzunehmen“, gestand er leise. Es war beinahe ein Flüstern. Sein Blick wanderte wieder hinauf, zu Newts Augen.
Etwas an seinen Worten oder seiner Handlung musste Newt überraschen. Denn dessen Augen waren geweitet und er schien vergessen haben, zu atmen.

*~*~*

Es fiel Newt sehr schwer, seine neu aufflammende Hoffnung nicht sofort von sich zu schieben. Das musste Einbildung sein. Es war unmöglich, dass Albus Dumbledore sich tatsächlich in diesem Moment zu ihm herüber beugte. Dass er ihm ein Kompliment machte, das über alles hinaus ging, was jemals jemand zu ihm gesagt hatte und das dazu führte, dass sein Herz einen immensen Sprung machte. Dass er ihm näherkam, als Freunde sich kamen...
Die Vorstellung davon, dass just in diesem Moment tatsächlich etwas eintrat, das er sich nicht einmal ausmalen konnte, überforderte Newts Geist. Er hielt den Atem an, sein Herz raste ihm in der Brust und sein Körper erstarrte. Newt wagte es nicht, sich zu bewegen, als Dumbledores Kopf dem seinen immer näher kam. Sein Hirn suchte noch nach irgendeiner Antwort auf diese Situation, die nicht bedeutete, dass Dumledore gerade versuchte, etwas Romantisches zu beginnen. Nein, das war nicht möglich! Wieso sollte er auch? Bisher hatte noch nie jemand Interesse an Newt gezeigt und dann ausgerechnet Dumbledore?
Anstatt sich zurück zu ziehen, wie Newt es beinahe von Dumbledore befürchtet hatte, spürte er mit einem Mal dessen Hand in seinem Nacken. Und dann, um jeglichen Zweifel auszuräumen und jede Frage zu beantworten, senkte Dumbledore langsam den Kopf und legte seine Lippen auf Newts.

Kaum, dass ihre Münder sich trafen, schloss Newt seine Augen und spürte das warme Kribbeln, das in seinem Bauch begann und sich in seinem ganzen Körper ausbreiten wollte. Es war kein zaghafter Kuss, doch er war auch nicht dominant stürmisch. Er zeugte von einer gewissen Selbstsicherheit und fühlte sich an wie ein Geschenk. Kein Zwang. Keine Angst vor Zurückweisung oder ein Aufdrücken von Gefühlen. Der Kuss, den Dumbledore ihm gab, war leicht und frei, als könne Newt ihm die Bedeutung geben, die er ihm geben wollte.
Und, sehr zu seinem Leidenswesen, dauerte er keine drei Sekunden an.
Der Kuss war so schnell vorbei, wie er für Newt unerwartet begonnen hatte und er fragte sich vor allem, warum. In seinem Magen bildete sich ein Kloß, während die Sorge in ihm aufkam, ob er es vielleicht falsch gemacht hatte. Gut, Newt hatte nicht gerade viel Erfahrung im Küssen. Genau genommen keine, außer einmal eine eher unbeholfene Knutscherei mit Leta, als sie beide 14 Jahre alt gewesen waren. Daher wäre es vermutlich nicht überraschend, wenn Dumbledore bereits nach dem Versuch, ihn zu küssen so enttäuscht war, dass er ihn gleich wieder abgebrochen hatte. Mit Überwindung zwang sich Newt nach ein paar Sekunden dazu, die Augen wieder zu öffnen und nervös den Blick zu heben.

*~*~*

Als Albus die Lippen wieder fortgenommen hatte, den Geschmack von Wein und Newt auf der Zunge, fühlte er, dass es seinen Puls beschleunigt hatte. Wenig brachte ihn aus der Ruhe, doch das hier ließ seine Nervenenden wohlig kribbeln. Langsam hatte er sich ein wenig von Newt entfernt, um zu sehen, wie dieser reagierte. Und um, sollte es tatsächlich der falsche Schritt gewesen sein, schnell alles geraderücken zu können. Er ließ die Hand in Newts Nacken liegen, wo sie sich warm an seine Haut schmiegte.
Bei dem unsicheren Blick, den Newt ihm zuwarf, musste Albus schmunzeln. „Du siehst enttäuscht aus“, stellte er fest und sein Daumen strich Newts Nacken entlang. „War der Kuss so schlecht?“
Newts Augen wurden größer bei der Frage. "N-nein!", versicherte er wie aus der Pistole geschossen. "Und für Sie?" setzte er dann kleinlaut hinterher, während seine Wangen noch eine Spur roter wurden.
Albus erlaubte sich ein leises Lachen. Es entsprang der Erleichterung, dass Newt dem Ganzen nicht abgeneigt zu sein schien. Es versetzte ihn in ein leichtes Hochgefühl. „Um das beurteilen zu können, muss ich das wohl noch einmal wiederholen“, sagte er und senkte den Kopf erneut langsam zu Newt herunter. Er ließ sich mehr Zeit dieses Mal, schob sich Zentimeter für Zentimeter nach vorn, um Newt die Chance zu geben, sich darauf einzustellen. Er fühlte den heißen Atem des Anderen bereits auf seinen Lippen und sein Griff in Newts Nacken wurde eine Spur stärker, ohne ihn zu sich zu ziehen. Er sehnte eine neue Berührung ihrer Lippen herbei.
Newt kam ihm dieses Mal sogar ein Stück entgegen. Das löschte auch noch Albus‘ letzte Zweifel aus. Er genoss ihr erneutes Zusammentreffen, hörte das leise Seufzen, das Newt ausstieß, als ihre Münder miteinander verschmolzen, schloss die Augen und konzentrierte sich auf das Gefühl. Newts Lippen waren so unendlich weich und sein Seufzen ging Albus durch den ganzen Körper und beschleunigte seinen Puls. Er konnte fühlen, wie das, was er begonnen hatte, dabei war, ihn abhängig zu machen. Eben noch war es nicht viel mehr gewesen als ein Austesten, ein Versuch. Er hatte darauf geachtet, nicht zu viel Emotionen hinein zu investieren, um am Ende Newt gegenüber versichern zu können, dass sie Freunde bleiben würden. Doch mit jeder Sekunde, die die Lippen des Jüngeren länger an den seinen hingen, fiel es ihm schwerer und schwerer, an diesem Vorhaben festzuhalten. Er bemerkte, dass es etwas in ihm auslöste, ein rastloses, hungriges Verlangen nach mehr. Als sie einige Zeit lang nur die Lippen gegeneinander bewegt hatten, schob er seine Zunge vor und stupste damit Newts Unterlippe an.

*~*~*

Newt wusste gar nicht wo ihm der Kopf stand und das allein von diesem Kuss. Wie oft hatte er sich als Teenager vorgestellt, Dumbledore zu küssen oder war dank ihm morgens mit einer eindeutigen Erektion aufgewacht? Natürlich war diese übertrieben Schwärmerei für seinen Professor mit den Jahren abgeflaut, hatte sich von einer hormongesteuerten, rosaroten Teenagerobsession zu einer realistischeren, stillen Bewunderung für den Mann gewandelt. Und doch war es nun so viel besser und aufregender als jede Vorstellung und jeder Traum, den er damals gehabt hatte!
Als er Dumbledores Zungenspitze gegen seine Lippen stupsen spürte, lief ihm ein angenehmer Schauer den Rücken hinab und er öffnete zaghaft seine Lippen.
Newt keuchte leise in den Kuss, als Dumbledores Zunge sich tiefer schob und seinen Mundraum plünderte. Warme Hände legten sich an seine Wangen und drehten seinen Kopf zur Seite, um Dumbledore besseren Zugang zu verschaffen.
Newt erwiderte den Kuss so gut wie möglich, auch, wenn es eher zaghaft wirkte, da es eine völlig neue und überwältigende Erfahrung für ihn war.
Völlig auf die Lippen und die Zunge des Anderen konzentriert, bemerkte Newt erst, dass er sein Weinglas zur Seite kippen ließ, als dieses plötzlich umfiel und den teuren Wein über seinen eigenen Schoß verteilte. Erschrocken zuckte er ein wenig zurück, löste dadurch den Kuss und lugte kurz hinunter, ehe er bis zu den Ohrenspitzen rot anlief.
"V-Verzeihung, ich...", begann er bereits leise zu stottern.
Dumbledore, der einen Moment ähnlich überrascht zu sein schien, wie er, lachte leise auf, als würde ihn die Situation erheitern. Er griff nach dem Glas, stellte es auf den Tisch und schenkte Newt ein entschuldigendes Lächeln. "Ich bin es, der sich entschuldigen sollte", sagte er höflich, "Verzeih meine überstürzte Handlung. Ich hatte nicht an den Wein gedacht."
Newt wich dem Blick des Mannes aus und griff nach seinem Zauberstab, ehe er mit feuerrotem Gesicht einen leisen Zauber murmelte, um seine Hose zu säubern. “A-alles gut", murmelte er, etwas aus dem Konzept gebracht, während er den Blick gesenkt hielt und sich innerlich selbst ohrfeigte. Natürlich musste ihm so etwas in SO einer Situation passieren. Sicher hatte er sich nicht nur als tollpatschiger Idiot dargestellt, sondern damit auch die Stimmung komplett zerstört!

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Albus sah, wie Newts Wangen glühten und er peinlich berührt den Blick abwandte. Er fühlte die Unsicherheit, die den Jüngeren überwältigen wollte. Unsicherheit, die in seinen Augen nicht notwendig war. Umsichtig legte er einen Finger unter Newts Kinn und hob es an, in einer stummen Bitte, ihn anzusehen. "Ich... danke dir", sagte er leise, "Der Abend wurde angenehmer als ich erwartet hatte." Seine Augen lächelten und sein Mund schmunzelte. "und das will etwas heißen, denn ich hatte bereits einen angenehmen Abend erwartet." Unbewusst fuhr seine Zungenspitze über seine Unterlippe, als seine Augen erneut auf Newts Mund fielen. "Wenn... Wenn du möchtest, können wir es hierbei belassen. Ich möchte dir nicht den Rest deines Abends rauben."
Seine Worte schienen Newt nur zusätzlich zu irritieren und zu enttäuschen, wenn er den Blick richtig deutete. Newt schluckte und schaute verunsichert zur Seite. "W-wenn Sie gehen möchten, ist das in Ordnung für mich", murmelte er und zwang sich zu einem tapferen Lächeln.
Albus schmunzelte. Er konnte mit Stolz behaupten, Newt besser zu kennen als viele andere Menschen. Und Newt verstand offensichtlich im Augenblick nicht, wie Albus’ Worte gemeint waren. Daher konkretisierte er seine Aussage noch einmal: "Ich werde gehen, wenn du es wünschst." Er lehnte seine Stirn gegen die des Jüngeren. "Wenn es nach mir ginge, würde ich bleiben. Zumindest... ein wenig länger." Seine Hand hob Newts Kinn weiter an. Er wollte sich noch nicht von dieser neuen Sucht trennen. Wer wusste schon, ob er bei ihrem nächsten Zusammentreffen wieder die Gelegenheit bekam? Erneut näherte er sich, doch er wollte Newt Zeit geben, selbst zu entscheiden.
"Ich... fände es schön, wenn Sie blieben...", murmelte Newt nah an seinen Lippen und seine Augenlider sanken hinab, als Albus sich zu ihm vorbeugte. Albus’ Herz schlug einen Moment schneller in seiner Brust. Er wusste um die Berührungsempfindlichkeit des Jüngeren. Dass er ihn all diese Dinge tun ließ und für einen weiteren Kuss sogar die Augen schloss, beschleunigte Albus’ Puls.
Da ging noch mehr, das wusste er. Albus hielt die Augen offen und auf Newts Lippen gerichtet, bewegte sich aber keinen Zentimeter. Er wollte sehen, wie Newt ihm entgegenkam. Wollte fühlen, dass es ihm genauso gefiel wie Albus selbst. Ihre Münder waren so nah beieinander, dass ihn Newts warmer Atem streifte. Er genoss den Moment mehr als den teuren Wein zuvor. Jede Sekunde davon.

Albus musste nicht lang auf Newt warten. Der Jüngere kam ihm schneller entgegen als noch das letzte Mal, überbrückte die gesamte Distanz und setzte einen kurzen Kuss auf Albus’ Lippen, ehe er in einem Anflug von experimenteller Verwegenheit mit der Zunge über seine Unterlippe leckte.
Albus lief unerwartet ein wohliger Schauer über den Rücken. Wäre er impulsiver gewesen, hätte diese kleine Geste ausgereicht, damit er Newt auf Sofa presste und sich über ihr beugte. Doch Albus genoss die langsamen Schritte, genoss es, alles auszukosten. Also gab er ein leises Brummen von sich, um zu zeigen, dass es ihm gefiel und schob den Kopf endlich vor, um aus dem kleinen Kuss, den Newt begonnen hatte, erneut einen größeren zu machen. Ihre Lippen schmiegten sich aneinander und er musste über sich selbst schmunzeln, denn sein Magen flatterte. Er hatte beinahe vergessen, was gute Küsse mit dem Körper anstellen konnten. Ihm wurde warm, seine Nackenhaare stellten sich auf und sein Puls beschleunigte sich, während er langsam begann, die Intensität, mit der er Newt küsste, zu steigern.
Er fühlte Newt an seinen Lippen lächeln und musste darüber schmunzeln. Die Hormone schienen auch mit dem Jüngeren einiges anzustellen. Seine Küsse wurden mit jedem Moment, der verging, verlangender – als wäre er ein Verdurstender, dem man Wasser angeboten hatte. Darüber hinaus lernte Newt schnell. Seine anfangs steife Lippenbewegung wurde immer fließender und spielerischer. Bei Merlins Bart, wer hätte gedacht, dass Albus sich ausgerechnet einen derart lernwilligen (ex)Schüler ausgewählt hatte für seine Laune?
Jede Geste bedeutete unendlich viel mehr, wenn sie von jemandem so menschenscheuen wie Newt kam. Und so schlug Albus’ Herz schneller in seiner Brust, als Newt zaghaft seine Hand darauflegte. Er platzierte seine freie Hand darüber und drängte sich Newt nun ein wenig mehr entgegen, bestätigte ihn, forderte von ihm. Er küsste ihn, bis sie beide keine Luft mehr bekamen und sich atemlos voneinander trennen mussten, um zu Atem zu kommen.
Albus warf Newt einen Blick zu, während sich seine Lungen mit Luft füllten. Dessen Atem ging zittrig, seine Augen hatte er weiterhin geschlossen und in einer Geste der Ergebenheit lehnte er die Stirn gegen Albus’. Albus' Lippen umspielte ein Lächeln, das seine Augen warm funkeln ließ. "Es scheint dir zu gefallen", stellte er mit einem leisen Raunen fest. Jene Hand, die eben noch unter Newts Kinn lag, wanderte seinen Hals entlang. Sie blieb unter seinem Ohr liegen und sein Daumen strich bedächtig über Newts Wange.
Fasziniert beobachtete Albus, wie sich Newt auf die Unterlippe biss. "Hmhmm…", brachte er nur mit einem kleinen, schüchternen Lächeln heraus und lehnte sich dann in Albus’ Hand.
"Dann wirst du wohl erlauben, dass ich fortfahre?", fragte Albus, doch es war eher rhetorisch. Er ließ Newt keine Zeit, zu antworten, legte seine Lippen auf dessen Schläfe und wandere dann langsam über die Wange hinunter, erneut zu Newts Mund. Er biss ihm sanft in die Unterlippe und leckte dann entschuldigend über die Stelle, was ihm ein atemloses Keuchen einbrachte.
Newt lehnte sich gegen ihn und die Hand, die eben noch auf Albus’ Brust gelegen hatte, strich hinauf zu seiner Schulter. Es bestätigte Albus, dass Newt immer weniger die Finger von ihm lassen konnte. Er griff die Hand, die über seine Schulter strich und zog sie von sich, während er ihre Finger miteinander verwob. Dann griff er mit der anderen Hand Newts Kinn fester, presste ihre Münder gegeneinander und schob erneut die Zunge vor. Aber nicht nur seine Zunge: er lehnte auch seinen Oberkörper nach vorn, drängte sich gegen Newt und bedeutete ihm damit, sich nach hinten aufs Sofa sinken zu lassen.
Newt folgte bereitwillig und Albus gab ihnen nicht die Zeit, diese neue Position zu bewerten oder zu interpretieren. Er bemerkte das Sehnen in sich stärker erwachen und es war keine rein sexuelle Erregung, geboren aus der Situation. Es war viel mehr Verbundenheit, dieses Gefühl, das er in den letzten Jahren in sich hatte wachsen sehen, immer, wenn er Newt traf. Er hatte es nie wirklich in diese romantische Richtung interpretiert, war heute viel mehr einer Laune und einem Gefühl gefolgt und war nun doch überrascht, wie gut es sich emotional anfühlte. Sicher, Newt war körperlich attraktiv und Albus spürte, wie er mehr und mehr darauf ansprang – doch im Vordergrund stand, und das hatte er nicht kommen sehen, sein Herz, das sich plötzlich mit Romantik füllte. Mit dem Wunsch, Liebe zu geben und sich so weit vorzutasten, wie Newt ihn ließ. Er hatte keine Erwartungen, keine Ansprüche. Er folgte schlichtweg weiterhin seiner Intuition. Sie hatte ihn bis hier geführt…. Und sicher würde sie ihn weiterführen.
Als Newt endlich unter ihm lag, fühlte Albus darüber hinaus noch etwas anderes: Den Wunsch, ihn vollends für sich zu gewinnen, sein Herz, seinen Körper, alles. Er fühlte Hitze in sich aufsteigen, fühlte das Reiben ihrer Kleidung übereinander überdeutlich und hatte zugleich das Verlangen, Newt besinnungslos zu küssen.
Für den Anfang begnügte er sich damit, doch seine Finger zuckten bereits in Richtung Hosenbund, um unter Newts Hemd zu gelangen.
Dass Newt die verschlungenen Finger drückte, als würde er nach Halt suchen, und sich mehr und mehr unter Albus wand, führte nicht gerade dazu, dass er einen kühlen Kopf behielt. Albus entwich unerwartet ein Seufzen, als Newt sich intensiver gegen ihn drängte. Er hatte umsichtig sein wollen, hatte die freundschaftliche Ebene in den Vordergrund schieben wollen, damit sie einen Fluchtpunkt hatten, an den sie zurückkehren konnten. Er hatte sich zurückhalten wollen – nur ein-zwei verstohlene Küsse vielleicht – und hatte sich nicht gleich von seinen Emotionen überrennen lassen wollen. Doch es gelang ihm immer schwerer. Newts Stöhnen vorhin, als er ihm die Schultern massiert hatte, seine Schüchternheit, als er zugab, dass er gern weiterhin geküsst werden mochte, seine Hand, die über Albus‘ Brust gewandert war und nun diese offensichtlichen Bewegungen, das Drängen und Sehnen. Es führte dazu, dass es Albus immer schwieriger fiel, einen klaren Kopf zu behalten und seine Emotionen zu zügeln. Wäre er maßloser gewesen, hätte er Newt bereits entkleidet und wäre zum nächsten Schritt übergegangen.
Stattdessen ließ er seine Hand über Newts Seite fahren, die Hüfte entlang und zu seinem Hosenbund. Er strich einen Moment darüber, den Saum entlang, ehe seine flache Hand den Weg über den Bauch des Jüngeren hinaufnahm und ihm über die Brust streichelte. In all der Zeit hingen seine Lippen weiterhin an Newts. Er saugte sich an seiner Unterlippe fest, ließ ihre Zungen miteinander spielen und fühlte, dass die Hitze ihm mehr und mehr zu schaffen machte.

*~~~~*~~~~*

Newt, der die ganze Zeit über fürchtete, etwas falsch zu machen, vergaß seine Ängste immer mehr. Die Wärme, die von Dumbledore ausging, beruhigte ihn und heizte ihm zugleich ein. Eine angenehme Gänsehaut hatte sich auf seiner Haut ausgebreitet und etwas in ihm erbebte vor Ehrfurcht, seit Dumbledore ihn unter sich begraben hatte.
Newt wusste nicht, wo ihm der Kopf stand. Für ihn hatte sich diese Situation so unvorhergesehen entwickelt, dass er gar keine Zeit gehabt hatte, sich wirklich Gedanken zu machen - geschweige denn, dass er sie jetzt gerade hätte. Und doch sorgte Dumbledore dafür, dass es sich gut und richtig anfühlte. Also schob er alle Gedanken und Zweifel beiseite und konzentrierte sich nur auf die Gefühle, die der Andere in ihm auslöste. Und in dieser neuen Position waren das einige.
Als die Hand dann seine Seite hinab strich, konnte Newt das rastlose Winden, das er im Zaum gehalten hatte, nicht mehr mindern. Er bog unwillkürlich den Rücken durch und seufzte erneut gegen Dumbledores Lippen. Kurz verspannte sich Newt ein wenig, als die Finger über seinen Hosenbund strichen – nicht, weil es ihm nicht gefiel, aber weil der Gedanke, wie weit dies gehen KÖNNTE, ihm ein deutliches Nervenflattern verschaffte. Würde es vielleicht sogar weiter gehen als nur Küsse und Hände, die über Stoff strichen? Und wenn ja, würde er überhaupt mit Dumbledores Erfahrung diesbezüglich mithalten können? Sein ehemaliger Professor schien schließlich genau zu wissen, was er tat - im Gegensatz zu Newt. Seine Gedanken wurden unterbrochen, als die Hand wieder hinauf strich, dieses Mal allerdings über seinen Bauch hinauf zu seiner Brust.
Vorsichtig hob Newt seine eigene freie Hand und legte diese zögerlich auf Albus Schulter, um sich etwas an ihm fest zu halten. Ihm entwich ein weiteres sehnsuchtsvolles Keuchen.
„Deine Stimme ist bezaubernd, wenn du seufzt, Newt“, raunte Dumbledore ihm zu. Die geraunten Worte sorgten dafür, dass Newts Wangen vor Scham begannen zu glühen. Er war froh, als Albus das Gesicht an seinem Hals vergrub, zumindest bis er die warmen Lippen dort spürte und keuchend zusammenzuckte. Offenbar war er am Hals besonders empfindlich und der warme Atem nahe seinem Ohr jagte ihm einen angenehmen Schauer den Rücken hinunter. Dazu stellte er peinlich berührt fest, dass sich seine Hose langsam deutlich zu eng anfühlte. Newt biss sich auf die Unterlippe und schaffte es dadurch gerade so, ein kleines Stöhnen zu dämpfen. Nun beide Hände in Albus Schultern krallend, versteckte er sein Gesicht eilig an dessen Schulter.

*~~~~*~~~~*

Albus nahm das kleine Stöhnen und das verstärkte Festhalten des Jüngeren als Bestätigung. Die vielen zaghaften Seufzer trafen ihn jedes Mal ins Herz und – wie er schmunzelnd bemerkte – ließen auch seine tieferen Regionen nicht kalt. Er fuhr mit der Zunge eine feuchte Spur den Hals hinunter und legte dann die Lippen auf die weiche Haut, um sich daran festzusaugen, während er das Winden des Körpers unter sich nun deutlicher fühlen konnte. Je näher er ihm kam, desto mehr stieg ihm Newts Geruch in die Nase. Er roch nach Stroh und warmem Sommerregen. Nach Rotwein und darunter vollkommen nach sich selbst. Es war eine anziehende Mischung. Sie heizte seine Fantasien an und baute einen verheißungsvollen Erwartungsdruck in ihm auf. Albus schob sein Becken vor, ohne es direkt zu beabsichtigen. Vorhin noch hatte er geglaubt, etwas Zwangloses beginnen zu können. Nun fühlte er sich mehr von Newts ehrlichen und offenen Reaktionen, die seine Unerfahrenheit durchscheinen ließen, um den Finger gewickelt. Es versetzte einen auf ganz eigene Art in ein Hochgefühl, wenn man die Erlaubnis hatte, Dinge mit jemandem zu tun, der sich sonst vor solchen Taten verschloss. Es war unergründetes Terrain mit einem großen Schloss davor. Albus fühlte sich geschmeichelt, dass Newt sich trotzdem auf ihn einließ, wo er doch sonst so menschenscheu war.
Albus fühlte, wie der Jüngere seine Hände in seine Schultern krallte. Sein Atem ging mittlerweile ähnlich schnell und flach. Albus strich mit den Händen Newts Seiten entlang und wünschte sich, er könnte über die nackte Haut fahren. Doch er mahnte sich zu Geduld. Das hier war weiter gegangen, als er es beabsichtigt hatte. Und er wollte nun, trunken von Hormonen und mit vollkommen überfluteten Reizen, keine Dummheiten begehen, die sie beide morgen bereuen würden. Daher ließ er von Newts Hals ab und richtete sich auf, obwohl es ihn mehr Überwindung kostete, als er erwartet hatte. Er war an einem Punkt angelangt, an dem er am Scheideweg stand: Es vollkommen zu wagen oder dem Ganzen Einhalt zu gebieten. Aus Rücksicht auf ihre Freundschaft entschied er sich für letzteres.
„So sehr ich es genieße, dich zu küssen und zu berühren…“, begann er und blickte zu Newt herunter, der mit bezaubernd roten Wangen und fiebrig glänzenden Augen zu ihm hinaufblickte, „… Ich denke, wir sollten es vorerst dabei belassen. Für heute.“
Er holte tief Luft, um wieder zu klarem Verstand zu kommen. Sein innerer Druck war mittlerweile stark gestiegen, doch Triebe waren nicht das, was seine Entscheidungen für ihn fällte.
Der plötzliche Stimmungsumschwung schien Newt offensichtlich zu verwirren. “O-okay”, brachte er atemlos hervor. Er klang enttäuscht und Albus konnte es gut nachfühlen. Ihm ging es ähnlich.
Ein wenig verloren warf Newt ihm einen Blick zu, aber er sagte nichts mehr.
Albus ahnte, dass Newt ihn nicht nach den Gründen fragen würde. Doch eventuell würde er sich nach ihrem Abschied den Kopf darüber zerbrechen. Daher hatte er das Bedürfnis, sich zu erklären. Während er sich aufsetzte, um Newt Platz zu lassen, das Gleiche zu tun, sagte er ernst: „Du bist mehr als ein One-Night-Stand. Und ich möchte nicht, dass du glaubst, dass es nur eine Laune war, die mich dazu bewogen hat, dich zu küssen oder die mich dazu bewegen würde, weiter zu gehen. Ich möchte vermeiden, dass wir uns danach beide schäbig fühlen, weil wir mehr gegeben haben, als wir bereit waren.“ Er schmunzelte und erhob sich. „Ich danke dir für deine Gesellschaft. Und ich möchte sie mit dem Respekt behandeln, den sie verdient.“ Seine Worte kamen ihm leicht über die Lippen, obwohl sie eine schwere, tiefere Bedeutung hatten. Er gab sich Mühe, die Schwere nicht nach außen dringen zu lassen und seiner Stimme einen gutgelaunten Klang zu geben. Er wollte nicht, dass die Stimmung unter seiner Entscheidung litt. Oder dass Newt sich trotzdem schäbig fühlte.

*~~~~*~~~~*

Newt lauschte aufmerksam Dumbledores Worten, während er sich seine Kleider und zerzausten Haare etwas zurechtzupfte.
Die Worte des Älteren verwirrten ihn mit jedem Satz mehr. Er war nicht davon ausgegangen ein One-Night-Stand zu sein - Genau genommen war er bis eben von gar nichts ausgegangen, da er gar nicht dazu gekommen war, überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen. Doch nun zu hören, dass Dumbledore ihn für mehr erachtete, ließ einerseits ein warmes Kribbeln in seinem Bauch, andererseits einen Kloß wegen der implizierten Tragweite in seinem Magen zurück.
Als sich sein Ex-Professor dann erhob, griff Newt hastig nach seiner Hand.
Mit immer noch roten Wangen und einem zaghaften Lächeln schaute er hinauf zu ihm. "Ich würde nie glauben, dass Sie mich aus einer Laune heraus oder ohne Respekt behandeln", versicherte er ihm. Er wollte nicht, dass Dumbledore glaubte, er hätte einen unangenehmen Eindruck bei Newt hinterlassen.
Seine Worte führten dazu, dass Dumbledore sich noch einmal ganz zu Newt herumdrehte und ihm ein Lächeln schenkte. "Nun, dann bin ich beruhigt", sagte er charmant mit einer leichten Verbeugung. "Ich werde jetzt gehen", wiederholte er, beugte sich noch weiter herunter und küsste die Hand, die ihn festhielt. "Ruh dich aus. Ich freue mich auf unser nächstes Treffen."
Dann zwinkerte Dumbledore ihm zu. "Bis bald. Bleib ruhig sitzen, ich lass mich selbst heraus." Mit diesen Worten und einem letzten wohlwollenden Blick in Newts Richtung drehte sein Gast sich auf dem Absatz herum und verließ das Wohnzimmer.
Newt schaute Dumbledore hinterher. Als er die Tür ins Schloss fallen hörte, ließ sich Newt gegen die Couchlehne sinken und vergrub sein glühendes Gesicht in seinen Händen.
Was, bei Merlins Bart...?
Erst jetzt schaffte es sein Verstand langsam, aufzuholen und wirklich zu erfassen, was gerade passiert war. Er hatte Albus Dumbledore geküsst. Oder genauer gesagt: Dumbledore hatte IHN geküsst! Und nicht nur geküsst... Seine Wangen glühten heißer, als er sich daran erinnerte, wie es sich angefühlt hatte, unter seinem ehemaligen Professor zu liegen, seine Lippen an seinem Hals zu spüren und, bei Merlin, diese Hände!
Und wie war es überhaupt dazu gekommen? So plötzlich aus dem Nichts! Ja, er war mit Dumbledore befreundet, aber das war es auch schon gewesen. Es hatte nie Anzeichen gegeben, dass der Ältere Interesse an ihm gehabt hätte, oder? Konnte schon sein, immerhin wusste Newt, wie schlecht er darin war, solche Anzeichen zu erkennen.
Nicht, dass es Newt stören würde, im Gegenteil. Schließlich war Albus Dumbledore ein intelligenter, charismatischer und überaus fähiger Zauberer, ganz zu schweigen von seiner Attraktivität. Nicht umsonst war Newt während seiner Schulzeit bis über beide Ohren in seinen Verwandlungslehrer verschossen gewesen. Aber er hätte nie geglaubt, dass Dumbledore sich jemals auf etwas mit ihm einlassen oder gar selbst die Initiative ergreifen würde.
Seufzend ließ er seine Hände in seinen Schoß sinken, während sein Blick auf die zwei Weingläser fiel. Er angelte sich das noch halbvolle Glas von Dumbledore, schenkte es sich noch einmal voll und beschloss dann, sich auszuruhen und Theseus Weihnachtsgeschenk zu würdigen.

Chapter Text

Dumbledores abendlicher Besuch war mittlerweile drei Wochen her. Newt hatte gehofft, dass sie sich relativ bald wiedersehen würden, doch Dumbledore hatte ihm geschrieben und ihn darüber informiert, dass er es vorerst nicht einrichten könne. Er wäre unvorhergesehen noch beschäftigter als ohnehin schon und könne keine freie Zeit erübrigen. Es täte ihm leid und er freue sich auf ein Treffen in der Zukunft.

Newt hatte auf den Brief gestarrt und war sich nicht sicher gewesen, was er mit dieser Information anfangen sollte. Er war verwirrt über das deutliche Gefühl der Enttäuschung, das sich in seinem Magen eingenistet hatte, doch er hatte versucht, es so gut wie möglich zu ignorieren.

Anfangs hatte er sich gesagt, dass Dumbledore sicher einen guten Grund hatte. Doch dem ersten Brief war ein zweiter gefolgt, der ähnlich formuliert war und spätestens beim dritten war sich Newt nicht mehr sicher, ob es tatsächlich der Wahrheit entsprach. Ihn beschlich mehr und mehr das Gefühl, dass Dumbledore es sich anders überlegt hatte.... Das, was auch immer das zwischen ihnen gewesen war an jenem Abend, war nun vorbei. Schließlich hatte er an ebenjenem Abend gesagt, dass er nicht weitergehen wollte, damit sie es nicht im Nachhinein bereuen. Offensichtlich war Dumbledore zu dem Schluss gekommen, dass das alles keinen Sinn machte. Und da er One-Night-Stands ausschloss, blieb wohl nur noch der Weg der freundschaftlich-neutralen Bekanntschaft. Newt schluckte bei dem Gedanken. Diese Feststellung schmerzte und enttäuschte ihn mehr als er erwartet hätte. Newt zwang sich, es nicht zu schwer zu nehmen. Wenn er ehrlich war, hatte er selbst kaum Zeit. Sein Buch war seit einigen Tagen auf dem Markt und er hatte zuletzt einen Brief von Professor Dippet erhalten. Offenbar überlegte der Schulleiter von Hogwarts tatsächlich, ein neues Fach auf Grundlage seines Buches einzuführen: Pflege magischer Geschöpfe.

Er hatte höflich um ein Treffen zur Besprechung eines eventuellen Lehrplans gebeten und natürlich hatte Newt zugestimmt.

 

So kam es, dass er sich heute Nachmittag in Hogwarts einfand: Dem Schloss, das er zuletzt vor Jahren bei seinem Rauswurf betreten hatte.

Das Gespräch lief äußerst gut und entgegen Newts Befürchtungen war Dippet überaus aufgeschlossen gegenüber Newts Ideen und Vorschlägen. Doch was ihn am meisten überraschte, war, dass Dippet ihm eine Lehrerstelle anbot. Newt wollte unter Hinweis auf seine eigene kurze Schullaufbahn und seine niedrige soziale Kompetenz ablehnen, aber Professor Dippet schien diese Gründe nicht zu akzeptieren. Er versuchte, Newt davon zu überzeugen, dass es wenigstens für das erste Jahr von Vorteil wäre, um das Fach einzuführen. Bis sie eine ordentliche Lehrkraft gefunden oder ausgebildet hätten, die das Fach unterrichten konnte. Newt wusste nicht so recht, was er davon halten sollte und bat um ein wenig Bedenkzeit.

Dippet gewährte sie ihm, bestand aber dennoch darauf, ihm ein paar mögliche Klassenzimmer und Gelände nahe den Gewächshäusern zu zeigen, wo es möglich wäre, Pflege magischer Geschöpfe zu unterrichten. Also machten sie sich in der Mittagspause auf den Weg und trieben dabei einen Keil in die Masse an Schülern, die ihnen auf den Gängen entgegen kam oder mit ihnen in die gleiche Richtung lief.

Newt war so damit beschäftigt, Professor Dippet zuzuhören und gleichzeitig den Schülerscharen auszuweichen, dass er den Lehrer, der ihnen entgegenlief, gar nicht bemerkte.

Erst als Dippet ihn freundlich begrüßte, schaute Newt auf und fand sich Dumbledore von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Newt spürte, wie sein Herz einen Schlag aussetzte und sich ein Kloß in seinem Hals bildete. Das letzte Treffen und die Tage, die darauf gefolgt waren, wogen schwer in seinen Erinnerungen.

Newt zwang sich schnell zu einem höflichen Lächeln und nickte Dumbledore zur Begrüßung zu, während Dippet bereits zu erklären begann, weshalb er hier war. Dippet bot Dumbledore an, sie zum Außengelände zu begleiten, um ihre gemeinsamen Vorstellungen für die Umsetzung des neuen Fachs zu erörtern.

Doch Dumbledore lehnte mit einem höflich-distanzierten Lächeln und einigen typischen Floskeln unter Hinweis auf die Stunden, die er vorzubereiten hatte, freundlich ab. Nicht jedoch, ohne Newt zu seinem Buch und seinem Einfluss in das Schulsystem offiziell zu beglückwünschen.

Newt nickte schwach. Er kannte Dumbledore vielleicht nicht so gut, wie er ihn gern kennen würde, aber das, was er sagte, wirkte aufgesetzt und einstudiert, nicht aufrichtig. Das war ihm Zeichen genug. Es bestätigte seine Vermutung, dass Dumbledore es bei der einmaligen Sache ihres letzten Zusammentreffens belassen wollte. Ansonsten wäre er wenigstens ein bisschen vertrauter gewesen und hätte nicht so getan, als würden sie sich seit Jahren nicht gesehen haben. Er fühlte die Enttäuschung darüber in sich, doch er versuchte sie wegzuschieben, indem er sich sagte, dass er es schon hatte kommen sehen. Außerdem war er nicht für Dumbledore hier.

Mit einem letzten höflichen Nicken wandte Dumbledore sich zum Gehen. Newt folgte dem Schulleiter hinaus zum Außengelände, um den bestmöglichen Einsatz für das neue Fach zu besprechen, ehe Dippet ihn zum Mittagessen in die große Halle führte.

Sie gingen zum Lehrertisch. Der einzige andere Platz, der außer dem des Schulleiters noch frei war, war der neben Dumbledore.

Newt schluckte tapfer gegen seine Nervosität an und ließ sich dann leise und so unauffällig wie möglich, neben seinem ehemaligen Lehrermaligen Lehrer nieder. Er atmete tief ein. Was für ein ungünstiger Zufall, gerade jetzt, wo er sich in der Nähe des Mannes nicht unbedingt wohl fühlte... Es erinnerte ihn an das paradoxe Gefühl, abgewiesen worden zu sein, bevor überhaupt etwas begonnen hatte.

Einige Minuten vergingen in unangenehmem Schweigen, während Newt sich verstohlen etwas Essen auftat und sich Kürbissaft einschenkte.

Dann lehnte sich Dumbledore unerwartet ein Stück zu ihm hin und Newt, der nicht damit gerechnet hatte, schrak zusammen. Bevor er sich von Dumbledore fortlehnen konnte, sagte dieser: "Mr. Scamander, wenn Sie im Anschluss nichts geplant haben, möchte ich Ihr Händchen für magische Tierwesen gern nutzen. Es haben sich am Rand des Verbotenen Waldes einige Kreaturen, eingenistet, die Sie sicher interessieren würden.”

Newts Herz schlug schneller in seiner Brust, doch vielmehr vor Nervosität, denn alles andere. Dumbledores Frage enttäuschte ihn ein wenig. Natürlich, Dumbledore nutzte seine Anwesenheit für einige Probleme mit Tierwesen. Warum sollte er auch über Privateres sprechen, wo er doch seinen Standpunkt so deutlich klargemacht hatte?

Bemüht sachlich antwortete Newt: “Meinen Sie die Bowtruckles hinter der großen Eiche? Um die brauchen Sie sich keine Sorgen machen, ich habe sie vorhin schon besucht und sie sind nicht sehr aggressiv gestimmt.”

Dumbledores Lächeln wurde ein wenig breiter. “Nein, ich rede von anderen Tierwesen”, raunte er ihm verschwörerisch zu und die Art, wie seine Stimme klang, erinnerte Newt an etwas, an was er eigentlich nicht denken wollte.

Mit einem vielsagenden Blick fuhr Dumbledore fort: “Ich kann sie schlecht beschreiben. Ich würde sie Ihnen lieber zeigen.”

“Oh”, hauchte Newt, der noch immer nicht begriff, was genau Dumbledore ihm sagen wollte. Aber sein intensiver Blick machte ihn verlegen. Eilig wandte Newt sich wieder seinem Essen zu, während er fühlte, wie seine Wangen heiß wurden. “Okay”, murmelte er.

Der Rest des Essens verging in Schweigen.

Newt, der verstanden hatte, dass Dumbledore nicht wirklich über ein Tierwesen sprechen oder ihm eines zeigen wollte, zermarterte sich das Gehirn darüber, worüber er sonst mit ihm reden wollte? Viele Optionen gab es da nicht und die wahrscheinlichste war wohl eine Entschuldigung.

Ihm sank das Herz in die Hose.

Natürlich. Dumbledore war höflich genug, um sich dafür zu entschuldigen, dass er sich an dem Abend hatte gehen lassen. Wenn es nach Newt gegangen wäre, hätten sie es weiterlaufen lassen, aber er muste Dumbledores Wunsch nach Distanz akzeptieren.

Weil ihm das Essen vergangen war, schob Newt seinen Teller von sich – just in dem Moment, in dem Dumbledore sich von seinem Platz erhob und ihn mit einem Seitenblick bedachte.

Newt, der nicht sonderlich erpicht auf das Gespräch war, in dem er den Korb von dem Mann bekommen würde, zu dem er am meisten aufschaute, stand ebenfalls auf. Er verabschiedete sich höflich von Professor Dippet und folgte Dumbledore dann hinaus.

Nervös und mit schnell schlagendem Herzen lief er ihm hinterher, bis er ihn eingeholt hatte. Dumbledore war geschlendert. Er führte Newt übers Schlossgelände, am Waldrand entlang und zum See hin. Stumm und darauf wartend, dass Dumbledore endlich etwas sagen würde, ging Newt neben ihm am Ufer entlang. Er ließ seinen Blick gedankenverloren über den See schweifen. Und, um die Nervosität ein wenig zu verdrängen, verstrickte er sich in Gedanken darüber, ob er Professor Dippets Erwartungen wohl gerecht werden konnte und ob er all das überhaupt wollte. Das würde seinen Alltag ganz schön umkrempeln. Die Überlegungen ließen ihn nach einiger Zeit beinahe vergessen, dass er nicht allein hier am Ufer entlanglief.

“Herzlichen Glückwunsch”, hörte er Dumbledore da plötzlich sagen und als er aufblickte, lächelte der Ältere ihn an. “Zum Erfolg deines Buches”, fügte Dumbledore hinzu. “Ich habe die Veröffentlichung und den Verkaufsansturm verfolgt. Du kannst sehr stolz auf dich sein.“

Newt blinzelte und nickte dann. Sein Buch schien über all die sich überschlagenden Gedanken in weite Ferne gerückt worden zu sein. "D-danke...”, stammelte er, während er noch versuchte, sich auf eine freundschaftlich-höfliche Ebene zu besinnen und seine Furcht vor dem weiteren Verlauf dieses Gesprächs endlich hinten anzustellen, “Ich bin wirklich froh, dass es so gut angenommen wird."

Dumbledore nickte lächelnd. „Ich freue mich aufrichtig für dich“, sagte er und ließ den Blick über den See schweifen, „Durch die Einführung des Faches für die Pflege magischer Geschöpfe kannst du die jungen Generationen mit Wissen bereichern, das den älteren noch fehlt.“ Sein Lächeln wurde verschmitzt. „Es verspricht, interessant zu werden, mit dir zusammen zu arbeiten.“

Newt erwiderte das Lächeln schüchtern. "Ich habe die Stelle ehrlich gesagt noch nicht angenommen”, murmelte er, weil er keine falschen Hoffnungen wecken wollte. Es wunderte ihn nicht, dass Dumbledore wusste, dass Dippet ihn als Lehrer haben wollte. Dem Mann entging nichts.

Doch bei seinen Worten war Dumbledore überrascht stehen geblieben. “Tatsächlich?“, fragte er verwundert, als könne er sich das nicht vorstellen. Doch dann nickte er verständnisvoll. “Weil du dich dann nicht ausreichend um deine eigenen Geschöpfe kümmern kannst?“, fragte er. “Ich bin sicher, Professor Dippet würde dir in der Einteilung deiner Stunden und in der Wahl deiner Unterkunft im Schloss entgegenkommen. Und vielleicht würde er auch gestatten, das ein oder andere Tierwesen hier in offenen Gehegen hausen zu lassen.“

Newt unterdrückte ein Schmunzeln, als Dumbledore ihm all die Optionen aufzeigte. Jetzt, bei einem Gesprächsthema, das ihm nicht fremd war, entspannte er sich spürbar. "Er ist mir dahingehend schon entgegen gekommen um mich zu überzeugen”, wandte er ein, “Aber darum geht es mir weniger.” Nachdenklich blickte Newt in die Ferne. Er wusste nicht, wie er es in Worte fassen sollte, was ihn beschäftigte. Da war so viel, das ihm durch den Kopf ging. "Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich als Lehrer besonders geeignet wäre. Natürlich kenne ich mich auf dem Gebiet aus, aber... Sie wissen schon... Ich bin nicht sonderlich gut darin, mit Menschen in Kontakt zu treten.”

Mit einem Schulterzucken wandte er sich zu Dumbledore herum. Der Mann wusste um seine mangelnden sozialen Kompetenzen. Es fiel Newt nicht schwer, sie ihm gegenüber zuzugeben. An ihrer Freundschaft hatte sich schließlich - zumindest, wenn es nach ihm ging – nichts geändert.

Dumbledore legte den Kopf einen Moment zur Seite. “Newt, du erinnerst dich doch an meine Worte zu deinem inneren Strahlen, richtig?“, fragte er und trat einen Schritt auf ihn zu. Er legte Newt eine Hand auf die Wange, was dazu führte, dass Newt überrascht die Augen weiter öffnete und sein Herz schneller schlug.

“Solange du über Tierwesen sprichst, strahlst du so hell, dass du alle in deinen Bann schlägst“, sagte Dumbledore und als er ihm ein einnehmendes Lächeln schenkte, wich Newt eilig seinem Blick aus. “Deine Schüler werden dich lieben“, stellte Dumbledore fest, als würde es daran keinen Zweifel geben.

“Ich... werde es mir überlegen...", murmelte Newt mit roten Wangen.

“Solltest du“, bestätigte Dumbledore mit Nachdruck.

Newt hoffte schon, dass sie damit jetzt ihr Gespräch beenden könnten. Er ertrug es nicht, dass Dumbledore ihm so nah war, nur, um mit ihm über etwas Labidares wie den Job in Hogwarts zu sprechen. Ergeben wartete er darauf, dass Dumbledore die Hand von seiner Wange nahm, damit sie gehen konnten. Newt brachte es nicht über sich, den Kopf selbst fortzuziehen.

Doch Dumbledore schien noch nicht fertig zu sein. “Newt”, raunte er und seine Hand wanderte zu Newts Kinn, um dessen Gesicht zu sich zurück zu führen. Er hob es an, bis sich ihre Blicke trafen und schenkte ihm ein Lächeln, das sein Herz schmerzhaft zusammenzog. „Es ist schön, dich zu sehen.“ Er holte tief Luft, ehe er fortfuhr: “Ich hatte dich schon viel früher wiedersehen wollen, aber ich konnte es nicht einrichten.“

Newt verspannte sich. Also war das tatsächlich der Moment, in dem Dumbledore ihm sagen wollte, dass es in Zukunft keine Zeit mehr gemeinsam gab... Newt wollte seinen weiteren Entschuldigungen gern zuvorkommen. Er wollte sie nicht hören. "Sie müssen sich wirklich nicht erklären, Professor”, sagte er leise und trat einen Schritt zurück, sodass Dumbledores Hand in der Luft hing, “Das ist in Ordnung für mich und ich hatte mir auch nichts erhofft."

Die Abfuhr wollte er sich wirklich ersparen.

 

*

 

Albus war selten getroffen, doch er war es jetzt. Er wusste, dass Newt hin und wieder begriffsstutzig war. Dass er Gesten und versteckte Bedeutungen nicht so schnell verstand wie die Körpersprache seiner Tierwesen. Doch er hatte geglaubt, er wäre eindeutig gewesen. Sicher, die letzten Wochen war er tatsächlich beschäftigt gewesen. Aber er hatte deshalb nicht weniger an Newt gedacht. Er hatte ihn vermisst, hatte seine Lippen und das Gefühl seiner Hüfte unter Albus’ Fingern vermisst. Er hatte das kleine niedliche Lachen vermisst und das Funkeln in seinen Augen. Die Schüchternheit und das Aus-sich-Herausgehen. Und Albus hatte aus einem langsam wachsenden Wunsch heraus gehofft, dass es Newt ebenso gehen würde. Dass er ihn ebenso vermisst hatte.

Da er nun aber die gegenteilige Richtung einschlug, war sich Albus nicht mehr sicher, ob Newt das alles wollte. War es ein Missverständnis oder Ablehnung? Wo hörte Unverständnis auf und wo begann eine klare Abneigung, sich weiter in etwas zu investieren? Wollte Newt all das gar nicht? Albus war sich nicht sicher. Und er wollte selbst die Zeichen sehen, die Newt aussandte, wenn er widerwillig den Blick erwiderte und davon sprach, nichts weiter in die Richtung tun zu wollen.

Er kam Newts Geste nach und trat ebenfalls einen Schritt zurück, während er die Enttäuschung nicht zu nah an sich heran ließ. „Dann verzeih“, sagte er und nahm ihren Weg wieder auf, um sich etwas zu tun zu geben. Er versteckte den herben Beigeschmack, den diese Reaktion in ihm hinterlassen hatte, hinter einem freundlichen Lächeln, wie er es stets trug. Eines, das die Stimmung angenehm und ihn unangreifbar hielt. „Doch wir sind Freunde und deshalb möchte ich zugeben, dass es in mir einige Hoffnung geschürt hatte.“ Er lachte leise über sich selbst. Und dann nach einigen weiteren Schritten, fuhr er ernster fort: „Mir hat der Abend gefallen. Ich hoffe, dass er kein negatives Licht auf unsere Freundschaft wirft.“

Er hörte Newt hinter sich stolpern.

Verwunderte drehte Albus sich um. Newt, der eben wieder festen Stand fand, warf ihm einen fassungslosen Blick zu. “W-was?”, hauchte er.

Newts Reaktion ließ Albus schmunzeln, weil sie typisch für ihn war. Albus war sich nicht sicher, welcher Teil davon für Newt so überraschend kam. Dass er ihn als Freund sah? Hoffnung hatte? Weiterhin mit ihm befreundet sein wollte?

„Was davon verwundert dich?“, fragte er freundlich. So, wie er Newts Wesen hinsichtlich sozialer Interaktionen verstand, konnte es alles sein.

Newt antwortete nicht sofort auf die Frage. Eine Weile lang starrte er Albus noch an und man konnte deutlich sehen, wie es in ihm arbeitete. Er blinzelte, dann wandte er eilig den Blick ab. "I-ich dachte, Sie hätten es sich anders überlegt... weil-... also..." Newt schloss die Augen und holte tief Luft, als wollte er sich beruhigen. Das war es also.

Albus‘ Lächeln wurde wärmer. Also war es wohl doch keine Ablehnung gewesen, lediglich ein Missverständnis. Er trat auf Newt zu und blieb recht nah vor ihm stehen. Ihn mit glühenden Wangen vor sich stehen zu sehen, erinnerte Albus an das erste Mal vor vielen Jahren, als er vermutete, dass sein Schüler eine gewisse Bewunderung für ihn empfand. Es beruhigte ihn. Bis zuletzt hatte er sich nicht sicher sein können, ob sich an Newts Gefühlen für ihn viel verändert hatte.

Nun, zumindest lag ihm genug an Albus, um über das Gespräch peinlich berührt zu erröten.

Albus schüttelte nach Newts Worten den Kopf. „Ich habe es mir nicht anders überlegt“, sagte er, „Ich hatte leider wirklich viel zu tun. Wie ein gewisser Jemand ebenfalls, der in den letzten drei Wochen aus dem Nichts einen Bestseller veröffentlichte.“ Sein Ton wurde spielerisch, leicht. Er wollte diese unangenehme Stimmung zwischen ihnen vollends aus der Welt schaffen.

“Ich... ich glaube ich...”, stammelte Newt, biss sich sichtlich nervös auf die Unterlippe und senkte dann schuldbewusst den Blick. “Ich glaube, ich habe es falsch... falsch verstanden.”

“So etwas kommt vor“, sagte Albus schmunzelnd. “Aber, wo wir schon beim Thema sind…“, begann er mit sanfter Stimme und kam noch ein wenig näher, sodass sie sich beinahe berührten. Sein Blick fiel auf Newts Unterlippe, die im festen Griff seiner Zähne hing. Er wurde neidisch. “… darf ich dich küssen, Newt?“

Bei der Frage riss Newt überrascht die Augen auf. “Ich...H-hier?!”, brachte er atemlos heraus und sein Blick wanderte verstohlen hinter sie, als fürchtete er Beobachter.

Albus lachte leise. „Hier“, sagte er. “Hast du dich nicht gewundert, dass ich dich in so eine entlegene Ecke führe, wo man uns nicht so leicht findet?“ Er warf Newt einen vielsagenden Blick zu.

Newt blinzelte, als müsste er sich sammeln. "D-doch, schon...", murmelte er. "S-sicher... einen Kuss... Also wenn Sie m-möchten..." stotterte er nervös und seine Ohren liefen rot an.

Albus schmunzelte über sein überfordertes Gebaren. Newt war so unbedarft und rechnete nicht damit, dass jemand ein Interesse an ihm haben könnte. Ein Jammer, wo er doch eine so aufregende und attraktive Gesellschaft war.

Albus verzichtete darauf, ihn zu berühren. Das tat sein Handschuh für ihn. Er schwebte unter Newts Kinn und hob es an, sodass Albus, die Hände in den Manteltaschen vergraben, sich nur nach vorn beugen musste, damit sich ihre Lippen trafen.

Newts Mund war so weich, wie er ihn in Erinnerung hatte. Die Haut so zart und warm, dass ihre Lippen in einem geschmeidigen Kuss miteinander verschmolzen. Dieses Mal fühlte Albus es deutlicher: Das Flattern in seiner Magengegend, die Ausschüttung der Endorphine, seinen beschleunigten Puls. Es versetzte ihn in ein angenehmes Hochgefühl.

 

*

 

Newt lehnte sich genießend in den Kuss und seufzte leise. Erst jetzt wurde ihm klar, wie sehr er das hier in den letzten Wochen vermisst hatte. Und er jubelte innerlich darüber, dass er all das nur falsch interpretiert hatte. So gefiel ihm die Wendung weitaus besser und bei Merlin, wie hatte er es vermisst, geküsst zu werden!

Als Dumbledore den Kuss schließlich löste, erblühte ein verhaltenes Lächeln auf Newts Gesicht. Die Endorphine, die durch seine Blutbahn rauschten, machten ihn mit einem Mal verwegener. "Wenn ich hier anfange zu unterrichten...”, murmelte er, “...bekomme ich dann jeden Tag einen Kuss?" Ein schalkhaftes Funkeln schlich sich in seine Augen, als er den Kopf hob.

Seine Frage schien Dumbledore zu amüsieren. Dessen Mundwinkel zuckten, als er erwiderte: “Wenn du es wünschst?“ Die verwegene Stimmung schien auf ihn überzuspringen, denn er fragte: „Heisst das, dass du die Stelle annehmen wirst? Oder soll ich größere Anstrengungen unternehmen, um dich zu überzeugen?“

Mühsam versuchte Newt, den Blick nicht von Dumbledores Augen abzuwenden, obwohl ihn die Scham noch immer dazu trieb. "Sie... könnten es versuchen", antwortete er zaghaft und fragte sich bereits, ob er sich zu viel Hoffnung machte, wenn er auf weitere Küsse spekulierte.

Dumbledores Lächeln wurde breiter und eine Spur verschlagen. „Das nehme ich als Einladung“, sagte er verheißungsvoll, ließ seinen Handschuh zwischen ihnen fortschweben, legte seine Arme um Newts Taille und zog ihn mit einem Ruck näher. Dadurch brachte er Newt aus dem Gleichgewicht und noch während dieser erschrocken nach Luft schnappte, sich haltsuchend an Dumbledores Schultern festkrallte und versuchte, einen festen Stand zu finden, fing Dumbledore seine Lippen erneut ein und küsste ihn leidenschaftlicher als vorhin. Er zog Newt an sich und hielt ihn fest. Dann schob er seine Zunge vor, strich damit über Newts, sodass es einen wohligen Schauer bei dem Jüngeren auslöste und er aufstöhnte. Nun, in der Hitze des Augenblicks, vergaß Newt für einen Moment seine Schüchternheit und soziale Unbeholfenheit und schlang die Arme um Dumbledores Nacken. Genießend nahm er jede Regung, jedes Zeichen der Zärtlichkeit auf und hoffte, dass es nicht allzu schnell enden würde.

 

*

 

Albus war positiv überrascht, wie schnell Newt sich ihm nun öffnete, nach diesem holprigen Start. Und das nicht nur im übertragenen Sinne. Er öffnete den Mund weiter, erwiderte den Kuss und drückte sich an Albus heran. Bei Merlin, nun wünschte Albus sich, er hätte nicht einen kalten, nassen, steinigen Ort für die Fortsetzung seiner Avancen gewählt, sondern etwas gemütlicheres, ruhigeres, wärmeres. Er hätte apparieren können, als einer jener weniger, die es auch innerhalb des Schulgeländes vermochten. Doch jedes Apparieren wurde genauestens überwacht und er vermutete, dass Dippet kein Verständnis dafür haben würde, wenn er seine Sonderrechte dafür einsetzte, seine erblühende Liebschaft in seine Privaträume zu bringen.

Als sie sich wieder voneinander lösten, bemerkte er, dass er nicht der einzige war, der flach atmend nach Luft schnappte. Newt, der sich wieder ein wenig zu besinnen schien, zog die Arme von Albus’ Nacken, als fürchtete er, zu weit gegangen zu sein. Seine Wangen färbten sich rot, aber zu Albus’ Zufriedenheit versuchte er nicht, sich freizumachen oder sonst in irgendeiner Weise zurück zu schrecken. "Ich bin froh, dass es ein Missverständnis war", gestand er leise und warf Albus einen verstohlenen Blick zu.

Albus nickte. „Ich auch“, stimmte er schmunzelnd zu und als ihm nach einigen Moment auffiel, wie lange seine Augen schon unbewegt auf Newt lagen, blinzelte er und trat einen Schritt zurück. „Also“, sagte er schmunzelnd, „Konnte dich das überzeugen?“

Er wusste selbst, wie untypisch solches Drängen für ihn war. Glücklicherweise schien das Newt nicht zu stören. Im Gegenteil, er ließ ein hinreißendes Kichern vernehmen und nickte dann. "Ich denke, ich werde es probieren", antwortete er zaghaft.

Albus konnte fühlen, wie sich seine Miene noch weiter aufhellte, bei diesen Worten. „Eine gute Entscheidung“, sagte er und versuchte dann, weniger so zu klingen, als würde es hier um ihn gehen. Es ging um das Wissen der Schüler! Eine wichtige Aufgabe.

„Du wirst einer Menge junger Hexen und Zauberer ein ganz neues Wissen vermitteln. Es wird ihre Sichtweisen von Grund auf verändern.“

Newt senkte etwas verlegen den Blick. "Ich werde auf jeden Fall mein Bestes ge-", begann er, wurde dann aber von einem Schwall Wasser unterbrochen, der sie beide bis auf die Knochen durchnässte.

Albus, der fühlte, wie eisiges Wasser seine Kleidung durchnässte und ihm auf die Haut lief, versuchte noch, zu verstehen, was geschehen war, als er Newt neben sich schon einen freudigen Ruf ausstoßen hörte, der verdächtig nach “Lizzy!” klang.

Er musste sich erst das Wasser aus dem Gesicht wischen und an die Stelle im See schauen, die Newt gerade anstarrte, als ihm klar wurde, dass es sich bei ‘Lizzy’ um den Riesenkraken handelte, der seit einigen Jahren im schwarzen See wohnte.

Albus lachte leise. „Wieso überrascht mich das nicht?“, fragte er, mehr zu sich selbst, weil Newt ihm bereits einen entschuldigenden Blick zugeworfen hatte und dann, ohne Schuhe, Socken und Mantel, in den See gewatet war. Hätte Albus sich denken können, dass das Tier von Newt stammte.

Er machte sich im Geiste eine Notiz: Nächstes Mal würde er definitiv etwas Wärmeres auswählen. Etwas Gemütlicheres. Etwas in einem geschlossenen Raum, in dem sie nicht von unerwarteten (tierischen) Gästen unterbrochen wurden.
Trotzdem konnte er ‚Lizzy‘ nicht böse sein. Newt dabei zuzusehen, wie sich sein Gesicht auf diese ganz besondere Art aufhellte, war jeden Tropfen Wasser wert, der durch seinen Anzug rann.

Lizzy schlang augenblicklich zwei ihrer Tentakel um Newt, kaum, dass dieser näher kam, und zog ihn eng an sich, während Newt glücklich lachte und den Kraken zärtlich tätschelte. "Hallo, meine Süße!”, säuselte er in dieser typisch mütterlichen Stimme, die er immer auflegte, wenn er mit Tierwesen sprach, “Du bist ja unglaublich gewachsen...", plauderte er mit ihr.

Albus konnte sein Schmunzeln nur schwer zurückhalten. Newt war perfekt für den Job. Albus fiel niemand sonst ein, der das Wissen, das Newt über die Jahre gesammelt hatte, so gut an andere weitergeben konnte. Was ihm an sozialer Kompetenz fehlte (zumindest bei den Menschen), machte er mit seiner Faszination für Tierwesen wieder wett. Und die Liebe schien auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Da machte es Spaß, ihm zuzusehen, wie er voll in seinem Element aufging. Mit einem Zauber trocknete Albus sich die Kleidung und spazierte dann ein wenig am Ufer entlang, um Newt und Lizzy Zeit zu geben, ihre Wiedersehensfreude zu genießen.

Ein paar Minuten hatte er für sich, dann hörte er Newt rufen: “Professor?”

Albus’ Mundwinkel zuckten. Einige Dinge würden sich nie ändern, vermutete er. Die Tatsache, dass Newt ihn nach all den Jahren noch immer ‘Professor’ nannte, war wohl eine davon.

Er blickte auf und bemerkte, dass sowohl Newt als auch der Kraken ihn ansahen. Newt hatte ein verlegenes Lächeln aufgelegt. "Ich glaube, Lizzy möchte Sie kennen lernen”, sagte er.

Albus stutzte. Das Tier hatte ihn die vergangenen Jahre nicht kennen lernen wollen. Andererseits hatte er zwar vermutet, dass Newt einige Tiere hiergelassen hatte, doch er war sich bei keiner seiner Vermutungen wirklich sicher gewesen. Und da er sonst nicht viel Zeit am See verbrachte, war es wohl kein Wunder, dass ‚Lizzy‘ und er sich noch nicht über den Weg gelaufen waren.

Er zog sich das Jackett aus und während Schuhe und Socken folgten, dachte er bei sich, dass er nicht glauben konnte, dass er das tatsächlich tat. Andererseits war sein Leben in letzter Zeit viel zu eintönig und ernst gewesen. Es konnte etwas Abwechslung gebrauchen.

Er watete ins kalte Wasser, versuchte, sich den Schauer, der ihn wegen der Kälte durchlief, nicht anmerken zu lassen und trat näher. Vermutlich hätten die meisten Leute Angst gehabt, sich direkt neben einen riesigen Kraken zu stellen, den sie nicht kannten. Aber Albus hatte vor recht wenigen Dingen Angst. Und ein großes Vertrauen in Newts Urteilsvermögen, wenn es um Tiere ging.

Er wusste zwar nicht, wie genau er sich verhalten sollte, doch er folgte seiner Intuition und streckte langsam eine Hand nach einer von Lizzys Tentakeln aus. „Hallo, Lizzy“, sagte er in einer sanften, geduldigen Stimme, mit der er sonst einen sehr jungen Schüler begrüßen würde.

 

*

 

Newt hatte schon damit gerechnet, dass Dumbledore ablehnen würde. Er hätte es ihm nicht verübeln können. Schließlich war das Wasser alles andere als warm und Newt war bewusst, dass die meisten Leute sich spaßigeres vorstellen konnten, als mit einem Riesenkraken in einem kalten See zu planschen.

Umso überraschter war er, als der Ältere tatsächlich ins Wasser kam. Newt fühlte eine Welle der Dankbarkeit in sich aufkommen, weil diese simple Geste bewies, wie ernst Dumbledore ihn und seine Geschöpfe nahm.

Als Dumbledore seine Hand ausstreckte und Lizzy freundlich begrüßte, betrachtete diese ihn einige Sekunden bewegungslos, fast etwas skeptisch. Dann gab sie ein eindringliches Blubbern von sich, bei dem mehrere hundert Blasen aus dem See aufstiegen. Kurz darauf klatschte es und ein langer Tentakel mit Saugknöpfen glitschte über Dumbledores Gesicht.

Newt entgleisten die Gesichtszüge. Eilig half er, den Tentakel zu entfernen und begann, mit dem Kraken zu schimpfen. "Lizzy! Ich habe es dir schon damals gesagt: Keine Tentakel ins Gesicht!” Dann wandte er seine Aufmerksamkeit eilig Dumbledore zu, der zu überrascht gewesen zu sein schien, um irgendwie anders zu reagieren, als den Arm von sich zu schieben. “Oh Merlin, das tut mir wirklich Leid", beteuerte Newt.

Er hätte es verstanden, wenn Dumbledore nun gegangen wäre. Doch der Mann lachte nur, als hätte er den Spaß des Tages und winkte über Newts Entschuldigungen ab. „Alles in Ordnung“, beteuerte er und wischte sich mit einem Handrücken Kraken-Sekret von der Stirn. „Ich schätze, es war als Kompliment gemeint.“

“Als Kompliment, definitiv”, beteuerte Newt eilig. Er trat an Dumbledore heran und wischte ihm Sekret aus dem Bart.

Er bemerkte, dass Dumbledore lächelte. „Wenn ich dafür deine Aufmerksamkeit bekomme, sollte ich wohl öfter Krakenarme in meinem Gesicht zulassen“, raunte der Ältere ihm zu.

Newt wandte eilig den Blick ab und sein Herz schlug schneller. "I-ich hoffe eher, dass sie sich das a-abgewöhnt", stammelte er, ehe er eilig die Hand zurückzog.

Er hörte Dumbledore wohlwollend lachen. „Du wirst rot, Newt“, stellte der Mann lächelnd fest. „Gibt es dafür einen Grund?“

Newts Wangen färbten sich augenblicklich ein paar Nuancen tiefer, während er den Mund öffnete um stotternd zu widersprechen. "N-nein, ich... d-das... liegt an der Kälte...!", sagte er wenig aussagekräftig und wünschte sich einmal mehr, ähnlich wortgewandt wie andere Menschen zu sein.

„Tatsächlich?“, fragte Dumbledore und seine Augen funkelten amüsiert. „Ich hatte eher vermutet, an der Hitze“, raunte er ihm zu. Newt presste die Lippen aufeinander und tat sein Möglichstes, nicht noch weiter zu erröten.

Dumbledore schien ihm eine Pause gönnen zu wollen, denn er nahm seinen Blick von ihm und beugte sich erneut zu Lizzy hinunter. Sie schien die angespannte Stimmung zwischen ihnen falsch zu deuten, denn trotz seiner vorsichtigen Annäherung spuckte sie ihm einen Schwall Wasser ins Gesicht und blubberte dann warnend.

Newt, der ebenso verdutzt war, wie Dumbledore, musste ein Lachen unterdrücken. Er fühlte, wie der Tentakel, der um seine Hüfte lag, ihn besitzergreifend näher an Lizzy heran zog, aber er war zu beschäftigt damit, sein Grinsen hinter der Hand zu verstecken.

Als wollte er zeigen, dass er sich ergab, hob Dumbledore die Hände. „In Ordnung“, sagte er, während er sich das Wasser vom Gesicht wischte. „Ich denke, das reicht an erstem tierischen Kontakt für heute”, stellte er mit einem Schmunzeln fest.

Er machte sich daran, zu gehen. Nicht allerdings, ohne vorher Newt noch einen Blick zuzuwerfen. „Sobald du Unterricht gibst, werde ich hospitieren“, sagte er, „Offensichtlich gibt es viel zu lernen, selbst für mich.“

Newt nickte. “Das würde mich sehr freuen”, beteuerte er. Dumbledore zwinkerte ihm zu, dann watete er zurück zum Ufer und ließ Lizzy und Newt etwas Zeit für sich.

Lizzy nutzte die Gelegenheit, wand alle Arme um Newt und warf ihn ins Wasser, um ihn unter der Wasseroberfläche zu umarmen. Newt hielt gerade noch rechtzeitig die Luft an, kitzelte sie unter den Armen und als sie ihn wieder freigab, schnappte er nach Luft.

Newt rangelte mit ihr, blödelte mit ihr herum und kitzelte sie weiter und als ihm langsam kalt wurde, verabschiedete er sich liebevoll von ihr und lief ebenfalls zum Ufer zurück.

Er schlang die Arme um sich, weil er den Zauberstab im Mantel gelassen hatte und sich nun nicht trocknen konnte. Das holte Newt eilig nach, kaum, dass er am Ufer angelangt war. Er zog sich seine Schuhe und seinen Mantel an und blickte dann zu Dumbledore auf, der geduldig neben ihm gestanden hatte. "Nicht unbedingt das beste Wetter um im See zu baden", sagte Newt mit einem schiefen Lächeln während er sich die Arme rieb um sich etwas aufzuwärmen.

„Wohl wahr“, stimmte Dumbledore zu. Sein Blick fiel auf Newts bebende Schultern. „Wie wäre es mit einer Tasse Tee?“

Newts Gesicht hellte sich augenblicklich auf. "Tee klingt wundervoll!"

Dumbledore schmunzelte. „Sehr gut“, sagte er und lief in die Richtung, aus der sie gekommen waren.

Newt folgte ihm. In ein paar Minuten wären sie wieder im Schloss und könnten sich ordentlich aufwärmen.

Chapter Text

Sie erreichten das Büro, das sich an seinen Klassenraum anschloss und Dumbledore führte Newt zur Tür auf der anderen Seite, hinter der seine Räume lagen. Er öffnete und ließ Newt den Vortritt in sein kleines Wohnzimmer, in dem ein Sofa direkt neben einem Kamin stand, in dem ein Feuer prasselte. Neben dem Kamin war ein breites Bücherregal, gefüllt mit Büchern über Verwandlung und andere Lehrthemen. Newt schaute sich alles neugierig an. Er war noch nie hier gewesen. Es war gemütlich. Ehe er sich in die Titel der Buchrücken vertiefen konnte, hörte er Dumbledore hinter sich fragen: “Welchen Tee möchtest du?” Er wandte sich herum. Auf einer Minibar auf der anderen Seite standen Gläser und Tassen. Dumbledore stand daneben und sah ihn aufmerksam an.
“Earl Grey, bitte", antwortete Newt zaghaft lächelnd, während er in der Nähe des Kamins stehen blieb, der seine kalten Glieder angenehm wärmte. Er schaute gedankenversunken in die Flammen. Sich vorzustellen, bald wieder jeden Tag hier zu sein, löste gemischte Gefühle in ihm aus. Natürlich waren die letzten Erinnerungen an Hogwarts nicht seine schönsten. Aber er würde lügen, wenn er behauptete, dass es ihm hier nicht gefallen hätte. Es hatte einige schöne Zeiten gegeben. Er hatte Freunde gehabt (wenn auch nicht viele menschliche) und in Hufflepuff war er sich nie fehl am Platz vorgekommen. Zumindest nicht mehr als sonst irgendwo.
Eine Tasse schwebte in sein Blickfeld, getragen von einem Handschuh. Newt nahm ihm den Tee ab und sein Blick folgte dem Handschuh, der zu Dumbledore zurück schwebte. Der Ältere hatte es sich auf seinem Sofa gemütlich gemacht und wirkte sehr entspannt. Unter seinem aufmerksamen Blick trat Newt vom Kamin fort und ließ sich ebenfalls auf dem Sofa nieder. Er schloss seine Hände enger um die warme Tasse und nahm einen kleinen Schluck, ehe er zu Dumbledore hinüberschaute. "Haben Sie heute gar keinen Unterricht mehr?"
Dumbledore schüttelte den Kopf. „Nein, dies ist der einzige Tag in der Woche, an dem ich nur vormittags eine Klasse unterrichte. Die Nachmittage nutze ich meist für Besuche im Ministerium, Korrekturen der Aufsätze oder ähnliches.“ Er trank einen Schluck und lächelte. „Hin und wieder aber auch für angenehmere Sachen“, sagte er und sein Blick streifte Newt.
"Dann habe ich wohl Glück, dass ich heute hergekommen bin", sagte Newt leise und mit einem schüchternen Lächeln über den Rand seiner Teetasse hinweg. Der Tee und das prasselnde Kaminfeuer sorgten nicht nur dafür, dass ihm schnell wieder warm wurde, sondern auch, dass er sich mehr und mehr in den fremden Räumen entspannte.
Wer hätte gedacht, dass er heute hier mit Dumbledore sitzen würde, nachdem er die letzten Wochen überzeugt gewesen war, dass der Ältere gar kein Interesse mehr an ihm hatte? Doch das hatte Dumbledore mit den leidenschaftlichen Küssen am See ganz klar widerlegt.
Allerdings kamen damit auch ganz andere Gedanken und Überlegungen wieder auf, die er vorher verdrängt hatte...
Sicher, Dumbledore hatte ihm gesagt und gezeigt, dass ihm offenbar etwas an Newt lag und dass es keiner Laune oder einfach nur der Lust auf ein schnelles Abenteuer entsprang. Doch was genau Dumbledore von ihm erwartete, war Newt noch nicht klar... oder zumindest machte es ihm Sorgen, ob er diese Erwartungen erfüllen konnte. Schließlich hatte Newt noch nie zuvor eine Beziehung geführt und war in allem, was dazugehörte, weder besonders begabt noch erfahren. Bis vor kurzem hatte er eine Beziehung mit niemandem in Erwägung gezogen. Er war selbst überrascht gewesen, wie sehr ihm die Küsse und Berührungen Dumbledores gefallen hatten. Und wie süchtig sie ihn nach mehr machten. Doch wie weit wäre er selbst bereit zu gehen? Und wenn er an seine Grenzen stieß, würde Dumbledore dann beschließen, dass sie es ganz sein lassen sollten? Hätte er dann seine Chance (die er sich in seiner Teenagerzeit mehr als gewünscht hatte) vollends vertan?
Newt bemerkte, dass er schon eine Weile schweigend ins prasselnde Kaminfeuer starrte und sich die Unterlippe zerkaute. Es kam ihm unhöflich vor, schweigend und gedankenverloren in Dumbledores Räumen zu sitzen, anstatt mit ihm zu sprechen. Einen Moment dachte Newt daran, ein unverfängliches Thema anzusprechen, aber ihm lagen diese Gedanken schwer auf der Seele und wenn er sie fortschob, hätte er keine Gewissheit. Er würde sich nur sorgen. Und das war nicht sein Stil. Also holte er tief Luft und rang sich dann zu einem zögernden: "Darf ich Sie etwas fragen?", durch.
Dumbledore blickte von seinem Tee auf und nickte freundlich. "Natürlich."
Newt brauchte noch ein paar Sekunden, um sich die Worte einigermaßen zurecht zu legen, ehe er schließlich fragte. "Was genau erwarten Sie eigentlich von... von dieser Sache zwischen uns?"
Seine Frage schien Dumbledore zu überraschen, denn für einen Bruchteil einer Sekunde schien durch seine kontrolliert freundliche Fassade etwas wie ehrliche Verwunderung hindurch. Dann schwieg er, als würde er über seine Antwort nachdenken und sagte dann, nachdem er sich die Worte sorgsam zurechtgelegt hatte: “Ich erwarte nichts.”
Newt kam diese Antwort reichlich schlicht vor und er musste zugeben, dass sie ihn ein wenig enttäuschte. Aber bevor er sie allzu negativ interpretieren konnte, fügte Dumbledore mit einem ehrlichen Lächeln hinzu: "Doch ich muss gestehen, ich bin neugierig, wo es hinführt." Nach einer kurzen Pause fragte er: "Was möchtest du, wo es hingeht?"
"I-ich weiß nicht...", murmelte Newt unsicher. Leiser Zweifel daran, wie ernst es Dumbledore war, klang in ihm nach. Aber zugleich musste er einsehen, dass er selbst Schwierigkeiten damit hatte, sich eine gemeinsame Zukunft vorzustellen. Nicht, weil er sie nicht wollte. Vielmehr, weil er einfach... Er fürchtete einfach, dass er dem großen Zauberer nicht gerecht werden konnte. Welches Recht hatte er, diese besondere Stellung im Leben seines ehemaligen Lehrers einzunehmen?
"Ich würde Sie nur ungern enttäuschen", fasste er seine Sorgen leise zusammen.
Seine Worte schienen Dumbledore zu amüsieren. "Newt, du kannst mich nicht enttäuschen", sagte er. "Wieso lassen wir es nicht einfach weiterlaufen und beobachten, wohin es uns führt? Wichtig ist nur, ob du dich wohlfühlst mit dem, was wir tun. Und wenn das für dich in Ordnung ist, dann besteht kein Grund, es zu beenden." Er lächelte ihm beruhigend zu und entlockte Newt damit ein erleichtertes Schmunzeln.
Newt wusste selbst nicht, woher seine Unsicherheit kam. Er zog es für gewöhnlich vor, sich nicht zu sorgen. Damit wandelte man seine Zukunft nur in eine selbsterfüllende Prophezeiung und er hatte sich abgewöhnt, sich über negative Auswirkungen den Kopf zu zerbrechen. Er wusste selbst nicht genau, weshalb es ihm hierbei so schwerfiel, einfach zu schauen, wie und wohin es lief. Vermutlich, weil er die Chance auf etwas sah, was er bisher für unmöglich gehalten hatte und es einfach nicht verderben wollte. Doch Dumbledore hatte ihn immer schon gut verstanden und Einfühlungsvermögen und Geduld mit ihm bewiesen. Wenn er sich also keine Sorgen machen brauchte, dann wohl bei seinem ehemaligen Professor.
"In Ordnung", sagte er also besänftigt.
"Sehr schön", antwortete Dumbledore zufrieden. Er leerte seinen Tee und, als er bemerkte, dass Newt ihn verstohlen beobachtete, sagte er mit einem leicht verschlagenen Lächeln: "Lust, etwas Neues auszuprobieren?"
Newt errötete augenblicklich bis unter die Haarspitzen, als ihm Dumbledore diesen Blick zuwarf. Es würde lange dauern, bis er sich daran gewöhnt hatte, dass sein einstiger Jugendschwarm ihn so ansah. Er wusste gar nicht, womit er all das verdient hatte. Anstatt aber ungeduldig ‘JA!’ zu rufen und damit zu leicht zu haben zu wirken, fragte er mit einem leichten Beben in der Stimme: "W-was denn?"
"Nennen wir es ein Experiment", sagte Dumbledore, hob die Hand und mit einem deutlichen Klicken verschloss sich hinter ihnen die Tür, die seine Räume vom Büro trennte. "Wie wäre es, wenn du deine Augen schließt und auf dein Gefühl hörst?"
Newt fühlte, wie sich sein Puls bei dieser Verheißung beschleunigte. ‘Experiment’ klang in seinen Ohren überaus verlockend. Er stellte die Tasse ab, die in seinen bebenden Fingern ohnehin falsch platziert war, und schloss dann vertrauensvoll und aufgeregt die Augen. An dem Stoffrascheln konnte Newt hören, dass Dumbledore näherrutschte. Sein Herz klopfte schneller. Er würde so gern die Augen öffnen, vor allem, da er den Blick des Älteren so deutlich auf sich spürte. Dass er nicht sah, was Dumbledore tat, machte das Ganze aufregender und ihn nervöser. Er zuckte zusammen, als sich unerwartet eine Hand in seinen Nacken legte. Konzentriert hielt er die Augen weiterhin geschlossen, auch, als er eine zweite Hand fühlte, die sein Kinn sanft anhob.
Newt vergaß einen Moment zu atmen, folgte der Bewegung bereitwillig, sehnte sich einen weiteren Kuss herbei und spürte dann vertraute Lippen auf seinen. Er seufzte auf und seine Anspannung wandelte sich in sehnsüchtiges Verlangen. Er wollte die Augen öffnen. Er wollte die Hände heben und Dumbledore berühren. Aber er hielt sich zurück. Stattdessen entwich ihm ein weiteres Seufzen, als Dumbledores Zunge über seine Lippen strich. Er ließ sie ein, empfing sie zögernd mit seiner eigenen und unterwarf sich ihr, weil sie forsch und dominant wurde und schnell den Ton vorgab, ohne sich zu sehr aufzudrängen.
Newt wäre in den Kuss geschmolzen, wenn ihn nicht eine neue Bewegung abgelenkt hätte. Die Hände Dumbledores waren noch wo er sie platziert hatte, doch Newt fühlte ein weiteres Paar, das seine Seiten entlang strich. Er griff irritiert danach, während sein Herz einen erschrockenen Hüpfer machte – und atmete dann auf, als er fühlte, dass es die Handschuhe waren.
"Kein Grund zur Beunruhigung", hörte er Dumbledore an seinen Lippen schnurren, "Ich möchte nur sichergehen, dass du es bestmöglich genießen kannst." Er leckte ihm langsam über die Unterlippe, um seine Konzentration wieder mehr zu seinem Gesicht zu ziehen, während die Handschuhe fortfuhren, über seinen Oberkörper zu streichen. Sie hinterließen ein angenehmes, warmes Kribbeln und Newt konnte bald nicht anders als sich der zusätzlichen Berührung mit einem genießenden Seufzen entgegen zu strecken.
Bestätigt von seiner Reaktion wanderten die Handschuhe zu Newts Kragen und begannen damit, seine Hemdsknöpfe einen um den anderen zu öffnen. Kurz darauf fühlte er bereits Dumbledores warme Hand seinen Nacken hinab und unter sein Hemd zu seiner Schulter streichen. Diese fähigen Hände direkt auf seiner Haut zu spüren, war noch einmal etwas ganz anderes und entlockte ihm ein leises, zittriges Stöhnen. Zu seiner Freude begann Dumbledore, seine Hände wandern zu lassen. Sie strichen seine Schultern entlang und über seine schlanke Brust. Während seine Handschuhe auch die letzten Knöpfe öffnen, schlüpften die Hände bereits unter das geöffnete Hemd und strichen über den Bauch und die Seiten entlang. Er beendete ihren Kuss und ließ seine Lippen vom Mund des Jüngeren über dessen Wange und die Kante des Unterkiefers wandern. Er bedeckte den Hals mit Küssen und saugte sich für einen Moment an einer Stelle unter dem Ohr fest. Seine Streicheleinheiten und Erkundungen machten Newt unruhig. Nicht nur, weil er unentwegt berührt wurde und so viel Berührung und Liebkosung nicht gewohnt war – auch, weil es zusätzlich erregend war, nichts sehen zu können und sich zugleich vor Augen zu führen, dass Dumbledore (!) ihn berührte. Es ließ seine Fingerspitzen kribbeln. Er wollte den Gefallen so gern erwidern. Wollte ebenfalls erkunden, wollte streicheln und Haut berühren. Aber Newt wagte sich nicht weiter vor. So mutig er in anderen Situationen war, so schüchtern war er auf diesem unbekannten Terrain, von dem er wusste, dass es ihm schwerer fiel als anderen. Das Wissen allein ließ ihn lediglich verstohlen die Hände auf Dumbledores Schultern legen und sich nicht weiter vorwagen.
Dumbledore ließ ihn gewähren, was an sich schon beruhigend war. Fast hatte Newt befürchtet, er würde etwas anderes von ihm erwarten und Newt hätte etwas falsch gemacht. Nun fühlte er in die Berührung hinein und ließ sich zugleich einen Moment mehr Zeit, die neuen Empfindungen genauer auf sich wirken zu lassen. Er war froh, dass Dumbledore es langsam anging. Dass er immer wieder die gleichen Stellen berührte, anstatt sich weiter vorzuwagen. Dass seine Hände in steten, beinahe beruhigenden Kreisen über Newts Haut wanderten und ihn in seiner neu erwachsenden Nervosität besänftigten. So konnte Newt sich daran zu gewöhnen, an die Nähe. An das Gefühl von Dumbledores Fingern auf seiner Haut. Und an seine eigenen Hände auf Dumbledores Schultern.
Als Dumbledore auch nach einigen Sekunden keine Anzeichen gab, dass es ihm nicht gefiel, fuhr Newt weiter mit seinen Händen über dessen Brust. Er versuchte, sich die Konturen des Anderen einzuprägen, auch, wenn er sich noch nicht traute, seine Kleidung aufzuknöpfen. Stattdessen versuchte er, Dumbledores Streicheleien zu imitieren. Was sich bei ihm selbst gut anfühlte, konnte ja nicht so verkehrt sein.
Er wurde mutiger, je mehr Zeit verging und beugte sich schließlich weiter vor, um sein Gesicht in Dumbledores Halsbeuge zu vergraben, wo er zaghafte Küsse auf die warme Haut setzte. Er fühlte Dumbledore erschaudern und hoffte, dass das ein gutes Zeichen war.
Es musste wohl eines sein, denn Dumbledore schien seinen eigenen Vorstoß als Zeichen zu nehmen, weiter zu gehen. Newt konnte fühlen, wie die großen Hände über seinen Oberkörper strichen, hinauf zum unteren Rippenbogen, wo sie verharrten, bevor ein lustvolles Kribbeln durch Newts Körper flutete, weil Dumbledore die Daumen auf seine Brustwarzen gelegt hatte und sie in kreisenden Bewegungen reizte.
Das Gefühl war ungewohnt. Newt musste in seinem eigenen Tun einen Moment innehalten, krallte seine Hände in Dumbledores Hemd und schmiegte sein Gesicht keuchend enger an Dumbledores Hals. Er sog zittrig den Duft des Älteren ein, von dem er schon damals nicht genug bekommen konnte, wenn sein ehemaliger Professor dicht neben ihm stand.
Während Dumbledores Berührungen ihn benebelten, bemerkte er, wie eine Hand von seiner Brust hinunterglitt und sich in seinen unteren Rücken legte. Sie drückte Newt näher zu Dumbledore hin. Newt kam dem Wunsch entgegen, indem er den Rücken durchbog und keuchte dann auf, als er etwas Warmes, Feuchtes an seiner Brustwarze fühlte und bemerkte, dass es Dumbledores Zunge war, die ihn reizte. Überrascht schnappte er nach Luft und krallte reflexartig die Hände in Dumbledores Haar. “P-Prof-.. ess- haah…!", stammelte er, überfordert von den plötzlich intensiveren Reizungen.
Ein atemloses Stöhnen entwich ihm, als Dumbledores Zähne leicht an der empfindlichen Haut zogen und ihn scharf ein Blitz der Erregung durchfuhr. Sein Stöhnen schien etwas auszulösen. Dumbledore presste ihn noch enger an sich und bestätigte damit Newt, dass er es genauso genoss.
Newt presste die Lippen aufeinander, um keine weiteren Geräusche verlauten zu lassen. Er war so schnell erregt, dass es fast peinlich war. Jede Berührung Dumbledores, jede Reizung, wanderte unbarmherzig in seinen Schritt und sammelte sich dort in der stärker werdenden Hitze. Um Dumbledore näher zu sein, löste sich Newt aus der geradlinig sitzenden Position, auf der er noch immer auf dem Sofa saß und drehte sich seitlich, um sich Dumbledore zuzuwenden. Er hob sein Bein an, drehte sich Dumbledore ganz zu und stellte das Bein neben der Lehne ab, sodass Dumbledore, sollte er näherkommen, direkt vor seinem Schoß saß. Es war vielmehr die Bequemlichkeit und das Verlangen als eine bewusst Einladung, die ihn dazu trieben. Aber er musste sich eingestehen, dass ihm selbst diese kleine Bewegung leichter fiel, weil er die Augen geschlossen hielt. Es machte ihn sogar so mutig, dass er dem Drängen in seinem unteren Rücken nachkam, ein Stück nach vorn rutschte und, als er fühlte, dass sich sein Schritt gegen Dumbledores Bein drückte, ein leises Wimmern von sich gab.
Dumbledore reagierte mit sanften Küssen auf Newts geschlossene Augenlider, während er das Gesicht in beide Hände nahm. „Möchtest du weiter gehen?“, raunte er ihm zu und küsste seinen Nasenrücken, während einer der Handschuh den Zeigefinger von Newts Hals hinab bis zu seinem Bauchnabel gleiten ließ, sich dann in Newts Hosenbund einhakte und demonstrativ daran zupfte.
Newt biss sich unschlüssig auf die Unterlippe, die Augen noch immer geschlossen. Wollte er? Bis jetzt hatte sich alles fabelhaft angefühlt und er konnte nicht leugnen, dass er sich nach mehr sehnte. Er war neugierig, was noch kommen würde. Newt erinnerte sich an Dumbledores Worte, dass er es einfach auf sich zukommen lassen und schauen sollte, ob es ihm gefiele. Sicher würde er aufhören, wenn Newt bemerkte, dass er an eine Grenze kam, die er nicht überschreiten konnte. Zuversichtlich nickte er also und schmiegte sich in die Hände, die sein Gesicht umfasst hielten.
Dafür bekam er einen kleinen Kuss auf den Mund. „Sieh mich an”, bat Dumbledore nah an seinen Lippen, “Ich möchte es in deinen Augen sehen.“
Newt bekam eine Gänsehaut bei den Worten. Zögerlich öffnete er die Augen, blinzelte ein paar Mal und schaute dann aus lustverhangenen Augen nervös zu Dumbledore auf.
„Merlin“, flüsterte der Ältere atemlos und Newts Wangen färbten sich einige Nuancen tiefer bei dem faszinierten Blick, mit dem er betrachtet wurde. Dumbledores Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. „An diesen Blick könnte ich mich gewöhnen“, raunte er Newt zu und bevor der Jüngere reagieren konnte, hob er sein Gesicht an und küsste ihn leidenschaftlich. Seine Handschuhe machten sich bereits an Newts Hosenbund zu schaffen und öffneten den Gürtel, während Newt sehnend in den Kuss seufzte und die Arme um Dumbledores Nacken legte. Er genoss das Spiel ihrer Lippen und Zungen in vollen Zügen. Bei Merlin, wenn er sich vorstellte, dass er Dumbledore vielleicht bald sogar jeden Tag derart küssen konnte...
Nur am Rande bekam Newt mit, wie die Handschuhe begonnen hatten, Dumbledores Weste und Hemd aufzuknöpfen, während die Hände des Älteren damit beschäftigt waren, Newt sein eigenes Hemd von den Schultern zu schieben. Dann zogen die Handschuhe Dumbledore den Stoff vom Oberkörper und ließen es zu Boden fallen.
Kaum waren sie beide bis zur Hüfte nackt, griff Dumbledore eine von Newts Händen und legte sie auf seine Brust. Newt bekam eine wohlige Gänsehaut. Für einen Moment ließ er seine Hände dort ruhen und fühlte die warme Haut unter seinen Fingerspitzen, ehe er vorsichtig über die Brust strich. Er konnte den Herzschlag unter seinen Fingern spüren und musste leicht in den Kuss lächeln. Schließlich siegte die Neugierde und so wanderten seine Hände tiefer hinab über die Bauchmuskeln und die Seiten entlang. Alles, ohne den Kuss zu unterbrechen, den Dumbledore ebenso verlangend aufrechterhielt, wie er selbst.

***

 

Albus verfolgte einige Zeit lang, wie Newt schüchtern über seinen Körper strich. Er wirkte so unschuldig, dass Albus beinahe ein schlechtes Gewissen bekam, ihn derart zu verführen. Doch dann besann er sich auf das, was er mit ihm vorhatte und das Gewissen verschwand und machte der Lust Platz. Es war höchste Zeit. Er hatte Newt lange genug aus der Ferne beobachtet und nie seine eigenen Gefühle zugelassen. Jetzt war der Moment da, es doch zu tun.
Und so ließ er es einige weitere Augenblicke zu, dass der Jüngere ihn mit den Händen erkundete, ehe er dem Ganzen Einhalt gebot. Er ließ seine Handschuhe herbeischweben. Sie nahmen Newts Hände auf, verschränkten sich mit seinen Fingern und hoben sie über seinen Kopf nach hinten. Albus tat sein Übriges, drängte den schlanken Körper zurück und hatte ihn endlich da, wo er ihn sich ersehnte: Unter ihm auf dem Sofa liegend, halbnackt, mit roten Wangen und flach atmend vor Erregung. Seine Finger waren noch immer mit denen der Handschuhe verflochten, die seine Hände über dem Kopf in einem sanften Griff hielten. Sein Blick war erregt, aber auch nervös und neugierig. Ein zauberhaft schüchternes Lächeln erblühte auf seinen Lippen, das Albus sanft erwiderte. Er beugte sich zu Newt herunter, küsste ihn erneut und ließ seine Hand über die nackte Haut wandern, während er sich mit der anderen neben ihm abstützte. Die Hand wanderte tiefer, an seinem Bauchnabel vorbei und zu seinem Hosenbund. Er strich mit einem Zeigefinger den Bund entlang, in einer langsamen, andächtigen Bewegung, darauf lauernd, wie Newt reagieren würde.
Ein Keuchen, das im Kuss unterging, und die eindeutige Bewegung seiner zuckenden Hüfte waren Antwort genug und bestätigten Albus in seinem Tun.
Newt war um einiges ungeduldiger als er, nun, da er ihn einmal um den Finger gewickelt hatte. Es ließ Albus schmunzeln. Er schob die Hand tiefer, in die offene Hose und hin zu Newts Glied.
Seine Finger umschlossen es.
Newt stieß einen überraschten Laut zwischen Stöhnen und Wimmern aus, der ebenfalls von ihren Mündern aufeinander gedämpft wurde, doch bei dem Albus ein wohliger Schauer durchlief. Die Hüfte zuckte wieder, als wäre Newt nicht mehr in der Lage, sich zurückzuhalten - und das, obwohl Albus im Moment nichts mehr tat, als das Glied zu halten.
Seine Reaktionen waren so rein, so unverfälscht und natürlich, dass Albus ihn darüber nur noch mehr begehrte. Er fühlte seine eigene Erregung deutlich wachsen. Sein Kuss wandelte sich von zärtlich und geduldig hin zu leidenschaftlich und hungrig. Er ließ seine Finger über Newts Glied gleiten, in einer entschlossenen aber langsamen Bewegung und als er an der Spitze ankam, beschrieb sein Daumen darauf kleine Kreise. Dass bereits erste Lusttropfen ausgetreten waren, machte das Ganze einfacher und, auf gewisse Weise, verruchter. Für Newt musste es intensiver sein, als er verkraften konnte, denn er warf mit einem unterdrückten Stöhnen den Kopf in den Nacken, wodurch er den Kuss unterbrach, und krallte sich fester in die Handschuhe, die seine Hände noch immer über dem Kopf zusammenhielten. Albus nutzte die Gelegenheit, in der Newt den Kopf in den Nacken gelegt hatte, um heiße Küsse auf seinem Hals zu verteilen. Er saugte sich sanft an einer Stelle fest. Ein Drang hatte sich in sein Bewusstsein eingenistet, zaghaft, aber nicht zu ignorieren: Newt besitzen zu wollen. Ihn kennzeichnen zu wollen. Oder ihm wenigstens ein kleines Andenken in Form eines Knutschlecks zu verschaffen.
Albus' Hand wanderte spielerisch Newts Glied entlang, reizte ihn, kam seinem unausgesprochenen Wunsch entgegen und heizte ihn immer weiter an. Es war zu köstlich, um aufzuhören.
Newt, der sich unter ihm immer heftiger wand und zuckte, stöhnte mit jeder Sekunde lauter und war bald an einem Punkt, an dem ihm ein gekeuchtes “D-Dumble-dore...” über die Lippen kam.
Albus lief ein wohliger Schauer über den Rücken, als Newt seinen Namen stöhnte. Er musste zugeben, dass ihm der Klang, mit dem er es sagte, mehr als gefiel. Es motivierte ihn, Newt weiter zu treiben, seine Hand noch geschickter einzusetzen, um Newt um den Verstand zu bringen. Seine Handschuhe entließen den Jüngeren aus ihrem Griff, während er mit der freien Hand nach einer von Newts langte und ihre Finger ineinander verschränkte.
Newt, von den Handschuhen befreit, nutzte die Gelegenheit, um seine freie Hand in Albus’ Haar zu legen, ehe er ihn zu sich zog und verführerisch küsste.
Albus hatte nicht damit gerechnet, dass Newt direkt auf so sinnliche Weise aktiv wurde.
Aber noch weniger hatte er es kommen sehen, dass die Hand, die eben noch seinen Kopf gehalten hatte, zwischen ihnen hinabwandern würde, über seinen Bauch streichen und schließlich an seinem Schritt ankommen würde.
Nicht, weil er ihn für schüchtern hielt. Albus wusste, dass Newt alles andere sein konnte als schüchtern. Vielmehr, weil er es selbst so sehr genossen hatte, Newt zu berühren, dass er seinen eigenen Körper darüber fast vergessen hatte. Ihm entwich ein kehliges Keuchen, als er Newts zarte Fingerspitzen mehr als deutlich an seiner Hose fühlte.
Und, weil er das Gefühl hatte, dass Newt unsicher war, ob er es wagen durfte, ließ er einen Moment von dem Glied es anderen ab, griff nach der Hand, die an seinem Schritt lag und drückte sie fordernd stärker gegen sich. Zugleich suchte er Blickkontakt. Wenn sein Blick annähernd so erhitzt war, wie er sich fühlte, dann würde Newt ihn verstehen.

***

 

Das Keuchen ermutigte Newt bereits, doch als Dumbledore dann seine Hand fester gegen seinen Schritt presste und ihn derart intensiv ansah, bestanden gar keine Zweifel mehr. Newt lief ein Schauer den Rücken hinab und seine Wangen färbten sich noch dunkler. Weniger aus Scham darüber, wo er Dumbledore gerade berührte, sondern mehr wegen der überwältigenden Erkenntnis, dass ER dafür verantwortlich war, dass sein Gegenüber derart erregt war. Es war eine völlig neue Erfahrung für ihn, begehrt zu werden. Ermutigt zögerte er nicht länger und begann damit, fester über die Beule in Albus Hose zu reiben. Er konnte das harte Glied hinter dem Stoff deutlich fühlen, wurde gierig danach und hielt in all der Zeit den erhitzten Blick Dumbledores aufrecht.
Zufrieden bemerkte er, wie sich nun auch Dumbledores Atmung beschleunigte. Doch er hatte wenig Zeit, sich darüber zu freuen, denn nachdem der Ältere im ersten Moment überwältigt in seiner eigenen Bewegung innegehalten hatte, fuhr er nun fort, Newt direkt zu massieren und Newt entwich ein weiteres Stöhnen.
Dumbledore senkte den Kopf, küsste ihn fordernder als zuvor und raubte ihm den Atem. Newt konnte über die Vielzahl an Reizungen nicht anders, als genießend die Augen zu schließen, auch, wenn er damit den Blickkontakt unterbrach. Er bog den Rücken durch, weil Dumbledores Hand ihn so erregte und stöhnte erneut, während seine eigene Hand schwach über die Beule strich. Er wollte nicht der Einzige sein, der hier vollkommen den Verstand verlor. Trotz der Erregung, die seinen Kopf in einen Rausch versetzte, gelang es ihm, Dumbledores Hose ebenfalls zu öffnen und seine Hand hinein zu schieben. Dumbledore keuchte auf, als Newt die Finger um ihn legte, unterbrach seine eigenen Bemühungen aber keine Sekunde.
Ihre Atmung wurde schneller, ihre Hüften zuckten immer öfter und Newt war sich nicht sicher, was er mehr mochte: Das Gefühl der seidigen Haut unter seinen Fingerspitzen und das Geräusch von Dumbledores überwältigtem Keuchen oder die Hand, die ihn umfasst hatte und so berauschend massierte, dass er meinte, jeden Moment zu schmelzen vor innerer Hitze.
Er genoss es, Dumbledore zu erregen und zugleich selbst weitergetrieben zu werden. Ihre Hüften hatten ein Eigenleben entwickelt. Newt bewegte die seine in kreisenden Bewegungen gegen Dumbledores Hand, um so viel Reibung wie nur möglich zu erzeugen. Gleichzeitig schloss er seine Finger um das Glied des Anderen fester, befreite es aus der engen Hose und massierte es schneller, bis sie beide das gleiche Tempo hatten. Seine Bewegungen, die er bisher an niemand anderem als sich selbst ausprobiert hatte, waren von Erfolg gekrönt. Dumbledore, der Mühe zu haben schien, sich auf den Armen zu halten, legte die Stirn auf Newts Brust ab, während sie sich unermüdlich weitermassierten. Heißer Atem traf Newts verschwitzte Haut.
Newt konnte fühlen, wie ihn Schauer um Schauer durchliefen. Er konnte die Laute, die seine Lippen verließen nicht mehr kontrollieren. Jegliche Scham hatte er längst über Bord geworfen und stöhnte hemmungslos, während er immer wieder abgehackt den Namen Dumbledores keuchte. Gleichzeitig massierte er ihn fordernder, fast schon gierig und schloss seine Hand fest um das harte, pochende Glied. Als sich die Hitze immer weiter in ihm anstaute und er bereits fast das Gefühl hatte, zu verglühen, spürte er endlich, wie die Anspannung und Erregung ihren Höhepunkt erreichten und sein Orgasmus wie eine Welle über ihn hereinbrach. Mit einem unterdrückten Schrei und zusammengebissenen Zähnen bäumte er sich unter Dumbledore auf, während sein Sperma die Hand des Älteren benetzte.

***

 

Newts Geräusche machten es nicht gerade einfacher, ihm zu widerstehen. Albus massierte ihn entschiedener, als er merkte, dass Newt hart an der Grenze war und fühlte dann, wie heißes Sperma ihm entgegenspritzte, seinen Bauch traf und seine Hand benetzte. Obwohl er für gewöhnlich nicht sonderlich schnell kam, versetzte ihn all das so sehr in Erregung, dass er fühlte, wie seine eigene Erektion mit einem Schlag deutlich härter wurde und er dem eigenen Orgasmus entgegensprintete. Das Hochgefühl, Newt einen Orgasmus beschert zu haben, steigerte seine Lust. Sein Atem ging holprig, während er die Bewegung seiner Hand ausklingen ließ und sich weiter auf die Hand des Jüngeren konzentrierte. Nur, dass diese nun, da Newt von seinem Orgasmus erschöpft war, deutlich an Geschwindigkeit und festem Griff eingebüßt hatte. Albus konnte es ihm nicht übelnehmen, sah es viel mehr als Kompliment und mit einem Lächeln legte er seine eigene Hand um die des Jüngeren und massierte sich. Es war nicht mehr viel nötig, einige entschiedene, gut geführte Züge und Albus ergoss sich ebenfalls. Ein brummendes Stöhnen kam über seine Lippen und er fühlte, wie die Anspannung und der Druck aus ihm wichen.
Er atmete tief durch. Mit einer schwachen Handbewegung säuberte Albus sie beide von den Flüssigkeiten, die sie benetzten und beugte sich dann herunter, um Newt einen kleinen Kuss auf die Lippen zu setzen. Dann schob er sich zwischen ihn und die Sofalehne in eine seitlich liegende Position – sein Sofa war glücklicherweise groß genug, damit beide nebeneinanderliegen konnten – und nahm die Wärme Newts auf. Seinen Geruch. Seine weiche Haut, die sich an Albus‘ nackte Brust schmiegte. Sein Blick fiel auf die rostroten Locken und die vielen Sommersprossen, die Newts Haut bedeckten. Er hatte etwas Wildes, Ungezähmtes. Etwas, das Albus von jeher in seinen Bann gezogen hatte.
Und obwohl Albus beinahe geglaubt hatte, dass Newt nun nach dem Orgasmus alle Kräfte verlassen hatten, war noch genug Energie in ihm, um sich ebenfalls zur Seite zu drehen, sodass sie sich gegenüberlagen. Newt warf ihm einen nervösen Blick zu, der aussagte, dass er nicht wusste, wie man sich nach so einer Erfahrung verhielt.
Albus gedachte, die peinliche Stille zu überbrücken. „Also“, sagte er sanft und er bemerkte, dass seine Stimme von all dem Keuchen und flachen Atmen ganz rau klang. Er räusperte sich. „Wie gefiel dir das Experiment?“, fragte er mit einem Schmunzeln und einem wissenden Funkeln in den Augen. Seine Hand strich Newt eine verirrte Strähne hinters Ohr.
Sein Lächeln sprang auf Newt über. “Sehr gut”, hauchte er und schmiegte sich in die Hand, die Albus noch einen Augenblick länger auf seiner Wange verweilen ließ, weil er den Anblick von Newt mochte, der sich in seiner Handfläche rieb wie ein Kätzchen
„Das freut mich“, sagte Albus zufrieden. Sein Lächeln wurde eine Spur verrucht. „Dann spricht wohl nichts dagegen, es irgendwann zu wiederholen“, stellte er fest und er konnte nicht leugnen, dass ihm die Aussicht darauf bereits jetzt schon ein wohliges Kribbeln bereitete.
Newts Wangen färbten sich erneut rot. "Das... wäre schön", brachte er verlegen heraus.
Dann öffnete er den Mund, um noch etwas zu sagen, doch ihm schienen die richtigen Worte zu fehlen und er schloss ihn wieder. Albus, der ihn nicht drängen wollte, schwieg geduldig.
“Darf ich...”, begann Newt schließlich und er klang nun wieder unsicher, “Darf ich Sie noch einmal küssen?”
Mehr brauchte es nicht, damit Albus’ Herz ein wenig schneller schlug. Wie konnte eine bescheidene Bitte nur so herzerwärmend sein? „So oft du willst“, antwortete er sanft.
Newts Augen leuchteten auf. Dennoch dauerte es noch einen Moment, in dem er unschlüssig zwischen Albus Augen und dessen Lippen hin und herblickte.
Albus schmunzelte über die plötzliche Hemmung nach allem, was sie zuvorgetan und nach den unzähligen Küssen, die sie bereits ausgetauscht hatten. Er fand Newts Unsicherheit zum Anbeißen. Geradezu süchtig machend. Aber ein weiteres Lachen konnte den Jüngeren verunsichern, also nahm er sich zurück. Darüber hinaus lenkten ihn Newts Lippen, die seinen nach einigen weiteren Sekunden schließlich entgegenkamen, zu sehr von allem ab.
Als sich ihre Lippen trafen, begann der Kuss zart und vorsichtig. Doch als Newt dann fragend die Zungenspitze über seine Unterlippe gleiten ließ, überkam ihm neues Verlangen und er erwiderte den Kuss entschiedener als er vorgehabt hatte.
Als sie sich atemlos wieder voneinander lösten, musste er lachen. Vermutlich waren es die Hormone. „So gern ich dich noch hierbehalten möchte“, raunte er an Newts Lippen, nachdem sich ihre Atmung wieder beruhigt hatte, „Ich schätze, es wäre besser, wenn wir uns für heute trennen. Ich habe noch ein paar Stunden vorzubereiten und ich vermute, dass du nun mehr als genug zu tun hast: Deinen Unterricht planen und deine Tierwesen vorbereiten.“
Newt nickte mit roten Wangen und glasigem Blick und Albus widerstand dem Drang, ihn direkt wieder aufs Sofa zu drücken. Stattdessen machte er Anstalten, sich zu erheben und Newt kam ihm nach. Sie zogen sich an, gingen zur Tür, die zu seinem Büro führte und Albus gab Newt einen letzten Kuss, ehe sie sich verabschiedeten.
Als die Tür hinter Newt ins Schloss gefallen war, klopfte sich Albus innerlich auf die Schulter. Das versprach, ein sehr angenehmes Jahr zu werden.

Chapter Text

Newt hatte noch am selben Abend begonnen mit seiner Assistentin diverse Dinge bezüglich seines anstehenden Jobs als Lehrer in Hogwarts zu klären. Schließlich konnte er auf keinen Fall alle seine Geschöpfe mitnehmen und jemand musste in der Zeit auf sie achtgeben.
Am nächsten Tag schickte er bereits eine Eule an Dippet, um ihm mitzuteilen, dass er sich entschieden hatte und umgehend beginnen könnte, wenn denn gewünscht. Die Antwort kam bereits am Abend. Dippet hatte überschwänglich zugestimmt und den Start seines Unterrichts für kommende Woche anberaumt.
Am verabredeten Tag fand sich Newt morgens in Dippets Büro in Hogwarts ein und wurde dann zu dem Gelände geführt, das für seinen Unterricht genutzt werden würde. Einige eingezäunte Gehege standen neben einem großen Gewächshaus, das beim Eintreten sogar noch größer war. Hier gab es weitere Gehege, ebenfalls mit ordentlichen Bannzaubern versehen, die Newt zur Sicherheit noch einmal verstärken würde. Daneben befand sich ein langer Tisch mit mehreren Hockern und dahinter eine Reihe Einzeltische mit Stühlen und ein Lehrerpult. Alles, was er zum Unterrichten benötigen würde.
Newt verbrachte die Zeit bis zu seiner ersten Unterrichtsstunde am Nachmittag damit, das Gewächshaus mit allerlei Pflanzen zu füllen und für die geeignete Luftfeuchte und Temperatur zu sorgen. Er würde heute damit beginnen, den Schülern Bowtruckles vorzustellen – als einfachen Einstieg, sozusagen.
Als die Schüler am Nachmittag zaghaft ins Gewächshaus eintraten, stellte Newt sich vor und begann seine erste Stunde mit einer zwanglosen Fragerunde darüber, welche Tierwesen den Kindern bereits bekannt waren. Anschließend ließ er einen Kübel mit einem magischen, kleinen Baum auf das Lehrerpult schweben, in dem einige seiner Bowtruckles saßen und sich neugierig umschauten.
Newt bat seine Schüler, vorsichtig näher zu treten und erklärte ihnen dann, worauf man bei Bowtruckles achten musste und was ihre Besonderheiten waren.
Ein Geräusch weiter vorn im Gewächshaus ließ ihn aufschauen und er erstarrte, als er Albus Dumbledore in der Tür stehen sah, leutselig lächelnd und ganz so, als hätten sie sich verabredet.
Newt lief augenblicklich rot an. Eilig wandte er den Blick von Dumbledore ab, während er tief durchatmete, um sein rasendes Herz zu beruhigen. Die letzten Tage waren anstrengend gewesen und in reger Geschäftigkeit vergangen und doch hatte er oft genug an den Älteren gedacht und ihn vermisst. Sie waren sich, seit Newt wieder in Hogwarts war, nicht begegnet und ihn nun so unvorbereitet zu sehen, nach dem, was sie zuletzt getan hatten, warf Newt deutlich aus dem Konzept.
Eine Weile starrte er auf die Bowtruckles, während ihm klar wurde, wie heiß seine Wangen waren und wie offensichtlich peinlich er sich gerade verhielt, ehe er den Mut zusammennahm und tapfer den Kopf hob. “Pr-Professor Dumbledore”, sagte er mit nervöser Stimme und versuchte, sie ruhig zu halten. “Kann ich Ihnen irgendwie helfen?”
Dumbledore winkte in einer eleganten Geste ab und trat näher an den Halbkreis der Schüler heran. „Fahren Sie fort, Mr. Scamander, fahren Sie fort“, sagte er, „Ich wollte lediglich mein Versprechen einlösen, bei Ihnen zu hospitieren. Sie erinnern sich doch daran, dass ich es ankündigte?“, fragte er nach und lächelte Newt zu.
Newts Wangen färbten sich dunkler. Ja, das hatte er tatsächlich angekündigt, draußen am See. Allerdings hatte Newt nicht erwartet, dass er es gleich in seiner ersten Stunde tun würde. Vor allem, da sie sich noch gar nicht wiedergesehen hatten, seit sie... Nein, jetzt nicht daran denken!
"S-sicher, wenn Sie möchten?", stotterte Newt und raffte sich zu einem gezwungenen Lächeln auf, ehe er sich fahrig zurück an die Schüler wandte.
Obwohl er den Faden wiederfand, war es nicht so leicht, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Zumal er Dumbledores ruhigen Blick permanent auf sich spürte und der Mann unentwegt lächelte.
Newt gab sein Bestes, ihn für einen Moment zu ignorieren und stellte stattdessen den Schülern Pickett vor, der sich von allen Bowtruckles noch am ehesten anfassen und sogar streicheln ließ.
Trotz seines kleinen peinlichen Moments verlief seine erste Stunde erfolgreich. Die Schüler schienen ehrlich interessiert, aufmerksam und höflich. Sie benahmen sich bei Weitem besser als seine Klassenkameraden von damals und er atmete auf, weil er mit einem Haufen Rüpel gerechnet hatte, die er hätte bändigen müssen. Stattdessen waren sie lammfromm (was höchstwahrscheinlich auch Dumbledores Anwesenheit zu verdanken war) und als der Unterricht endete, hatte Newt allen Grund, erleichtert aufzuatmen. Er sah den Schülern hinterher, die fröhlich miteinander sprachen, während sie das Gewächshaus verließen.
Dann, als er sicher war, dass sie allein waren, hob er zaghaft den Blick und warf Dumbledore ein Lächeln zu. “Hallo”, sagte er leise.
“Hallo“, grüßte Dumbledore sanft zurück und trat näher. Er warf einen Blick über die Schulter, ehe er sich nach vorn beugte und Newt einen Kuss auf die Lippen setzte, bei dem sein Herz vor Freude höherschlug. Schon wünschte Newt sich, er würde den Kuss vertiefen, da löste sich Dumbledore wieder von ihm.
“Willkommen unter der Lehrerschaft“, sagte er lächelnd, “Wie fühlst du dich an deinem ersten Tag?“
"Sehr gut”, antwortete Newt und erwiderte das Lächeln verträumt, “Und gerade wurde es noch besser.” Würde er sich wohl daran gewöhnen können, von Dumbledore geküsst zu werden? Bis dahin verging wohl noch einige Zeit.
Sein Gegenüber lachte leise. „Gern geschehen“, sagte er, ohne falsche Bescheidenheit vorzutäuschen. „Möchtest du mich zum Mittagessen begleiten?“
Über die Antwort musste Newt nicht lange nachdenken. Er nickte und griff nach einigen Unterlagen, die er eilig verstaute. "Gern!", sagte er und verließ gemeinsam mit Dumbledore das Gewächshaus, schloss es ab und begleitete ihn zum Schloss.
„Sag, Newt“, begann Dumbledore in einem freundschaftlich interessierten Ton, den Blick beiläufig über das leere Gelände schweifend, „Wie oft hast du an uns gedacht, in den letzten Tagen?“ Er warf Newt einen Blick zu, der den Anschein einer unschuldigen Frage verstärkte, doch seine Augen funkelten verrucht.
Newt, dem es schwerfiel, an irgendetwas anderes zu denken, als an ihr letztes Treffen, wich Dumbledores Blick aus. “I-ich... a-ab und an", murmelte er und scheiterte kläglich bei dem Versuch, ganz unberührt und entspannt zu antworten.
„Ab und an?“, fragte Dumbledore mit einem weiteren Seitenblick. „Nun, ich für meinen Teil“, sagte er und seine Stimme wurde leiser, „habe ehrlich gesagt Schwierigkeiten, dich aus dem Kopf zu bekommen.“ Seine Lippen umspielten ein Lächeln, als einziges Zeichen seiner wahren Gefühle, während seine ganze Körperhaltung die einer teilnahmslosen Autoritätsperson war. Newt beneidete ihn um seine Fähigkeit, seine Gefühle hinter einer Fassade zu verstecken.
Während sie ins Schloss hineintraten und den Weg zur großen Halle nahmen, wurde es um sie herum geschäftiger. Hunderte Schüler strömten mit ihnen gemeinsam in die Halle. Newt war froh, als es etwas voller um sie wurde und sich Dumbledore dementsprechend mit weiteren Kommentaren zurückhielt. Dadurch konnte Newt wenigstens seinen Herzschlag beruhigen und musste auf die Anspielungen nicht antworten. Doch Dumbledore nutzte die Enge, um Newt näher zu kommen und raunte ihm ins Ohr: „Ich stelle mir unentwegt vor, wie es wäre, es zu wiederholen.“ Er warf Newt einen vielsagenden Blick zu. „Oder unser kleines Experiment vielleicht zu erweitern.“
Newt wurde heiß. Bei den Erinnerungen an ihr letztes 'Experiment' fehlte nicht mehr viel, um ihn in eine mehr als unangenehme Situation zu bringen, die eine viel zu enge Hose beinhalten würde.
Doch zu seinem Glück wandte sich Dumbledore ab und schritt in die große Halle zum Lehrertisch, wodurch er Newt die Möglichkeit gab, tief durchzuatmen und sich zu beruhigen, ehe er folgte und sich mit gesenktem Blick neben Dumbledore setzte.
Er war froh, dass dieser direkt ein Gespräch mit Dippet begann und zugleich neidisch darauf, wie er es schaffte, so unbeteiligt und ruhig zu wirken, nachdem er all diese Dinge gesagt hatte. Während Newt sich mit glühenden Wangen Essen auftat und dann seinen Becher füllte, mahnte er sich zu Ruhe.
Immerhin schien Dumbledore ihn nicht weiter reizen zu wollen. Während des Essens unterhielt er sich ununterbrochen mit Dippet. Doch der Klang seiner Stimme, sein Geruch, der Newt in der Nase hing, und die Nähe zu ihm, befeuerten Newts Gedanken auch ohne, dass Dumbledore in seinen Verheißungen weiter ausholte. Er fragte sich, wie das neue Experiment aussehen könnte. Seine Gedanken verloren sich in Mutmaßungen darüber, dunklen Fantasien, die nicht gerade dazu beitrugen, dass er sich beruhigte, und als er dann auch noch Dumbledores Blick auf sich fühlte, hatte er bereits das Gefühl, sein Körper stand in Flammen. Zaghaft und ein Keuchen unterdrückend hob Newt den Kopf und sah Dumbledore an.
Er bereute es augenblicklich, denn er sah das wissende Funkeln in Dumbledores Augen und die Scham kroch ihm den Nacken hinauf. Dumbledore wusste ganz genau, wie er sich gerade fühlte und das kleine unscheinbare Schmunzeln sagte Newt, dass er genau das erwartet hatte. Peinlich berührt senkte Newt den Blick wieder. Er wollte Dumbledore mehr, als er es aussprechen konnte. Aber hier inmitten der großen Halle zu sitzen und zu fürchten, dass alle Welt ihm das sofort ansah, brachte ihn in eine unangenehme Situation. Er fürchtete beinahe, dass Dumbledore seinen Zustand ansprechen würde.
Doch dieser sagte stattdessen: “Nun, Mr. Scamander, wie ich zuvor schon sagte“ Er legte ein unverbindliches Lächeln auf, “vielen Dank für Ihre kurze Einführung in das neue Fach. Es hat durchaus Potenzial.“ Sein Lächeln wurde eine Spur wärmer. “Meine nächste Stunde beginnt in wenigen Augenblicken. Doch da Sie noch neu auf dem Gebiet sind, dachte ich, es wäre vielleicht hilfreich, einige Tipps zum Thema ‚Unterrichten‘ zu bekommen. Was halten Sie davon, wenn wir uns diesbezüglich heute Abend zusammensetzen?“
Newt ahnte, dass es ein Code war. Dumbledore drückte sich nie direkt aus. Und unter den gegebenen Umständen musste er nicht lange raten, was genau Dumbledore mit ihm heute Abend tun wollte.
“G-Gern”, antwortete er mit kratziger Stimme, “Wann wäre es Ihnen recht?”
“Nach dem Abendessen?”, fragte Dumbledore und seine Stimme nahm einen schnurrenden Ton an, als er fragte: “Wenn Sie das einrichten können?“
Newt konnte seinem hitzigen Blick nicht lang standhalten. Er senkte den seinen eilig auf die Tischplatte. “Natürlich”, hauchte er atemlos.

*

Newts Gedanken wanderten den ganzen restlichen Tag immer wieder zu seinem ehemaligen Professor. Er war froh, als es endlich Abend wurde. Seine Tierwesen hatte er bereits versorgt und sein Unterrichtsmaterial für den nächsten Tag pflichtbewusst vorbereitet. Obwohl er sich den Abend herbeigesehnt hatte, klopfte sein Herz aufgeregt, als er nun endlich vor der Tür von Dumbledores Büro stand. Er musste ein paar Mal tief durchatmen, ehe er zaghaft anklopfte.
Die Tür schwang auf und gab den Blick auf Dumbledore frei, der gegen die Kante seines Schreibtisches gelehnt stand, die Hände in den Hosentaschen, und ihm ein Lächeln schenkte. “Guten Abend“, sagte er und wies einladend in den Raum. “Bitte, komm rein.”
Nervös erwiderte Newt das Lächeln, trat ein und schloss die Tür hinter sich. “Guten Abend”, erwiderte er den Gruß, "Ich hoffe, ich bin nicht zu früh?" Sein Blick fiel auf einen Stapel Aufsätze, der neben Dumbledore auf dem Schreibtisch lag. "Ich könnte auch später nochmal wiederkommen, wenn...", begann er eilig.
„Das wäre ein Jammer“, unterbrach ihn Dumledore lächelnd und trat auf Newt zu.
Ein plötzlicher Stoß in seinem Rücken ließ Newt das Gleichgewicht verlieren. Er fiel mit einem überraschten Laut in Dumbledores Arme, während er die Handschuhe an sich vorbeischweben sah.
„Wo ich mich doch so darauf gefreut hatte, meinen Abend mit dir zu verbringen“, raunte Dumbledore ihm zu. „Alles andere kann warten.“
Als Newt klarwurde, dass die Handschuhe ihn geschubst hatten, damit er sich direkt in Dumbledores Arme warf, errötete er. Nervös blickte er zu ihm auf. "W-wenn Sie das sagen", murmelte er überfordert und nahm die Hände, mit denen er sich hatte auffangen wollen, zögernd von Dumbledores Brust. Er legte sie stattdessen auf die Schultern des Älteren.
„Tu ich“, bestätigte Dumbledore und beugte sich zu Newt hinunter, als wollte er ihn küssen.
Newt schlug das Herz bis zum Hals. Oh Merlin, wie er diese Lippen vermisst hatte. Doch zu seiner Enttäuschung verharrten sie wenige Zentimeter vor seinem Mund.
„Also“, schnurrte Dumbledore sanft, „Wonach steht dir der Sinn?“ Er senkte den Kopf noch tiefer, bis sie sich fast berührten. Aber nur fast. Newt drängte sich gegen ihn, legte den Kopf weiter in den Nacken, um ihm entgegenzukommen. Doch Dumbledore küsste ihn nicht.
Stattdessen fragte er: „Möchtest du etwas trinken? Einen Wein?“

*~*

Albus schmunzelte. Er kam Newt noch ein Stück weiter entgegen, sodass sich ihre Lippen beinahe streiften. Aber nur fast. Einen Moment lang verharrte er so nah an ihm, mit einem Schmunzeln um die Mundwinkel, ehe er den Kopf zurück und eine Hand hob, um den Wein zu sich zu rufen. Er schwebte aus dem Nebenzimmer zu ihm hin, samt zweiter Gläser.
Albus fühlte sich sehr sicher in seiner derzeitigen Situation. Er hatte alles, wonach es ihm verlangte, direkt in seinen Armen. Womit er nicht gerechnet hatte, war, dass Newt den verweigerten Kuss selbst einforderte, ihm die Arme um den Hals schlang und ihn sehnsüchtig küsste. Albus entwich überrascht die Luft aus den Lungen. Sein Herz schlug vor Überwältigung so kräftig in seiner Brust, dass er meinte, sein Brustkorb würde zerspringen. Er war von Newts Reaktion auf seine kleine Reizung so abgelenkt, dass er alles andere vergaß. Der Zauber löste sich in Luft auf und neben ihnen zerschellten die Flasche und die Gläser mit einem lauten Klirren auf dem Boden. Albus hörte es nicht einmal, es kümmerte ihn auch nicht. Er schlang einen Arm um Newts Taille und zog ihn näher, während er den sehnsüchtigen Kuss mit ebenso viel Verlangen erwiderte. Diese Bestätigung zu fühlen, tat gut.
Er vertiefte den Kuss, bis er Newts Körper an seinem erbeben fühlen konnte, und zog dann den Kopf ein Stück zurück.
“Ich bin sowieso nicht besonders durstig", wisperte Newt an seinen Lippen, während er ihm in die Augen sah.
Albus schmunzelte. „Dann ein andermal“, antwortete er schnurrend und mit einem Fingerzeig reparierten sich Flasche und Gläser und blieben neben dem Tisch stehen. „Und wonach steht dir dann der Sinn?“, fragte er.
Er konnte förmlich sehen, was Newt durch den Kopf ging, als dessen Augenlider ein Stück hinabsanken und seine Wangen sich weiter röteten. “Nach wiederholen und erweitern”, flüsterte er. Albus schmunzelte geschmeichelt und beeindruckt. Das war sehr direkt, vor allem für Newts Verhältnisse.
„Wenn du möchtest?“, fragte er, aber es war mehr rhetorisch. Newt hatte ja bereits geantwortet. Albus löste seine Arme von ihm. „Dann folge mir“, sagte er mit einem liebevollen Lächeln, „Ich vermute, dass wir es nicht in meinem Büro austesten wollen.“ Und mit diesen Worten öffnete er die Tür zu seinen Räumen weiter und hielt sie für Newt auf. Hinter ihnen verschloss er sie magisch und ging dann tiefer ins Wohnzimmer hinein, ehe er vor einer weiteren Tür stehen blieb. Er warf Newt einen Blick zu, suchte in seinen Augen etwas, das aussah wie ein Rückzug.
Stattdessen trat Newt näher, ein überaus einnehmendes Funkeln im Blick, das Albus ungeduldig machte. Bevor es verschwinden konnte, ließ Albus die Tür aufschwingen. Während sie den Blick aufs Schlafzimmer freigab, hielt er Newt eine Hand hin. „Ein Bett ist in vielerlei Hinsicht gemütlicher als ein Sofa“, sagte er lächelnd, als wollte er sich erklären. Es wäre ihm wie ein plumper Vorstoß vorgekommen, wenn Newt sich nicht gerade eben so deutlich über seine Ziele des heutigen Abends geäußert hätte. Als dieser die Hand in seine legte, führte er ihn hinein in den großzügig geschnittenen Raum, der Platz für ein großes Bett und einen Wandschrank bot. Ein bodenlanger Spiegel stand neben dem Schrank, eine Kommode auf der anderen Seite. Alles war in hellem Holz gehalten, was dem Raum eine gewisse Leichtigkeit und Freiheit gab.
"Gefällt mir", sagte Newt mit einem erwartungsvollen Lächeln, das Albus erwiderte, während er in langsamen, gemächlichen Schritten, wie eine geduldig lauernde Raubkatze, auf Newt zulief, die Augen funkelnd auf ihn gerichtet.
“Freut mich“, antwortete er, blieb vor ihm stehen und legte ihm eine Hand auf den Rücken. Sie strich bedächtig hinauf bis zu seinen Schulterblättern und dann ebenso langsam hinunter, bis sie auf Newts Hintern zum Liegen kam. Er trat noch einen Schritt vor, presste sich gegen ihn und küsste ihn hungrig, während er fortfuhr, seine Hände über Newts Körper wandern zu lassen. Es lockte ihn, ihm die Kleidung ohne Umschweife vom Körper zu hexen. Zumal Newt sich so wunderbar in seine Küsse ergab, weich wurde in seinen Armen und sich näher drängte. Albus entwich ein leises zufriedenes Brummen, als er fühlte. Er vertiefte den Kuss, während er Newt noch mehr an sich drückte, fühlte, dass den Anderen die Nähe ebenso erregte wie ihn selbst und, als er es nicht mehr ertrug, dass so viel Stoff zwischen ihnen war, beendete er den Kuss, blickte Newt in die Augen, die bereits einen verführerischen Schlafzimmerblick präsentierten und raunte heiser: „Newt, zieh mich aus.“
Newt löste keuchend den Kuss. Er schaute Albus überrascht an und Albus fürchtete schon, mit dieser eindeutigen Forderung hätte er ihn verschreckt, da strichen seine Hände bereits über die breiten Schultern über die Brust hinab und hielten schließlich an der Weste inne. Langsam öffnete er jeden einzelnen Knopf, schob die Weste auseinander und legte seine Hände flach auf Albus Bauch. Fast bewundernd strich er mit beiden Händen über den dünnen Hemdstoff wieder hinauf bis zu seinem Hals, wo er mit seinen Fingern unter die Krawatte fuhr um diese zu lockern.
Albus ließ Newt nicht aus den Augen. Äußerlich blieb er ruhig und gefasst, doch in seinem Magen flatterten Schmetterlinge, als er dem Jüngeren dabei zusah, mit welchen andächtigen, fast bewundernden, Bewegungen er ihn berührte. Albus hob den Kopf ein wenig an, damit Newt besseren Zugriff hatte, doch seine Augen lagen weiterhin auf ihm. Er genoss es, mit welcher Rücksicht und Ehrfurcht Newt sich ihm näherte. Als wäre er zu kostbar, um ihn anders zu behandeln.
Und das nicht wegen Albus‘ Namens. Seines Einflusses. Seiner Macht. Newt strebte nach keiner dieser Dinge. Das machte die Handlung umso bedeutender.
Als Newt die Krawatte gelockert und gelöst hatte, ließ er sie achtlos zu Boden sinken, beugte sich stattdessen vor und setzte kleine Küsse auf Albus’ Hals. Gleichzeitig öffneten seine Finger zielstrebig die Hemdknöpfe, zuerst die des Kragens und dann weiter hinab. Jedem Stück freigelegte Haut folgte Newt mit seinen Lippen. Albus lief ein wohliger Schauer über den Rücken. Nicht zum ersten Mal bemerkte er, dass Newt seine Erwartungen noch bei weitem übertraf. In seiner Vorstellung war es nicht auf diese Art erregend gewesen. Er hatte erwartet, einen hochroten, stammelnden Newt vor sich zu haben, der ihn mit zitternden Fingern aufzog. Doch dass er dabei nach Strich und Faden verführt und um den Finger gewickelt wurde, hatte er nicht kommen sehen. Er fühlte die Kontrolle, die er bis eben noch in seinen Händen wähnte, schwinden, mit jedem Zentimeter, den Newt tiefer wanderte. Bei Merlin und allen Göttern! Es machte ihn so hart, dass ihm schwindelig wurde von dem plötzlichen Blutverlust im Hirn.
Nachdem Newt sein Hemd komplett aufgeknöpft hatte, schaute er von dort, wo er den letzten Kuss auf Albus’ Bauch gesetzt hatte, hinauf, als wollte er Bestätigung suchen, während er ihm Hemd und Weste von den Schultern strich. Dann, als würde ihm Albus’ Blick alles verraten, was er wissen musste, strichen seine Hände über Albus’ Bauch, während er auf die Knie sank, den Kopf senkte und begann, Albus die Schuhe auszuziehen.
Albus musste dem Drang wiederstehen, seine Hand an den Hinterkopf des Jüngeren zu legen und ihn gegen seinen Schritt zu pressen. Er ballte die Hände zu Fäusten, den Blick erhitzt auf Newt liegend. Ihm fielen eine Menge Szenarios ein, die damit begannen, dass Newt vor ihm auf die Knie sank. Er hatte bis eben gar nicht gewusst, dass sein Gehirn eine derart rege Vorstellungskraft hatte. Merlin, war er froh, dass Newt kein geborener Legilimentor war. Und dass er seine Gedanken gut verstecken konnte.
Albus raffte sich zu einem anerkennenden Lächeln auf, das ihn anstrengte, weil er seine ungewöhnlich starke Gier im Zaum halten musste. “Du überraschst mich immer wieder“, stellte er fest und bemerkte, wie rau und heißer seine Stimme klang.
Newt schmunzelte bei der Bemerkung. "Das höre ich öfters”, sagte er leise, zog Albus Schuhe und Socken aus und strich dann mit den Handflächen Albus’ Unterschenkel hinauf, über seine Oberschenkel, bis zur Hüfte. Seine Finger näherten sich Albus’ Hosenbund, öffneten den Knopf und hielten dann, wie um Erlaubnis wartend, inne.
“Newt, Darling“, sagte Albus heiser und griff die Finger, die ihn auch noch des letzten bisschen Stoffs entledigen wollten. Er holte zittrig Luft, trat einen Schritt zurück und lachte kurz über seine eigene Überwältigung auf. Er konnte sich nicht entsinnen, in den letzten Jahren etwas derart Heißes erlebt zu haben.
“Du bist überwältigend“, keuchte er, hielt Newt eine Hand hin und zog ihn auf die Füße. Als der Jüngere wieder stand, zog er ihn zu sich und drückte ihm einen erhitzten Kuss auf den Hals. “Aber ich fürchte, wenn du so weitermachst, bin ich in wenigen Sekunden nicht mehr zu gebrauchen“, raunte er ihm ins Ohr, “Und das wäre sehr schade, wo du selbst noch nicht einmal ansatzweise entkleidet bist.“
Newt kicherte leise. “Ja, das wäre schade”, seufzte er und legte den Kopf zur Seite, wie um Albus mehr Platz zu bieten.
“Dann lass mich dir mit deiner Kleidung helfen“, schnurrte Albus, der nun, da er wieder ein wenig mehr Herr der Lage war, deutlich klarer denken konnte. Wenn er daran dachte, dass er sich schon einen Plan zurechtgelegt hatte, wie er Newt erfolgreich verführen konnte, grenzte es beinahe an Komik, wie schnell ihm der Jüngere die Kleidung vom Leib gezogen und ihn dabei fast bis zum Orgasmus getrieben hatte. Er hatte geglaubt, dass ihm wenige das Wasser reichen konnten, wenn es um Verführung ging und darum, jemanden tun oder fühlen zu lassen, was er wollte. Newt gelang es ganz spielerisch auf eine unschuldige Art ohne Hintergedanken. Es verdiente mehr als Albus‘ Anerkennung.
Er legte eine Hand um Newts Hals und die Fliege entknotete sich unter seiner magischen Berührung. Das Band fiel zu Boden, während Albus die Handfläche über die Knopfleiste von Newts Hemd gleiten ließ und die Knöpfe aufsprangen. Ungeduldig schob er eine Hand unter den Stoff, strich über die weiche Haut und zog Newt schließlich das Hemd ganz aus. “Du bist zu schön, um angezogen zu bleiben“, raunte Albus Newt ins Ohr, während seine Hände beinahe andächtig Newts Seiten entlang strichen und sich dann in seinen unteren Rücken legten, um ihn näher zu ziehen. So, wie sie standen, bestand kein Zweifel daran, dass Newt Albus‘ hartes Glied deutlich an seinem Oberschenkel spürte.
Dem Jüngeren entwich ein leises Keuchen. Er schmiegte sein Gesicht eng gegen Albus Hals, während er seine eigene Hüfte gegen ihn presste.
Albus schmunzelte zufrieden über die bestätigende Reaktion. Er wollte ihn nicht länger warten lassen. Daher führte er Newts Hände wieder zu seinem Hosenbund. “Ich hatte dich vorhin unterbrochen“, sagte er schmunzelnd, “obwohl du es so talentiert gemacht hast. Oder gerade deswegen. Wie wäre es, wenn du es noch beendest?“ Und noch während er fragte, legte er seinerseits die Hände an Newts Gürtel und öffnete ihn, ehe er sich dem Knopf zuwandte, der Newts Hose verschlossen hielt.
Das, was sie taten, schien Newt in Hochstimmung zu versetzen. "Wenn Sie sich jetzt wieder gefasst genug dazu fühlen, Professor?", fragte er neckend.
Albus schmunzelte. “Nun, da du so freundlich warst, mir eine Pause zu genehmigen“, antwortete er amüsiert. “Darüber hinaus ist es ein großes Kompliment“, fuhr er fort, während seine Hände Newts Hose öffneten und hinein glitten. Zu seiner Freude war Newt ebenso erregt wie er. Er umfasste den Schaft des Jüngeren und zog das Glied aus der Hose heraus. „Schließlich ist es dein Verdienst, dass ich so schnell in derartiger Verfassung war.“ Er lächelte in Erinnerung daran und ließ seinen Daumen über Newts Spitze kreisen, während seine andere Hand die Hose ganz hinunterzog, sodass sie bis zu den Knöcheln fiel.
Seine Berührung blieb nicht ohne Folgen. Newt sog scharf die Luft ein und keuchte dann zittrig, während er sich haltsuchend in Albus’ Seiten krallte. Dass Albus ihn aufgefordert hatte, ihm die Hose auszuziehen, schien er vor Erregung völlig zu vergessen.
"Ich... fühle mich geehrt", seufzte er gegen Albus Hals.
“Solltest du auch“, bestätigte Albus amüsiert und obwohl es ihn nach mehr verlangte, konnte er doch die Hand nicht von Newt lösen, da es den Jüngeren derart erregend zum Zittern brachte. Er beschloss, Newts Handlung von vorhin zu imitieren, küsste sich einen Weg von dessen Hals hinab über die Brust und tiefer, während er vor ihm auf die Knie sank. Die Hand noch immer an seinem Glied, setzte er seine Lippen in eine gerade Linie bis zum Bauchnabel und kam schließlich an seinem Schritt an. Er zögerte nicht lange, umfasste das Glied am Schaft und küsste die Spitze, ehe er in einer langsamen, kreisenden Bewegung darüber leckte. Newts abgeackter Atem und die Hände, die sich fahrig in Albus’ Schultern krallten, waren Bestätigung genug, dass er das Richtige tat. Albus fuhr fort, Newts Schaft bis zur Wurzel mit der Hand zu massieren und seine Zunge über die Spitze gleiten zu lassen. Er legte die Lippen um die Eichel und saugte daran, ehe er erneut mit der Zunge fortfuhr. Dieses Spiel wiederholte er ein paarmal und nahm das Glied dabei jedes Mal tiefer in den Mund. Über ihm konnte Newt den Augenkontakt offensichtlich nicht mehr länger aufrechterhalten. Er kniff die Augen zusammen und rang keuchend um Fassung, schwankte, als würden ihm die Knie weich werden und sein Griff an Albus’ Schultern wurde haltsuchend fester. Albus schmunzelte, während er ihn tiefer aufnahm, mit der Zunge über ihn fuhr und ihn dabei beobachtete, wie Newt sich in der Lust verlor.
Dann, als Albus an der zunehmenden Härte bereits ahnte, dass Newt nicht mehr weit war, krallten sich dessen Hände in sein Haar und zogen daran.
"S-stop", brachte Newt mit zittriger Stimme heraus.
Albus lachte leise, was durch das Glied in seinem Mund gedämpft wurde. Er genoss das leichte Ziehen in seinen Haaren, das verzweifelte Hineinkrallen des Jüngeren. Unter anderen Umständen hätte er Newts Wunsch berücksichtigt, aber nicht in dieser Situation. Es mochte unfair sein – in Anbetracht der Tatsache, dass er vorher in einer ähnlichen Situation gewesen war und Newt ihm eine Pause gegönnt hatte. Doch der Gedanke, Newt so weit zu treiben, dass dieser sich nicht mehr zurücknehmen konnte und in seinem Mund kam, war zu verführerisch. Darüber hinaus war er sich sicher, dass es nicht lange brauchen würde, ihn danach ein weiteres Mal zu erregen. Also kam er dem Wunsch nicht nach, intensivierte im Gegenteil seine Anstrengungen und nutzte all sein Können, um Newt über die Klippe zu bringen.
Seine Liebkosungen entlockten Newt ein verzweifeltes Aufstöhnen. “N-nicht... ich-.. nnnhh..!"
Fahrig versuchte er, sich irgendwie Albus zu entziehen, doch offensichtlich konnte er dafür nicht die Kraft aufbringen, die es brauchte.
Albus fühlte, wie das Beben durch Newt ging, auf das er hingearbeitet hatte und im gleichen Moment fühlte er die heiße Flüssigkeit, die in seinen Mund strömte und seinen Rachen benetzte. Newt stöhnte und keuchte über ihm, krallte sich noch immer an ihm fest und taumelte ein wenig.
Albus schluckte, schob den Kopf dabei ein paar letzte Male vor und zurück, um Newts Orgasmus nicht abrupt zu beenden und als er sich sicher war, dass Newt ihm alles gegeben hatte, löste er sich von ihm. Er ließ ihn los und kam wieder auf die Füße, wobei er einen Arm um Newts Taille legte, weil dieser wirkte, als würden ihm jeden Moment die Beine wegknicken.
„Faszinierend“, stellte er mit leiser Stimme fest. Newt derart zitternd und stöhnend zu erleben, schlug ihn jedes Mal aufs Neue in seinen Bann.
Er konnte nicht einmal sein Grinsen verkneifen. Es lag auf seinem Gesicht und ließ sich nicht wegwischen. Dafür war sein eigenes Hochgefühl zu groß.
Einen Moment blieb er nah an Newt stehen und ließ ihn zu Luft kommen.
Es dauerte nicht lang, bis sich Newt soweit gefangen hatte, dass der verklärte Ausdruck in seinem Blick verschwand und einem neuen, panischeren Ausdruck Platzmachte. Er versuchte, sich von Albus zu lösen.
"D-das tut mir leid... ich-”, stotterte er, “Ich wollte nicht... in Ihren Mund-... Oh Merlin."
Albus lachte und bevor Newt weiterstammeln konnte, nutzte er den Griff um dessen Taille, um ihn näher zu ziehen und zu küssen. Er knabberte an seiner Unterlippe, leckte darüber und küsste Newt so lang und intensiv, bis sie beide keine Luft mehr bekamen. Als sie sich wieder voneinander lösten, schaute er ihm in die Augen. „Newt, dir ist bewusst, dass ich das eingeplant hatte, oder?“ Er schenkte ihm ein Lächeln, ehe er den Kopf vorschob und Newt ins Ohr raunte: „Und dass es mir gefallen hat. Fast so sehr wie dir, würde ich behaupten.“
Seine Worte schienen Newt peinlich. Er versteckte sein glühendes Gesicht an Albus Hals und murmelte kaum hörbar: "O-okay"
Albus schmunzelte. „Was hältst du davon…“, raunte er ihm ins Ohr und seine Hand strich Newts Rücken hinauf, „… wenn wir uns ins Bett legen? So nackt ist es frisch hier, ohne Decke.“ Natürlich könnte Newt verwundert ablehnen und sich anziehen. Albus hoffte, dass der Jüngere das Spiel weitertreiben wollte und er es nicht zu schnell mit seiner impulsiven Handlung beendet hatte.
Statt einer Ablehnung antwortete Newt damit, sich enger an Albus zu schmiegen. Er schien noch immer zu peinlich berührt, um ein Wort herauszubringen, aber immerhin wollte er sich nicht trennen, wie Albus zufrieden zur Kenntnis nahm. Er führte Newt zum Bett, schlug die Decke zurück und wies mit einer einladenden Geste hinein. Während Newt es sich bequem machte, ging er zur anderen Seite, um dazu zu kommen. Zwar trug er noch seine Hose und sein Schritt war noch immer unbequem eng, aber er hatte nicht sonderlich viele Optionen. Entweder er zog sie aus, woraufhin sein hartes Glied herausspringen und Newt womöglich unter Druck setzen würde… Oder er hielt es aus und behielt die Hose an, um Newt eine Pause zu gönnen und es weiterhin langsam anzugehen. Newt musste es wollen, egal, was sie als nächstes tun würden. Und Albus zog es vor, wenn man seinen Partnern anmerkte, dass sie es mehr wollten, als er selbst. Dann gab es keine Zweifel mehr, die ihm später hinderlich wären.
Nur mit der Hose bekleidet rutschte er also unter der Decke näher an Newt heran und legte ihm einen Arm um die Taille, während er ihm einen Kuss auf die Spitze seiner Schulter setzte.
Das reichte aus, damit Newts Mund den seinen suchte und sie sich sanft küssten. Albus genoss es, wie sich Newt an ihn schmiegte und zog ihn ein wenig näher. Er würde so schnell nicht genug bekommen von diesen Lippen. Sie waren zum Anbeißen.
Albus keuchte in den Kuss, als er plötzlich Newts Hand in seinem Schritt fühlte. Der Jüngere hatte sie in seine Hose geschoben und berührte ihn so intim, dass sein Herz schneller schlug. Er fragte sich, ob er jemals nicht von Newt überrascht werden würde. Immer dann, wenn er glaubte, ihn einschätzen zu können, tat Newt etwas, das ihn überwältigte. Er löste den Kuss und, weil er nicht wollte, dass Newt sich zu irgendetwas gezwungen fühlte, sagte er leise: „Du musst das nicht tun.“
“Ich weiß”, flüsterte Newt und seine Augen flackerten unsicher. “Oder möchten Sie nicht?”, fragte er.
Albus musste schmunzeln bei der Frage. „Doch“, sagte er heiser und unbewusst folgte sein Becken der Hand, die ihn verlassen wollte. Er küsste Newt noch einmal. „Wie könnte ich da ‚nein‘ sagen?“
Newt lächelte sichtbar erleichtert, küsste Albus zaghaft erneut und befreite Albus endlich aus der viel zu engen Hose. Seine Fingerspitzen kreisten über Albus’ Spitze. Albus gab ein genießendes Brummen von sich und schloss einen Moment die Augen. Das letzte Mal war erst eine Woche her gewesen, doch ihm erschien es wie eine halbe Ewigkeit, seit er die zierlichen Hände zuletzt auf sich gespürt hatte. Während er betete, dass Newt nun, da er angefangen hatte, nicht aufhören würde, schmiegte er sich näher an ihn. Er bedeckte seinen Hals mit Küssen, während die Hand rastlos über Newts Haut wanderte. Er konnte einfach nicht still daliegen bleiben, während Newt ihn berührte.
Dann unterbrach ihn Newts freie Hand in seinem Tun, legte sich auf seine Brust und schob ihn von sich, bis Albus auf dem Rücken lag und milde überrascht zu Newt hinaufschaute.
Albus war es nicht gewohnt, seine Kontrolle vollkommen abzugeben. Er hatte stets, auch wenn er entspannt und gelassen wirkte, ein Auge darauf, Herr der Situation zu bleiben. Selbst, wenn man es auf den ersten Blick nicht erkennen mochte, weil er es vorzog, die Fäden aus dem Hintergrund zu ziehen. Doch selbst diese Kontrolle hatte er jetzt nicht mehr. Die Hand an seinem Glied machte es einfacher, loszulassen. Er war schon so lang so hart, dass er keine großen Einwände hegte. Als Newt ihn dann zusätzlich reizte, indem er seine Brust mit Küssen bedeckte und dann an seinen Brustwarzen ankam, schloss er endgültig die Augen und ergab sich in die forschenden Hände des Jüngeren. Newt lernte schnell – obwohl das für Albus keine Überraschung war.
Er fühlte, wie sein Puls sich hoffnungsvoll beschleunigte und sein Atem flacher wurde. Albus war nicht so empfindlich an den Brustwarzen wie Newt. Doch es reichte, um ihm ein zusätzliches feines Kribbeln zu geben, das durch seinen Körper wanderte und seine Erregung verstärkte.
Aufmerksam und aufgeregt verfolgte er, wie Newt sich tiefer küsste, immer tiefer und dann, zögernd erst, doch dann entschieden, Küsse auf Albus’ steifes Glied setzte. Albus sog scharf die Luft ein und riss die Augen auf, die er eben genießend geschlossen hatte. Nicht, dass es ihn erschreckt hatte – viel mehr so sehr erregt, dass alles in ihm in hellen Aufruhr geriet. Sein Blick glitt hinunter zu Newt, der nun vorsichtig an ihm leckte und es fehlte nicht mehr viel und er wäre vor Überwältigung ohnmächtig geworden. Er biss sich hart auf die Unterlippe, um nicht zu fluchen. Dieses Bild war durch Newts unschuldige, unerfahrene Art noch viel heißer als er erwartet hatte – und zusammen mit den Empfindungen an seinem Schwanz viel erregender als es vorhin war. Bereits da hatte es Albus beinahe den Verstand gekostet. Er streckte eine Hand nach Newts Kopf aus und fuhr durch das dichte, lockige Haar, während er keuchte. Wie sollte er das nur überstehen, ohne an einem Herzinfarkt zu sterben? Der Anblick von Newt und die Dinge, die er tat, waren beinahe zu viel.
Dann letzte er die Lippen um Albus, seine Wangen bogen sich nach innen, als er an ihm saugte, und Albus durchlief ein heftiger Schauder. Er hätte über sich selbst und seine übertriebene Reaktion gelacht, wenn er dafür noch einen Nerv gehabt hätte. Doch er war zu sehr damit beschäftigt, nach Luft zu schnappen und seine Gehirnwindungen zu sortieren. Es wollte ihm nicht in den Kopf, dass Newt tatsächlich dort unten lag und seinen Schwanz im Mund hatte. Das war zu gut um wahr zu sein. Weil es sich aber durchaus echt anfühlte und er verblüfft feststellte, dass bereits diese kleine Sache ihn endlos erregte, ließ er schwach den Kopf nach hinten fallen. Er legte ihn in den Nacken, während er fühlte, dass ihm mit jedem neuen Zungenschlag des Jüngeren der Schweiß ausbrach und ihm Schauer über den Rücken liefen. Seine Hand krallte sich sehnsüchtig in Newts Haar, während er die Augen schloss und sich in dem Gefühl verlor. Newt indes nahm ihn tiefer auf und immer tiefer. Albus biss sich hart auf die Unterlippe, aber der Schmerz konnte seine körperliche Reaktion auf so viel erregende Reizung kaum mildern.
Er konnte nicht einmal sagen, dass Newt besonders erfahren war, in dem was, er tat. Aber genau in dieser experimentellen, unschuldigen Art lag die ganze Verführung, die Albus nun um den Finger wickelte. Die leicht unbeholfene aber entschlossene Art, ungeschönt und aufrichtig, verdrehte ihm vollkommen den Kopf. Noch mehr, als Newt begann, seinen Kopf langsam hinauf und wieder hinunter zu schieben, in einem steten Rhythmus, während seine Hand Albus’ Wurzel massierte.
Albus entwich ein weiteres unterdrücktes Stöhnen. Er machte den Fehler, seine Gedanken frei wandern zu lassen und vor seinen geschlossenen Augen zogen die Phantasien an ihm vorbei, die ihn die letzten Tage beschäftigt hatten. Phantasien von Newt, wie er vor ihm kniete, heimlich, in Albus Büro, unter seinem Schreibtisch. Merlin, die Umsetzung seiner Tagträume rückte mit einem Mal in greifbare Nähe. Als wäre es nicht genug, dass ihn Newt bereits im Hier und Jetzt erregte – tat seine Phantasie noch ihr übriges.
Albus‘ Hand fuhr fahrig über Newts Kopf, wollte sich festhalten, aber nicht an ihm zerren und wagte es daher nicht, in sein Haar zu greifen.
„Verdammt“, keuchte er, als er fühlte, dass er seinem Orgasmus näher war, als er gehofft hatte. Aber er war vorher bereits so lange so erregt gewesen, dass es nicht verwunderlich war. Kurz war er versucht, sich einen Orgasmus-Block-Zauber aufzuhexen, um Newts Bemühungen länger genießen zu können. Doch er war zu weit, um den Gedanken zu verfolgen. Er fühlte seinen Orgasmus immer näherkommen, so schnell und intensiv, dass er nicht einmal die Kraft aufbrachte, Newt vorher zu warnen. Er dachte gerade noch daran, seinen Griff in Newts Haar zu lockern, um ihn nicht zu zwingen, es zu schlucken. Doch Newt blieb, wo er war, und nahm es auf und Albus fühlte, wie die Wellen durch ihn hindurchwanderten, bis er schließlich zur Ruhe kam, während Newt nach der Hälfte den Kopf hob und hustete.
Vom Druck befreit und mit etwas klarerem Kopf öffnete Albus die Augen und blickte zu Newt herunter. Sperma lief seine Mundwinkel hinab. Albus schmunzelte. Er setzte sich auf, beugte sich zu Newt hin und leckte die Spur des Samens hinauf bis Newts Lippen, die er dann mit einem Kuss versiegelte. Das Seufzen, mit dem der Jüngere darauf reagierte, war Musik in seinen Ohren.
Als sie sich voneinander lösten, warf Newt ihm einen unsicheren Blick zu. "Gut?", fragte er leise gegen Albus’ Lippen.
„Überwältigend“, antwortete Albus und küsste ihn erneut.