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Bonds Unbroken

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Jazala Paldos erster Eindruck von Belsavis war... weniger als positiv.

Sie beschleunigte ihren Schritt um ihre kameradischen Unteroffiziere in Sichtweite zu haben. Der dichte Schnee verlangsamte ihre Schritte, jedoch war die Sichtweite gering genug, sodass das Verlieren ihrer Einheit real erschien. Jazala stapfte nach vorne, blinzelte durch die Blende ihres Helmes. Lieutenant Sallon sicherte das Ziel des Trupps, eine der seltenen Temperaturzonen, sie es auf dem Eisplaneten gab. Diese war weniger als 50 Kilometer von der Shuttlelandefläche entfernt, aber Jazala hatte noch keine Wetterveränderungen wahrgenommen. Wenn überhaupt, wurde es verheerender. Der Schneefall wurde zu einem Schneesturm. Wenn sie nicht bald die Temperaturzone erreichten, drohten es ihnen zum Shuttle umzukehren und auf eine Verbesserung der Lage zu warten, oder schlimmer, gefangen zu sein in einem Blizzard mit nur wenig Deckung, bis auf ihre Winterausrüstung.

Die Gestalt mit winterlicher tarnfarbener Bekleidung, rechts vor ihr, schwankte, stolperte über etwas im Schnee oder über die eigenen Stiefel und stürzte ächzend auf sein Knie. Jazala schwang sich aus der Formation lange genug, um eine Hand unter den Arm des Offiziers zu legen und ihm auf die Beine zu helfen. Anschließend kehrte sie, so sanft wie es der Schnee erlaubte, zu ihrer Position zurück. Ihr Kamerad beeilte sich um aufzurücken und drehte seine dunkel getönte Blende zu ihr. Seine eingewickelten Hirnschwänze (Lekku) bewegten sich, als er nickte. Sein stark akzentuiertes Basic drang blechern durch das Mikrofon in seinem Helm hindurch. "Danke, Jaz."

Sie machte zu ihm einen verspielten Zwei-Finger-Salut mit der Hand, mit der sie kein Blastergewehr hielt. "Erinnert mich daran, dich niemals zu einem Tanz zu bitten, Deek. Zwei linke Füße, so übel, dass du nicht mal geradeaus laufen kannst." Obwohl sie nicht in der Lage war, durch seine Blende zu sehen, stellte sie sich das goldene Gesicht des Twi'leks vor mit seinem schiefen Lächeln. Einen Ausdruck, den er öfter zeigte. Dekar Sana war ihr erster und engster Freund, seit sie an Bord der Harbinger zugeteilt wurden, vor einem Jahr. Ununterbrochen gutgelaunt, aufdringlich freundlich und wirkte gewissenhaft in der Verantwortung seiner Pflicht. Dekar war ebenso der erfahrenste Scharfschütze und der meist talentierteste Nahkämpfer innerhalb des Trupps. Dies kam höchstwahrscheinlich von seiner harten Kindheit auf Ryloth. Ein liebevolles Herz untergebracht in einer tödlichen Maschine.

Dekar salutierte zurück, warf eine seiner Lekku in ihre Richtung um sie weiter zu ärgern. "Du weißt, dass du niemals in der Lage dazu wärst, diese Moves zu händeln." Er kickte die nächstgelegenen Schneewehe weg. "Liegt alles an diesem weißen Dilemma. Wir haben es nicht auf Ryloth." Jazala wuchs auf Coruscant auf, wo es schneite und doch musste sie ihm zustimmen. Der Schnee auf Belsavis ließ den Winter ihres Heimatplaneten wie einen milden, kühlen Nachmittag aussehen. Dekar schimpfte weiterhin über den Schnee, als würde er seinen Weg frei machen, mit der heißen Luft, entstehend durch seine Beschwerden. Diese "besonders wichtige Person" sollte es hoffentlich wert sein. Wir könnten jetzt in ner Cantina sein, alle mit nem großen Jumasaft in der Hand." Er tat so, als hielt er in seiner freien Hand ein Glas und riss den Arm über seinen Kopf nach oben, mit Schwung.

Jazala kicherte, aber erneut war es schwer, ihrem Freund zu widersprechen. Die Harbinger legte bei Telos und seiner schwebenden Citadel Station an, wo die Crew davon ausging, mindestens eine Woche zu bleiben vor Abreise, während das Schiff betankt und repariert wurde, doch Captain Donshe verkündete zwei Sonnentage zuvor, einen Umweg nach Belsavis zu nehmen, Befehl von den oberen Leuten. Gemunkelt wurde innerhalb der ausgewählten Crew, dass der Befehl von einem Admiral kam, jedoch waren die auftraggebenden Offiziere schweigsam bezüglich der Einzelheiten. Sallon erwähnte nur, dass der Trupp hier war, um einen "Informanten" der Republik abzuholen, mit dem Shuttle, was sie nach unten führte.

Als hätten ihre Gedanken etwas beschworen, meldete sich über den Kommunikator, Sallons schroffe Stimme - er sprach alderaanisches Basic -, zu Wort und hatte die volle Aufmerksamkeit des Trupps. "Ziel in Sichtweite. Verstärkt die Formation, zieht die Geschwindigkeit an, aber keine aggressiven Bewegungen. Das sind unsere Leute hier." Dekar dreht seinen Kopf zu Jazala und sie konnte es förmlich sehen, wie seine Augenbraue hoch ging, unter der getönten Blende. Sallon erwähnte, dass ein Forschungs-Außenposten der Republik hier war, doch nichts weiter als das. Sie zuckte und blinzelte nach vorne. Mühevoll versuchte sie Sallons Rücken an der Spitze der Formation auszumachen. Vor ihm, in der Distanz, erstreckten sich Bäume; dunkle, verschwommene Umrisse im Kontrast zum immer heftiger werdenden Schneesturm – das erste Anzeichen von Leben, dass Jazala sah, seit sie mit dem Shuttle gelandet waren. Sie glaubte sogar, dass es sich nun ein bisschen wärmer anfühlte – geringfügig, doch immerhin bemerkbar. Sie machte eine Geste zu Dekar und die zwei beschleunigten ihren Schritt, um die anderen Offiziere zu erreichen.

Zwanzig Minuten gemäßigten Sprints später, erreichte der Trupp die Temperaturzone und Jazala bemerkte, wie ein Teil von Belsavis vereister Oberfläche denn überhaupt gastfreundlich sein könnte. Vielzählige geothermische entstellten den Erdboden, speiten ausreichend Hitze aus, um die Temperatur erheblich zu steigern. Der Schnee fiel weiterhin, schmolz jedoch bei dem Kontakt mit den niedrigen Sträuchern, die den Boden bedeckten. Unzählige provisorische Kunststoff-Gebilde standen verstreut um eine kleine Lichtung, geformt durch die Bäume und zwei Belüftungsvorrichtungen; eine handvoll Leute in heller Winterbekleidung geisterten mitten drin, neben den Gebäuden umher, erstarrten, als der Trupp sich näherte. Eine dieser Gestalten, ein Mensch, erhaschte einen kleineren Duros und lehnte sich zu ihm vor, dann huschte der Duros in das höchste Gebilde hinein. Sallon gab dem Trupp zu verstehen, anzuhalten und warf sein Blastergewehr über seine Schulter, griff hoch um die Befestigung seines Helms zu öffnen und entfernte ihn. Die anderen Offiziere machten es ihm gleich. Jazala befestigte ihren Helm an ihren Gürtel und haschte ein Haarband aus einer ihrer Westentaschen, kämmte ihre Haare mit ihren Fingern zu einem Zopf zusammen und rückte ihn zurecht. Neben ihr befreite sich Dekar von seinem Helm, doch ließ seine Lekku eingewickelt und drehte sich im Kreis, um sich einen Überblick zu ihrer Umgebung zu verschaffen. Seine Bewegungen waren ohne erhöhtem Tempo, aber seine grünen Augen analysierten alles. "Nun, ich glaub ich kann verstehen, warum sich Irgendjemand hier draußen niederlässt." Er hockte sich neben eine der Belüftungsvorrichtungen und legte eine Hand drauf, zog sie aber sofort zurück mit einem Zischen.

Jazala lachte, griff zu ihm, um seine Hand zu kontrollieren. "Was hast du erwartet, Schwachkopf?" Dekar vermittelte das Gefühl, verlegen zu sein, kratzte befangen an einer seiner Lekku. Sein Handschuh war noch warm von der Berührung, aber zeigte sich als unbeschädigt. Jazala ließ ihn los und wackelte mit einen Finger. "Nicht anfassen." Er rollte mit seinen Augen und rempelte sie mit seiner Schulter an, eine Aktion, die sie nachmachte, mit ein bisschen mehr Kraft. Bevor Dekar zurücksetzen konnte, kehrte der Duros von dem großen Bauwerk zurück, von einem anderen männlichen Menschen gefolgt. Seine Augen weiteten sich, als er die bewaffneten Soldaten in sein Sichtfeld kamen, aber er gab Sallon die Hand leicht zögerlich, als sie ihm entgegengestreckt wurde.

Sallon, wie immer der Diplomat, begann den Austausch. "Entschuldigung für das Eindringen, Dr...?"

"Sotaris, Kyne Sotaris." Jazala Ohren hörten den vertrauten coruscantischen Akzent heraus. Er betrachtete den Rest des Trupps erneut, bevor er seine Aufmerksamkeit zu Sallon richtete. "Verzeihung, aber wir rechneten nicht damit, das die Republik Truppen schickt, um..." Er ging in eine anspannende Stille über. Jazala fühlte mit ihm; ein Trupp republikanischer Soldaten der unangemeldet aufkreuzte, war möglicherweise nicht das, was sich Sotaris normalerweise an seinem Tag vorstellte.

Sallon übernahm die Führung über das Gespräch. "Wir sind nicht hier um Eure Arbeit zu unterbrechen, Dr. Sotaris. Republikanisches Kommando sucht nach einer Person, die mit einer laufenden Ermittlung in Verbindung gebracht wird und es gab Berichte, dass sie hier bei eurem Projekt, Schutz sucht." Sotaris blinzelte eulenartig zu ihm, das brachte Jazala dazu, innerlich zu kichern. Sallon tat sich immer schwer mit Zivilisten. Der Lieutenant räusperte sich, wirkte, als erkannte er die peinliche Herangehensweise und begann nochmal. "Tschuldigung. Ich bin Lieutenant Carrus Sallon, der Harbinger. Wir wurden geschickt, um einen Zeugen aufzuspüren für eine Befragung, eine Frau, und wir glauben, dass sie hier sein könnte."

Erkenntnis zeigte sich in Sotaris Gesicht, auch wenn er es schnell unterdrückte und Blicke mit dem Duros austauschte. Sie murmelte etwas vor sich hin, zu schnell, dass Jazala es erfassen konnte und Sotaris drehte sich zum Lieutenant zurück. "Hat sie... irgendwelchen Ärger?" Jazzala spannte sich an, nahm mehr wahr, als zu sehen, dass Dekar das gleiche wie sie neben ihr tat. Ein inter-republikanischer Kampf würde keiner Seite etwas nützen, doch wenn das Gerücht stimmte, gab es kein Zurückziehen aus dieser Sache, bis der Trupp seine Zielperson aufgespürt hatte.

Nichts von dem ging zu Sallon über, und, zum ersten Mal, nahm er den taktvolleren Weg. "Nicht meines Wissens. Nichtsdestotrotz, die Republik glaubt, sie hat unbezahlbare und zeitsensitive Informationen." Als Solaris weiterhin zögerte, änderte der Lieutenant seinen Kurs. "Dr. Sotaris... Kyne. Ich kann Euch nicht sagen, warum die Republik sie befragen will, aber ich kann versprechen, dass sie nicht verletzt wird."

Der Duros unterhielt sich mit Sotaris, aber er unterbrach sie sanft, indem er eine Hand, auf ihre Schulter legte. Er starrte Sallon für einen Augenblick an, lehnte sich dann nach unten zum Duros und brabbelte etwas, drückte dabei leicht ihre Schulter. Der Duros protestierte, doch Sotaris schüttelte seinen Kopf und betätschelte sie, bevor er sie losließ. "Bring unseren Gast, bitte." Sie zögerte, doch zog sich nach hinten, in das große Kunststoffgebäude, zurück. Er sah zurück zu Sallon, Arme verschränkt und der Mund war eine angespannte Linie. "Sie erschien vor einer Woche - scheinbar flog sie mit einem der letzten Versorgungsschiffe – und bot ihre Hilfe beim Projekt an. Sie ist eine Weltenbummlerin, Lieutenant Sallon. Ich glaube nicht,dass sie die Informationen hat, nach denen ihr sucht."

"Diese Entscheidung wird beim Kommando liegen." antwortete Sallon, seine steife Formalität kehrte zurück. Sotaris Mund presste sich weiter zusammen, beim Umgangston des Lieutenants. Jazala fummelte mit einer ihrer losen Haarsträhnen herum und funkelte seitlich zu Dekar. Die Augen des Twi'leks waren starr und seine Haltung war entschlossen, handlungsbereit. Sie machte ein schnelles Handzeichen zu ihm und er nickte, zwang sich selber dazu, ein wenig runterzukommen. Der Duros kam zurück, sah genauso verwirrt aus, wie ihr Boss, mit einer schlanken Frau, die ihr hinterher lief. Kinnlanges braunes Haar, den Pony nach rechts geteilt, blau-graue Augen, hellhäutig; ungewisses Alter irgendwo zwischen Mitte 20 bis späte 30: vom Erscheinungsbild her, war die Frau eine klassische Schönheit, aber nicht mehr, als so viele andere in der Republik. Obwohl sie in der selben hellen Außenbekleidung angezogen war, die das Forschungs-Team anhatte, fiel Jazala umgehend der Unterschied zwischen ihnen und ihrem Gast auf. Die Art wie sie sich selbst hielt, die Art wie sie sich bewegte, war zu beweglich, zu reguliert; die Frau wurde zum Kämpfen ausgebildet, obwohl es so schien, als wenn sie irgendwie außer Übung war. Etwas zu viel Schwere in ihrem Gang, eine sehr schwache Ungelenkigkeit. Wie dem auch sei, Jazala erkannte den Gang der Frau, aus ihrer Kindheit.

Als Sallon vorwärts lief, um die Frau zu begrüßen, lehnte sich Jazala zu Dekar rüber. "Ich glaube sie ist eine Jedi."

Dekar sah sie aus dem Augenwinkel an. "Es gibt keine Jedi mehr, Jaz. Übrigens, sie hat kein Lichtschwert. Hast du jemals einen Jedi ohne ein Lichtschwert gesehen?"

Jazala sah reflexartig zur Hüfte der Frau. Dekar hatte Recht; die wenigen Male, als ihr Vater sie zu Ausflügen, hinter den Tempel von Coruscant mitnahm, hatte Jazala nie einen Jedi ohne seine kennzeichnende Waffe gesehen. Jedenfalls, war sie sich sicher, dass sie ebenso Recht hatte; jeder Jedi, den sie jemals sah, bewegte sich so, wie diese Frau vor ihnen. Sallon streckte seine Hand genauso oberflächlich aus, wie er es bei Sotaris getan hatte. "Lieutenant Carrus Sallon, ma'am, von der Harbinger."

Die Frau musterte Sallons Hand für einen Moment, eine Hälfte ihres Mundes verzog sich zu einem leichten Lächeln, bevor sie sie augenblicklich schüttelte. "Eine Freude Euch kennen zu lernen, Lieutenant." Jazala erstarrte, unfähig, ihren Akzent rauszuhören. Anders als ihrer oder Sotaris, also nicht Coruscant, aber irgendwie ähnlich. "Ich hörte, Ihr sucht nach mir."

"Ah, ja, ma'am. Eure Anwesenheit wurde... erbittet vom republikanischen Kommando." Die Frau zog eine Augenbraue hoch, das leichte Lächeln blieb und Sallon, nervös, sprach weiter. "Ihr habt möglicherweise ausschlaggebende Informationen bezüglich einer laufenden Ermittlung."

"Darf ich fragen welche?"

"Das, ähm, das ist geheim, ma'am."

"Oh, also haben sie es Euch nicht gesagt." Sallon starrte sie an, der Mund leicht geöffnet. "Tja, habe ich eine Wahl hierbei oder ist es weniger eine Bitte und mehr ein Befehl?"

Sallon räusperte sich und Jazala kämpfte damit, ihre Erheiterung zu unterdrücken. Dekar stieß sie verstohlen mit seinem Ellbogen an, aber sie sah ihm an, dass er seine eigene Heiterkeit, nur mit viel Mühe unterdrückte. "Nun, ähm, ma'am, meine – unsere Befehle lauten, nach Telos zurück zu kehren.. mit Euch an Bord, also... Ich glaube es ist weniger eine Bitte."

Die Frau kicherte kurz und Jazala war ergriffen, weil es sich so amüsant anhörte. "Sie rufen nicht an, sie schreiben nicht, doch von mir wird erwartet, alles fallen und liegen zu lassen, binnen eines Wimpernschlags. Wie ich sehe, hat sich die Republik nicht verändert." Sallon hatte augenscheinlich seine Fassung zurückerlangt, hielt seinen Ausdruck vorsichtig, nichtssagend, aber Jazala sah das Unbehagen in den Gesichtern von Dekar und dem Rest des Trupps, ein Ausdruck, den sie sicherlich selbst spiegelte. Die Frau sah um sich herum und ihr einseitiges Lächeln vergrößerte sich. Offensichtlich, fand sie ihre Besorgnis belustigend. "Nun gut, ich nehme an, dass ich zumindest noch eine Zivilistin der Republik bin." Sie drehte sich zu Sotaris. "Nun, ich nehme an, dass ich Euch hier verlassen werde, Kyne. Vielen Dank für Eure Gastfreundschaft und ich hoffe, Euch wieder zu sehen."

Sotaris lächelte sie traurig an. "Wir waren froh, Euch bei uns zu haben. Ich bin mir sicher, die Republik wird Euch gut behandeln - " Er stoppte und warf Sollan einen ernsten Blick zu "und eventuell, werden sie so freundlich sein, Euch zurück zu bringen, wenn alles vorüber ist." Die beiden schüttelten Hände und die Frau drehte sich zu Sollan zurück. "Tja, Lieutenant, ich nehme an ich gehöre ganz allein euch. Zeigt den Weg und ich werde Euch zurück zum zivilen Raum begleiten."

"Großartig. Das Kommando ließ uns diesen Umweg machen um eine verrückte Herumreisende mitzunehmen." brabbelte Dekar vor sich hin und bekam einen von Jazalas Ellenbogen in die Rippen. Wie auch immer, ihr Herz war nicht vollständig dabei. Irgendetwas war "seltsam" mit dieser Frau, ob sie jetzt eine Jedi war oder nicht. Dekar kratzte schon wieder eine seiner Lekku. "Alles, was ich damit sagen will ist, dass meine Schlafkabine verschlossen bleibt, solange bis wir sie in Telos abgesetzt haben."

"Paldos!" Jazalas Kopf riss sich hoch, bei dem Gebrüll von Sallon. "Ihr werdet die Eskorte für unseren Gast sein, während sie bei uns ist. Lasst sie dicht bei Euch, auf dem Weg zurück zum Shuttle und zeigt ihr ihre Quartiere auf dem Schiff." Er riss seinen Arm nach oben, vereinheitlichte damit den kompletten Trupp mit einer Geste. "Lasst uns ausrücken!" Der Trupp setzte die Helme auf und ging zurück in Formation, und Dekar gab Jazala einen mitleidigen Blick, bevor er seinen eigenen Helm über seine Lekku zog und sich dem Rest anschloss. Jazala sah ihm beim Weggehen zu, verfluchte sein Glück und befreite ihre Locken durch das Herausziehen des Haarbands, steckte es in ihre Tasche und nahm den Helm von ihrem Gürtel ab.

"Verstehst du dich nicht mit ihm?" Jazala erschrak und drehte sich hastig um, um zu bemerken, dass die seltsame Frau vor ihr stand. Sie ging einen Schritt zurück, ein schiefes Lächeln machte sich schon wieder auf der einen Seite ihres Mundes breit. "Tschuldige, Ich wollte Euch nicht erschrecken. Wundere mich nur ob der Lieutenant es auf Euch abgesehen hat oder ob Ihr einfach nur ziemlich übles Pech habt." Jetzt, da die Frau vor ihr stand, war Jazala sich sicher, dass ihre frühere Vermutung korrekt war. Ihr helles Gesicht war ohne sichtbare Falten, doch da war dieses Tiefgründige in den blauen Augen; sie hatte solch eine Kombination aus Alterslosigkeit und Weisheit, ausschließlich bei den Jedi außerhalb des Tempels gesehen.

Jazala richtete sich auf, verweigerte es durch einen Vielleicht-Jedi eingeschüchtert zu werden. "Oder er glaubt ich bin für diesen Job qualifiziert."

Die Frau lachte, diesmal wirklich. "Das ist ne gute Antwort." Sie zog eine getönte Schutzbrille aus der Tasche ihrer Jacke und streifte sie über ihren Kopf, zögerte, ehe sie sie über ihre Augen zog. "Nur mal so nebenbei, ich hab gar nicht Euren Namen mitbekommen, es sei denn Ihr bevorzugt Euren letzten, der von zwei Menschen gebrüllt wird, anstelle nur von einem."

Jazala zögerte, unsicher warum sie es tat. Dann streifte sie den Helm über ihren Kopf und streckte ihre Hand aus. "Unteroffizier Jazala Paldos, zu Euren Diensten."

Die Frau grinste, zog ihre Schutzbrille runter und schüttelte begeistert Jazalas Hand. "Meetra Surik. Es ist schön Euch kennen zu lernen, Jazala."

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Gänzlich um sie herum, brannten die Dschungel Dxuns.

Die Schreie der Sterbenden kamen aus sämtlichen Richtungen, doch Meetra konnte nichts durch den dicken Rauch erkennen. Sie schnappte sich ihr Lichtschwert, die Ränder des Griffs bohrten sich als Abdrücke in ihre Handfläche und ihre Finger, und riss es nach oben, mühte sich ab, durch die Finsternis zu blicken, mit dem Licht beider cyanfarbener Klingen. Eine Explosion war hörbar, entsetzlich nahe, doch keine Trümmer, keine Flammen; Nichts durchbrach den aufwühlenden Rauch. Eine Frau schrie direkt hinter ihr, aber als sich Meetra umdrehte, war da nichts als Schwärze. Barked Mando'a stieß von weiter weg etwas in panischem Basic aus, versank in den Klängen des Krieges. Meetra zog ihr Lichtschwert näher an sie heran, hielt den Griff nun mit beiden Händen. Sie versuchte zu rufen, um ihr Regiment oder Jemanden in der Nähe damit zu erreichen, jedoch erstarb ihre Stimme in ihrer Kehle.

Da war eine weitere Explosion, gewaltig und fern zugleich und der Untergrund krachte aus der Welt.

Der Rauch verschwand, zeigte einen toten Planeten. Die Oberfläche versenkt und zermalmt. Asche füllte jetzt die Luft, dick und erstickend und ein künstlicher Sturm wütete in der äußeren Atmosphäre. Dort war ein Geräusch, unzählige kreischende Wesen machten ein schreckliches Konzert der Höllenqualen, aber so schnell wie es da war, hörte es wieder auf und hinterließ eine lähmende Stille. Die Auswirkung der Explosion brachte Meetra auf ihre Knie und entriss ihr ihre Lichtschwerter. Über ihr, hunderte von Schiffen, ähnlich der Republik und der Mandalorianer, erbebten gewaltvoll und wurden zum Planeten runter gezogen. Viele zerbarsten, die Gravitation riss aus Millionen von Richtungen an ihnen herum. Meetra starrte hoch zum Gemetzel, außerstande sich zu bewegen; ihre Gliedmaßen verweigerten ihrem Befehl zu folgen. Eine zitternde Bewegung erhielt ihre Aufmerksamkeit und sie schaffte es, ihren Kopf weit genug zu bewegen, um zwei Figuren zu erhaschen, die direkt neben den herabstürzenden Schiffen standen. Die kleinere von beiden, ein Mann mit tätowiertem, glattrasierten Kopf, sah ununterbrochen dem Massaker im Himmel zu, doch die andere Figur, deren falten schlagende Gewänder Meetras Augen anzogen, war zu ihr gewandt, offenbarte eine vereinfachte Maske. Die Gestalt sprach nicht, doch Meetra war bis ins Innere gefroren. Auch wenn sie seine Augen nicht durch die Maske sehen konnte, wusste sie irgendwie, dass sie sich direkt in die Augen sahen. Nicht im Stande, der Spannung länger standzuhalten, verkoppelt mit dem Tod und der Zerstörung um sich herum, versuchte Meetra zu schreien, doch es kam kein Ton heraus. Die Gestalt sah sie weiterhin an, als die Welt nach wie vor endete und es gab nichts, was sie deswegen hätte machen können. Sie schrie erneut, wortlos, jedes ihrer Körperteile sträubte sich, der Hölle in der sie gefangen war, zu entfliehen.

Dann, über das Heulen des Sturms und das Kreischen der zerschellenden Schiffe hinweg, kam eine einzige Stimme, eine Rettungsleine, die Meetra ergriff und an dem sie sich festklammerte:

"Erwache."

Meetra wurde zurück ins Bewusstsein katapultiert, prallte mit einer durchsichtigen Wand zusammen und verschluckte sich fast mit dem Mund voller Flüssigkeit. Panisch taumelte sie rückwärts, doch schaffte es nur, von der Barriere wegzutreiben. Erkennend, dass sie auch atmen konnte, mit dem Wasser in ihrem Mund, nahm sie einige tiefe Atemzüge und versuchte mithilfe des früheren Trainings heraus zu finden, in welcher Lage sie war. Allmählich verschärfte sich ihre Sicht, der Grund für die durchsichtigen Barrieren war ihr nun offenbart, genauso, warum sie nicht ertrank: ein Koltotank. Das Hin - und Herwogen der lufthaltigen Flüssigkeit in ihrer Lunge, war ein unangenehmes Gefühl, jedoch kein unbekanntes; sie verbrachte einen angemessenen Anteil der Zeit in solchen Koltotanks, wie diesem, im Krieg.

Meetra lugte aus dem Glas, doch konnte nichts ausfindig machen, von dem Koltotank aus und durch ihre verschwommene Sicht. Sie probierte, gegen das Glas zu hauen, doch erzielte nur einige schwache Treffer. Ihre Muskeln fühlten sich so schwer und langsam an, beschwert durch das Wehren gegen die Flüssigkeit. Ihr Kopf fühlte sich schwindelig an, als wenn eine unsichtbare Schicht Watte um ihn gewickelt wurde.

Ein leises Absauggeräusch ertönte von irgendwo neben ihr, bloß jetzt, wo das Adrenalin ihres Traumes allmählich verschwand, empfand es Meetra schwierig, besorgt über das Geräusch zu sein. War es solange nicht, bis sie wahr nahm, dass sie sank, realisierend, dass es der Sog des Koltotanks war, der das Kolto auf die Freilassung vorbereitete. Ihr Fuß berührte den Boden des Tanks, doch ihre Beine weigerten sich, ihr Gewicht zu tragen und knickten ein, ließ sie auf ihre Knie senken. Sie lehnte sich gegen die Tankwand und sah dabei zu, wie der Wasserstand sank, fühlte sich erschöpfter, als in den letzten zehn Jahren.

Als das Kolto unter ihren Kopf reichte, übernahm ihr Körper und Meetra verkrampfte, als ihre Lunge und ihr Bauch damit kämpften, die überschüssige Flüssigkeit heraus zu pressen. Während die Spastik schwindend zum trockenem Husten überging, drückte sie sich von der Wand des Tanks weg und probierte zu stehen. Ihre Knie gaben augenblicklich nach und sie krachte auf den Boden, konnte sich gerade noch abfangen, um zu vermeiden, dass ihr Gesicht zu erst auf dem Metallgrund des Tanks aufklatschte. Ein Keuchen entkam ihr, als sie sich auf ihre Hände und Knie abmühte. Sie schaukelte trunkenhaft, als sie vom Tank weg kroch. Ihre Sehkraft war mal weg, mal vorhanden, färbte den Boden vor ihr in weiß, dann grau, danach schwarz, bevor es sich im Kreis wiederholte. Sie hatte keine Ahnung wie weit sie kam, bevor sie erneut kollabierte, zusammenbrechend bis sie den kalten Fliesen begegnete.

Als Meetra ihr Bewusstsein zum zweiten Mal zurück erlangte, kamen mehr ihrer Fertigkeiten zurück zu ihr. Ihr Kopf war nicht länger in Watte gepackt und obwohl sie sich noch schwach fühlte, war sie in der Lage, sich in eine sitzende Position hoch zu drücken, mit ein wenig mehr Anstrengung, als üblich. Sie fasste an ihre figurbetonte Unterwäsche und befand sie als trocken; Die Fliesen in ihrer Nähe waren ebenfalls trocken. Wohl für eine längere Zeit weggetreten. Sie brachte sich auf ihre Füße, Beine wackelig, doch trugen ihr Gewicht und sie betrachtete ihre Umgebung. Sterile weiße Fliesen und Chrom, das leise Summen unzähliger technischer Geräte und ein unerklärliches Fehlen von Gerüchen: eine medizinische Einrichtung, oder zumindest ein Flügel. Sie fuhr sich mit einer Hand durch ihr Haar, abwesend rückte sie es in seinen gewöhnlichen Stil, währenddessen sie nach ihrer Erinnerung suchte. Belasavis fiel ihr ein, das Eintreffen Sallons Einheit und die Harbinger. Ihre letzte klare Erinnerung war von den Quartieren an Bord des Schiffs, doch danach... Meetra biss sich auf die Lippe. Es war nicht so, als wäre ihre Erinnerung komplett leer; sie konnte verschwommene Bilder abrufen, aber sie waren zu verschoben, um sie zu interpretieren. Sie seufzte, schüttelte ihren Kopf, sah über ihre Schulter und fiel beinahe über ihre eigenen Füße, als sie rückwärts schwankte.

Es befanden sich vier andere Koltotanks in dem Raum, zwei auf jeder Seite von ihrem, und ein jeder enthielt einen Insassen. Nein, einen Körper. Vier Männer trieben im Kolto, alle bekleidet mit blau-goldenen Uniformen und alle mausetot. Kälte machte sich in Meetras Magen breit und sie ging aus dem Raum raus, drehte sich weg, als sich die Tür hinter ihr schloss. Sie lehnte sich gegen die gegenüberliegende Wand und nahm ein paar tiefe Atemzüge, um sich selbst zu beruhigen. "Hallo?" Ihre Stimme rau und brach, prallte schwach von den Wänden des langen Flurs um sie herum ab und kam zu ihr zurück. Sie räusperte sich und probierte es nochmal. "Hallo? Kann mich Jemand hören?" Keine Antwort. Sie startete den Gang runter, einhändig suchte sie sich an der Wand Halt, bis sie ein Terminal, durch ein Fenster eines Nebenraumes, sichtete. Sie eilte rein und lehnte sich gegen die Konsole, brachte die Kommandobefehle zum Laufen mit einigen Tastenanschlägen. Die lokalen Kameras enthüllten nichts, außer ein weiteres schreckliches Szenario der Koltotanks und zwei untergebrachten Leichen in der Leichenhalle. Ein Scan der letzten Patientenbehandlungs-Logs deckte eine fatale Menge von Beruhigungsmitteln auf, injiziert in die Koltotanks, brachte es die anderen vier Patienten um, doch ließen Meetra in einen katatonischen Zustand versetzen. Sie runzelte die Stirn, die Kälte in ihrem Magen wurde schwerer. Wer auch immer die Behandlung angeordnet hatte, wusste über ihre Vergangenheit Bescheid, etwas das ihr nicht so gut bekam, nachdem sie ein Jahrzehnt lang davon weglief.

Meetra ging zurück zum Kommandobildschirm und öffnete eine Datei, die vielzählige Videologs, das früheste von drei Tagen zuvor, enthielt. Sie machte es an und ein Hologramm eines menschlichen Frauenoberkörpers materialisierte sich. Auch wenn es dem Hologramm an Farben mangelte, erkannte sie die Uniform der Frau, als die gleiche der toten Männer in den Koltotanks. Die Aufnahme startete, mittendrin. "- untersuchen immer noch die Überlebenden des beschädigten Frachters – trägt den Namen Ebon Hawk. Nur ein Überlebender, zur Genesung in den Koltotank gelegt. Die Schäden am Schiff lassen darauf schließen, dass es an einer Schlacht teilgenommen hat, keine Hinweise darauf, wer es beschossen hat ... konnten vom Navigationscomputer nicht viel erfahren. Erstaunlich, dass das Schiff ohne die Asteroidenkarte überhaupt in das Asteroidenfeld von Peragus gekommen ist."

Meetra griff nach dem Namen; sie erkannte ihn nicht. "Neben dem einzigen Überlebenden konnten wir noch eine alte Frau bergen, keine Lebenszeichen. Außerdem befanden sich ein Protokolldroide und ein Astromech-Droide an Bord – habe beide zum Wartungsteam geschickt, während das Sicherheitspersonal die übrigen Gegenstände auf dem Schiff überprüft. Der Astromech-Droide – eine T3-Einheit – konnte das Schiff notdürftig reparieren, damit es zur Kolonie fliegen kann. Wir sind bereit -" Das Holo löste sich in Statik auf, verschwand, über dem Monitor.

"Ebon Hawk. Nicht die Harbinger," murmelte Meetra vor sich hin. Der Name war nicht vertraut und sie hatte keine Erinnerung, die Schiffe gewechselt zu haben. Wenn sie nicht mit der Harbinger hierher kam, was war dann mit ihr geschehen? Sie sah die letzten übrigen Logs an, jeweilig von dem Tag danach und dem Tag davor, jedoch ohne etwas über das republikanische Schiff zu erfahren. Jedenfalls wurden andere Fragen beantwortet.

Sie war im Medizintrakt einer Minenanlage, einer die einige hochgradige Unfallraten durchleben musste innerhalb der letzten paar Tage und die Minenarbeiter konnten zumindest ihren vorherigen Jedi-Status erahnen. Das letzte Holo zeigte, dass eine Explosion die komplette Anlage in eine Notverriegelung versetzte, erklärte die Abwesenheit jedes Arbeiters. Sie entriegelte das Leichenschauhaus vom Terminal aus und machte sich langsam auf den Weg durch die Halle in den kühlen Raum. Augenblicklich zu ihrer Rechten, lag der Körper einer Frau, zweifellos die in dem ersten Log erwähnt wurde. Ihr Gesicht war ziemlich faltig, gab zu erkennen, dass die Frau reiferen Alters war, doch war dort eine Eleganz, selbst im Tod. Dies, verbunden mit den trist braunen Roben, in denen die Frau gekleidet war, verunsicherte Meetra. Die Leiche erinnerte sie zu stark an ihre alten Meister. Sie wendete sich ab, zu einem zweiten Körper, weiter hinten Leichenschauhaus, dieser ein verstorbener Minenarbeiter. Meetra filzte behutsam durch die Taschen seiner Uniform, in der Hoffnung etwas Brauchbares zu finden. "Entschuldigt, Freund." Sie fischte einen Hand-Plasmabrenner vom Gürtel des Minenarbeiters heraus und nahm ihn in ihre Hand, schwang ihn einmal und fing ihn gekonnt. Nicht gut als Waffe, aber nützlich um durch verschlossene Türen zu gelangen.

Da war ein sanftes Rascheln von Kleidung und Meetra sah nach oben um zu sehen, dass sich die alte Frau von ihrem Präpariertisch erhob. Sie erstarrte, den Plasma-Brenner fest umgriffen in einer Hand und der Mund der alten Frau verzog sich zu einem Schmunzeln. Sie zog die Kapuze ihrer Robe runter, doch Meetra sah ihre trüben und milchigen Augen unter dem Rand. Als die Frau sprach, war ihre Stimme weich und leicht kratzig, gefärbt durch einem coruscantischen Akzent. - ein erstaunlich vertrauter. "Habt Ihr unter den Toten gefunden, was ihr gesucht habt?"

"Eure Stimme – Ich hörte sie im Koltotank." brachte Meetra heraus und die alte Frau schmunzelte vertiefter. "Ich dachte Ihr wärt tot."

"Noch nicht ganz und doch schon eher, als mir lieb ist." Die ruhige Ausdrucksweise in ihrer Stimme was sowohl besänftigend, als auch nervtötend. "Ich habe zu lange geschlafen und konnte nicht aufwachen." Sie neigte ihren Kopf, sichtlose Augen bekamen es zustande, eine Verbinden mit Meetras Augen herzustellen. "Vielleicht habe ich unbewusst um Hilfe gerufen und Eure Gedanken konnten die meinen empfangen... Oder seid Ihr in solchen Dingen geschult?" Ihr Ton war nicht der einer Frage.

Meetra verspannte bei der verschleierten Unterstellung. Sie ignorierte die Erkundigung zugunsten von sich selbst, vorsichtig um ihre Stimme frei von Feindseligkeit zu halten. " Ihr könnt also den Geist anderer berühren … und Euch tot stellen. Nützliche Fähigkeiten." Die alte Frau zog eine Augenbraue nach oben, aber das seitliche Lächeln blieb. "Wer seid Ihr?"

Die Frau kicherte, als wenn die Frage eine unterhaltsame Anekdote war. "Ich bin Kreia und ich habe Euch gerettet – genau wie Ihr mich. Erinnert Ihr Euch was passiert ist?"

"Nein." Es gab nichts davon zu gewinnen, Kreia anzulügen, vor Allem wenn sie Meetra mit Antworten versorgen konnte. "Das letzte an was ich mich erinnere ist, dass ich an Bord der Harbinger, einem republikanischen Schiff in Verbindung zu Telos, war. Ihr sagtet, Ihr habt mich gerettet. Was geschah mit der Harbinger?"

"Euer Schiff wurde angegriffen." Wenn auch weich gesprochen, brachte Kreia diese Nachrichten mit der Sanftheit eines Schlägers rüber. "Nur Ihr habt überlebt." Die kalte Schwere breitete sich in Meetras Magen aus, schickte eine schreckliche Taubheit flutend durch sie durch. Das Bild einer dunkel lockigen Frau und ein goldhäutiger Twi'lek leuchteten vor ihren Augen auf, lenkte sie beinahe vom Folgen der alten Frau ab. "Ohne Zweifel, weil Ihr eine Jedi-Ausbildung genossen habt."

Meetras Augen verengten sich, Misstrauen kämpfte mit ihrer Trauer. Sie schob letzteres beiseite, konzentrierte sich auf das, was in diesem Moment am hilfreichsten wäre. "Ihr missversteht, ich bin kein Jedi."

"Ich habe nie gesagt, dass Ihr einer seid." Kreia winkte mit ihrer Hand in einer Geste, die die jüngere Frau umgab. "Wie auch immer, Eure Haltung, Euer Gang, sie entlarven Euch als Jedi ... Aber Ihr scheint eine schwere Last auf Euren Schultern zu tragen."

"Ihr habt gute Augen, für eine Blinde."

"Wenn man nur mit seinen Augen sieht, verpasst man vieles." Meetra unterdrückte den Willen mit den Augen zu rollen. Kreia fing an sich anzuhören, wie ihre damaligen Meister und ebenso ähnelte sie ihnen. "Aber vergessen wir die Vergangenheit und konzentrieren wir uns auf die Gegenwart. Während ich schlief, war ich von der Welt abgenabelt, deshalb kann ich Euch nichts zu den Ereignissen unserer Ankunft sagen. Doch die Ebon Hawk, das Schiff, mit dem wir ankamen, muss immer noch hier sein. Wir sollten sie bergen und aufbrechen."

Kreias Stimme blieb beherrscht, aber Meetra spürte die Dringlichkeit hinter den Worten der alten Frau. "Warum die Eile? Diese Anlage ist notverriegelt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es da Jemanden außer uns gibt."

Das Schmunzeln verschwand nun vollständig aus dem Gesicht von Kreia, ersetzt durch leichte Verärgerung. "Unsere Angreifer haben uns einmal gefunden und ich befürchte, sie werden nicht so leicht aufgeben. Ohne ein Transportmittel, Informationen und Waffen, sind wir leichte Beute."

"Seid Ihr nervös? Stimmt etwas nicht?"

"Ihr sagtet es selbst; Ihr seid nicht sicher, ob wir die Einzigen hier sind." Kreia drehte sich zur offenen Tür, als würde sie zum Flur hinausspähen. "Selbst als ich schlief, fühlte ich die Unruhe hier – Ich hatte merkwürdige Visionen, in Angst getränkt – nun aber, herrscht eine schreckliche Stille.“ Sie sah zurück über ihre Schulter, ihre blinden Augen fanden Meetras mühelos. "Wenn Ihr wünscht, so viel wie nur möglich über diesen Ort herauszufinden, solltet Ihr Euch beeilen. Ich befürchte, wir müssen so schnell es geht von hier abreisen."

Dieser Gedanke beunruhigte Meetra und sie erinnerte sich an die Minenarbeiter, treibend in ihren Koltotänken. "Da waren noch andere Patienten im Medizintrakt. Wisst ihr etwas darüber?"

"Tue ich nicht. Warum haben sie Euch verschont?"

"Haben sie ... nicht. Ich erhielt die gleiche Dosis."

Kreia war für einen Augenblick schweigsam, als sie die Information verarbeitete. "Eine Jedi-Trance würde Jemanden vor solchen Giften beschützen -" Sie hielt eine Hand hoch, als Meetra ihren Mund öffnete. "Euer derzeitiger Zustand beeinflusst nicht Eure ursprünglichen Fähigkeiten; Ihr lerntet sie als ein Jedi, also sind sie auch die Fertigkeiten eines Jedi. Auf den Punkt gebracht, gibt es eine Chance, dass die Beruhigungsmittel dazu gedacht waren, Euch bewusstlos zu halten." Sie pausierte, die Stirn gerunzelt. "Das würde den Tod jener erklären, die nicht in solchen Techniken geschult sind, allerdings... höchst eigenartig." Sie drehte sich abrupt weg und lief auf die offene Tür zu. "Kommt. So schneller wir hier wegkommen, je größer wird der Abstand zwischen uns und unseren Verfolgern sein."

"Wartet – wartet eine Sekunde." Meetra griff nach Kreias Ärmel, doch durchdachte es und zog ihre Hand zurück, als sich die alte Frau zu ihr zurück drehte.

"Irgendjemand muss hier doch noch am Leben sein; wenn nicht hier im Medizintrakt, dann anderswo in der Anlage. Falls ja, müssen wir ihn finden."

"Warum?"

Meetra blinzelte eulenartig zu ihr. "Ich... Warum?"

"Ja. Warum solltet Ihr Euer Leben aufs Spiel setzen, meins mit eingeschlossen, um unbedeutende Minenarbeiter zu retten?" fragte Kreia, sprach den letzten Teil so, als hätte er einen bitteren Nachgeschmack in ihrem Mund hinterlassen. "Einer von ihnen könnte sogar derjenige sein, der Euch vergiftete."

"Das ist... möglich," gab Meetra zu, doch ging nicht an ihr vorbei. "aber ich werde niemanden zurück lassen. Die Logs die ich ansah, kategorisierten die Ebon Hawk als Frachter. Das gibt uns genug Raum für andere Überlebende." Ihre Erklärung traf auf Stille, doch sie hatte eine leise Ahnung, dass Kreia nicht einverstanden war. Sie zuckte mit den Achseln, nicht gewillt, die zurückgelassenen Minenarbeiter ihrem Schicksal zu überlassen, ohne einen Rettungsversuch zu starten. "Ich kann sie nicht einfach sterben lassen."

Das teilweise selbstzufriedene Lächeln der alten Frau war zurück. "Das Leben eines Jedi ist Selbstaufopferung."

Meetras Lippen pressten sich zu einer schmalen, gespannten Linie zusammen. "Es ist das Richtige." Sie huschte an Kreia vorbei und spähte in den Flur. "Ihr könnt hier bleiben, wenn Ihr so besorgt um Eure Sicherheit seid. Ich kehre zurück um sicher zu gehen, dass ihr okay seid, mit jeglichen Überlebenden, die ich finden kann."

"Ich überlasse es Euch diesen Ort zu erkunden. Ich bleibe hier und versuche meine Mitte zu finden." Kreia schritt zu dem Präpariertisch hindurch, den sie vorher besetzte und ließ sich darauf nieder. Sie sah zurück zu Meetra und verzog eine Augenbraue. "Vielleicht solltet Ihr auch nach Kleidung Ausschau halten... damit Ihr einen guten Eindruck hinterlasst."

An ihr runter blickend, musste Meetra ihr zustimmen. Die medizinische Unterwäsche bedeckte genug, um eine soziale Unannehmlichkeit zu verhindern, doch war sie dünn, um Kolto durch die Fasern zu lassen und es mangelte generell an einer Hose. "Ich werde die Augen offen halten. Bleibt sicher, Kreia." Die Leichenhallentür schloss sich hinter ihr, als sie weiter in den Gang hinein lief, in Richtung der gegenüberliegenden Seite des Medizintraktes.

Im Leichenschauhaus, überschlug Kreia ihre Beine, die Bewegungen grazil obgleich ihres Alters und fokussierte sich selbst, griff mit ihren Gedanken weit weg, um Meetras Fortschritt zu verfolgen, bereit um die jüngere Frau zu alarmieren, sollte eine Bedrohung auftauchen. "Beherzigt Euren eigenen Rat, Verbannte."

 

Chapter Text

Meetra kam nicht weit, bevor sie ihrer zweiten Serie an Leichen begegnete.

Beim Benutzen ihres „geborgten“ Plasmabrenners, schnitt sie durch eine fehl funktionierende Tür am Ende des Ganges und stolperte fast über die Körper von zwei Minenarbeitern, eben auf der anderen Seite. Beide waren Menschen, ein Mann und eine Frau und sie waren mit Verbrennungen überzogen, obwohl anscheinend keiner von beiden einen Blaster auf sich gerichtet hatte. Der ekelerregend familiäre Geruch von versengtem Fleisch lag schwach in der Luft, brachte mit sich Gespenster aus ihrer Vergangenheit, doch da war keine süßlich saure Note von Verwesung, noch nicht. Nicht länger als einen Tag tot, vielleicht weniger. Den Geruch von verbranntem Fleisch ignorierend, der ihren Magen umdrehte, kniete Meetra zwischen ihnen, führte behutsam ihre Hände über ihre Gesichter, um ihre Augen zu schließen und hing einen Vibroschneider vom Gürtel des Mannes aus. Die kurze Klinge war scharf, so gut wie ohne jeglichen Kratzer; neu oder gut gepflegt. Sie stand, hob das Minenwerkzeug an, kreiste mit ihrem Handgelenk um das Gewicht zu testen. Es fühlte sich unausgeglichen an, als ob die andere Hälfte fehlte, aber es würde sich als eine vorläufige Waffe machen, insbesondere wenn was auch immer, oder wer auch immer, die Minenarbeiter tötete und immer noch auf dieser Anlage war.

Sie durchquerte den Raum zur gegenüberliegenden Tür, machte sie auf und gefror. Zwei große Droiden drehten sich zu ihr herum, spinnenartige Beine klackerten gegen den Boden. Beide waren mit jeweils zwei großen Laserwaffen ausgerüstet und sie schossen alle vier auf sie, ohne Zögern. Das Summen der geladenen Bolzen zerbrach ihre Trance und das Muskelgedächtnis übernahm.

Meetra warf sich nach vorne, flach zum Untergrund, als die Droiden feuerten. Die Schüsse reichten über sie und an ihre Seite, einer kam so nahe, dass sie die Hitze davon an ihrer Haut spürte. Die Droiden orientierten sich um, um erneut zu schießen, jedoch hatte sie bereits das nahe Umfeld der beiden erreicht und sie führte den Vibroschneider in seine Mitte, drehte ihren Körper zu Seite und benutzte ihren Schwung dafür, den jetzt-leblosen Klumpen Metall, zwischen sich und den anderen Droiden zu ziehen. Seine Bolzen prallten auf seinen vorherigen Gefährten, verliefen sich tot, gegen der Wand. Meetra zog ihre ihren Fuß an sich und stieß ihre Schulter in dem kaputten Droiden, befreite den Vibroschneider, als die roboterartige Leiche nach vorne schoss und mit dem noch Funktionierendem zusammenprallte, zerschlug seine dürren Glieder von unterhalb. Bevor er sich sammeln konnte, sprang sie über ihr erstes Opfer und rammte den Vibroschneider bis zum Schaft in das zweite. Er erbebte einmal, klammerte sich länger an seine Funktionstüchtigkeit als der erste und blieb stehen. Meetra setzte die Minenklinge frei und stolperte nach hinten, sie stützte sich selbst gegen die Wand, währenddessen sie nach Luft schnappte.

Selbst wenn es innerhalb von Minuten vorbei war, dauerte der Kampf zu lange. Zehn Jahre zuvor, wären die Droiden in Einzelteile zerlegt gewesen, bevor sie einen einzigen Schuss abgefeuert hätten. Sie war definitiv außer Übung. Sie atmete tief ein und drückte sich von der Wand weg, rümpfte ihre Nase, als der strenge Geruch von verbranntem Haar um sie herum wirbelte, durch die Bewegung. Sie neigte ihren Kopf, brachte ihre Haare mit nach vorne und sah die angesenkten Spitzen an der rechten Seite, genau dort, wo der unkomfortabel nahe Blasterschuss vorbeikam. Definitiv das Resultat von Jahren des Verlassens auf ein Lichtschwert, obendrein.

Meetra richtete sich auf, strich ihre Haare zurück in Form und zog den Vibroschneider aus dem Drioden. Wenigstens war der Tod von einigen Minenarbeitern kein Rätsel mehr, obwohl der Grund, weshalb ihre eigenen Droiden sie angriffen, als solches verblieb. Sie zog flüchtig in Erwägung, zurück zu Kreia zu gehen, doch entschied sich dagegen. Die alte Frau war vermutlich sicherer im Leichenschauhaus und es gab keine Garantie, dass sie eine Hilfe im Kampf sein konnte. Nein, besser weitermachen und hoffen, weitere Überlebende zu finden.

Der folgende Korridor war glücklicherweise frei von sowohl Körpern, als auch feindseligen Droiden, jedoch lief Meetra langsam und vorsichtig weiter durch den Gang. Nahe dem Ende war eine breite Tür, gekennzeichnet als "Notluke". Als sich Meetra ihr näherte, spürte sie eine federleichte Berührung gegen ihr Bewusstsein und Kreias leise Stimme hallte in ihren Gedanken wieder. "Das ist der Ausgang, doch er ist verschlossen... Seltsam. In meinen Visionen, war er geöffnet."

"Der Ausgang wohin?" fragte Meetra laut, aber Kreia antwortete nicht. "Kreia?". Wieder keine Antwort. Meetra umgreifte ihre Kehle. Es gab eine Zeit, da wollte sie die alte Frau belästigen, durch entgegenkommendem, ablehnendem Zurückgreifen – Nein. Sie hielt sich von dem Gedanken zurück. Die alte Frau ließ sie immer noch gedemütigt fühlen, auch wenn sie es als ein Teil ihrer Bestrafung akzeptierte. Falls Kreia nicht hilfsbereit sein wollte, hatte sie es lediglich zu akzeptieren. Sie probierte die Tür aus, doch diese verweigerte es, sich zu bewegen; entweder verschlossen oder verriegelt von der anderen Seite und zu dick, um sich mit dem Plasmabrenner durchzuschneiden, in jeglicher Weise.

Wegdrehend von der Luke, durchschritt Meetra die Tür in den nächsten Raum, den Vibroschneider bereithaltend. Obgleich dankenswerterweise leer von Droiden, waren da mehr tote Minenarbeiter: ein dunkelhaariger Mann ungefähr halb so alt wie sie, kaum mehr als ein Junge und ein anderer mit einem Schopf von grauem Haar. Der zweite Mann lag zwischen einem Schreibtisch mit einem Terminal und ein Paar Spinde, sein Gesicht war weggedreht von Meetra, doch die Verbrennungen an der Rückseite seiner Uniform signalisierten sein Ableben. Sie schritt sachte um den Körper herum und setzte sich an den Schreibtisch, fuhr die Maschine hoch, um eine Sammlung an Sicherheitsbefehlen und Unfallberichtsaufzeichnungen vorzufinden. Sie bahnte sich durch jede der Dateien durch, Beunruhigung breitete sich tiefer in ihrem Magen aus, nach jeder einzelnen. Wie sie befürchtete, hatten die Minenarbeiter ihre Vergangenheit erahnt und ihre Anwesenheit brachte sämtliche von ihnen aus der Fassung; einen von ihnen besonders, Jemand namens Coorta, ein regelmäßiger Straftäter laut der Sicherheitsleitung und ein Befürworter dessen, Meetra Irgendwem, der sogenannten "Exchange", auszuliefern. Scheinbar drehten zur etwa selben Zeit die Droiden irgendwie durch. Meetra blickte zum Körper neben dem Schreibtisch runter und zurück zu dem ernsten Ausdruck, festgehalten auf dem Holo. Wenn Jemand so selbstsicheres überrascht wurde, wusste sie nicht, welche Chance die anderen Minenarbeiter hatten.

Zurückgehend aus den Logs, wechselte Meetra zu den Kamerabefehlen. Die Sicht auf die Kommunikationszentrale der Station war ohne jegliches Leben, aber eine Gruppe von Droiden durchstreifte die Umrandung. Sie beobachtete den Ablauf ihrer Patrouillen ein paar Mal, zählte vorsichtig mit. Mindestens fünf oder mehr außerhalb der Sichtweite der Kamera. Nicht ideal, aber machbar. Sie änderte den Befehl und startete, dem Monitor näher kommend. Dieser war bezeichnet als "Arestzellen" und wahrheitsgemäß ihres Namens, hielt einer der Energiekäfige einen Gefangenen inne. Ein Mensch ihren Alters oder eventuell wenige Jahre jünger, dunkle kurzgeschnittene Haare hinten, aber lang und zottelig gelassen vom Ansatz bis zu der Stelle, wo sie fast in seine Augen fielen und nach links geteilt waren. Seine schmächtige Statur lehnte gegen die Rückwand des Käfigs, lediglich scheu, das Feld, an beiden Seiten seiner Lederjacken-Schultern, zu berühren und er sah raus zur Tür, der Mund in einem mürrischen Ausdruck versetzt. Er trug keine Minenarbeiteruniform und der Fakt, dass er in einem Energiekäfig war, ließ ihn... weniger als ehrenhaft aussehen, doch Meetra war in keiner Position, das Glück anhand des Äußeren mit Füßen zu treten.

Sie erhob sich vom Schreibtisch, schritt vorsichtig über den damaligen Sicherheitschef und überprüfte die Spinde. Die ersten beiden waren inhaltslos und der dritte war verschlossen. Mit dem Vibroschneider hebelte sie sachte die Tür auf, brachte ein kleines Lager an Erste-Hilfe-Kästen zum Vorschein und ein Langstab-ähnliches Werkzeug. Es hatte zwei Enden, mit einer scharfen Spitze am Boden und einem glühenden Signalleuchte am oberen Ende. Kein Lichtschwert, aber es würde es tun. Sie ließ den Vibroschneider auf den Schreibtisch fallen und hob den Stab hoch, drehte ihn experimentell. Das Gewicht war immer noch nicht optimal, jedoch kämpfte sie bereits mit Schlimmerem. Mit einem letzten bemitleidenden Blick zu den Körpern des Sicherheitschefs und des jungen Minenarbeiters, verließ sie den Raum.

Auftauchend in der Kommunikationszentrale, ging Meetra langsam nach vorne, den Stab ausgestreckt vor ihr, in einer defensiven Haltung, dem Klackern der spinnenartigen Beine lauschend. Der erste Droide lief vor ihr und sie holte zu ihm aus, bevor seine Sensoren ihre Anwesenheit bemerkten, schmetterte die Spitze der Waffe in das, was sein "Gesicht" sein sollte. Ein weiterer Droide kam nach dem ersten Droiden und Meetra warf sich zur Seite, als er auf sie feuerte. Ein dritter Roboter klackerte von hinten zu ihr, kesselte sie zwischen ihnen ein. Sie wartete, stimmte ihre Bewegungen ab und schnellte nach oben, als die Droiden feuerten, ihre Schüsse rissen durch ihre wenig geschützte Vorderseite hindurch. Meetra landete in der Hocke, den Stab dazu benutzt, ihren Fall abzufangen. Sie brachte sich auf ihre Füße, atmete ein wenig doller, als sie es sollte.

Weiteres Klackern echote zu ihrer rechten und ein nächster Droide erschien von der Nähe der Kommunikationskonsole, Blaster schon ausgefahren. Meetra rollte hinter einen der verbrutzelten Droiden, köderte den anderen näher heran. Zielstrebig stürmte er um ihre improvisierte Deckung herum und sie schwang den Stab entlang des Bodens, fegte den Droiden von seinen Füßen und rammte die Spitze in sein Inneres. Sie trat ihn weg, zog die Waffe heraus und wirbelte herum, als das Geräusch von mehreren Metallbeinen auf sie zu eilte.

Der Droide holte zu ihr aus, fast schon zu nah um auszuweichen und sie warf sich selbst nach hinten, während er einen von seinen Blastern zu ihrem Schädel wuchtete. Sie drehte den Stab und versuchte den Droiden damit zu erstechen, doch es gelang ihm, die Waffe zwischen seinen Vordergliedmaßen zu fassen und entriss sie aus ihren Händen. Meetra schlitterte rückwärts, es riss ihr den Boden unter ihr von den Füßen weg und landete hart auf dem Boden, als der Droide nach ihr ausholte.Ohne nachzudenken, warf sie ihre Hand in einer aussichtslosen Geste aus, griff nach etwas weit hinter ihres Erfassens.

Aber diesesmal, zum ersten Mal in 10 Jahren, erflammte etwas in ihr zum Leben, geringfügig aber warm. Der Droide flog rückwärts, prallte mit der Wand schwer genug zusammen, um ihn zu betäuben. Beinahe völlig nach Instinkt handelnd, sprang sie vorwärts, ergatterte den Stab und rammte die Spitze in die Maschine hinein, bevor sie sich erholen konnte, führte einen zweiten Hieb aus, zur Sicherheit. Sie ließ den Stab fallen und schritt zurück von der roboterartigen Leiche, griff zögerlich noch einmal zur Macht. Tränen füllten ihre Augen als sie erneut antwortete. Es war nicht viel im Vergleich zu dem, was es einst war. Ein Streichholz, wo einst ein Inferno war, eine einzelne Note anstelle einer Symphonie, doch sie war da.

"Ah, Ihr hört sie. Schwach, doch immer noch da." Kreias Stimme war jetzt lauter, eher als wäre sie mit im Raum bei Meetra, als gerade aus weiter Entfernung sprechend.

Meeetra antwortete ihr gleichsam, griff nach dem Bewusstsein der alten Frau. Es fühlte sich stockend und ungelenk an, aber sie konnte sich noch erinnern, wie man es machte. "Es war so lange Zeit her... Ich hatte es fast vergessen. Jedoch fühlt es sich nicht richtig an. Es fühlt sich an, als würde es von großer Distanz aus kommen."

"Wendet Euch nicht davon ab. Lauscht... fühlt sein Echo in euch drinnen." Kreias Warnung war sanft, aber bestimmt. "Ihr werdet es brauchen, wenn wir überleben und von diesem Ort fliehen wollen. Findet einen Weg die Notluke zu öffnen und wir werden uns auf unserem Weg befinden."

"Es gibt immer noch genug zu erkunden." Erinnerte Meetra sie, ignorierte dabei das Gefühl von Missfallen, dass sich in der Verbindung zur alten Frau abfärbte. "Ich fand einen weiteren Überlebenden, immerhin. Er wird in einer Zelle in der Kommunikationszentrale festgehalten."

Es gab eine lange Pause auf Kreias Ende. "Seid wachsam... seine Gedanken sind schwierig zu lesen. Aber Ihr habt nichts vor dieser Person zu befürchten und er könnte sich momentan als nützlich erweisen."

"Solange er nicht versucht mich umzubringen, bevor wir von dieser Station runter sind, würde ich es als Erfolg betrachten." Meetra brach die Verbindung ab, sammelte ihren Stab auf und ging den Weg zurück, den sie gekommen war, driftete nach rechts von der Tür aus ab, durch die sie die Kommunikationszentrale betrat, wo eine weitere Tür in der Wand eingesetzt war. Sie öffnete diese und trat ein. Die Waffe hielt sie von sich weg, um zu zeigen, dass sie es nicht böse meinte. Der dunkelhaarige Mann hatte sich aufgerichtet von der vorherigen krummen Haltung und war so nah an dem Energiefeld des Käfigs gelehnt, wie er es sich wagen konnte, anscheinend neugierig von den Geräuschen ihres Kampfes mit den Droiden. Seine dunkelbraunen Augen wanderten an ihrem Körper auf und ab, hafteten an ihren Kurven fest und sein geschockter Ausdruck verwandelte sich in irgendetwas zwischen einem Schmunzeln und einem höhnischen Grinsen.

"Nettes Outfit." Er hatte eine angenehme Tenorstimme, allerdings ruinierten die lüsternen Blicke es irgendwie. "Was, habt ihr Minenarbeiter die Uniform gewechselt, seit ich hier bin?"

Sein Blick und spöttischer Ton waren eine sofortige Erinnerung daran, wie dünn und figurbetont Meetras medizinische Unterwäsche war. Durch das ganze Kämpfen und ihr plötzliches Wiederverbinden mit der Macht, vergaß sie Kreias Rat bezüglich der Kleidung. Tja, nun. Sie hatte schon schlimmere erste Eindrücke hinterlassen. "Ich bin kein Teil der Crew der Anlage."

"Was du nicht sagst."

Sie unterdrückte den Willen ihre Lippen zusammen zu pressen. Ein alter Freund sagte ihr einst, es ließe sie wie das Hinterteil eines Tookas aussehen. "Mein Name ist Meetra Surik. Wer seid Ihr?"

Er zögerte, das Grinsen verschwand ein bisschen. Sie konnte förmlich die Zahnräder in seinem Kopf klicken hören, wägte seine Möglichkeiten ab, beurteilte, ob es das wert genug ist, ihr zu vertrauen. Abrupt kam sein Grinsen zurück in Position, Körperhaltung entspannt, als wäre vorher nie eine Anspannung am Anfang dagewesen. "Atton. Atton Rand." Er gestikulierte hinter dem Energiefeld ein Winken mit seiner Hand. "Entschuldige, dass ich dir nicht die Hand gebe, aber ich mag keine Stromstöße." Er neigte seinen Kopf zur Seite, die Haare drohend, wieder ein Auge zu verdecken. "So, Schöne, kannst du mir raushelfen?"

 

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Eine Seite von Meetras Mund verzog sich unerwartet zu einem halben Lächeln und sie verankerte das Ende des Stabes auf den Boden, lehnte ihr Gewicht bequem dagegen. Sie waren zunächst sicher genug, um ein kleines Geplänkel zu frönen, und es wäre befriedigend den selbstgefälligen Blick aus seinem Gesicht wegzustreichen. "Warum beginnen wir nicht damit, warum Ihr hier drinnen seid?" Sie lehnte sich leicht nach vorne, verschränkte einen Arm über ihre Brust. "Und behaltet Eure Augen oben."

Attons Augen schnellten zurück zu den ihren und sein Grinsen wich, brachte eine Gereiztheit unterhalb der Oberfläche zum Vorschein. Er lehnte sich vom Feld weg und machte ein einschultriges Achselzucken. "Laut Sicherheitsdienst habe ich irgendein Gesetz gebrochen." Er deutete zur Kamera oberhalb. "... Frag sie meinetwegen selbst. Mir hören sie jedenfalls nicht mehr zu, seit sie mir nichts mehr zu essen gegeben haben." Er täuschte einen melancholischen Seufzer vor und schüttelte seinen Kopf. "DAS ist kriminell."

"Sie sind tot."

Atton richtete sich auf, aufrichtiges Erstaunen in seinem Gesicht. "Nun. Ich vermute das erklärt einige Dinge." Er fuhr mit einer Hand durch seine Haare, verzauste sie zusätzlich. "Also... was jetzt?"

"Ich glaube es gibt da ein Schiff, dass wir benutzen können, im Hangar," gab Meetra preis, doch war sie bedacht damit, den Frachternamen und Kreias Existenz auszulassen. Atton sah relativ harmlos genug aus, doch Vertrauen war etwas, was sie nur schwer Jemanden entgegen bringen konnte. Zumindest, wenn unmögliche alte Frauen jede andere Optionen wegnehmen.

Seine unverschämte Haltung geriet zurück an ihren Platz, gemeinsam mit seinem Grinsen. "Wie unvorhersehbar. Du schaltest dieses Sicherheitsschild der Zelle ab und ich fahre die Notfallsysteme hoch, sodass wir zum Hangar gelangen können. Wir schnappen uns dein theoretisches Schiff und dann fliegen wir hier heraus." Atton hob eine Augenbraue, das Grinsen ausbreitend. "Was sagst du, Schönheit? Du willst genauso sehr von dieser Anlage weg, wie ich."

"Meetra."

Atton runzelte die Stirn. "Was?"

"Mein Name. Nicht 'Schönheit'. Nicht 'Schöne'. Meetra."

Er feixte, entweder aus Skepsis oder echtem Vergnügen, sie war sich nicht sicher. "In Ordnung. Was sagst du, Meetra?"

Sie zögerte, wägte ihre Optionen ab, aber es gab nicht wirklich eine Wahl. Sie passierte eine Konsole nahe des Energiekäfigs, fand den Befreiungsbefehl leicht. Das Feld flackerte kurzzeitig und erstarb dann und Atton schritt heraus, nachdem er mit einer vorsichtigen Hand durch die Luft wedelte, wo zuvor Elektrizität war. Er brachte ihr ein einseitiges Lächeln entgegen. "Dachte du wolltest mich nicht rauslassen für eine Sekunde."

"Ich auch." Meetra zeigte zur Tür zu der Kommunikationsanlage mit der Waffe. "Nach Euch."

Atton stellte eine spöttische Verbeugung dar als er an ihr vorbei zog und Meetra rollte mit ihren Augen bevor sie ihm aus dem Raum folgte. Sie fing gerade an ihren Beschluss zu bereuen, einige und alle Überlebende zu retten. Sie waren auf dem Weg zur Kommandokonsole der Anlage und Atton ließ sich in den Stuhl fallen und fuhr das Terminal hoch, ohne zu zögern. Meetra stand einfach nur dahinter und an seiner Seite, betrachtete den Bildschirm über seine Schulter. "Ich werde dir zeigen was ich mache." Er blickte über seine Schulter. "Der Transparenz halber. Diese Konsole ist auf automatisches Signalgeben gestellt; du könntest es gehört haben als du rein kamst." Meetra nickte, doch verbarg ihren Bewusstlosigkeits-Ankunfts-Zustand. Sie vertraute ihm nicht wirklich so sehr. "Der Asterioitendrift verändert sich konstant, also überträgt es aktuelle Asteriotenkarten zu hereinkommenden Schiffen, damit sie nicht zu Weltraumstaub zerkleinert werden." Seine Finger tanzten über die Tastatur des Terminals als er sprach und Meetra nahm achtsam Kenntnis von seinen unübersehbaren Fähigkeiten. "Das Signal warnt sie, damit sie Abstand halten, bis die Karten übertragen sind, dann unterstützen Andockanleitungen. Ding ist, du kannst die selbe Übertragung zu diesem Komm zurückwerfen..." Er tippte einige letzte Tasten mit einer schwungvollen Bewegung. "Und auf einmal, hast du Zugriff zum Kommunikationssystem von innen."

"Beeindruckend," gab Meetra zu. Er sah zu ihr hinter und grinste, diesmal ein aufrichtiges Grinsen. "Ich fange an mir verschiedenste Gründe vorzustellen, weshalb der Sicherheitsdienst entschied dich einzusperren."

"Gutes Aussehen und einen Sinn für Humor." Atton drehte sich zurück zur Konsole. "Jetzt, ist alles was wir machen müssen, die Turbolifte zu reaktivieren, die Notfallabschaltung aufzuheben, und -" Er brach abrupt ab, die Überzeugung wich aus seinem Ausdruck. "Nun, das ist ein Problem."

Meetra stützte ihre Hand gegen die Lehne des Stuhls und lehnte sich über seine Schulter um eine bessere Sicht zu haben. "Was ist los?"

"Ich kann das System nicht umleiten." Atton stieß gegen einen Teil des Bildschirms, als hätte er ihm etwas ziemlich persöhnliches angetan. "Es wurde vom Main-Hub abgetrennt, nachdem es fernbedient abgeschaltet wurde – ein sauberer Schnitt, auch. Jemand wollte nicht, dass die Minenarbeiter nach Hilfe riefen, was bedeutet, wir können es ebenfalls nicht." Er lehnte sich zurück, die Schultern sackten besiegt zusammen. "Wenn es eine bessere Definition von eingesperrt gäbe, muss ich sie erst noch finden."

"Gibt es irgendetwas, was wir von hier aus tun können?"

Atton schüttelte seinen Kopf. "Nein. Alles was wir haben ist Kommunikation, wo all das noch so viele Schreien in ein Vakuum nichts nützt."

Meetra richtete sich auf, tippte mit ihren Fingern gegen ihren Stab in Gedanken. "Da könnten andere Überlebende auf der Station sein. Wir könnten versuchen sie zu kontaktieren, nachgucken, ob Jemand etwas tun kann von ihrem Ende aus."

"Machs dir bequem." Er tippte ein Paar Tasten und stand auf, ging aus ihrem Weg, damit sich Meetra setzen konnte. Sie lehnte ihren Stab gegen die Konsole und aktivierte den Komm für die Unterkünfte der Minenarbeiter, mit einem Klick. "Wenn das Irgendjemand hört, bitte antworten." Knisterndes Rauschen war die einzige Antwort. Sie wiederholte das Signal, doch erhielt das gleiche Ergebnis. Sie wechselte rüber zu dem Kanal für die Hangars und wiederholte die Anfrage. Fast schon sofort, wurde ihr geantwortet mit mehreren scharfen Pfiffen und Pieptönen.

"Ist das ein Droide?" fragte Atton, Verwirrung und Skepsis färbten seine Stimme.

"Ausgerechnet," antwortete Meetra, dann dem Droiden: "Langsamer, bitte. Ich kann dich nicht verstehen." Ihr Verstehen der Binärsprache war beinahe so rostig, wie ihre Kampffertigkeiten und die Aufgeregtheit des Droiden half nicht. Das Schilpen und Piepen kam erneut, eine deutliche Bemühung wurde gemacht, die Informationen mehr langsam zu überbringen. "Er ist ein Astromech... Bist du betriebsbereit?" Zahlreiche niedrige Pfiffe, von einem einzelnen Piepton unterstrichen. "Okay, das ist gut. Wir sind eingesperrt auf der Verwaltungsebene. Kannst du die Turbolifte von dort aus entriegeln?" Der Droide antwortete im Negativen mit einem langgestreckten kleiner werdenden Pfeifen. "Gibt es einen anderen Weg hier heraus, neben den Turboliften?" Ein einzelner Piepton, gefolgt von einer langen Pause und dann eine Häufung von elektronischem Surren. "Ich würde das lieber riskieren, als hier festzusitzen. Sei vorsichtig." Der Droide piepte einmal und dann geriet die Verbindung zurück in eine Rauschstörung. Meetra schaltete den Komm aus und lehnte sich vom Terminal weg, mit einem Seufzen.

"Du konntest das tatsächlich verstehen?" fragte Atton. Er lehnte sich rückwärts an die Konsole, sodass er gegenüber stand, Beine am Knöchel gekreuzt und Arme über seiner Brust verschränkt.

"Eine alte Freundin von mir sprach flüssig Binärsprache. Sie hat mir ein bisschen davon beigebracht."

"Und du vertraust der kleinen Blechbüchse?"

"Er sitzt hier ebenfalls fest. Er verliert nichts, wenn er versucht uns zu helfen."

"Großartig. Alsooo, warten wir einfach?" Atton verzog das Gesicht. "Müllpresse sollte besser durchkommen."

"Ich denke wir können ihm vertrauen." Sie sah zu ihm auf, betrachtete ihn von oben nach unten. Oberflächlich, wirkte er nicht bedrohlich, doch die Art wie er sich selbst hielt, selbst im Ruhezustand, erzählte eine andere Geschichte. "Was geschah hier?"

"Du hast die Körper gefunden. Sag dus mir." Er deutete nach hinten zu den Arestzellen. "Hatte nicht gerade die vordersten Sitzplätze."

"Die Crew des Sicherheitsdienstes wurde von den Droiden getötet." Meetra zeigte zu den leblosen Hülsen, zersplittert über die Kommunikationsanlage. "Ich habe Berichte der Unfälle der letzten paar Tage gefunden, alle beinhalten Droiden. Ein Virus, vielleicht?"

"Oder sie wurden umprogrammiert."

"Um die Minenarbeiter anzugreifen? Wer sollte so etwas tun?" Sie gab ihr Bestes, irgendwelche Anschuldigungen aus ihrer Stimme zu lassen, aber Attons direkter Blick war ein Hinweis darauf, dass sie versagte. Er machte keine Bemerkung darüber, allerdings zuckte er bloß mit den Achseln als Reaktion darauf. "In jedem Fall, es kann nicht die einzige Sache sein. Ich fand nur wenige Körper. Es wirkt so, als war die bereits Anlage ausgestorben, bevor die Droiden angriffen. Ihr wart hier seit einer Weile. Passierte irgendetwas seltsames mit den Minenarbeitern?"

"Bevor oder nachdem dieser Jedi aufgetaucht ist?" Meetra versteifte, doch lies ihr Gesicht mit Bedacht nichtssagend. "So oder so, es ist ne kurze Geschichte, sofern es mich betrifft." Atton ging in eine mehr komfortablere Position, lehnte sich weiter nach hinten gegen die Konsole. Wenn er Meetras Unbehagen bemerkt hatte, erwähnte er es nicht. " Du weißt ja, was passiert, wenn ein Jedi auftaucht. Ehe man sich versieht, läuft die halbe Republik auf dem Schiff rum! Aber es wird noch besser. Einige Minenarbeitern beschlossen, sich das Kopfgeld, dass die Exchange auf lebendige Jedi ausgesetzt hat, unter den Nagel zu reißen. Schliesslich war der Jedi ja bewusstlos."

"Die Exchange?"

Atton sah sie schräg an. "Du weißt nicht, was die Exchange ist?" Als sie den Kopf schüttelte, zog sie eine Augenbraue hoch. "Sie ist ein riesiges Verbrechersyndikat auf Nar Shaddaa. Sie handeln mit Spice, Waffen, Sklaven... und neuerdings setzen sie Kopfgelder auf Jedi aus." Er wedelte mit seiner Hand, so als würde jegliche weitere Fragen abwimmeln. "Jedenfalls, was hier als rechtlich geltend gemacht wurde, sprach dagegen, den Jedi auszuhändigen, also begannen die zwei Gruppen zu streiten. Das war so um die Zeit, als ich mit meinen neuen Unterkünften bekannt gemacht wurde. Dann gab es eine große Explosion und ich saß hier ziemlich lange fest, bis du mit deiner Unterwäsche und so aufgekreuzt bist. Seitdem gehts mir viel besser." Er schmunzelte angesichts Meetras plattem Anstarren, doch insgeheim empfand sie sein Verhalten beruhigend. Wann immer er sie nur neckte oder sich wirklich unangemessen anstellte, bedeutete dies, dass er sie nicht als Bedrohung ansah; hoffentlich, musste sie ihn auch nicht als solche ansehen.

"Warum will die Exchange Jedi gefangen nehmen?" fragte sie, lenkte die Konversation von vorhin um, bevor Attons Augen die Chance hatten, zu wandern. "Behindern Jedi ihre Operationen?"

"Weiß nicht viel darüber," gab Atton zu. "Vielleicht will die Exchange einen als Trophäe oder Jemand hat was gegen die Jedi und trachtet danach einzutreiben." Er kicherte. "Natürlich könnte Zweiteres die halbe Galaxie sein. Allerdings, sind nicht viele Jedi übrig. Würde mich nicht wundern, wenn das Kopfgeld ziemlich hoch ist."

Etwas schnürte sich in Meetras Brust zu, durch die Auswirkung von Attons Worten. Sie erwartete nicht, willkommen zu sein oder von ihren damaligen Kameraden wiedererkannt zu werden, aber die Idee, dass da draußen niemand war, der ihr aus dem Weg ging, war irgendwie schlimmer. "Was meint Ihr? Was geschah mit den Jedi?"

"Ist das dein Ernst?" Die einsehbare Ungläubigkeit in seinem Gesicht machte sie besorgt darüber, beim Stellen dieser Frage zu entgleiten. "Wie lange warst du weg gewesen?" Sie zuckte mit den Achseln, versuchte lässig zu wirken. Es schien zu funktionieren, als Atton begann zu erklären. "Diejenigen die nicht im Jedi-Bürgerkrieg getötet wurden, legten ihre Lichtschwerter vor langer Zeit beiseite. Es wird gesagt, es gäbe nicht einmal mehr einen Rat der Jedi, aber wer weiß?"

"Ein Krieg zwischen den Jedi... Nicht den Jedi und Sith?"

"Nicht soweit ich weiß. Von dem was ich gehört habe, waren es Revan, Malak und die Jedi, die sich den Mandalorianischen Kriegen anschlossen." Die Enge in Meetras Brust schnürte sich weiter zu, erschwerte plötzlich das Atmen. "Sie wandten sich gegen die anderen Jedi und hatten einen Kampf, der beinahe die Galaxis verwüstete. Dann, wie alle Sith, wandten sich Revan und Malak gegeneinander." Atton kippte seinen Kopf zur Seite, das halbe Lächeln immer noch schwach am selben Platz. "Du hast wirklich nichts davon gehört?"

"Wie Ihr sagtet, ich war weg gewesen." Meetra zappelte herum, krümmte ihre Finger zusammen als sie Attons Geschichte in sich aufnahm. Ein Jedi-Bürgerkrieg und Revan und Malak, verfallen zur dunklen Seite... das waren nicht die Gerüchte die zum Outer Rim gelangen. Ihr Magen dreht sich bei der Erkenntnis, alte Schuld vermischt mit neuer Besorgnis. "Ich habe Gerüchte gehört, aber nicht von Krieg. Ich hab gehört... Revan rettete die Republik."

Atton machte eine spöttische Bemerkung. "Nun, es wäre das Geringste was sie tun könnte, nachdem sie sie fast zerstörte. Alles was ich gehört habe war, dass Revan zurückkehrte um es Malak heimzuzahlen, für den Versuch, sie in erster Linie umzubringen." Sein Grinsen war jeder Warnhinweis, den sie zuvor hatte, bevor sein höhnischer Unterton zurückkam. "Du kennst Frauen." Er zeigte zum Terminal. "Versuch diesen kreischenden Schrotthaufen erneut zur Sprache zu bringen. Müssen sicherstellen, dass er sich nicht von selbst abstellt und uns im Stich lässt."

"Er wird uns kontaktieren wenn er herausfindet, wie die Luken zu öffnen sind." konterte Meetra. Sie brauchte immer noch Informationen, jeweils über den Jedi-Bürgerkrieg und über das Verschwinden der Minenarbeiter. "Ich habe immer noch weitere Fragen. Ich befand mich in einem Koltotank für die letzten paar Tage und ich habe keine Ahn-"

"Hey, ich finde deine halbnackten Verhöre ja ganz witzig," Atton unterbrach, schüttelte seinen Kopf und schüttelte ihren Protest von sich ab, "aber..." Er verstummte allmählich, Brauen gerunzelt, als er sie anstarrte. "Ein Koltotank?"

Meetra wurde still. "Ja?"

Atton richtete sich auf und ging einen Schritt von ihr zurück, sein Ausdruck war eine erschreckende Kombination aus Überraschung, Verwirrung und Beunruhigung. "Du bist dieser Jedi." Als sie nicht antwortete, ein Schimmer von Zorn durchzog sein Gesicht. "Bist du!"

"Ich bin kein Jedi." Meetra hielt ihr Stimmlevel, widerstand dem Bedürfnis, nach ihrer Waff neben ihr zu greifen.

Er belächelte ihre Leugnung. "Sicher. Also hatte die Hälfte der Anlagencrew eine Massenhalluzination und entschied einen Nicht-Jedi der Exchange zu verkaufen?"

"Sie... wurden falsch informiert. Sie nahmen an, ich sei etwas, dass ich nicht bin."

"Das ist ne Ladung Banthascheiße."

"Es ist die Wahrheit." Meetra nahm einen tiefen Atemzug und drehte sich zurück zum Terminal. "Glaubt was Ihr wollt, aber ich bin kein Jedi."

"Gut." Sie sah überrascht zu ihm hinter. "Ich werde glauben, was ich will."

"Was würde es ändern?" In ihrer Frustration, entfloh schließlich das Volumen aus ihrer Stimme. "Wenn ich eine Jedi wäre, was würde es ändern?"

Zahlreiche Gefühle jagden sich gegenseitig über Attons Gesicht hinweg, doch die Verwirrung gewann am Ende. "Ich wundere mich, warum du mich gebraucht hast."

"Wenn ich ein Jedi wäre, hätte ichs nicht."

Bevor Atton antworten konnte, begann das Terminal laut zu piepen. Die beiden starrten es an und danach sich gegenseitig, bis Atton Meetra bedeutete sich zu bewegen. Sie bewegte sich und gestattete ihm, sich zu setzen, lehnte sich wieder über seine Schulter, als er zu tippen begann. "Hey, na wer sagts denn. die kleine Frachtkapsel ist durchgekommen!"

Meetra gefror, Sorge unterdrückte ihre Erleichterung. "Er hätte uns kontaktieren sollen. Irgendetwas stimmt nicht."

"Er tankt vermutlich nur seine Batterien auf." sagte Atton abschätzig. "Wenn ich die Turbolifte zum Laufen kriege, müssten wir bis zum Hangar kommen. Wir können, ähm, diese Konverstation beenden, wenn wir von dieser Station runter sind."

"Er hat die Turbolifte nicht entriegelt."

Atton drehte sich um, um sie anzustarren. "Was?"

"Er konnte nicht; sie wurden manuell deaktiviert." Meetra deutete zum Korridor, der in den Medizinflügel führte. "Ich habe ihm gesagt, er soll die Notluke öffnen."

"Die Notluke? Die, die runter zu den Minenschächten führt – diese Notluke?"

"Gibt es eine weitere, die irgendwoanders hinführt?"

"Nein, aber – Das ist nicht der Punkt." Metra wich zurück, als Atton plötzlich aufstand. "Sag mir nicht, dass du diese Luke nach unten zu den Minenschächten nimmst." Als sie mit den Achseln zuckte, schüttelte er mit dem Kopf. "Die Explosion, die ich hörte, kam von unten. Da gibts vermutlich nur noch glühendheißes Gestein und eingestürzte Schächte. Nur ein Idiot würde da runtergehen."

Meetra spreizte ihre Finger in einer hilflosen Geste. "Es könnte unsere einzige Möglichkeit sein."

"Und du könntest sterben. Das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren."

"Besser riskiere ich mein Leben, als du deins," sagte Meetra bestimmt. "Wo könnte die Steuerung für die Turbolifte sein?"

Atton fuhr eine Hand durch seine Haare, ringte eindeutig noch mit ihrer Entscheidung. "Da könnte eine Überbrückung in der Verwaltung sein."

"Und gelange ich dorthin durch die Tunnel?"

"Ja." Er atmete schwer aus, Unbehagen war in jede seiner Bewegungen abgezeichnet. "Du bist entweder vollkommen tapfer oder vollkommen verrückt – oder beides." Meetra lächelte unwillkürlich und er antwortete mit einem weiteren echten Grinsen, auch wenn es schwächer war, als zuvor. "Alles klar – Ich werde versuchen die Dinge von hier aus zu überwachen. Das einzige, was da sich da unten bewegt, sollten Minendroiden sein, versucht nicht zu sehr den Helden zu spielen. Oh, und nimm das." Er zog etwas was kleines aus seiner Jackentasche heraus und warf es zu ihr.

Meetra fing den Gegenstand, öffnete ihre Hand und es offenbarte sich eine Hörkapsel. Sie sah hoch, um zu sehen, dass Atton das gleiche Gerät in sein Ohr machte. "Und wo habt Ihr die her?"

Er zog eine ungläubige Augenbraue nach oben. "Spielt das eine Rolle?" Sie kicherte und machte das Ohrstück rein.  " ...vielleicht kann ich dich von hier aus durch die Schächte führen. Ich hab aber keine Ahnung, wie weit das Signal reicht, wenn du zu tief drinnen bist." Er pausierte, sich bekriegende Gefühle waren deutlich sichtbar. "Sei vorsichtig, Meetra."

"Passt auf Euch auf. "Meetra sammelte ihren Stab auf und lief aus der Kommunikationsanlage, verließ Atton, der ihr beim Weggehen hinterher sah. Sie hielt erst einmal außerhalb der Luke an und nahm einen tiefen Atemzug. Dann öffnete sie die Tür und betrat die Tunnel.

Chapter Text

Umso weiter Meetra in Richtung Tunnel hinab stieg, desto korrekter wurde Attons Warnung wegen der Hitze. Eine lange Leiter verband die Notluke mit – voraussichtlich, da sie ihn noch nicht sehen konnte – dem Boden der Minentunnel und selbst auf halbem Wege nach unten, stieg die Temperatur zu einem höheren Level an, dass als unangenehm wahrgenommen wurde, auch durch die dünne Unterwäsche. Sie machte Halt für einen Moment, die Luft begann zu brennen, fast so wie ihre Muskeln es taten. Neben den Kämpfen mit den Droiden und dem langen Klettern, fing ihr Körper an, den jahrzehntelangen Mangel der Beibehaltung zu spüren.

Ein Ausbruch von Rauschstörung in ihrem Ohr ließ sie fast von der Leiter aufschrecken, bevor es sich nach und nach in Attons Stimme auflöste. "Hörst du mich?" Die Übertragung war schwach und durchschossen mit Statik.

Meetra schlang einen Arm um die Sprosse vor ihr und machte eine Hand frei, um den Komlink in ihrem Ohr zu berühren. "Schlecht –  zu viele Interferenzen."

"Möglicherweise durch die Explosion." Eine kurze Pause begleitet von einem stillen Klicken von Tasten.

"Trotzdem scheint es einen Weg zum Peragus-Treibstoffdepot zu geben. Nun ja, wenn die Schächte nicht eingestürzt sind. Die Explosion hat die meisten der Sensoren ausgeschaltet."

"Oh, gut. Ich dachte das wird keine Herausforderung sein."

"Was wäre das Spaßige daran?" lachte Atton leise. "Dort sollte es eine Notfallkiste in der Nähe vom Ende des Schachts geben; du bist in der Lage eventuell etwas nützliches darin zu finden. Und sie dich vor. Dort sind eine Menge Droidensignale in dem Areal zu melden, aber ich kann sie nicht lokalisieren."

Meetra sah nach unten, spähte durch die schlechten Lichter. Sie konnte nur die schwache Markierung der Waffe an der Spitze ihres Stabes erkennen, vermutlich auf einem festen Boden liegend. Sie schleuderte ihn vom obersten Punkt des Schachts vorher, sowohl um die Distanz zu überprüfen, als auch wegen der Unfähigkeit ihn mit sich zu tragen. Es machte nicht den Anschein, als sei dort irgendetwas mit unten. "Danke für die Warnung. Sagt Bescheid, wenn Ihr etwas entdeckt."

"Wird gemacht – und sei vorsichtig da unten." Die Statik wurde scharf durchtrennt, hinterließ eine widerhallende Stille. Meetra kletterte weiter nach unten, zwang sich selbst dazu, sowohl die ansteigende Temperatur, als auch ihre schreienden Muskeln, zu ignorieren. Etliche, fast schon qualvoll lange Minuten später, endeten die Sprossen der Leiter und ihre Füße fanden den Boden des Schachts. Mit ihren an die Dunkelheit gewöhnten Augen, scannte sie ihre Umgebung, doch für den Moment erschien es so, als sei sie allein. Sich den Stab schnappend, bewegte sie sich vorwärts bis sie eine Tür erreichte, machte sie sie und trat hindurch.

Für einen Augenblick war alles weiß, ihre Sicht geblendet durch den Lichtwechsel. Meetra ließ sich in eine defensive Hocke fallen, den Stab dabei schützend vor sich gehalten, aber weder hörte, noch spürte sie irgendwas in der Nähe. Allmählich kam ihre Sicht zurück, enthüllte einen Raum, ähnlich derer, durch die sie bereits durchgeschritten war: steriles Chrom und Keramik mit wenig ästhetischem Design. In der Ecke stand eine einzelne Kiste, ohne Zweifel die Notvorräte, die Atton erwähnt hatte. Sie öffnete sie, zog weitere Medikits heraus, ein Kopfband und Gürtel irgendeiner Art, einige wenige Energieschilde, zwei Hand-Minenblaster und eine tatsächliche Vibroklinge. Diese beiseite gestellt, grub sie tiefer in dem Kanister, kam sie mit einer Schwade von blau-goldenem Stoff hervor.

Der Kommlink erweckte zum Leben.  "Hast du die Vorräte gefunden?"

"Genau dort wo Ihr sagtet," antwortete Meetra, öffnete den Reißverschluss und stieg in die Minenuniform hinein. Es war nicht richtig ihre Größe – es hing lose an ihrer Gestalt und die Ärmel fielen über ihre Handgelenke – aber es stellte sich als eine begrüßende Schicht Schutz heraus... und Anständigkeit. "Ich fand einige Waffen und Minengeräte. Auch eine Uniform."

"Verdammt." Meetra hielt im Moment vom Zumachen des Anzugs an, ihre Mund verzog sich zu einem halben Lächeln aus Amüsiertheit über Attons Ausatmung. Er begann zurückzurudern, als hätte er erst jetzt bemerkt, was er sagte. "Äh ... ich meine, schön – gut das zu hören... Du musst ja nicht ständig halbnackt rumlaufen. Das... lenkt nur ab ... ähm, die Droiden." Sie unterdrückte ihr Lachen und antwortete nicht, zog es anstelle dessen vor, ihn sich in seinem Ausrutscher suhlen zu lassen. "Je-jedenfalls, was hast du für eine Ausrüstung gefunden?"

"Da ist ein Geschirr; sieht so aus, als passt es um meine Taille und Schultern." Als sie sprach, zog sie ihn über ihre Minenunifom. "Ich habe auch eine Art Kopfband gefunden. An jeder Seite sind Sensoren."

"Vermessungsgeräte," entgegnete er. "Es ist für das Orten von Schallminen und deinen Schutz davor gemacht. Das Sicherheitsgeschirr wird dir dabei helfen, diese zu deaktivieren. Nicht, dass ich das raten würde." Meetra archivierte diese Informationen. Sie hatte Erfahrungen im Entschärfen Minen während den Mandalorianischen Kriegen gesammelt, doch sie blieb stumm. Sie wollte Atton nicht noch misstrauischer gegenüber sich machen, als er schon war oder ihm einen Grund geben eine Bedrohung zu werden. Sie setzte das Kopfband auf, und ließ es über den Ohren ruhen. Die Sensoren projizierten vor ihr einen Überzug, jedoch wurde zu diesem Zeitpunkt nichts registriert. "Fandest du irgendwelche Minenschilde?"

"Ein Paar. Sie die anders als die gängigen Energieschilde?"

"Nicht wirklich. Sie wurden gemacht um die Minenleute gegen Laser und Hitze zu schützen. Sollte bei den Droiden funktionieren. Du solltest dennoch vorsichtig bleiben. Er hält aber nicht ewig und sie halten nur wenigen Treffern stand."

Meetra streifte eines der Schilde über ihr linkes Handgelenk, ließ die anderen in eine von den Taschen des Sicherheitsgeschirrs absinken, gemeinsam mit der Handvoll Medikits. "Verstanden. Sonst noch was?"

"Oh, noch was. " Da war Beklommenheit in Attons Stimme. "Ich hab einige ID-Signaturen zurückverfolgt. Wenn die Zahlen stimmen, wimmelt es in diesen Schächten von Minendroiden." Meetra stöhnte innerlich, die Muskeln stachen nur beim Gedanken am weiteren Kämpfen. "Sie verlassen sich auf Themalsensoren um sich zu orientieren und die Explosion da unten erzeugte so viel Hitze und Dampf, dass es sie ein wenig blind gemacht hat.. aber nicht dolle. Du kannst versuchen dich an ihnen vorbeizuschleichen, doch das wird riskant."

"Und wenn sie mich ausfindig machen?"

"Dafür hast du den dicken Stab." Es war einfach, dass Schmunzeln in seinen Worten zu hören und sie lächelte vor sich hin. Derb und voll von sich eingenommen konnte Atton sein wie er wollte, doch wenn er Selbstvertrauen zeigte, steckte es an. "In der Tat, befindet sich dort unten eine Zentralsteuerung. Suche nach einem Terminal bei dem primären Zugangsschacht; das müsste das Gehirn der Anlage sein. Wenn du die erreichen kannst, müsstest du in der Lage sein, die Droiden abzuschalten oder sie zumindest auf ihre ursprüngliche Programmierung zurückzusetzen."

"Ich werde Ausschau halten. Lasst es mich wissen, falls sich etwas verändert." Meetra drückte auf den Komlink, trennte die Übertragung. Egal wie sehr sie das Gequassel von Atton beruhigte, es würde schwerer sein sich zu konzentrieren, wenn er mit ihr in ihrem Ohr sprach. Sie schnallte das Geschirr kurzerhand ab und schob die Minenblaster über einen der Riemen, überprüfte dreimal die Sicherheitsmaßnahmen für ihr eigenes ruhiges Gewissen. Die Vibroklinge befestigte sie an dem Gürtel ihrer Uniform. Den Stab erneut erfasst, ging sie hinaus in die Tunnel, der Dampf und die Hitze verursachten einen Glanz von Schweiß, der sich sofort auf ihrer Braue bildete.

In Kürze, gaben die metallischen Gänge den Weg zu den richtigen Steintunneln vor, Fissuren aus Dampf brachen aus den Rissen in den Felsen aus. Direkt voraus, konnte Meetra einige herumlaufende Droiden ausmachen. Sie hatten sie noch nicht ausfindig gemacht und sie umarmte die Tunnelwand, als sie an ihnen vorbeiging, versteckte ihren Körper in der Hitze des Dampfes. Weiter drinnen, öffnete sich der Korridor in einen breiten Raum, machte es ihr wirklich unmöglich, vorbei zu schleichen. Drei Droiden patrouillierten die Gegend, spinnenartige Beine erschufen einen entsetzlichen Missklang entgegen des Steinbodens. Meetra kroch am Eingang zum Raum, ihre Bewegungen scannend. Als sich der nächstgelegene Droide zu ihr drehte, holte sie nach vorne aus und machte eine schwungvolle Bewegung mit ihrer Hand, während sie rannte. Die Macht antwortete rasch, so wie zuvor, und der Droide flog vorwärts, krachte in die Felsen hinein. Sie war über ihm, bevor er sich erholen konnte, brachte den Stab in einem scharfen Schlag runter und brach in die Gesichtsplatte des Droiden ein. Er zuckte, spinnenartige Beine fuchtelten und sie traf ihn erneut, dieses Mal mit der Spitze.

Der Droide wurde bewegungsunfähig, aber der Aufruhr lockte die anderen zwei an. Sie ratterten nach vorne, erhoben ihre Blaster und Meetra schlug den Energieschild auf ihrem Handgelenk, bevor sie zur Seite rollte. Der Schild erbrummte zum Leben, eine Barriere erhob sich um sie herum. Einer der Bolzen eines Droiden traf ihn, verebbte entgegen der gegensätzlichen Energie. Obwohl sie unverletzt war, brachte dennoch der Aufprall Meetra zum Straucheln, zwang sie dazu, ihren Stab auf den Boden abzusetzen um sich zu stabilisieren. Ein weiterer Bolzen prallte vom Schild ab, verursachte, dass es flackerte. Den Halt wieder erlangend, schnellte sie nach vorne unterhalb der Deckung des nahegelegenen Droiden und setzte ihren Stab hinter ihn ab, drehte ihn auf seine Seite zwischen ihr und dem übriggebliebenen Droiden. Die Waffe drehend, stach sie seine Spitze in den fehleranfälligen Droiden, setzte ihn außer Betrieb, bevor er sich aufrichten konnte.

Der letzte Droide krabbelte von Seite zu Seite, für einen freien Schuss, um ihren provisorischen Schutzmantel herum. Sich unten haltend, fokussierte sich Meetra auf einen Schutthaufen, griff hinaus mit der Macht. Sie war noch immer schwach und gering, nichts im Vergleich zur Flut, wie sie vor über einem Jahrzehnt war. Es fühlte sich ebenso anders an; vorher, strömte die Macht durch sie hindurch, eine natürliche Ausdehnung ihres Willens. Jetzt, fühlte es sich widerhallend an, in ihr abprallend und verzerrend. Etwas von ihr war zu erleichtert, dass sie ihre Macht wieder nutzen konnte, als sich darum zu kümmern, während ein weiterer Teil geschockt war. Es bedeutete, dass ihre zurückkehrende Kontrolle nur vorübergehend war. Sie schaffte es, einen der größeren Felsen anzuheben, schickte ihn niederschlagend in den Droiden hinein und zerschmetterte zwei seiner Beine. Er mühte sich ab, sich selbst loszureißen und Meetra sprang über den kaputten Droiden herüber, schmetterte ihren Stab in seinen gefangenen Landsmann. Sie brachte ihren Stab zweimal mehr nach unten, bevor er aufhörte sich zu bewegen.

Das Droidenmassaker hinter sich lassend, setzte sie vorwärts fort, bis zu einem scharfen Halt, als eine durchscheinende Kuppel auf dem Overlay ihres Vermessungsgeräts auftauchte. Wie bestellt, ein Knacken von Statik, ging über Attons Stimme auf dem Komlink voraus. "Pass auf, wo du hinläufst – Ich ne Menge Schallminen auf den Sensoren. Renn nur, wenn du musst, damit du sie nicht übersiehst." 

"Ihr habt perfektes Timing; Ich sehe gerade auf eine." Sie sah den Gang entlang, gefror, als weitere Signale auftauchten. "Macht daraus mehrere. Warum sind da so viele Minen hier unten?"

"Die Droiden," erklärte Atton. "Sie sind dafür gemacht, Ladungen zur Förderung zu platzieren und aufzurüsten. Falls sie noch Sprengsätze hatten, nachdem sie durchgedreht sind, werden sie wahrscheinlich versuchen, die Minenarbeiter zu töten..." Da war eine lange Pause und Meetra konnte sich seine nächsten Worte denken. "Vermutlich könnten sie versuchen, sie zu benutzen, um dich auch zu töten. Einige der Droiden, die Fördermodelle hauptsächlich, versuchen wahrscheinlich jegliche unausgelöste Sprengladung, als Projektile zu nutzen, also... ja." Er räusperte sich, als wenn ihn das Überbringen schlechter Nachrichten körperlich verletzte. "Außerdem, der superheiße Dampf, den ich vorhin erwähnte? Ich sehe Vertiefungen mit Temperaturen auf deinem Weg, hoch genug, um dir deine Haut vom Körper zu kochen."

Meetra verzog das Gesicht. "Danke für diese Vorstellung."

"Hey, soll ich lieber ehrlich oder angenehm sein?"

"Habs begriffen."

"Die Minenschilde sollten dich schützen, wenn du dich schnell genug bewegst." Weitere Tastenanschläge ersetzten Attons Stimme für einen Augenblick. "Ehrlich gesagt, sobald du dort durch bist, ist da ein großer, offener Bereich; könnte der primäre Lüftungsschacht sein. Beste Gelegenheit, die zentrale Droidensteuerung zu finden."

"Verstanden." Meetra lief langsam nach vorne, achtsam, aus den durchscheinenden Kuppeln zu bleiben, projiziert durch die Sensoren des Vermessungsgeräts. Sie hielt kurzzeitig an, um einige Minen zu deaktivieren, verstaute sie vorsichtig in eine der Taschen des Geschirrs. Weiter unten in den Tunneln, stieg eine dicke Wand aus Dampf von Boden zur Decke auf und eine Wand aus Hitze schlug in ihr Gesicht, als sie sich näherte, durchtränkte ihre Minenarbeiteruniform fast unverzüglich mit Schweiß. Meetra zauderte, tippte dann auf das Energieschild an ihrem Handgelenk, die Barriere strömte um sie herum, mit einem sanften Brummen, sie atmete tief ein und sprintete vorwärts. Auf halber Strecke, begann der Stab ihre Handfläche zu verbrennen und sie ließ ihn mit einem Aufschrei los, doch sie hielt nicht an, um zu versuchen, ihn zurückzuholen. Der Schild verpuffte, als sie aus dem Dampf torkelte, stolperte in die Tunnelwand hinein, als sie versuchte Luft zu holen.

Als sie damit rang, sich zu erholen, hob Meetra ihre Hand, inspizierte ihre stechende Handfläche. Da war eine eindeutige Röte mit dem Schmerz einhergehend, aber anderweitig, blieb sie unverletzt. Von der Wand wegdrückend, wechselte sie den erschöpften Schild mit einem frischen und ging weiter, hinab in die Tunnel. Nach einigen Minuten, fing der Stein an, wieder in Chrom und Keramik überzugehen und schließlich öffnete er sich zu einem weiten Areal, mit einem breiten Schacht, tiefer hinabführend in den Kern der Anlage. An vier Punkten um der Oberseite der Öffnung herum, befanden sich große Reaktoren, alle abgeschirmt durch sichtbare purpurne Energie. Ein Laufsteg zweiteilte das Maul des Schachts, eine Plattform in der Mitte gelegen und um den äußeren Ring umherstreifend... mindestens ein Dutzend Droiden. Wie auch immer, es wirkte so, als hätte sie keiner von ihnen bereits entdeckt. Meetra löste die Vibroklinge von ihrem Geschirr und schlich auf die Plattform zu, bewegte sich langsam, um die Aufmerksamkeit der Droiden zu vermeiden. Attons Tipp über die Hitze, die ihre Sensoren vernebelte, erwies sich als wahr und sie schaffte es unbeschadet zur Plattform.

Ein Terminal war auf einer Seite der Plattform mit einem kleinen Behälter daneben. Meetra versuchte ihn zu öffnen, doch der Mechanismus verweigerte sich zu rühren, vermutlich durch die Hitze beeinträchtigt. Sie fischte eine der deaktivierten Minen aus der Geschirrtasche und brachte sie an den Behälter an, machte sie scharf und zog zu einem sicheren Abstand sich zurück. Nach wenigen Sekunden, explodierte die Mine, platzte die Oberseite des Behälters auf. Meetra hielt ihre Position, hatte die nächstgelegenen Droiden im Visier, aber keiner von denen drehte sich überhaupt in ihre Richtung. Sie schlich zurück zur Kiste und wühlte darin rum, kam mit einigen Ersatzteilen und einer Computersonde herauf. Sie steckte letztgenanntes in das Terminal, ließ das Programm die Computersicherheit abstellen, während sie die Hauptbefehle zum Laufen brachte.

Wie laut Attons früherer Vermutung, war das Terminal in der Tat die Steuerungsintelligenz für die Droiden und die Computersonde gab Meetra Zugriff zu den Hauptfunktionen. Sie änderte die Befehle zu den ursprünglichen, wies die Droiden damit an, den Anschlag auf Organische einzustellen. Zögerlich, begab sie sich auf den Weg zur anderen Seite des Laufstegs und erreichte eine der trampelnden Maschinen. Sie drehte sich zu ihr und sie erstarrte, festigte ihren Griff um die Vibroklinge, doch der Droide trudelte hinter sie ohne Bedenken. Meetra ließ ihren Atem ausströmen, sie realisierte nicht, dass sie ihn anhielt, befestigte ihre Waffe wieder an ihr Geschirr und fing an zu erkunden.

Einige Zeit und eine gründliche Durchsuchung später, entdeckte sie keinen gebräuchlichen Weg nach Draußen aus dem Ventilationsschacht, mit Ausnahme von einem engen Durchgang hinter einem der Reaktoren; gegebenfalls Wartungszugang oder etwas ähnliches. Nichtsdestotrotz, die Barriere rundherum verhinderte ihren Zutritt. Sie zog sich zum Terminal zurück und stellte die Hauptbefehle wieder an, ging durch diese durch und sichtete eine Option, die Eindämmungsfelder abzustellen. Sie zögerte, denn die Felder abzustellen, wirkte wie eine eher schlechte Wahl des Handelns, aber sie hatte keine andere Option. Meetra wählte das Kommando und führte es aus, die purpurnen Barrieren um den Reaktoren verschwanden, als ihr Brummen verklang. Sie kehrte zurück zur anderen Seite des Schachts und lief ungefähr beim Reaktor los, sprang ein wenig auf, als sich Attons Stimme plötzlich durch den Komlink auftauchte.

"Hey, ich hab hier seltsame Anzeigen – was genau machst du da unten?" Sein Ton war eine Kombination von Verwirrung und Anspannung und es brachte Meetra unmittelbar zur Verzweiflung.

"Was für Anzeigen?" Sie war fast zu verängstigt um zu fragen.

"Die Sicherungsfelder in den Minenschächten brechen zusammen."

Meetra erblich. "Ähm... mal angenommen, wenn sie zusammengebrochen sind, zum Beispiel manuell, um zu einem Zugangstunnel zu gelangen, was würde geschehen?"

Atton war für einen Moment stumm und sie konnte seine Skepsis förmlich auf seinem Gesicht sehen. Als er wieder sprach, war die Dringlichkeit in seiner Stimme jedoch klar. "Du musst da raus, bevor der Treibstoff durch die Schächte an die Oberfläche des Asteroiden fließt." Da war ein leises verzweifeltes Klicken im Hintergrund. "Ich bin vielleicht dazu im Stande, sie zu stabilisieren, bis du mit dem Turbolift das Treibstoffdepot erreicht hast, doch nicht für viel länger, also musst du dich beeilen. Ich schalte ebenso den Zugang zur Verwaltungsebene ab, um die Ausbreitung der Explosion zu verhindern. Los jetzt – gleich wirds da nämlich verdammt heiß!"

Das musste ihr nicht zweimal gesagt werden. Meetra sprintete den Bedienungsschacht runter, wich einigen weiteren umherirrenden Minen und Droiden aus, so wie einem Körper oder zweien, als sie rannte. Eine scharfe Kurve ziehend am Ende des Korridors, schlitterte sie fast in die Turbolifttüren hinein, fing sich selbst gerade noch rechtzeitig ab. Sie schlug auf den Rufknopf, erleichtert, als der Aufzug fast schon sofort aufging und sprang rein, griff auf den Türverriegelungsknopf immer wieder, während sie die "Treibstoffdepot" Auswahl am Kontrollbildschirm mit ihrer anderen Hand drückte. Die Tür glitt zu und der Aufzug fing gerade an sich zu bewegen, als sich soeben ein Grollen unter ihr entwickelte. Die Fahrt wirkte qualvoll langsam, als der Klang des Druckaufbaus und die umgebende Temperatur anstieg, bis zu dem Punkt an dem Meetra nicht sicher war, was sie mehr zum Schwitzen brachte. Beide erreichten eine unerträgliche Stufe, als der Aufzug endlich zu einem Halt kam, rauschte die Tür auf und Meetra schleuderte sich selbst heraus, nutzte die Vorwärtsbewegung, um in einen Kampfwurf überzugehen und brachte sich selbst entfernter vom Turbolift weg. Sie begann zu stehen, als eine massive Explosion die komplette Anlage erschütterte und sie auf ihre Knie zurück warf. Funken und Rauch schossen aus dem Turbolift, bevor die Tür zuknallte, flutete den Flur in dem Meetra stand mit dem Geruch von verbranntem Treibstoff.

Meetra humpelte vom zerschrotteten Aufzug weg, eine Hand gegen der Wand, um sich stabilisiert zu halten. Sie blickte flüchtig in einen offenen Raum zu ihrer Linken hinein und erstarrte. Auf dem Boden liegend, war ein rothaariger Mann mit einer Sichtschutzbrille auf seiner Stirn gesetzt, gekleidet in eine Minenarbeiteruniform und offensichtlich so tot, wie jeder andere Körper, mit dem sie bis jetzt aufeinander traf. Die Brandflecke und zerklüfteten Verletzungen auf seiner Haut und Kleidung, sprachen für einen Angriff von Minendroiden. Ihr Erstaunen stammte von der Tatsache, dass sie ihn schon einmal zuvor gesehen hatte, in einem der Sicherheitschefs Holo-Logs. Die zwei hatten einen hitzigen Wortwechsel über die defekten Droiden und sie vermutete, er war der Chef der Verwaltung oder eventuell des Maschinenbaus. Zögerlich näherte sie sich dem Körper und kniete neben ihm, untersuchte die Wunden des Mannes und überprüfte seine Kleidung nach Hinweisen. Sie war so in ihre Durchsuchung vertieft, dass sie fast, das sich hinter ihr annähernde Klackern von Roboterfüßen, überhörte; einmal das Geräusch registriert, drehte sie sich schnell um, eine Hand ausgestreckt, als sie nach der Macht griff.

Der Droide hielt kurzerhand an und Meetra senkte ihren Arm, fror. Es war keiner der Minendroiden, da war sie sich ziemlich sicher. Humanoid in seiner Gestalt, silber in Farbe, er stand ein wenig aufrechter als sie, mit roten Sensoren, wo die Augen in seiner Gesichtsplatte wären. Er war so unbewaffnet, wie ein Droide nur sein konnte, der über große Kraft verfügte, doch das beruhigte sie nur wenig. Als sie nicht angriff, breitete er seine Arme aus, als wäre er dabei, sie willkommen zu heißen und sprach in einer klaren, angenehmen Stimme:

"Begrüßung: Ich bin hocherfreut, Sie lebendig wieder zu sehen, Meister, wenn mich meine Rezeptoren nicht täuschen. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?"

Chapter Text

Meetra erstarrte und ging einen Schritt zurück vom Droiden, eine Hand zu ihrer Vibroklinge an ihrem Rücken gleitend. Der Roboter machte keine Anstrengungen sich ihr zu nähern oder zurückzuweichen, allem Anschein nach zufrieden, sie erwartungsvoll anzusehen. Als sich die Stille in die Länge zog, beklommenen Raum hinterließ und an Unbehaglichkeit grenzte, räusperte sich Meetra. "Wer... Was bist du?"

Der Droide wurde munter, wirkte erfreut, dass sie nun an der Konversation teilnahm. "Antwort: Ich bin ein Überlebender von der Harbinger, Meister. Genau wie Sie. Ich werde HK-50 genannt. Aufgrund der unerwarteten Terminierung meines früheren Meisters, sind Sie der einzige Organiker, dem ich jetzt dienen kann."

Die Offenbarung des Droiden war gleichzeitig überraschend und zufällig für Meetra. Falls er irgendetwas gesehen hatte, konnte er die Lücke in ihren Erinnerungen füllen. "Wer war dein Meister?"

"Antwort: Der Captain der Harbinger, Meister." Sie konnte nicht sicher sein, ob sie es sich einbildete, aber da war ein leiser Hauch von Verspottung unter den Worten des Droiden, so als ob sie strohdumm wäre. "Ich war unterwegs nach Telos, um Kommunikationen zu erleichtern und feindliche Subjekte zu terminieren... Jedenfalls, haben wir unseren geplanten Bestimmungsort nicht erreicht."

"Kannst du mir sagen, was passierte?"

HK-50 schüttelte seinen Kopf, seine Stimme immer noch , doch der Unterton von Verärgerung wurde deutlicher.  "Gereizte Antwort: Oh, Meister, das ist eine lange, langweilige Geschichte. Und hat mit unserer aktuellen Situation überhaupt nichts zu tun."

Sein Versuch abzulenken war überraschend. Normalerweise würde ein Protokolldroide alles dafür tun um gefällig zu sein und HK-50s indirektes Ablehnen zu antworten, betätigte ihre inneren Alarmglocken. Meetra verschränkte ihre Arme, fixierte den Droiden mit einem strengen Blick. "Unterhalte mich."

Wenn HK-50 ein Mensch gewesen wäre, hatte sie so eine Ahnung, dass er überall hingesehen hätte, bloß nicht zu ihr. "Eilige Erklärung: Das war das Thema von beträchtlichen Diskussionen seit unserer Ankunft hier, Meister. Viele versuchten Sie und diese Einheit als Finderlohn zu behaupten." Seine Stimme nahm einen lamentierten Ton an. "Man hat mich geschmacklos hinsichtlich unserer festen gemeinsamen Geschichte an Bord der Harbinger befragt... bevor seine Kommunikations-, Waffen- und Antriebssysteme schwere Störungen erlitten und das Schiff lahm legten."

"Schwere Störungen?"

"Pedantische Erklärung: Eine schwere Störung ist - "

"Ich weiß was das ist," unterbrach Meetra, ein wenig verärgert über HK-50s Bereitschaft, sie als ignorant zu bezeichnen. "Ich erinnere mich nicht an irgendwelche Anzeichen, die Fehler aufwiesen, noch weniger welche in allen Fähigkeiten des Schiffs."

"Aufzeigende Feststellung: Ehrlich gesagt, Meister, erscheint es, dass Sie sich an vieles nicht erinnern." Die Selbstgefälligkeit in der Stimme des Droiden war fehl am Platz, eine Anomalie, die Meetras Nackenhaare aufstellte.

"Ist wahr. Weshalb erinnere ich mich nicht an irgendetwas davon?"

HK-50 tippte sein Kinn an, eine überraschend menschliche Geste. "Spekulation: Vielleicht wurden Sie außer Gefecht gesetzt und, und im gut geschützten Frachtraum eingesperrt, während die Harbinger systematisch zerstört wurde, Meister."

Einige der Wörter des Droiden ließen Meetra innehalten; sie griff die ersten auf. "Außer Gefecht gesetzt?"

Seine Antwort war sofort. "Klarstellung: Ja, Meister. Keinen Zweifel, dass das Chaos auf der Harbinger, Sie in einen Rausch versetzt hat, aus dem Sie nicht erwachen konnten. Äußerst interessant."

"Rausch?"

Der Droide betätschelte die Luft. "Besänftigung: Lediglich eine Phrase, Meister. Die Andeutung, dass Ihr Zustand wegen großer Mengen aufgenommenen Jumasaftes so war, war unbeabsichtigt." Er machte weiter mit dem Niederwalzen, bevor sie antworten konnte. "Ich wollte damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass Sie irgendwie bewusstlos waren, bevor man Sie im Frachtraum eingesperrt hat."

Meetras Hand fing erneut an, zu ihrer Vibroklinge zu krauchen. HK-50s konstanten Widersprüche trieben sie zur Weißglut. "Also war ich nicht im Frachtraum eingeschlossen - jemand sperrte mich ein."

"Klarstellung: Bei eingesperrt, meinte ich ,,in Sicherheit gebracht", Meister. Mein Vokabulator scheint defekt zu sein."

"Offenbar. Wie kam ich von der Harbinger hierher?"

HK-50 richtete sich auf und faltete seine Hände hinter seinem Rücken. "Vortrag: Der ungewöhnlichen Aufhäufung von Zufällen zu Folge, die zu dem Kaskadendefekt in den Systemen der Harbinger führten, wurden wir von einem kleinen Frachter mit unbekannten ID Codes geentert. Es zeigte sich, dass er attackiert wurde, doch noch weltraumtüchtig und der Captain wollte es untersuchen." Er zeigte auf Meetra. "Ihre Frachtabteilung wurde durchbrochen und Sie wurden von Bord des Frachters geholt, kurz nach dem die Systeme der Harbinger kritisch wurden. Es gelang mir, mich auf den Frachters zu retten, bevor die Harbinger zerstört wurde. Wir haben nur mit viel Glück, überlebt, Meister."

"Es scheint wohl so." Sie zögerte. "Was war der Name von dem Frachter?"

"Erklärung: Soweit ich weiß war es ein Schmugglerschiff mit dem Namen Ebon Hawk."

Meetra hielt ihr Gesicht mit Vorsicht blank. HK-50 wirkte zuversichtlich, die beiden waren die einzigen Überlebenden; Kreia musste ihren Leichenakt für die komplette Reise nach Peragus gespielt haben, also war sie zumindest sicher. Und wenn der Droide hier unten gefangen war, seit der Notverriegelung der Anlage, war es wahrscheinlich, dass er nichts von Atton wusste. Besser es so zu belassen. Sie setzte fort, nach Informationen zu bohren. "Warum fing die Ebon Hawk die Harbinger ab?"

HK-50 hob seine Arme und ließ sie fallen, seine Angleichung eines Schulterzuckens. "Vermutung: Ich weiß es nicht. Möglicherweise war es seine Absicht, sich tot zu stellen, Sie dann von der Harbinger entführen und mich meines Lösegeldes zu berauben."

Eine weitere sich selbst belastende Ausdrucksweise. "Lösegeld?"

"Klarstellung: Mit Lösegeld, beziehe ich mich auf Ihr Leben, Meister. Es würde mich zutiefst schmerzen, Sie in irgendeiner Weise beschädigt zu sehen." Obwohl sich seine Stimme nicht veränderte, war sich Meetra sicher, einen spöttischen Unterton in seinen Worten zu hören.

Sie zog eine Hand nach oben, um die Erklärungen des Droiden festzuhalten. "Wie kamen wir hier her? Hast du das Schiff gesteuert?"

HK-50s Auftreten schaltete schon wieder auf abschätzig und er bot eine weitere vage Erklärung an. "Entschuldigung: Mein Kernspeicher kann keine eindeutige Antwort bieten zu diesem Punkt, Meister. Es genügt zu sagen, dass, nachdem wir auf diesem fliegenden Felsen gelandet waren, unsere Situation sehr viel eindeutiger wurde."

Meetra nahm einen tiefen Atemzug, unterdrückte ihre Frustration und machte die Anlage mit einer ausladenden Geste kenntlich. "Gut. Kannst du mir sagen, was hier geschah?"

Der Droide nickte einmal. "Erklärung: Ein HK-Protokolldroide ist ein wertvolles Stück von Besitz, aber die Minenarbeiter waren weitaus mehr an Ihnen interessiert, Meister. Jedi sind sehr viel wertvoller in gewissen... exklusiven Märkten jenseits der Galaxis." Meetra rief Attons Beschreibung von der Exchange ab und erschauderte innerlich. HK-50 setzte fort, seine Worte nahmen einen leicht bitteren Ton an. "Schmerzliches Eingeständnis: Ich muss Gefühle von Minderwertigkeit zu dem spekulierten Unterschied, zwischen meinem Wert und dem Preis für Ihren Gewahrsam gestehen."

"Warum dachten sie, ich war eine Jedi?" fragte Meetra, ignorierte HK-50s Gejammer. Wenn sie von diesem Felsen wegkommen wollte, hatte sie keine Zeit um das angeschrammte Ego eines Protokolldroiden zu besänftigen.

"Überraschte Antwort: Warum? Ich sagte es ihnen, Meister. Sie sind doch der verbannte Jedi, der Revan und Malak in den Mandalorianischen Kriegen diente, sind Sie nicht?" Meetras Brust schnürte sich schmerzhaft zusammen, ihren Atem anhaltend in ihrer Kehle. Wie konnte ein einfacher Protokolldroide ihre Vergangenheit kennen... und wer hatte ihm die Information gegeben? Ihre Gedanken verfolgten einander in wilden Kreisen, brachten sie fast dazu, HK-50s Nachtrag zu verpassen. "Ich hoffe all diese Unannehmlichkeiten waren nicht das Ergebnis eines Missverständnisses. Falls doch, dann lag die Schuld bei den Coreward-Datenbanken, welche berüchtigt für Fehlfunktionen sind."

Eine Lüge. Der Rat hätte niemals die Wahrheit über ihre Bestrafung freigegeben. Ihre Augen verengten sich bevor sie sich davon abhalten konnte, aber HK-50 schien ihre Reaktion bemerkt zu haben und er brummte weiter. "Rezitation: Weil sie glaubten, Sie sind eine Jedi, diskutierten sie, was sie mit Ihnen anfangen würden, während Sie bewusstlos im Medizintrakt lagen. Die eine Gruppe dünkte zu beabsichtigen, Sie zu verkaufen, als Priorität. Die andere Gruppe war dagegen."

"Wer gewann?"

"Feststellung: Niemand, Meister." Wenn der Droide hätte kichern können, bekam Meetra den zermürbenden Eindruck, hätte er vor Lachen gar nicht mehr sprechen können. "Drei Standartstunden nach dem die Zweiteilung offensichtlich wurde, begannen sich Unfälle in der Anlage zu ereignen. Das Ergebnis von unsachgemäßer Verwaltung, glaube ich."

Das, zumindest, wirkte sich zu gleichen mit dem, was Meetra längst herausgefunden hatte. "Die Minendroiden wurden feindselig."

HK-50 nickte einmal. "Vermutung: Eine Fehlfunktion des Verhaltenskerns. Primitive Modelle sind zu solchen Fehlern geneigt und enden in tödlichen Amokläufen. Die Mortalitätsrate der Organiker in der Einrichtung stieg seitdem rapide."

"Was ist mit dem Rest der Minenarbeiter passiert? Es sind nicht genug Körper zu zählen für eine komplette Crew."

"Erklärung: Viele Minenarbeiter gesellten sich zu Ihnen im Medizintrakt, als eine Kaskade von Detonationen in isolierten Gastaschen in den unteren Bereichen der Anlage eintraten." Er machte das merkwürdige Achselzucken schon wieder. "Die Minenarbeiter wurden bei der Explosion in Notsektionen der Station getrieben, schnell und effizient, von der Kommunikations- und Kontrollsystem abgeschnitten... doch traurig genug, nicht vom Lüftungssystem." Er hörte sich für Meetra nicht besonders traurig an. "Sehen Sie, die Explosionen hatten bestimmte Sektionen der Lüftungssysteme der Einrichtung beschädigt, verursachten einen langsamen, tödlichen Aufstieg von giftigen Dämpfen in den Quartieren."

"Hast du das getan?" Die indirekte Anschuldigung kam aus Meetras Mund, bevor sie sich fangen konnte. Vorausahnend zur möglichen Reaktion des Droiden, griff sie nach der Macht, bereit um HK-50 von sich wegzuschleudern.

Überraschenderweise, war der Droide eher empört, als aggressiv. "Verteidigung: Meister, ich bin ein Protokolldroide, nicht ein gut gebauter Assassinen-Droide von unübertroffener Raffinesse. Es ist äußerst unähnlich, dass ich über das Wissen verfüge, wie man die Speicherkerne der Normal-Arbeiterklasse-Droiden zu Killermaschinen umprogrammiert, ganz zu schweigen vom Terminieren der Organischen dieser Anlage, nur Aratech 500 Minenlaserbohrer nutzend und selbstgebastelten Sprengsätzen, geformt aus Protonenmittelkernen."

"... Das war sehr präzise."

"Zugeständnis: Ich kann und ich will nicht versuchen, Ihre Meinung zu ändern, Meister." Die Abscheu in HK-50s Stimme war das vergleichbar verbale Augenrollen des Droiden. "Ich will Sie dazu drängen, in Betracht zu ziehen, dass Ihre Koltotankbehandlungen vielleicht einige Verzerrungen bewirkten." Er pausierte und änderte dann den Kurs, bewegte seine Hände zu einer weiteren beschwichtigenden Geste. "Hinweis: Ich habe entschieden, meinen Aufwand auf das Beantworten der Fragen zu legen, als darauf, wie wir eventuell so schnell wie möglich, von diesem driftenden Desastergebiet abreisen können. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Schiff oder Frachter an die Peragusanlage andockt. Falls das geschieht, sollten wir diesen Ort verlassen... für immer."

Meetra bewahrte Schweigen, verdaute die Informationen, die der Droide geliefert hatte. Wenn er auf ein Schiff wartete, dass ankam, war er vielleicht ahnungslos von der Gegenwart der Ebon Hawk. Falls sie zu dem Frachter gelangen konnte, könnten sie, Kreia und Atton fliehen, ohne dass HK-50 nachkäme. Wenn der Droide auf eine Mitfahrgelegenheit warten wollte, hoffte sie, dass er dort feststecken würde, bis die Anlage in eine Sonne fiel. "Warte solang du willst, doch ich verschwinde von hier auf eigene Faust."

HK-50 kippte seinen Kopf auf die Seite. "Herablassender Widerruf: Ich glaube, Sie werden Ihr Bestes geben müssen, Meister. Diese Anlage wurde abgeriegelt mit Droiden-Level-Präzision, um Ihre Flucht zu verhindern." Meetra spürte ein Gefühl von Befriedigung im Anflug von Verdruss in seiner Stimme. Er drehte sich und begann wegzuklackern, sichtlich abgeschlossen mit der Konversation.

"Warte." Der Droide hielt an, drehte sich komplett, wieder mit dem Gesicht zu ihr. "Wie komme ich von hier aus zu den Unterkünften?"

"Unglaubhafte Annahme: Offensichtlich haben die Koltobehandlungen Ihr Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt, Meister. Ich rufe noch einmal ab, das Ventilationssystem zu erwähnen, welches kompromittiert wurde. Jeglicher Organischer in den Unterkünften wird verstorben sein."

"Wir wissen das nicht mit Gewissheit."

"Theorie: Sie könnten über die Oberfläche des Asteroiden zur Luftschleuse der Schlafräume gehen," sinnierte HK-50, schüttelte dann seinen Kopf, "aber solch ein Weg wäre extrem gefährlich, und ich wünsche mir nicht, dass Sie beschädigt werden."

"Jeder Überlebende könnte verletzt oder in Gefahr sein – vor Allem wenn dass, was du über die Lüftungssysteme sagst, stimmt," sagte Meetra. "Wir müssen sicherstellen, dass sie okay sind."

HK-50 war für einen langen Moment still, während er all das überdachte, bis zu dem Punkt, an dem Meetra sich nicht sicher wahr, dass er sich komplett verschlossen hatte. "Warnung: Meister, eine weitere Erkundung von dieser Anlage könnte Sie in unnötige Gefahr bringen. Ich ermuntere Sie, zum Medizintrakt zurückzukehren und auf die Ankunft des Schiffs zu warten, das sicher schon hier her unterwegs ist, gerade während wir diese sinnlose Unterhaltung weiterführen." Meetra weigerte sich, das mit einer Antwort zu würdigen und nach einem kurzzeitigen Anstarren, gab der Droide auf. "Vorsichtige Resignation: Also gut, Meister. Doch da gibt es wenig, was ich tun könnte. Sehen Sie, die Luftschleuse ist mit einem Code gesichert."

Meetra seufzte innerlich. "Einen, den du nicht hast, vermute ich."

"Korrektur: Oh, ich kenne den Code bereits, Meister, doch ich befürchte, es wird Ihnen nichts nützen." HK-50 klang absolut amüsiert durch die Situation.  "Abfällige Erklärung: Die Konsole, die die Droiden-Verwaltungsebene steuert, – und diese Luftschleuse – ist sprachgesteuert." Er gestikulierte zu dem Körper des rothaarigen Mannes hinter ihr. "Grübelei: In den letzten Tagen seines Lebens, war der Verwaltungsoffizier ziemlich vorsichtig gegenüber den Sprachprotokollen, angrenzend zur paranoiden Besessenheit."

"Ich kann mir nicht vorstellen warum," murmelte Meetra vor sich her, doch der Protokolldroide schien es nicht gehört zu haben.

"Vermutung: Ich nehme an, als ihm klar wurde, dass etwas faul in der Anlage war, schützte er die Droiden-Funktionen wohl per Spracherkennung. Eine kluge Maßnahme, doch am Ende ereilte ihm das selbe Schicksal, wie der Rest der Organiker." Er schüttelte seinen Kopf. "Am Ende war er ziemlich zusammenhanglos, durch den Schmerz und Versuche, die Kommunikationen mit ihm zu erleichtern, erwiesen sich als nutzlos. Ich hörte seine Todesschreie als ihn die Droiden, die er warten wollte, abgebaut haben, wie einen einen Asteroiden. Die Aufzeichnung seiner letzten Momente war -"

HK-50s Stimme hörte auf, als die Aufnahme übernahm, die panische Stimme des Verwaltungsoffiziers trat vom Vokabulator des Droiden hervor, fügte sich ein und startete. "... fünf Droiden... schweißen sich durch die äußere Tür... sie forcieren ihren Weg in die Bucht hinein... bitte, Jemand sie... oh nein, sie sind durch! Aghhhh! Mein Bein! Sie brennen sich durch mein Bein! Ich... Hört auf! Hört auf, bitte!"

Das Flehen des toten Mannes brach ab, als HK-50 zurück zu seiner Sprechstimme schaltete. "Nachtrag: Seine verbleibenden Kommunikationsversuche bestehen aus Dezibelvariationen, Meister, die von panischen Schreien, bis zu unverständlichem, sabberndem Betteln um sein Leben reichen."

Die Unbekümmertheit des Droiden, Zeuge vom Tod des Mannes zu sein, ließ Meetras Magen umdrehen, doch die Existenz von der Aufzeichnung entfachte eine Idee. "Wenn du seinen Code hast und diese Aufzeichnung... solltest du in der Lage sein, die Spracherkennung auszutricksen."

HK-50 nahm tatsächlich einen Schritt zurück, er bekam es hin, trotz seiner ungelenken Bewegungen, sich zentriert zurückzusetzen. "Widerspruch: Meister! Solch eine Tat zu begehen, würde einen Verstoß der ethischen Programmierung, die man bei den meisten Droiden erwartet, bedeuten. Ich befürchte, da gibt es nichts was wir tun können."

Meetra zog eine Augenbraue nach oben bei "erwartet", doch entschied sich nicht fortzufahren. Der Droide war nicht unbedingt bereit beim Überschreiben des Türcodes zu helfen, aber dass hieß nicht, dass er nicht ausgetrickst werden konnte. Er war definitiv in der Lage, den Code in der Stimme des Verwaltungsoffiziers zu sprechen; wenn es da einen Weg gegeben hätte, ihn währenddessen aufzunehmen... Sie deutete zurück in Richtung Flur und ging einen Schritt von HK-50 weg. "Ich werde mich umsehen gehen. Ist das okay für dich?"

"Herablassende Bemerkung: Sie benötigen wohl kaum meine Erlaubnis, Meister."

Der Droide ging davon, brabbelte dabei zu sich selbst. Meetra ließ ihn gehen und schritt hinaus in den Flur. HK-50 würde sie nicht unbedingt angreifen – er sagte so etwas, als er sich darüber beklagte, in welcher Gefahr sie schwebte, an Bord der Harbinger und der Ebon Hawk – aber sie hatte nicht die Absicht, herauszufinden, wie er reagieren würde, falls er von Kreias und Attons Existenz erfuhr. Als sie sicher war, dass der Droide außer Hörreichweite war, tippte sie auf den Kommlink. "Atton? Atton hörst Ihr mich?" Ihre einzige Antwort war ein unendliches Zischen von Rauschstörungen. Selbst wenn er sie irgendwie hören konnte, wäre sie nie in der Lage gewesen, eine Antwort herauszubekommen. Wahrscheinlich hatte die Explosion in den Tunneln das Signal übermannt. Sie streckte ihre Gedanken aus, suchte Kreias Bewusstsein. "Kreia?" Keine Antwort. Hoffentlich war die alte Frau immer noch sicher im Leichenschauhaus.

Mit keiner Möglichkeit, einen der Verbündeten zu kontaktieren, schien es, dass der einzige Weg nach vorne, den Code und die Spracherkennung aus HK-50 herauszupressen, war, entweder durch Täuschung oder mit Gewalt. Meetra konnte sich keine Chancen vorstellen beim letztgenannten, aber das davor war möglicherweise machbar. Sie musste jedenfalls schnell handeln, wenn dort irgendwelche überlebenden Minenarbeiter in den Quartieren gab, lief ihre Zeit ab. Und wenn der Droide an ihrem Plan festhielt, würde sie es ebenso.

 

Chapter Text

Nach einer und einer halben Stunde mit Suchen, fand Meetra wonach sie gesucht hatte in einem Plasteelbehälter: ein kleines Aufnahmegerät und ein Datapad zugehörig zu dem toten Verwaltungsoffizier. Sie scrollte durch die Dateien, entdeckte, dass das Gerät ein Schalldrucksensor war, etwas, dass der Verwaltungsoffizier gemeinsam mit HK-50s Hilfe zusammensetzte und dann in einem Behälter versteckte, um andere Minenarbeiter davor zu bewahren, ihn zu benutzen, um die Spracherkennungssteuerung der Droiden zu überschreiben. Meetra legte das Datapad zurück und versteckte den Sensor in ihrer Hand, kehrte zurück zu HK-50. Der Droide stampfte immer noch im Raum umher, sichtlich verärgert, dass seine erwartete Fluchtroute noch nicht angekommen war. Als sie seinen Namen rief, sah er hoch, zögerte für einen Augenblick, bevor er antwortete. „Hoffnungsvolle Antwort: Haben Sie sich dazu entschieden, nicht in eine dumme Selbstmordaktion zu rennen?“

Meetra ignorierte seine abfällige Bemerkung, drückte verstohlenerweise den Aktivierungsschalter des Schalldrucksensors. „Eigentlich, HK-50, wollte ich mich entschuldigen.“

„Skeptische Überraschung: Entschuldigen für was, Meister?“

„Ich hätte nicht annehmen sollen, du würdest dazu fähig sein, die Stimme des Verwaltungsoffiziers richtig wiederzugeben, um die Spracherkennung auszutricksen.“ sagte Meetra, hoffend, der Droide würde nicht in der Lage sein, ihre gestellte Aufrichtigkeit festzustellen. „Ich war unverschämt. Kannst du mir verzeihen?“

„Leicht gekränkte Antwort: Meister! Ich bin mehr als fähig für solch einfache Nachahmung.“

„Wirklich? Das wäre wirklich beeindruckend zu hören. Ich meine, wenn du dich dafür gewachsen fühlst.“

HK-50 richtete sich auf, strahlte Begeisterung in jeder Regung aus. „Stolze Antwort: Meister, ich glaube mein Vokabulator funktioniert einwandfrei genug, Ihrer Bitte nachzukommen. Vortrag: - “ Er wechselte zurück zur Stimme des Verwaltungsoffiziers, glücklicherweise ohne die Schreie des sterbenden Mannes, „Wartungszentrale: Spracherkennung: R1-B5.“ Rhetorische Frage: Was das ausreichend, Meister?“

„Betrachte mich als beeindruckt.“ Meetra schaltete den Sensor aus und verstaute ihn unauffällig. „Danke dir, HK-50. Ich werde mich weiter nach Vorräten umsehen. Komm mich suchen, falls eine Mitfluggelegenheit auftaucht?“

Der Droide nickte. "Erfreuliche Einwilligung: Aber natürlich, Meister." Als er sich umdrehte, war sich Meetra sicher, etwas federhaftes in seinen Schritten zu sehen. Besser, ihn im Glauben zu lassen, dass er Recht hatte; er war weniger bereit ihr zu folgen, zumindest in diesem Moment. Meetra schlich aus dem Raum und bahnte sich ihren Weg durch das Treibstofflager, dass Echo ihrer Fußschritte als einzige Begleitung. Die Stille war sogar unheimlicher nach der Konversation mit HK-50, als ob die synthetische Stimme des Droiden eine Barriere durch die Leere der Anlage zog, und jetzt, da sie ihn hinter sich gelassen hatte, kroch die aufreibende Stille zurück. Am Ende des langen Korridor, lief sie in drei Türen hinein. Zwei von denen waren versiegelt; eine hatte das Wort "Luftschleuse" eingraviert über der Tür, während die andere den Zugang zum Turbolift blockierte. Die dritte führte in eine kleine Werkstatt mit hohen Regalen, voll mit roboterartigen Resten und endeten zu einer Wand und ein Terminal zu der anderen. Meetra erreichte die Konsole und fuhr sie hoch, die Verwaltungs-Logs von der Befehlsliste auswählend.

Ein Hologramm des verstorbenen rothaarigen Offiziers nahm über der Konsole Gestalt an und startete mitten in die Einführung des Schalldrucksensors bei den Minendroiden. Meetra übersprang zum nächsten Log, veranlasste das Hologramm zum Knistern und danach zur Wiederherstellung, die Zeit betraf die Ankunft von der Ebon Hawk. Da wurde ein Protokolldroide erwähnt, vermutlich HK-50, und ein Astromech, ein T3-Typ. Sie fragte sich, ob der lebhafte Droide, der ihr anfänglich geholfen hatte, ein und der selbe war, und sie spürte einen stechenden Schmerz des Bereuens, HK-50 nicht nach ihm gefragt zu haben. Wiederum, hätte der Protokolldroide eher gelogen, als ihr eine direkte Antwort zu geben, also gab es eine gute Chance, dass es ohnehin egal gewesen wäre. Das Fehlen von Kontaktaufnahmen, nach dem Öffnen des Minentunnelzugangs, beunruhigte sie weiterhin; sie musste ein Auge für den kleinen Kerl offenhalten. Das Hologramm begann sich zu wiederholen, während sie in Gedanken versunken war, also übersprang sie weiter zum nächsten und ihr Herz verkrampfte sich. HK-50 hatte wenigstens etwas der Wahrheit erzählt: er hatte in der Tat den Minenarbeitern über ihre Vergangenheit erzählt sowohl über einen Jedi, als auch Abschnitte über Revans Rebellion. Der Offizier sprach über die Spaltung zwischen den Minenarbeitern, die planten, sie an die Exchange zu verkaufen und die anderen, die dagegen waren, genannt wurde ein vertrauter Name: Coorta. Die Idee, dass er am Leben sein könnte und auf sie in den Quartieren wartete, brachte ihren Magen zum heftigen Drehen, doch wusste sie, sie hätte ihn nicht zurücklassen können, falls sich ihre Wege kreuzten; Niemand verdient es hier zu sterben, eingesperrt in den sterilen Fluren der Gnade, oder ein Mangel dessen, ihrer eigenen Droiden.

Das letzte Log berichtete das Zunehmen der Zwischenfälle unter den Minendroiden, die Stimme des Offiziers durchzogen von Dringlichkeit und einem Unterton von Furcht. Meetra seufzte und zog sich aus den Logs zurück. Wenn sie nur eher aufgewacht wäre, wenn auch nur einen Tag zuvor. Sie wäre eventuell dazu fähig gewesen, mehr als nur eine alte Frau, einen zwielichtigen Schurken und einen schnippischen Droiden zu retten.

Sie schüttelte ihren Kopf und strich ihre Haare aus ihrem Gesicht, sowohl um die Strähnen von ihren Augen wegzunehmen, als auch ihre Schuld wegzuschieben und zog den Schalldrucksensor aus ihrer Tasche hervor, durchklickend durch die Aufnahme, bis sie HK-50s Imitation des Verwaltungsoffiziers erreichte. Sie wählte den Spracherkennungsbefehl der Luftschleuse, eine Wiedergabe startend, während das Terminal sie aufforderte, das Kennwort zu sagen. Es gab einen schweres dumpfes Geräusch draußen in den Gängen, als die Tür zur Luftschleuse aufgeschoben wurde. Meetra wartete, hörte aufmerksam zu, doch der Klang von klackernden Roboterfüßen ertönte nicht. HK-50 beglückwünschte sich möglicherweise immer noch selbst, wegen der "Überzeugung", sie nicht zu den Quartieren reisen zu lassen. Sie kicherte bei der Vorstellung der Reaktion, wenn er herausfand, dass sie ihn ausgetrickst hatte, als sie die innere Luftschleuse betrat.

Einige Spinde erstreckten sich an der ganzen Wand und Meetra wühlte sich durch sie hindurch, einen Raumanzug findend in dem, der am nächsten an der äußeren Luftschleusentür war. Sie setze alles, außer den Helm auf, zögernd, und drückte dann den Kommlink. "Atton?" Weitere Störgeräusche kamen zurück zu ihr, das Signal immer noch zu schwach, um die Interferenzen zu überwinden. Sie entfernte das Gerät von ihrem Ohr und hing es an einen Port im Helm, schloss es an das eingebaute Radio des Anzugs an, zog dann den Helm vorsichtig über ihren Kopf und aktivierte das Siegel. Jeder Ton, hätte es dort einen gegeben, war augenblicklich gedämpft, aufgespart für das schwache Zischen, vom durchgängigen Entleeren und Auffüllen vom Sauerstoff des Anzugs. Meetra öffnete die äußere Luftschleusentür, die innere verschloss sich hinter ihr automatisch, und schritt hinaus in das Vakuum. Ein metallener Laufweg erstreckte sich vor ihr, krümmte sich in der Nähe des Kommunikationsblisters herum und hinaus zur anderen Seite der Anlage.

Der Anzug machte ihre Bewegungen langsam und klobig, aber Meetra war dankbar für ihn.Das letzte was sie brauchte war, sich aus Versehen selbst in die unendliche Schwärze zu katapultieren. Die Magneten in den Schuhen des Raumanzuges zerrten ihre Füße nach jedem Schritt zurück auf den Laufweg, zwangen sie, sich in einer Art Schlurfen zu bewegen, anstatt eines angemessenen Gehens. Auch wenn dies ihre Geschwindigkeit verminderte, gab es ihr eine Chance, die Aussicht zu bewundern, das sternenverstaubte Schwarz des Weltraums umschloss die Anlage und erinnerte sie daran, wie klein diese, und sie selbst, einfach war im Vergleich. Als sie sich dem Kommunikationsblister näherte, erweckte das Radio des Anzugs zum Leben, ein Signal kam endlich durch. "Es wurde langsam Zeit."

Attons Stimme und die offensichtliche Erleichterung, brachten Meetra zum Lächeln. Nach der Stille in den Minenschächten und dem Treibstoffdepot und HK-50s verschlagenden Nicht-Antworten, war es gut eine relativ freundliche Stimme zu hören. "Warst du besorgt?"

"Natürlich. Es gibt einen Mangel an wunderschönen Frauen in der Galaxis; wäre schade eine zu verlieren." Meetra rollte mit ihren Augen und ging weiter entlang des Laufstegs. Immerhin fühlte er sich sicher genug, um Witze zu machen. "Ich verlor dein Signal, nachdem du die Minenschächte verlassen hattest. Jetzt bist du klar und deutlich zu hören." Er machte für einen Moment eine Pause. "... allerdings empfange ich dein Signal von der Oberfläche des Asteroiden... das kann aber nicht sein..."

Sie umrundete die Kurve des Laufwegs, kam zu einem Halt an der Vorderseite der transparenten Blisterwand. Durch das Glas, konnte sie Atton sehen, wie er auf den Teminalbildschirm schielte, seine Brauen zusammengezogen, während er auf die Tastatur hämmerte. "Echt? Wie seltsam."

"Du sagst es."

Meetra widerstand dem Drang zu lachen. "Dann solltet Ihr vielleicht nach oben sehen."

Das tat er, für einen Moment zu ihr starrend, als ob er nicht nachvollziehen konnte, was er ansah und dann weiteten sich seine Augen, der Mund klappte sich unwillkürlich auf. Jetzt, lachte Meetra. Die ehrliche Verwunderung in seinem Gesicht war niedlich und liebenswert, der erste wahre Ausdruck, den sie ungefiltert durch die sarkastische Fassade sah. "Hä? Was machst du denn da draußen?" Er klang verwirrt, als ob er eins mit dem Hammer auf den Kopf bekam.

"Ich bin in einen ziemlich... gesprächigen Protokolldroiden gelaufen, im Treibstoffdepot," sagte Meetra, dabei HK-50s eher nervenzerreibende Qualitäten auslassend. "Er sagte manche der Minenarbeiter könnten Schutz in den Quartieren gesucht haben. Durch die Sperrung des Turbolifts, ist das der einzige Weg."

"Du bist verrückt." Ihre Antwort schien Atton aus seinem Schock gerissen zu haben; jetzt hörte er sich nur saure an. "Sogar für einen Jedi."

Etwas von Meetras guter Laune schwand und ihre Lippen verdichteten sich in eine dünne Linie von Irritation. "Ich bin keine - "

"Ja, ja." Atton winkte ihren Protest ab. "Wenn wir Zeit haben. Du musst da raus, schnell."

"Glaubt mir, ich versuch es. Jemals versucht in einen dieser Dinger schnell zu laufen?"

"Ich würde liebend gerne diese neckische Sache an jedem anderen Tag fortführen, die wir in am Laufen haben, aber du musst mir zuhören." Er senkte seine Aufmerksamkeit zum Terminal bevor er fortsetzte. "Das wenige, was von den Lüftungssystemen der Anlage übrig blieb, ist aktiv geworden, wahrscheinlich von der Explosion in den Minenschächten. Das System pumpt Treibstoff von Peragus ins All durch die äußeren Lüftungsschächte... genau in deine Richtung."

"Könnt Ihr es deaktivieren?"

"Kann ich nicht – ich bin hier immer noch im Hauptsystem ausgesperrt." Atton tippte aufgebracht, jedoch konnte Meetra das Scheitern in seinem Gesicht sehen. "Die Lüftungsschächte sehen aus, als ob sie gezielt umprogrammiert wurden, um die Gase nach außen abzulassen und das in den letzten paar Minuten." Eine Grube formte sich in Meetras Magen; HK-50 fand ihre Abwesenheit heraus und schuf ein Hindernis um sie aufzuhalten? "Es ist fast so als - " Ein Alarm begann zu erklingen, irritierend laut, sogar durch den Kommlink. Atton zuckte zusammen, die Daten des Terminals absuchend, woher die Quelle der Warnung kam. "Was ist denn jetzt los?" Er unterbrach, die Augen verengend und dann aufreißend. "Das glaube ich nicht – da kommt ein Schiff rein, sendet einen Andockcode."

Meetra runzelte die Stirn. "Ist das nicht etwas Gutes?"

Atton sah hoch, sein Blick wanderte hinter sie und sein Gesicht wurde schlaff. Meetra drehte sich so schnell, wie es der schwerfällige Anzug erlaubte, um und ihr Herz stieg in ihre Kehle. Ein großes oranges und braunes Schiff glitt zur Minenanlage, dass Symbol der Republik hervorstechend veranschaulicht am vertikalen Bug. Es segelte durch das geräuschlose Schwarz, fädelte sich durch die Asteroiden mit einer unheimlichen Anmut. Als es näher hinter sie rauschte, entwich Meetra der Name des Schiffs in einem atemlosen Flüstern: "Die Harbinger."

"Sieht so aus, als sind deine republikanischen Freunde letztendlich auftaucht," Atton murrte, wirkte, als hätte er sie nicht gehört. Die Harbinger bremste, während es längsseits der Anlage herankam, zu einem Halt kommend, bei der fernen Seite des Asteroiden. Die Andockhalterung verlängerte sich vom Außenbereich der Anlage und verband sich mit dem Schiff, ein bedauerlicher automatischer Prozess, die Treibstoffleine folgte kurz darauf. Nachdem die Leine gesichert war, erweiterte sich eine inliegende Rampe um mit der Luftschleuse der Harbinger zusammenzutreffen, eine luftfeste Dichtung bildend. Von der Distanz konnte Meetra nicht ausmachen, ob oder ob nicht jemand das Schiff verließ. Während sie schielte, hämmerte das Herz weiterhin in ihrer Brust, bei dem Anblick des Schiffs. Ein anderer Verstand drängte sich in den ihren, eine hauchzarte Berührung und Kreias Stimme erklang in ihrem Kopf, so klar, als hätte die alte Frau neben ihr gestanden.

"Er ist gekommen."

 

Chapter Text

Kreia?!“ Meetra griff nach dem Verstand der alten Frau, stürmisch umfassend mit ihren Gedanken. „Wer kommt?! Kreia? Kreia!“ Stille hallte zurück zu ihr. Panik kratzte sich ihren Weg hinauf in ihre Brust, verkürzte ihren Atem. Die Harbinger schwebte über ihr, noch immer und imponierend im Gegensatz zum schwarzen Hintergrund des Weltraums. Es gab nichts furchterregendes äußerlich des Schiffs; unter anderen Umständen, hätte seine eindrucksvolle Hauptmasse von kleiner Bedeutung sein können, eventuell sogar beruhigend, doch nun fühlte sie die gleiche Angstzustände-auslösende Unrichtigkeit, die sie in den Nachwirkungen von Malachor V fühlte. Ihre Verbindung zur Macht war weiterhin zu dürftig, um ihr Unbehagen zu bestätigen, aber Kreia und HK-50 hatten sie als einzige Überlebende der Harbinger bezeichnet. Als Basis von Halbwahrheiten, die sie nun einmal waren, gab es da eine minimale Chance, dass beide von ihnen logen. Und wenn dass der Fall sein sollte, bedeutete es, dass jemand, oder etwas, Anderes die Kontrolle des republikanischen Schiffs übernommen hatte... und von all den möglichen Punkten der Galaxis, exakt dort wo sie war, landete. Das einen Zufall zu nennen, würde mehr als großmütig gewesen sein; es würde mehr einer Lebensmüdigkeit ähneln.

„Meetra!“ Attons Stimme brachte sie zurück in die Realität. Von der Lautstärke her, schien es, als war dies nicht das erste Mal, dass er ihren Namen rief. Sie drehte sich um zum Kommunikationsblister, froh darüber, dass er ihre Angst nicht durch das getönte Visier des Raumanzugs sehen konnte. Er beobachtete sie aufmerksam, Besorgnis flackerte flüchtig quer durch seine Züge, bevor die selbstsichere Maske zurück an ihren Platz rutschte. „Du musst wieder nach drinnen kommen. Depot oder Quartiere, kümmert mich nicht. Du wirst niemanden retten, wenn dir die Luft ausgeht.“ Er hielt inne und lachte verbissen in sich hinein. „Oder falls, wer auch immer diesen Kahn landete, nicht gerade nach Zeugen Ausschau hält. Beweg dich, Jedi.“

Die Spöttelei, mehr als alles andere, brach durch ihre Paralyse und sie prustete ein gewürgtes Lachen aus. „Ihr testet meine Geduld mit Absicht aus, Rand.“

Er funkelte ein verspanntes Grinsen. „Wenns dich zum Zuhören bewegt, werde ich jegliche Chance nutzen, die ich bekomme.“ Er wandte seine Aufmerksamkeit zurück zum Terminal, weitere Informationen abrufend.“Sieht so aus, als wenn es auch einen Turbolift gibt, der zurück in die Verwaltungsebene auf dieser Seite führt. Wenn du ihn entsperren kannst, kannst du zurück zu mir hier oben gelangen.“ Er blickte zurück zu ihr nach draußen. „Angemessene Warnung: Ich werde dich eventuell verlieren, wenn du erst einmal durch die Luftschleuse gelangst. Diese Explosion spuckt immer noch eine Menge an Interferenzen aus. Ich schätze, ich werde einfach 'viel Glück' sagen, vorläufig.“

Meetra nickte, hob eine Hand als Erwiderung. „Seid vorsichtig, Atton.“ Er ahmte die Bewegung nach und sie drehte sich um, zur Quartierluftschleuse vorwärts schlürfend. Die Harbinger ragte noch immer großflächig über ihr, doch Attons Anstoß hatte ihr einen Bestimmtheit gegeben, die Angst in den letzten Teil ihrer Psyche zu drängen. Überlebende zu finden, musste ihre erste Priorität sein. Falls ihre Suche fruchtlos war, gab es niemanden außer Atton und Kreia zu retten, von dieser Station hier runter zu kommen war danach die nächste Vorgehensweise. Keiner der Pläne, hatte dieses ominöse Schiff zu beinhalten. Zumindest, hoffte sie nicht, das sie es taten.

Auf halber Strecke zwischen dem Kommunikationsblister und der Luftschleuse, rannte sie in die Lüftungsschächte, vor denen Atton sie gewarnt hatte. Da waren zwei, nebeneinander, beide spien ein violettes Gas, in gleichförmigen Intervallen. Eventuell eine Sicherheitsfunktion, im unwahrscheinlichen, unter normalen Umständen jedenfalls Fall, bei dem jeder beim Außenbereich der Anlage gefangen war, wenn es einer Notlage bedinge, den Treibstoff zu entlüften. Meetra wartete, ihr Reaktionsvermögen bemessend. Sie würde es nicht schaffen, die komplette Entfernung abzudecken bevor der entfernte Schacht weiteres Gas ausstieß, aber da war eine kleine Lücke zwischen den beiden, die hoffentlich ein wenig Sicherheit bieten würde. Als der erste Schacht ruhig wurde, schlurfte sie hinter ihn, die schmale Sicherheitszone erreichend, bevor dass Gas zuseiten von ihr herausplatzte, so dicht von der Entfernung, dass sie die Hitze durch den Anzug spürte. Sie wich zurück, aber hielt stand, sich hinter den zweiten Luftschacht bewegend, sobald sich seine Ausscheidung verlangsamte.

Die Luftschleuse erreichend, öffnete sie Tür und trat hinein, stolperte ein bisschen, als sich ihre Balance umorientierte, um sich am Mangel von magnetischem Zug der Anzugschuhe anzupassen. Sie schwankte nach vorne zur inneren Luftschleuse und traf den Öffner. Hinter ihr, schloss sich die äußere Tür zu und ihre Ohren knallten, während sich der Druck im Raum rapide ausglich. Die innere Tür öffnete sich und Meetra schritt in einen nächsten langen chromglänzenden und keramischen Flur. Sie fummelte mit dem Verschluss ihres Helms herum und er löste sich mit einem Andrang von wiederaufbereiteter Luft und sie zog ihn herunter, drückte den Kommlink wieder raus und setzte den Helm auf den Boden ab. Stille, scharf und beißend, eilte herein um die Leere zu füllen, nicht länger in Schach gehalten durch den Helmdämpfungseffekt. Sie streifte den Anzug ab und faltete ihn in ein kleines Viereck, die Schuhe zuseiten hängend und hing dann den Anzug und den Helm, zu einem der Harnischschlaufen. Klobig in einem Kampf, aber der Anzug könnte immer noch später zu einem Zweck dienen. Sie hakte das Vibroschwert aus, umfasste es fest, und bahnte sich ihren Weg den Flur herunter.

Weiter drinnen, konnte sie ein schwaches Klackern von Droidengliedmaßen hören, doch sie fand es hart jegliches Bedenken zu empfinden. Nach der Abfertigung von HK-50 und der Sichtung der Harbinger, schienen die langsamen, fast schon stümperhaften Minendroiden, trivial zu sein. Als sie über einen stolperte, verweilte sie kaum, umging sie, wenn sie umherjagdten ohne eine Bestimmung. Schließlich stieß Meetra auf ihre erste Leiche seit dem Treibstoffdepot: eine weitere weibliche Minenarbeiterin, ihr Körper versengt und pockennarbig. Ein Datapad lag nah bei ihrer ausgestreckten Hand. Meetra holte es hoch und scrollte durch die Nachrichten, erfuhr, dass die Droiden nicht nur in den Quartieren durchdrehten: das Feuerlöschsystem, angeheizt, im vollen Wissen eines wahnsinnigen Technikers, mit Karbonit, wurde aktiviert, tötete mindestens einen der Minenarbeiter und ließ den Verfasser des Datapads im Flur mit den Droiden gefangen. Sie deckte außerdem auf, dass der nahegelegene Lagerraum Ionengranaten enthielt, welche sie nicht im Stande war während der Notverriegelung zu finden. Meetra legte das Pad zurück und murmelte eine knappe Entschuldigung über dem Frauenkörper, bevor sie sich dem Vorratsraum zuwandte. Sie fischte eine nächste Schallmine aus der Tasche ihres Geschirrs, fügte sie zur Tür hinzu, machte sie scharf und zog sich im Gang zurück.

Die Tür sprang mit einem scharfen Knacken auf, zog die Aufmerksamkeit des Droiden auf sich, den Meetra vorhin umging. Er klapperte den Gang hinab, hielt kurzzeitig an, als er sie erreichte und ging dann weiter zur Tür. Er drehte sich von links nach rechts, verwirrt, und kehrte dann den Weg zurück, woher er kam. Sie wartete darauf, dass er vorbei lief und schlüpfte dann in den Raum, wühlte durch die Spinde und Plasteelbehälter, brachte ein paar Droidenreparaturkits zum Vorschein und eine Handvoll mit Ionengranaten. Sie verstaute alle von ihnen und ging raus zurück in den Gang.

Sie hörte die Feuerlöschgeschütze, bevor sie sie erkennen konnte, das Surren ihrer Servosysteme, als sie sich von Seite zu Seite drehten und durch die Stille schnitten. Sie rasteten in ihre Richtung ein, als sie die Ecke erreichte und feuerten, aber ihre Schüsse gelangten nicht hinter die Türschwelle vom Raum, in dem sie aufgestellt waren. Meetra griff nach einem der Minenblaster, schätzte ihren Abstand zwischen dem Ende des Raums und dem nächsten Droiden ab, aber löste die Waffe nach einem Moment aus. Die Jedi hatten meistens Waffen neben Laserschwertern, als auch darunterliegende betrachtet, keine weiteren wie Blaster, und, wie die meisten Jedi, hatte sie nie Training zum Benutzen dieser gehabt. Sogar das Gefühle der Waffe in ihrem Handinnenseite war merkwürdig, als würde entweder diese oder ihre Hand in der falschen Ausprägung sein. Stattdessen fischte sie ein paar Ionengranaten aus ihrem Geschirr, entsicherte diese und lobbte eine zu jedem Geschütz. Ihre Koordination war richtig und beide Granaten rutschten zu einem Halteplatz gegen die Gehäuse der Geschütze. Meetra duckte sich zurück in die Ecke, ihr Gesicht weggedreht als die Granaten explodierten. Sie wartete für einen Augenblick und lugte dann wieder nach innen. Brandspuren übersäten zwei Ecken des Raumes und Stücke von Metall waren über den gesamten Boden verstreut; alles was von den Geschützen noch übrig blieb. Sie durchquerte den Raum und ging weiter den Korridor hinab, schließlich an einer drei-Wege mit einem Terminal an einer Wand angekommen.

Meetra schaltete die Konsole an und wählte die Kameraeingabe in den Hauptbefehlen aus. Sie gab zuerst den Speisesaal wieder, zucke zusammen als er ihr mit einem entsetzlichen Tablett toter Minenarbeiter und demolierten Droiden präsentiert wurde. Die Anblicke der Quartiere waren nicht besser. Giftige Dämpfe wurden noch immer in beide Räume eingepumpt, aber sie konnte die Umrisse der Körper neben den tödlichen Wolken ausmachen. Ihr Herz sackte ab und sie lehnte sich schwer gegen die Konsole, Tränen der Frustration drohten überzulaufen. Sie konnte ihren Sinn für Verantwortung nicht erschüttern, ein Überbleibsel aus ihren Lektionen so viele Jahre zuvor. Ihr wurde immer gesagt, Leute verließen sich auf sie zur Sicherheit und zum Schutz und auch wenn sie nun wusste, dass es nicht stimmte, war es immer noch eine harte Sache dagegen anzukämpfen. Meetra nahm einen tiefen Atemzug, zentrierte sich selbst so gut wie möglich und fing an durch die Bildschirme zu blättern, irgendwann stolperte sie über die Lüftungssteuerung. Wenn auch gesperrt, war das Passwort leicht zu knacken, selbst mit ihrer mittelmäßigen Fähigkeit und sie durchtrennte die Lüftungen in beiden Schlafsälen. Mit der gebannten Gefahr, schaltete sie die Notverriegelung ab und die Quartiertür öffnete sich hinter ihr.

Sie betrat den östlichen Schlafsaal, ging behutsam um die Körper herum. Viele waren in sich zusammengerollt, Hände in der Nähe ihrer Kehlen, und jene, die mit dem Gesicht nach oben abgesackt waren, starrten blind, eine permanente Grimasse des Schmerzes und der Furcht zeichneten sich auf ihren Zügen ab. Meetra vermied ihre Augen, schluckte heftig gegen die aufsteigende Gallensäure in ihrer Kehle an. Der Anlagensaboteur hatte sich für eine Menge zu verantworten. Keine Hinweise findend, beendete sie es und durchquerte den Gang zu den westlichen Schlafsälen. Der Schauplatz war beinahe ein Spiegel des anderen Quartiers, der einzige Unterschied waren die Körper selbst. Ein Mann trug eine eher formelle Version von der nun-vertrauten Minenarbeiteruniform, lag nahe dem Schlafsaalterminal, sein Arm dahin ausgestreckt mit einem kleinen Gegenstand umklammert in seiner Hand. Meetra kniete neben ihm und öffnete sanft seine Finger, zeigte ein kleines Datenlaufwerk. Sie stand, steckte es in die Konsole hinein und öffnete seinen Speicher, um zwei Holologs zu finden, die Dateinamen identifizierten den Besitzer des Laufwerks als den Anlagenadministrator. Das Gespür der Vorahnung ignorierend, dass schwer auf sie lastete, wählte sie das erste aus.

Ein Hologramm von dem toten Mann zu ihren Füßen erzischte zurück ins Leben, der schreckliche und ermüdende Beweis, sogar durch das körnige Filmmaterial. „Das dürfte der Anfang einer langen Aufzeichnung werden – es ist ungefähr eine Stunde her, nach dem die Anlage die Explosion erlitt, die die Notverriegelung auslöste. Gerade damit fertig geworden dem Dockoffizier zu helfen, das Senderelais zu einzurichten. Kaum eine Signalstärke, aber es ist besser als nichts.“ Meetra nahm Kenntnis von der Aufdeckung. Es erklärt vermutlich, wie die Harbinger ihren Weg zur Anlage gefunden hatte, angenommen, sie war nicht der Ebon Hawk gefolgt. „Dank der Übertragung haben wir den Code für den Turbolift, wenn...“  Er schwächte ab und blockierte, biss in die Innenseite seiner Wange und fuhr fort. „... oder falls, Hilfe kommt. Der Code ist eine einfache Gruppe aus fünf Zahlen – drei, siebzehn, dreizehn, die nächsten beiden Zahlen sind  -“

Das Abbild einer Frau erschien an seiner Seite, die Arme dicht um sich herum verschränkt. Die selbe Beklemmung im Gesicht des Offiziers, war auf ihrem reflektiert. „Sir, können wir keinen Kontakt zum Medizintrakt aufnehmen? Vielleicht ist ja die Jedi wach.“  Da war so ein hoffnungsvolles Gefühl in ihrer Stimme, dass in Meetras Herz stach. Diese Leute hätten sie gebraucht. „Falls dem so ist, könnte sie uns helfen.“

Der Mann schüttelte seinen Kopf, Verzweiflung und Akzeptanz vermischten sich in diesem Augenblick. „Mist – die Verbindung zum medizinischen Computer wurde vom Hub getrennt, genau so wie die Verwaltungskonsole. Selbst wenn die Jedi aufwacht, wie wollen wir den Quartierturboliftcode zu ihr bekommen? Ohne Code bleibt der Turbolift zur Verwaltungsebene deaktiviert.“ Das Log löste sich in Statik auf, als es endete. Meetra widmete sich den Zahlen, die der Administrator in den Speicher listete. Rückkehrend zu den Hauptbefehlen der Konsole, sah sie dass dort eine Aufzeichnung der Übertragung in den Datenspeicher abgespeichert wurde. Sie scannte diese, durchlief die möglichen Kombinationen in ihrem Kopf. Es war ein militärischer Signalcode, nicht unähnlich denen, die sie in den Mandalorianischen Kriegen benutzte. Nach einigen wenigen weiteren Minuten des Betrachtens, war sie zuversichtlich die übrigen Ziffern hatte: 5 und 7.

Sie setzte das verbleibende Log in die Warteschlange, das Holoklons des Administrators rematerialisierte sich vor dem Terminal. „Wir haben soeben eine Inventur unserer Vorräte gemacht. Wir besitzen ausreichend Notrationen in den Schlafräumen, um fast einen Monat zu verweilen, aber angesichts unserer Problemen in der Anlage, weiß ich nicht wie lange wir durchhalten werden. Ich wünschte wir könnten die Jedi kontaktieren, vielleicht könnte sie...“  Er ballte seine Fäuste, presste sie fest zusammen. „Nein, sie treibt noch immer in diesem verdammten Tank. Jemand hat uns zum Narren und da Coorta -“  Er spuckte den Namen aus, als wenn er damit sagen wollte, das er abstoßend war. “ - und seine Crew nicht mit uns hier eingesperrt sind, sage ich, es ist ziemlich klar, wer das war. Wenn ich ihn jemals einhole, diesen Mandalorianerliebenden Mistk -“  Er unterbrach sich selbst mit einem heftigen Seufzen. „Wenigstens ist die Luftreinigung noch am arbeiten, wenn sie auch verbunden sind mit dem -“ Erneut unterbrach der Administrator, dieses Mal mit Panik in seinen Augen, als eine körnige, verpixelte holografische Darstellung von giftigen Dämpfen anfing aufzusteigen, um ihn herum. „Hey, was passiert da mit den Ventilationssystemen? Es ist -“  Seine Worte lösten sich in eine grauenvolle Kakophonie aus gurgelnden Husten auf, während er seine Kehle umklammerte, seine Augen hervortretend. Außerstande wegzusehen, wurde Meetra Zeuge seiner letzten Augenblicke, wobei sich sein Haspeln verlangsamte und er zum Boden hinab sank.

Meetra strauchelte aus dem Schlafsaal, dagegen ankämpfend, die dürftigen Inhalte ihres Magens da zu behalten, wo sie hingehörten. Sie gestattete sich selbst einen Moment, um ihre Beherrschung zu sammeln und bewegte sich in den letzten Korridor bei der Kreuzung hinab, am Speisesaal ankommend. Sie nahm ihren Weg durch die Körper, menschlich und droidisch, ging durch die gegenüberliegende Seite hinaus und folgte dem gekrümmten Weg umher zum Turbolift. Sie kam zu einen abrupten Stopp, als sie eintrat und drei Körper verstreut bei der Aufzugtür und dem Terminal sah; weitere Minenarbeiter getrennt von den Gruppen in den Quartieren durch die feindseligen Droiden? Zwei der Männer waren mit Blasterwunden und Verbrennungsmalen bedeckt, identisch mit den meisten der Körper, denen sie begegnet war, aber der dritte sah so aus, als wenn seine Brust eingedrückt wurde. Sie untersuchte jeden Körper, alle männlich und angezogen in der Minenarbeiteruniform, fand sie ein Datenlaufwerk wie dass vom Administrator, auf der am weitesten entfernten Leiche vom Turbolift. Sie lief zum Terminal und steckte es hinein, hielt inne als die Dateinamen den Laufwerkbesitzer identifizierte: Coorta, der Minenarbeiter, welchen die anderen verdächtigten, die Anlage sabotiert zu haben und der Orchestrierer des Plans, sie an die Exchange zu verkaufen. Auf dem Laufwerk fand sie gespeichertes Bildmaterial von den Turboliftkameras, Zeitraum irgendetwas zwischen der Quartierverriegelung und dem Tod der Minenarbeiter. Sie setzte es in die Wiedergabenliste ab, neugierig und verabscheut zugleich, anzusehen, was Coortas Ende gewesen war.

Der Mann selbst, oder zumindest sein Hologramm, materialisierte sich vor ihr. „ - hätte es fast nicht mehr aus dem Schlafbereich geschafft vor der Verriegelung, Sie Murglak! Sie haben es ein wenig knapp berechnet, nicht wahr?“

Eine neue Stimme sprach, zugehörig zu Jemand anderem als Coortas Mitarbeiter; Jemand sprach also über die Sprechanlage. „Ja, eine bedauerliche Fehlkalkulation von meiner Seite. Ich kontaktiere Sie, weil ich eine Unterraumübertragung empfange von innerhalb dieser Ebene – ist das Ihr Werk?“

Der Minenarbeiter erstarrte, die Finger fummelten am Blaster an seiner Hüfte herum. „Nein, sie... sie müssen versucht haben das alte Relaissystem zu benutzen, um ein Notfallsignal abzusetzen. Ich bezweifle, dass sie wissen, was tatsächlich gerade los ist.“

Hey!“  Coorta wandte sich um, als einer seiner Partner, ein jüngerer Mann mit kurzem hellgefärbtem Haar, mit der Turboliftkonsole interagierte. „Dieser Turbolift ist gesperrt.“

Probier den Code nochmal.“  Coortas Stimme war angespannt und er umfasste den Blaster jetzt. Er sah zurück zur Decke, er sprach den körperlosen Mitverschwörer an. „Keine Sorge wegen der Minenarbeiter und ihre Übertragungen. Bis zu dem Zeitpunkt wo Hilfe kommt, werden wir längst auf unserem Weg nach Nar Shaddaa sein.“

Die ungesehene Stimme kicherte. „Oh, sie werden die Schlafräume nicht verlassen. Die Explosion in den Tunneln beschädigte die Lüftungssysteme, verursachte Risse in den Abgasrohren.“

Wenn das Hololog in Farbe gewesen wäre, war Meetra sich sicher, hätte sie das Blut aus Coortas Gesicht fließen sehen. „Was?! Das wird sie alle umbringen.“

Nicht alle, unglücklicherweise. Aber ich schicke soeben eine Reihe von Minendroiden zu Ihrem Standort, um diesen Fehler zu beseitigen.“

Coortas Kollege drehte sich von der Konsole weg, Panik sowohl im Gesicht, als auch in seiner Stimme.

Coorta, der Aufzug ist immer noch gesperrt – die Reihenfolge funktioniert nicht.“

Versuchs weiter!“ Coorta blickte hinauf, sogar das Hologramm strahlte die verzweifelte Rage von jemand der wusste, er war verdammt, aus. „Sie... warum machen Sie das? Warum ich?!“

Sie?“  Die Stimme war amüsiert, als ob der Minenarbeiter einen etwas lustigen Witz erzählte. „Es ging nie um Sie. Die Jedi ist alles, was mich interessiert. Doch dann mussten Sie ja alles ruinieren, indem ihre Identität preisgegeben wurde und dann versuchten, ihr wehzutun. Tja, und das kann ich leider nicht erlauben.“ Der Sprecher pausierte, kostete die Befriedigung aus, Coorta eine rüberzuziehen. „Feststellung: Sie sind ein Risiko, Coorta. Sie sind impulsiv, grob... und so gut wie tot.“

Die Luft verließ Meetras Lunge in einem scharfen Grollen. Nur ein Droide in der Anlage leitete seine Rede ein, um das Verständnis so zu erleichtern. Ihre Brust verengte sich, eine kalte Masse bildete sich in ihrem Magen. Als die Aufnahme fortsetzte, betraten drei große Droiden den Raum, das Feuer auf die Minenarbeiter eröffnend, ohne zu Zögern. Die Männer schrien und der am nächsten an der Tür, der der nicht gesprochen hatte, versuchte zu fliehen, aber der nächstgelegene Droide streckte seinen Arm aus, schlug den glücklosen Minenarbeiter in die Wand und zerschmetterte seine Brust. Coorta und der hellhaarige junge Mann wurden still, ihre Körper durchbohrt von Blasterfeuer. Über die Sprechanlage, klang HK-50 so, als ob er kaum in der Lage war, sein Entzücken zu zügeln, während die Droiden ihren Weg zurück nahmen, aus dem sie kamen. „Spöttische Erkundigung: Coorta? Coorta, sind Sie schon tot? Selbstgefällige Feststellung: Ich glaube ich vergaß wohl zu erwähnen, dass ich die Codes der Turbolifte geändert habe, im Falle Sie schaffen es so weit.“ Das Log hörte auf, das Hologramm verschwand über ihren Gegenstücke aus Fleisch und Blut.

Meetras Atmung war schwer zu schlucken, ihr Herzschlag dröhnte in ihren Ohren. Wenn HK-50 Zugriff auf die Kameras des Anlagennetzwerks hatte... wusste er dann wo sie jetzt war? Hatte er sie seit er merkte, dass sie das Treibstoffdepot verlassen hatte, verfolgt? Ein weiterer furchterregender Gedanke trat auf: wusste er von Atton und Kreia? Angst vor den möglichen Antworten dieser Frage rüttelte sie wach, in Aktion zu treten. Sie wählte den Befehl, den Turbolift mit der Terminalkonsole zu entsperren und gab den Code ein, gewissenhaft ihn umzukehren, so wie in HK-50 Preisgebung. Sie floh in den Aufzug und bestimmte ihn, zurück zur Verwaltungsebene zu kehren, verängstigt darüber, das Klackern von Metall auf Metall hören zu werden, bevor sich die Tür schloss.

Chapter Text

Meetra schoss durch den Turbolift, in der Sekunde, wo er weit genug geöffnet war, beinahe kopfüber in Kreia hineinrasselnd, die auf der anderen Seite stand. Die alte Frau wich der Spitze von Meetras Vibroschwert knapp, mit einem dahinschwindenden Blick aus. Meetra zuckte halb zusammen und senkte die Waffe zu Boden, immer noch eingenommen von HK-50s möglicher Vergeltung. „Geht es Euch gut? Weshalb habt Ihr das Leichenschauhaus verlassen?“

„Um Euch zu treffen.“ Kreias Ton deutete an, ein insbesonderes begriffsstutziges Geplänkel intelligenter zu finden, als die Beantwortung von Meetras Fragen. Sie hob eine Hand, um die Antwort der jüngeren Frau abzuwürgen. „Uns läuft die Zeit davon. Ich fühlte eine Störung...“

Zum ersten Mal verwandelte sich etwas über dem Gesicht der alten Frau in Furcht und es ließ Meetra einen kalten Schauer den Rücken runterlaufen. „Unser Feind ist hier und wir müssen sofort verschwinden.“

„Die Person, die die die Ebon Hawk beschoss?“

Kreia nickte. „Genau derselbe und er wird uns nicht ohne Blutvergießen gehen lassen.“

„Nun, was ist schon eine Person mehr, die uns zu töten versucht?“ Meetra kicherte bitter, ihren Kopf schüttelnd, als Kreia eine Augenbraue hochzog. „Ich werde das später erklären. Los geht’s. Wir sammeln Atton ein und verschwinden von hier.“

„Atton?“ In dem Mund der alten Dame klang sein Name schleimig und unangenehm und Meetra legte ihre Stirn in Falten. Als ob sie ihr Missfallen spürte, wechselte Kreia fließend das Thema. „In jedem Fall, müssen wir uns unseren Weg zu den Landedocks auf dieser Ebene durchschlagen. Ich fürchte, die Luftschleuse wurde bereits geöffnet und wir müssen auf der Hut sein.“

„Ich konnte niemanden vom Laufsteg außerhalb der Station sehen,“ gab Meetra zu, die Folgerung auslassend. „Richtig. Lasst uns gehen.“ Meetra übernahm die Führung, in Richtung Kommunikationsblister zurückkehrend und Kreia blieb hinten. Bis auf ihre Fußschritte, waren die sterilen Gänge, genau so ruhig, wie diese, als sie sie zuvor durchschritt, aber jetzt hielt die Stille eine drückende Qualität dazu, eine unheilvolle Luft, die Meetra an ihre Grenzen trieb. Sie durchliefen das Sicherheitsbüro und Kreia nahm Meetras zurückgelassenen Vibroschneider vom Schreibtisch auf, ihn locker haltend aber mit festem Griff. Meetra registrierte die Vertrautheit der alten Frau mit der Waffe. Immerhin war sie in der Lage, sich selbst zu verteidigen, wenn nötig.

Sie betraten die Verwaltung und Meetra hörte Atton, bevor sie ihn sehen konnte, brüllte Flüche unter seinem Atem hinaus zum Terminal. Er drehte sich, bei dem Geräusch ihrer Fußschritte, das halbseitigen Lächeln rutschte zurück in seinen Platz bei dem Anblick von ihr, doch er machte ein langes Gesicht, als er Kreia bemerkte, Verwirrung ersetzte seine Erleichterung. „Was zur Hölle ist hier los?“ Er deutete zur alten Frau. „Wer ist das? Noch eine Jedi? Habt ihr euch heimlich vermehrt, als ich nicht hingesehen habe?“

„Keine Jedi, ich werde das später erklären.“ Meetra lehnte ihr Vibroschwert gegen die Konsole, hakte die Minenblaster aus ihrem Geschirr heraus und drückte sie in seine Hände. „Hier. Wir müssen uns bewegen.“

Atton starrte verdutzt zu ihr, aber nahm die Blaster, überprüfte die Ladung und Sicherung schematisch. „Ähm... okay. Ich schätze, auf dem Republikanischen Schiff sind keine Freunde von Euch, oder?“ Meetra wich innerlich zurück. Nein, wenn Kreia und HK-50 Recht hatten, hatte die Harbinger keine Freunde von ihr dabei. Jetzt nicht mehr.

„Ich hoffe, Eure Vorliebe zu untertreiben, wird von Euren Schießkünsten mit eurem Blaster kompensiert.“ Der Hohn in Kreias Stimme war nahezu genauso mächtig, wie Kinrathgift.  ,,Andernfalls befürchte ich, dass unsere gemeinsame Zeit zusammen, von kurzer Dauer sein wird.“

„Jaaa, im Wegrennen und Saufen bin ich übrigens auch spitze, Eure Majestät.“ Atton blaffte, blitzte die alte Frau an. Sie starrte zurück, der Blick milchig und blind, der Mund in ein ärgerliches Lächeln gebogen. Er rollte mit seinen Augen und wandte sich zu Meetra zurück. „Was ist also der Plan? Wegen dem Hangar, der sich immer noch in der Verriegelung befindet, sind unsere Optionen ziemlich begrenzt.

“Wenn wir die Ebon Hawk nicht erreichen können, dann müssen einen Weg finden, auf dem Schiff, dass hier angedockt hat, zu entkommen.“ fiel Kreia ihm ins Wort.

„Die Harbinger?“ Meetra drehte sich zur alten Frau um, die Augen geweitet. „Ist das klug? Wer auch immer sie herbrachte, ist eventuell nicht unbedingt bereit, uns beim Abhauen zu helfen.“

„Wenn wir nicht zum Hangar gelangen, ist dieses Kriegsschiff der einzige Weg von dieser Station zu verschwinden.“ sagte Atton, hörte sich unwillig an, mit Kreia übereinzustimmen. „Auch wenn ihr zwei keine großen Freunde der Republik seid.“

Die Republik war das geringste ihrer Probleme, aber Meetra hielt ihren Mund. Ein Teil von ihr war abgeneigt, Atton weitergehend zu alarmieren und ein anderer kleinerer Teil behielt die schwache Hoffnung für weitere Überlebende an Bord der Harbinger, ohne Rücksicht auf Kreias und HK-50s Statement, zum Gegenteil. Sie nickte und holte ihr Vibroschwert zurück. „Dann lasst uns gehen. Kreia denkt, dass wir einen Weg aufs Schiff durch die Luftschleuse haben.“

Atton übernahm die Führung, lief in Richtung des linksverzweigten Gangs des Kommunikationsblisters und bedeutete beiden Frauen ihm zu folgen. „Perfekt. Gut, dass der Weg zum Schiff frei i - “

„Drohung: Meister, ich habe mich wohl, als wir das letzte Mal miteinander sprachen, unklar ausgedrückt.“

Meetra schaukelte herum, das Vibroschwert schnappte vor ihr. Sie griff nach der Macht, eine schwache Melodie stieg als Erwiderung auf. HK-50 stand am entfernten Ende des Raumes, ein großes Blastergewehr in seinen metallischen Händen fassend, seine Linsen glühten in einem nervenaufreibenden Rot. Vier sphärenartige Maschinen kreisten um ihn. Meetra erkannte sie als roboterartige Minen von ihrer Benutzung während der Kämpfe auf Dxun. Jetzt, da er ihre Aufmerksamkeit hatte, entspannte HK-50 seine Arme, aber ließ das Gewehr nicht komplett herabsinken. „Ich hatte vorgeschlagen, Sie schalten ab, bleiben da wo Sie sind, und warten auf Ihre Rettung.“

„Nein, du hast dich deutlich ausgedrückt.“ sagte Meetra, versetzte sich leicht, um sich zwischen HK-50 und ihre Gefährten zu bringen. Aus dem Augenwinkel, sah sie Atton mit sich bewegen, erlaubte ihr zwischen ihnen zu verweilen, während er sich selbst ein freies Schussfeld verlieh. „Ich nehme einfach keine Befehle von Killerdroiden entgegen.“

„Klarstellung: 'Killerdroide' ist so ein hartes Wort, Meister, es passt eher zu Edelstahldrohnen, denen nur einfache Tötungsprogramme aufgespielt wurden.“

„Tschuldige, habe ich deine Gefühle verletzt?“

„Das ist der 'Protokoll' – Droide, den du erwähntest?“ fragte Atton, die Minenblaster auf HK-50s Silberrahmen gerichtet. Auf der anderen Seite Meetras, stand Kreia still und bewegungslos, aber Anspannung strahlte unterhalb der Robe hervor.

HK-50s Kopf schwenkte minutiös um sich auf Atton zu konzentrieren, bevor er zurück auf Meetra lenkte, die Spitze seines Blastergewehrs aufrichtend. „Fortgesetzte Rezitation: Die Funktion, die ich verrichte deutet auf 'widerspenstiges Massaker' hin, ich bevorzuge es als Hilfsmittel erleichterter Kommunikation zu betrachten, resultierend in der Terminierung von feindseligen Subjekten.“

Meetra zuckte mit den Achseln, die Spitze des Vibroschwerts wippte durch ihre Bewegung. „Was auch immer du sagst. 'Mord' bleibt für mich immer noch 'Mord'.“

Der Droide kippte seinen Kopf zur Seite, eine kleine Geste der Verärgerung. „Korrektur: ich bin nicht Ihr Wörtebuch, Meister, also werde ich Sie lediglich darauf hinweisen, dass Sie sich irren – so wie diese jüngst-korrigierten Minenarbeiter.“

„Und die Minenarbeiter im Medizintrakt? Die, jene du im Koltotank vergiftet hast?“ eine gewisse Schärfe klang in Meetras Stimme mit. „Wie konnten sie in deiner 'Terminierung von feindseligen Subjekten' eine Rolle spielen, wenn sie sich noch nicht einmal wehren konnten?“

„Entrüstete Antwort: Meister, die Minenarbeiter beabsichtigten euch in Gefahr zu bringen. Ich konnte nicht zulassen, dass dies eintritt.“ Er winkte eine Hand herblassend. „Nach dem Neuprogrammieren der Minendroiden, jeden Organikern 'abzutragen', denen sie erkannten, fingen sie an, die Minenarbeiter einen nach dem anderen zu töten. Dann eine Reihe von perfekt berechneter Explosionen  - “

Meetra ergriff die Informationen. „So wie die, welche die Harbinger verkrüppelten?“

HK-50 stoppte für einen langen Moment und Meetra fand ein wenig Vergnügen darin, zu wissen, die Maschine frustriert zu haben. „...Fortgeführte Rezitation: eine Reihe von perfekt abgepassten Explosionen trieb die Minenarbeiter in ihre Quartiere – wo ich in der Lage war, alle auf einmal zu vergasen, ohne Zeit damit verschwenden, sie durch die Tunnel zu jagen.“

„Naja, nicht dass sie dich belästigt hätten können.“

„Aufgebrachte Warnung: Meister, diese kindliche Einstellung erzeugt keinen vorteilhaften Eindruck.“

„Ich weiß nicht,“ warf Atton mit einem Schulterzucken ein, „ich finde es ganz schön liebenswert, um ehrlich zu sein.“

HK-50 ignorierte ihn. „Wiederaufgenommener Vortrag: Ich verabreichte dann eine hohe Dosis Schlafmittel, den Minenarbeitern im Medizintrakt, genug um sie zu töten, aber um sicherzustellen, dass Sie friedlich schliefen.“

„Was war also das Endziel hier?“ Atton wirkte entschlossen, die Aufmerksamkeit des Droiden auf sich zu lenken. „Wenn du die Minenarbeiter davon abhalten musstest, sie an die Exchange zu verkaufen, wer ist dann zuständig?“

„Antwort: Es geht über den Umfang meiner Programmierung hinaus, die Motivation meiner Klienten zu hinterfragen.“ HK-50 schwenkte von Atton weg und fokussierte sich wieder auf Meetra. „In jedem Fall, verweichlicht mich meine Programmierung zur Unfähigkeit, die Identität meiner Klienten aufzudecken. Es steht mir frei zu sagen, das mein Gönner sowohl reich ist, als auch sehr interessiert am Besitz des letzten Jedis ist. Es genügt zu sagen, dass ich angemessen entschädigt werde für meine Dienste. Sie waren ein schwer zu findendes Ziel, Meister.“

Eine Seite von Meetras Mund krümmte sich hoch in ein bitteres Schmunzeln. „Es ist eine Schande, dass du mit leeren Händen zurückgehen wirst. Es gibt hier keine Jedi.“

HK-50 nahm einen Schritt nach vorne, das Klirren seines Fußes gegen den Boden, so direkt, wie jegliche ausgesprochene Drohung. „Irritierte Erwiderung: Meine Geduld geht zu Ende, Meister. Ich habe Ihre Identität innerhalb zahlreicher Abstände bestätigt, seit ich begann, Sie zu verfolgen. Sie streiften durch die Galaxis seit dem Ende der Mandalorianischen Kriege, ohne nennenswerte Spuren ihres Weges zu hinterlassen. Es war, als wollten Sie nicht gefunden werden... weder von Jägern wie mir, noch dem Jedi-Orden.“

Meetra spürte mehr, als das sie sah, dass Atton sie scharf musterte, bei den Worten des Droiden, aber sie ignorierte es. Diese Konversation war besser dafür aufgespart, wenn sie von dieser Anlage runter kamen. Sie richtete ihre Augen auf HK-50 und verlagerte ihr Gewicht auf ihren Hinterfuß, ihre Schultern zudrehend und langsam in eine mehr kampfbereite Haltung festsetzend. „Offensichtlich, tat ich keinen ausreichend guten Job, wenn du mich gefunden hast.“

„Abmildernde Erwiderung: Wie ich sagte, Sie waren ziemlich schwer zu finden, selbst mit meiner beachtlichen Fähigkeit.“ Der Droide verlagerte sich, sein Blastergewehr tendierte zwischen den dreien. „Verbindlicher Befehl: Jetzt, Meister, werden wir hier auf Rettung warten, danach werde ich Sie zu meinem Klienten liefern.“ Der Lauf der Schusswaffe schnippte von Atton zu Kreia. „Endgültige Aussage: Wir werden alleine warten.“

Meetra nahm einen Schritt nach vorne, zwang HK-50 seinen Blaster auf sie zu richten. „Ich möchte dich nicht bekämpfen, aber ich werde nicht zulassen, dass du jemand anderen verletzt. Wir -“ Sie deutete zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten mit ihrem Vibroschwert. „werden gehen, ohne dich.“

HK-50 schüttelte seinen Kopf. „Resignation: Nun gut, Meister. Wenn zugefügter Schmerz das einzige Mittel ist, diese Angelegenheit zu lösen, dann lassen Sie mir keine andere Wahl.“ Er machte eine ausladende Geste mit einem Arm und die treibenden Minen um ihn herum taumelten vorwärts, Geschwindigkeit rasch aufbauend, als sie in Richtung der drei fortschritten. Meetra sank in die Hocke, gab Atton eine freie Schusslinie und warf eine Hand raus, zog an der Macht. Sie sang in ihren Gedanken, weich und schwach, aber konstant und zwei der Minen segelten rückwärts. Unglücklicherweise war ihre Zielgenauigkeit nie die Beste von Anfang an gewesen, verschlimmerte sich mit der Zeit und die Minen wanderten weit von HK-50 weg, explodierten gegen die Wand zu seiner Rechten.

Atton machte kurzen Prozess mit den anderen Minen, befeuerte beide von ihnen in der Luft mit gut platzierten Schüssen, während Kreia zu HK-50 voranschritt. Er feuerte eine Salve von Schüssen auf sie, zwang sie, sich in einen verzweigten Gang zum Schutz zu ducken. Atton schnitt den Droiden mit einem weiteren Schuss ab, seine Aufmerksamkeit anziehend. Und Meetra nutze diesen Vorteil der Ablenkung, schleuderte sich selbst vorwärts, das Vibroschwert nach vorne vorgestreckt. HK-50 versuchte, zurück zu ihr zu schwenken, feuerte wüst, aber zu spät. Sie duckte sich unter seiner Deckung und die stürzte Waffe in sein Mittelstück hinein. HK-50 kreischte, ein verstümmeltes elektronisches Krächzen, und schob sie weg. Meetra traf den Boden hart, der Atem drang aus ihr heraus.

Der Droide türmte sich vor ihr auf, das Vibroschwert, wo es in seiner Chassis steckte, bebend und richtete das Blastergewehr auf sie, als sie keuchte und damit kämpfte sich auf ihre Füße zu ziehen. Sie hörte Atton rufen, seine Wörter übertönt durch die Bolzen, die er auf HK-50 abfeuerte und dann wölbte sich ein Leuchtgeschoss aus blauem Licht über sie, das tote Zentrum des Droiden treffend. Er versteifte und dann verendete er, blaue Energie wölbte sich um seine Gestalt, Funken sprudelten aus jeder Fuge und jedem Segment an denen sie vorbei kamen. Ein hohes schrilles Geräusch entschwand aus seinem Vokabulator und das Blastergewehr fiel aus seinem Griff, auf den Boden rasselnd.

Endlich wieder im Stande dazu, Luft zu holen, krabbelte Meetra von dem defekten Droiden weg. Atton erschien an ihrer Seite, beschlagnahmte ihren Arm, schliff sie auf ihre Füße und zog sie weiter von HK-50 weg. Ein scharfer stechender Schmerz schoss in ihren Arm wo er sie packte, bewirkte, dass sie aufkeuchte, aber verteilte den Schmerz, schob ihn zurück, während sie zuließ, dass er sie hinter sich drückte. HK-50 fing an sich zu erholen, seine Servos entsperrten sich und er kämpfte damit, an den Blaster heranzukommen. Zu seiner Linken, lehnte sich Kreia aus dem Gang, die Hand ausgestreckt und ein weiterer Bolzen blauen Lichts wölbte sich von ihren Fingern, den hilflosen Droiden treffend. Er verendete nochmal, der Körper unkontrolliert am Zittern, das magere Geschrei bildete kaum kohärente Wörter. “Warnung: Systeme versagen, Meister.“ Ein Gestöber aus Funken explodierte hinter seinem Visier heraus und er lag still, eingefroren in der selben Pose für einen langen Moment und dann kippte er zu Boden, das rote Licht seiner Augen hinter seiner Optik verblassten.

Für einen langen Augenblick, bewegte sich niemand, alle Augen waren auf den leblosen Droiden gerichtet. Kreia brach den Bann zuerst, senkte ihren Vibroschneider und tauchte aus ihrem Versteck auf. Atton stieß zu ihr, die Minenblaster hoch gerissen, erbrachte ihm selbst einen angewiderten Blick. „Steckt die lieber weg, bevor Ihr Euch noch selbst verletzt.“ Er funkelte zu ihr, hielt jedoch inne und senkte nicht seine Blaster. Kreia wandte ihren Blick stattdessen zu Meetra. „Unsere Zeit war vorher schon knapp; jede die wir weiter verschwenden, bringt uns in Gefahr. Zügelt Euren Narren und lasst uns gehen.“

Attons Augen verkleinerten sich und sein Griff um den Blaster verfestigte sich. Hinter ihm, betrachtete Meetra misstrauisch Kreia. Das Bewusstsein eines anderen zu berühren war eine Sache, sie begegnete anderen Spezies, die dass ohne der Macht machen konnten, jedoch gab es keine Frage wie Kreia ihren Blitz herbeigerufen hatte. „Woher habt Ihr - “

„Dies ist weder die richtige Zeit, noch der richtige Ort für solch ein Gespräch.“ Kreias Mund zog sich runter, der Beweise ihrer Unmut. „Falls wir erwischt werden, wird es keines von beiden sein.“

Meetra biss auf ihre Lippe, berücksichtigte die Worte der alten Frau. Es war richtig, dass wer auch immer die Harbinger landete, eher näher rückte, doch Kreia wurde zu etwas bedrohlich Unbekanntem und sie hatte Attons Sicherheit ebenso zu berücksichtigen, wie ihre eigene. Aus dem gleichen Grunde, war Kreias Stärke deutlich bedeutender als ihre derzeit und eventuell war der Teufel den sie kannte, der beste Weg, diese Sicherheit zu gewährleisten. Sie fasste Attons Schulter an, zusammenzuckend, als die Bewegung an der Verletzung auf ihrem Arm zerrte. Er sah ihr Zurückweichen und senkte seine Waffen widerstrebend, wandte seinen Rücken zu Kreia, um Meetra gegenüber zu stehen. „Was stimmt nicht?“

„Ich denke, es ist nur eine Schramme.“ Meetra verdrehte ihren Arm, zeigte einen Riss am Ärmel der Minenarbeiteruniform. Eine kurze gerade Verbrennung entstellte die Haut darunter, ein feuchtes, fast schon wachsartiges Aussehen der Wunde. Schmerzhaft, aber nicht lebensgefährlich und sicherlich nicht die schlimmste Verletzung, die sie gehabt hatte. Die lange Narbe vom Knie zum Knöchel an ihrem linken Bein, eine Gefälligkeit von einem Mandalorianischen Vibroschwert, nahm immer noch den Preis. Infektion war eine Befürchtung, aber es konnte warten, bis sie Schutz fanden. Sie schaute zurück zu Atton hoch, der sie mit einer Mischung aus Sorge und Ungewissheit ansah. „Ich werde okay sein... aber sie hat Recht.“ Sie hielt eine beschwichtigende Hand hoch, als sich seine Augen verhärteten. „Von diesem Asteroiden herunterzukommen ist jetzt gerade am wichtigsten, egal wie wir es tun.“

Er warf ihr einen Blick zu, atmete dann schwer aus und nickte, verdiente sich damit ein erkenntliches Lächeln. Kreia machte ein heruntermachendes Geräusch und sauste hinter ihnen, in Richtung das Ganges zur Luftschleuse. „Wenigstens hat einer von euch Verstand. Seht Euch Eure Wunde an. Dann müssen wir los.“

Meetra nickte und fischte eines der Medikits aus einer Harnischtasche. Sie schnippste die Schutzkappe der Nadel weg, nahm einen tiefen Atemzug und steckte es durch den Stoff der Minenarbeiteruniform und in ihr Bein, knirschte ihre Zähne gegen den Stich, als sie den Auslöser runterdrückte. Sie zog die Nadel raus und warf die Kartusche beiseite, die kleinen Inhaltsstoffe der Ampulle schwächten bereits den Schmerz in ihrem Arm ab. Zu ihrem Ärmel gewandt, zerrte sie an den Rändern des Risses, schlussendlich riss sie einen langen Streifen ab und schüttelte das übriggebliebene Material von ihrem Arm. Während sie die provisorische Bandage um ihren Arm schnürte, kreuzte Atton HK-50s Überreste. Er packte das Vibroschwert und stemmte einen Schuh gegen die Droidenchassis, zog die Waffe heraus mit ein wenig Mühe. Er legte es zur Seite und kniete neben der leblosen Hülle, fühlte sich durch die Droidenteile.

Sie gesellte sich zu ihm, ihr Vibroschwert nahm sie von dort auf, wo er es hingelegt hatte. „Was machst du da?“

„Wirkt verschwenderisch, alles was wir gebrauchen könnten, zurückzulassen.“ erklärte er, trennte HK-50s Kopf von seinem Chassis mit einem scharfen Knacken. Meetra zuckte zusammen, die Bewegung schaurig, ob der Verstorbene menschlich war oder nicht. „Ihre königliche Hoheit hat ihm immerhin ganz schön zugesetzt. Könnte nicht viel zum Bergen sein.“ Seine Finger bahnten sich geschickt durch den Droidenkern, zogen einen kleinen rechteckigen Chip raus. Er drehte ihn auf seinen Händen um, inspizierte ihn vorsichtig und hielt ihn dann zu ihr hin. „Vokabulator sieht intakt aus, überraschenderweise. Man könnte nen guten Preis für den bekommen, bei den richtigen Händlern.“

Seine praktische Veranlagung war überraschend und Meetra kicherte, als sie den Chip nahm, ließ ihn in eine weitere Harnischtasche gleiten. Atton stand auf, blickte über Meetras Schulter zu Kreia, die immer noch beim Zuweg des Ganges wartete. Meetra folgte seinem Blick , die kurzzeitige Komik entwich. „Wir sollten gehen. Bevor sie sich dazu entscheidet, sich gegen uns zu wenden.“

Er sah zurück zu ihr runter. „Denkst du sie würde nicht?“

Die Frage war eine berechtigte. Sie wusste nicht was Kreia war oder zu was sie imstande war und der alten Frau zu vertrauen, war eine beunruhigende These. Andererseits, was wusste sie tatsächlich über Atton? Meetra sah zu ihm hoch, sein Blick traf den ihren. Warme Augen und jungenhafte gutaussehende Züge; ein Gesicht, dass eine Menge Geheimnisse verbergen könnte... aber dann wiederum, war ihres genauso. Was wusste er über sie? Wie würde er reagieren, wenn er herausfand wer sie war, was sie getan hatte?

Atton kippte seinen Kopf zur Seite, die Haare fielen über ein Auge und eine Augenbraue zog sich hoch in einer lautlosen Frage. Meetra schüttelte ihren Kopf, blickte über ihre Schulter erneut zu Kreia. „Ich denke nicht, dass wir eine Menge Optionen haben.“

„Ausnahmsweise einmal, stimme ich zu.“ sagte er, hörte sich nach allem außer begeistert an. Er bedeutete ihr zu führen und die zwei folgten Kreia in einen Gang, zur Luftschleuse der Harbinger steuernd.

 

Chapter Text

Das schwer lastende Unbehagen in Meetras Magen ließ nicht nach, als die Lautlosigkeit, die die Minenanlage durchdrang, der Gruppe an Bord der Harbinger folgte. Die unnatürliche Stille war verworren mit dem Leerlauf des Schiffs, ein fast schon unhörbares Brummen, aber es diente lediglich dazu, die Unruhe zu verstärken; ein ähnliches Gefühl, in ein verlassenes Zuhause zu gehen und festzustellen, dass alle Lichter an waren. Das Kriegsschiff so leblos zu sehen war unheimlich, allerdings in noch weit größerem Maße als die Minenanlage, da Meetra erlebt hatte, dass das Schiff voll besetzt war. Früher konnte sie keine zwei Schritte setzen, ohne das ihr jemand aus dem Weg ging, entweder weil sie ihre eigenen Vermutungen bezüglich ihrer Identität hegten oder sie einfach zu langsam lief, für ihre Vorlieben. Selbst Jazala und Dekar, ihre ständige Eskorte, benahmen sich, als versuchte sie, mit Absicht im Weg zu sein und den Fortlauf aufzuhalten.

Atton hielt Schritt an Meetras Schulter, jeder Schritt unterstrichen durch tausend winziger Bewegungen: ein scharfe Umdrehung, als er den Korridor abscannte, dunkle Augen schnellten vor und zurück; Hände fest um den Griff der Minenblaster, die Fingerspitze seines Zeigefingers tippte rastlos gegen den Abzugsbügel; ein Muskel zuckte entlang seines Kiefers, verriet, wie fest er ihn umklammerte. Er erwischte sie dabei, dass sie ihn ansah und zog eine Augenbraue hoch. Meetra schüttelte ihren Kopf und offerierte ein schwaches Lächeln. Er erwiderte es, Schultern entspannten sich ein Stückchen, und sie fühlte ihr eigenes Maß an Erleichterung. Attons Unruhe was genau so ansteckend, wie sein Selbstvertrauen und sie war jetzt schon sehr aufgekratzt durch die Erscheinung der Harbinger und dem Kampf mit HK-50.

Vor ihnen, verlangsamte sich Kreia, kam zu einem Halt und stoppte, als sich der Korridor in eine Drei-Wege-Kreuzung spaltete. Als Meetra und Atton sie aufholten, wandte sich ihren blinden Blick zum vorderen, eine kleine gelegte Falte zwischen ihren Augenbrauen, das einzige Indiz ihrer Besorgnis. „Etwas stimmt nicht... Ich spüre niemanden an Bord.“

Meetra zuckte bei der Verkündung innerlich zusammen, die wenige Hoffnung, die sie hatte, Überlebende zu finden, zersplitterte stark in ihrer Brust, doch sie schob sie wieder hinunter, schloss sie weg für einen mehr angebrachteren Zeitpunkt. Neben ihr, verschränkte Atton seine Arme und schnaufte. „Ihr spürt niemanden an Bord? Spürt ihr noch weitere Killerdroiden, die sich hinter uns anschleichen?“

Kreia ignorierte ihn, fuhr fort mit Meetra zu sprechen. „Jeder hier ist umgebracht worden.“ Meetra zwang sich selbst dazu, zu sprechen, zwang die Wörter aus ihrer Kehle, als wenn sie mit scharfem Glas geschärft waren. „Jeder? Seid Ihr sicher?“

Eine lange ungerührte Stille war ihre einzige Antwort, bevor die alte Frau fortfuhr. „Merkwürdigerweise, sind da wenige Spuren eines Kampfes.“ Sie deutete zum Gang mit einem Wedeln ihrer Hand. „Keine Durschlagsspuren, keine Blasterfeuer. Dieser Ort wurde von Assassinen einer anderen Sorte erwischt.“

„Was zur Hölle machen wir dann auf diesem Schiff?“ Angst und Wut knisterten unterhalb der Oberfläche von Attons abfälliger Bemerkung. „Wir wären besser in der Anlage dran!“ Er schüttelte seinen Kopf, rieb an seiner Schläfe mit dem Ballen seiner Hand. „Ihr zwei wollt Jedi sein? Ihr seid die beiden schlechtesten Jedi, die ich kenne.“ Meetra öffnete ihren Mund, die automatische Korrektur schon auf ihrer Zunge, bevor sie überhaupt seine Wörter vollständig innehatte, doch Atton schnitt ihr das Wort mit einer starken Geste ab. „Ja, ja, ich weiß. Erspar mir diesmal die Bedeutungslehre, okay?“

Verdruss fühlte sich produktiver als Unruhe oder Trauer an, also fokussierte sich Meetra selbst darauf und nutzte die Frustration, um die eher lähmenden Gefühle vom Leibe zu halten. „Oh tut mir leid; dabei dachte ich, du wolltest von diesem Felsen runter. Vielleicht magst du es ja zurück in deiner Zelle?“

„Vielleicht würde ich! Zumindest war ich dort sicher gewesen!“

„Ja, ein absolut sicherer Tod durch Verhungern.“

„Genug.“ Kreias Ton war gleich, aber der scharfe Unterton brachte ein Ende zu dem Austausch. Meetra fügte sich der alten Frau mit einem leichten ruckartigen Bewegen des Kopfes, während Atton damit einverstanden schien, wortlos zu starren. „Wir können nicht zurück in die Anlage und voraussichtlich hat uns die Killermaschine davor bewahrt, den Hangar zu erreichen.“ Sie verstummte allmählich, die Falte an ihrer Stirn zog sich tiefer zusammen.

„Erwartet nicht von mir, dieses Schiff zu fliegen.“ sagte Atton schnell. „Selbst wenn ich könnte, ist Euch bewusst, welche Begrüßung wir erhalten, falls wir mit einem verlassenen Republikanischen Kriegsschiff andocken?

Kreia hob eine Hand in seine Richtung. „Seid still. Ich brauche Zeit nachzudenken.“

Atton machte ein blödes Gesicht zu ihr, drehte sich dann und kreuzte die entfernte Wand, lehnte sich an ihr zurück, die Arme vor seiner Brust zusammengefaltet. „Großartig, lasst uns wissen, was ihr rausbekommt. Wir werden hier einfach auf das nächste Ding warten, was uns tot sehen will.“

„Die Treibstoffleitung.“ Atton und Kreia drehten sich beide um, um Meetra anzusehen, Verwirrung spiegelte sich auf ihren Gesichtern. „Als das Schiff andockte, sah ich ein Treibstoffrohr verlängert von der Anlage. Ich nehme an, dass ist ein automatischer Prozess, was bedeutet, es könnte immer noch befestigt sein.“

Atton zog eine Augenbraue hoch „Worauf willst du hinaus?“

„Wir könnten dazu in der Lage sein, die Treibstoffleitung zu benutzen, um HK-50s Eventualitäten zu umgehen. Wenn wir dieser zurück zur Anlage folgen, gibt es eine Chance, in den Hangar gelangen zu können.“ Beide von ihnen starrten sie offen an, Atton mit geöffnetem Mund im Unglauben. „Kommt schon, könnte funktionieren. Solange dass Schiff nicht weiter betankt wird, folgt uns niemand, worin besteht die Gefahr?“

„Ich würde sagen, du hast deinen Verstand verloren, aber dann würde ich mich selbst wiederholen.“ sagte Atton, ein schmutziges Kichern folgte seinen Worten.

Meetra gelang ein Lächeln. „Deshalb wirds funktionieren. Es gibt keine Möglichkeit, dass HK-50 so etwas eingeplant hatte.“

Er schüttelte seinen Kopf und lehnte sich von der Wand weg, sich den zwei Frauen wieder anschließend, in der Mitte des Korridors. „Schau, ich will das jetzt nicht schwarz malen, aber auch wenn das funktioniert, spielt es keine Rolle. Erinnerst du dich an die Orbitalkarten? Kein Schiff im Hangar wird die aktualisierten haben, also sofern du nicht den kürzesten Flug von Peragus haben willst, der je verzeichnet wurde, werden wir immer noch feststecken.“

„Aber die Harbinger hat welche,“ wies Meetra darauf hin. „Ansonsten könnte es nicht angedockt haben.“ Sie sah vor und zurück zu ihren Begleitern. Kreia wirkte zufrieden, ein winziges halbseitiges Lächeln an den Mundwinkeln, Atton währenddessen sichtlich widerwillig, nickte in Anerkennung. „Lasst uns uns auf das Problem fokussieren, dass wir lösen können. Ohne den Orbitalkarten, ist zum Hangar zu gelangen bedeutungslos.“

Atton tauschte beide Blaster in eine Hand rüber, lange genug, sich durch seine Haare zu fahren. „Nun, wir müssen zur Brücke gelangen, ich meine...“ Er schüttelte seinen Kopf. „Naja, das ist das größte Problem was ich sehe. Das wir ohnehin lösen können.“

Kreia nickte, die Bewegung übermittelte ein Gefühl von Entschiedenheit zum Anliegen. „Das ist ein solider Plan – für den Moment. Last uns gehen.“ Sie bedeutete Meetra zum Führen, ein Hauch von Ungeduld in der Bewegung. „Unsere Feinde versammeln sich, während wir warten.“

Meetra nahm einen tiefen Atemzug und nickte. „Also dann, zur Brücke.“

„Na gut... aber das wird nicht gut enden. Vertrau mir,“ warnte Atton, aber fiel hinter Meetra ein, als sie nach draußen in den Hauptflur lief. Die Nischen und Wege des Schiffs waren immer noch frisch in ihrem Kopf, trotz der Lücke zwischen den Tagen auf der Harbinger und dem Eintreffen auf Peragus – die Brücke war nur eine kurze Distanz nach vorne von der Luftschleuse entfernt. Sie scannte den Gang während sie liefen, nach jedem Anhaltspunkt zum Status des Schiffs suchend. Der Korridor war unberührt, frei von Hinweisen als es voller Leben war. Als sie sich der Tür zur Brücke näherten, kroch ein Gefühl des Grauens von ihrer Wirbelsäule in ihre Brust empor, und sie zögerte, bevor sie die Tür öffnete. Einige Teile von ihr warnten sie vor, dass, solange die Tür geschlossen bliebe, sie sich umdrehen und zur Anlage zurückgehen konnte, das Mysterium der Harbinger-Crew ungelöst lassend; sie war sich nicht sicher, ob es ihre neu aufkommende Verbindung zur Macht war oder lediglich ihre eigene Furcht. „Meetra?“ Attons Stimme rüttelte sie aus ihrem Nachdenken und ließ sie zurück in Aktion schrecken. Sie erreichte den Türsensor, taumelte rückwärts in den Schurken hinein, als die Tür sich gleitend öffnete, um eine Szenerie von Leichen zu zeigen, von der Türschwelle zur Navigationskonsole.

Atton fing sie auf, bevor sie beide beförderte, der Länge nach hinzufallen, die Luft im Ansturm entweichend, als er seine eigene Betrachtung des Blutbads erhielt. Schwarz und orange gekleidete Körper bedeckten den Boden der Brücke, jeder überzogen von zahlreichen Verbrennungs – und Schlitzwunden. Da war ein fabriziertes Empfinden zu der Art und Weise, wie sie verstreut waren, so als ob sie woanders getötet und hier deponiert wurden, um die unbefleckte Fassade des Schiffs zu bewahren. Sogar Kreia wirkte erschüttert, einen flinken Schritt von der Türöffnung zurücknehmend. Atton war der erste, der das Schweigen brach, seine Stimme in ein Flüstern erstickt. „Was zur Hölle hat das getan?“

„Ich schlage vor, wir verweilen hier nicht lange genug, um das herauszufinden.“ sagte Kreia, ihre Beherrschung hatte sie offensichtlich wiederhergestellt. Sie brachte Meetra einen spitzen Blick entgegen, bevor sie durch die Tür schritt, behutsam um den Teppich aus Körpern gehend. Atton schob Meetra sanft auf ihre Füße zurück, im Flüsterton über die Attitüde der alten Frau nörgelnd und folgte Kreia auf die Brücke. Meetra zögerte einen Moment länger, sammelte sich selbst. Sie sah Tod in vollem Maße zuvor, selbst während den Mandalorianischen Kriegen, aber das hier... das hier war monströs in seiner Exekution. Keiner dieser Leute hatte zurückgekämpft, was bedeutete, sie wurden entweder im Vorfeld handlungsunfähig bis zu ihrem Tod gemacht oder waren in Unkenntnis der Angreifer vor der Attacke. Meetra nahm einen weiteren Atemzug und hinkte hinter ihren Begleitern hinterher, ihre Augen abgewannt lassend, sodass sie keinen Blick von dunklen Locken oder goldener Haut erhaschte.

Atton war bereits an der Navigationskonsole, zog die Orbitalkarte hoch und lud sie auf einem kleinen Laufwerk, aus einer Jackentasche hervorgeholt, hoch. Kreia stand in seiner Nähe, die Hände in den Ärmeln ihrer Robe zusammengefaltet und Kopf gebeugt, so dass ihre Kapuze über ihre Augen hinunter fiel. Sie sah nicht hoch, als sich Meetra näherte und der Letztere wählte, sie nicht zu stören, drehte sich stattdessen zu einem nebenliegenden Terminal. Sie rief das Menü ab und wählte die Holologs der Harbinger aus. Als Captain Donshes Antlitz vor ihr materialisierte, verengte sich ihre Brust, doch sie schob es schnell beiseite, als er anfing zu sprechen. „... Wir haben Passagiere nach Telos angenommen -“

Er wurde von einem weiblichen Offizier unterbrochen, ihre Panik deutlich, selbst durch dieses wellenartige Bildmaterial. „Sir, wir haben gerade eine Notfallmeldung erhalten – von einem Frachter, unter Beschuss von Sithkräften.“

Donshe blickte finster drein, sein ohnehin schon gezeichnetes Gesicht wurde mehr zerknittert. „Könnt Ihr die ID des Schiffs ranbekommen?“

Ja, Sir, wir haben seine ID-Signatur.“ Der Offizier überbrachte Donshe ein Datapad. „Es ist nicht in unseren Datenbanken, aber sein Profil deutet auf eine Art Frachter hin... äußert, schwer von einem Sithkriegsschiff getroffen zu sein.“ Donshe antwortete nicht, sein Fokus auf das Datapad, ein angestrengter Ausdruck auf seinem Gesicht. Der Offizier zögerte, wartete auf eine Antwort ab, bevor sie erneut sprach. „Sir?“

Der Kopf des Captains knickte hoch, als hörte er sie zum ersten Mal. Er gab das Datapad zuück, sein Gesicht wurde abermals eine passive Maske. „Ich muss beim Kommando rückmelden, bevor wir eingreifen.“ Meetra runzelte die Stirn, als das Log endete. Kreia sagte nichts darüber, dass Sith die Ebon Hawk oder Harbinger angriffen. Sie blickte über ihre Schulter zur alten Frau herüber, jedoch schien es, als hätte sie das Log nicht gehört oder Meetras Aufmerksamkeit bemerkt. Auf der Konsole, begann das nächste Log abzuspielen, deckte auf, dass Donshe in der Tat den Frachter an Bord des Kriegsschiffes brachte. Zu ihrem Entsetzen, band er die Harbinger ebenfalls an ein augenscheinlich verlassendes Sithkriegsschiff fest. Meetra pausierte das Log, als Donshe den Bestand der Ebon Hawk durch einen Admiralsbefehl beifügte. Jazala ließ rausrutschen, dass ein Admiral angenommen wurde, ihre Präsenz zurück in Republikanischem Raum „angefordert“ zu haben. Möglicherweise ein Zufall, aber dennoch... Sie verzeichnete die mögliche Verbindung beiseite und ließ das Log fortfahren.

Das nächste Log offenbarte, dass obwohl keine Überlebenden auf einem von beiden Schiffen entdeckt wurden, ein Körper an Bord des Sithkriegsschiffs gefunden wurde. Donshe machte sein Unbehagen erkenntlich, aber gab den Befehl, den Körper zur Autopsie an Bord zu bringen. Zögerlich wählte Meetra das abschließende Log aus, ein kleine Erschütterung erzitterte ihre Hände. Donshe erschien abermals, mehr mitgenommen aussehend, als in den vorherigen Logs. „... Wir erfahren immer noch Probleme mit dem Kommunikationsfeld und jetzt sagt mir die Wartung, dass es schwere Störungen im Waffensystem gi -“

Sir!“ Abermals, wurde er von dem gleichen weiblichen Offizier aus dem ersten Log unterbrochen. „Wir haben soeben ein ungewöhnliches Geräusch aus dem Medizinlabor empfangen.“  Blecherne Schreie und das Geräusch von zerbrechendem Glas überlappten ihr Abbild, gefolgt von einer Besorgnis erregenden Stimme. „Ich bin gekommen für die Jedi.“

Was zur Hölle war das?!“ verlangte Donshe, das Gesicht bleich in dem verwaschenden Hologramm.

Die Offizierin schüttelte ihren Kopf, die Wirkungskraft des Captains erhöhte sichtlich ihre Panik. „Sir, Ich... ich weiß nicht – Kommunikation wurde soeben abgebrochen -“

Donshe drehte sich von ihr weg, mit angsteinjagender Bestimmung bewegend. „Sendet ein Sicherheitsteam zum Medizinlabor! Jetzt!“ Das Log löste sich in Statik auf, aber Meetra starrte weiter auf die Stelle, wo es in Anspruch genommen wurde. Etwas verfolgte die Ebon Hawk an Bord der Harbinger und attackierte die Besatzung; höchstwahrscheinlich war es für die geschichteten Körper um ihren Füßen herum verantwortlich. Kreias Worte kamen zurück zu ihr: eine andere Art von Killern. Sie ließ eine Hand durch ihr Haar fahren, zerrte an ihren Enden. Warum konnte sie sich an nichts davon erinnern? Zweifellos befand sie sich selbst auf der Ebon Hawk, bevor die Harbinger angegriffen wurde, aber sie hatte keine Erinnerung an diesem Ereignis. Es war nicht möglich, dass sich dies ereignete ohne ihre Kenntnis. Sogar mit Jazalas und Dekars Weglenken von ihr, vor den mehr versteckten Arealen des Schiffs, hätte sie bewusstlos sein müssen, dass Heranziehen des Frachters an Bord des Kriegsschiffs zu verpassen.

„Also gut, wir sind startklar, von hier loszugehen.“ Meetra fuhr hoch und drehte sich scharf bei Attons Stimme. Er gab ihr einen eigenartigen Blick, aber sie winkte ihn ab, bevor er sprechen konnte. Er erschien nicht so, als hätte er die Logs gehört gehabt; eventuell besser, ihr Wissen von den Verstrickungen der Sith für sich zu behalten. Sie schloss sich ihm und Kreia an und die drei wählten ihren Weg behutsam zurück über die makaberen Bodenbelege der Brücke. Atton gestattete Kreia, vor ihm zu laufen, zurückfallend, um Schritt mit Meetra zu halten. „Bist du okay? Sah so aus, als hättest du einen Geist gesehen dahinten.“

„Gewissermaßen,“ sagte sie, ihre Antwort mit Absicht vage haltend. Der mürrische Blick von ihm zog genau genommen ein kleines Lachen aus ihr heraus. „Republikanische Schiff sind alle die selben; warst du auf einem, warst du auf allen. Das ist alles was es ist.“

„Sicher,“ sagte er und sie konnte die verunsicherte Note in seinem Ton hören. Wobei keine Lüge, war es weit näher dran, als sie mochte. Sie sollten in der Lage gewesen sein einander vertrauen, und da enthielt sie ihm eine potenziell ausschlaggebende Information vor; Informationen, wo sie sich fast sicher war, dass Kreia sie ihr vorenthielt. Der Gedanke gefiel nicht gut. Atton beobachtete sie noch immer und sie kämpfte gegen den Willen an, ihre Haare nach vorne, wie einen Vorhang zwischen ihnen zu legen, setzte es mit einem schnellen Schnipser ihres Ponys fest, um seinen Blick zu durchbrechen. Er sah weg, schien zu erkennen, dass er sie unbehaglich fühlen ließ. „Hoffe dieser Plan von dir funktioniert. Ich meine, ich habe immer gesagt, dass eine wunderschöne Frau eventuell der Tod von mir sein wird, aber dass war nicht unbedingt dass, was ich im Sinn hatte.“

Meetra rollte mit ihren Augen und drehte sich, um ihn pseudo-anzufunkeln, aber ein flimmern von einer Bewegung hinter seiner linken Schulter fing ihre Aufmerksamkeit auf. Atton folgte ihrem Blick, Brauen zogen sich in Verwirrung an, als er dort nichts sah. „Was stimmt nicht?“ Sie ignorierte ihn, blieb plötzlich, während sie ein Auge auf dem Fleck ließ. Vor ihnen, hielt Kreia auch an, ihre Vibroklinge vor ihr ausgestreckt zu ihrer Verteidigung. Atton blickte vor und zurück zwischen beiden, Finger an den Griffen der Minenblaster verfestigend. Meetra scannte den Gang, griff nach der Macht mehr aus Behaglichkeit, als alles andere. Sie spürte ihre schwache Wärme durch sie durch fließen, steigerte ihre Sinne und beruhigte ihre Nerven. Sie hatte sich fast dazu überzeugt, dass die Bewegung ein Hirngespinst ihrer Einbildung gewesen war, als sie es erneut sichtete, dieses Mal über Attons anderer Schulter.

Ihre Instinkte traten ein und sie stürzte nach vorne, das Vibroschwert ausgefahren. Sie warf ihre freie Hand zum Schurken, benutzte ihre Macht, um ihn aus der Bahn des Schadens zu schubsen, seinen Protestschrei ignorierend. Anstatt mit dem Schiffskorridor zu kollidieren, stieß ihre Klinge auf etwas stabiles und dünnes, jedoch unsichtbar: eine Rute oder Stange. Die kreuzenden Waffen als Hebelkraft nutzend, verlagerte sie ihr Gewicht zu ihrem hinteren Fuß, verpasste, gezielt darauf, wo die Taille einer Person sein könnte, einen Tritt mit ihrem freien Bein. Ein körperloses Grunzen echote zu den Korridorwänden, als ihr Schuh gegen eine harte Oberfläche knallte, mit ein wenig Dehnbarkeit dazwischen – Körperpanzerung? Die Rute verschwand unter ihrem Vibroschwert, als der sichtbare Angreifer zur Seite schlitterte, doch sie fing sich selbst auf, bevor sie stürzte, duckte sich zurück, um sich selbst zwischen dem Attackierer und ihren Gefährten zu stellen. Eine Art Statik verpuffte im Zentrum des Ganges; ihr Gegner hatte einen Tarnfeldgenerator ausgerüstet, wahrscheinlich beschädigt durch den Tritt in die Brust. Meetra schleuderte vorwärts, täuschte niedrig an und schwang dann ihr Vibroschwert hoch, schlitzte mit der Klinge entlang der Brust des Angreifers. Funken begleiteten die Klinge, die Statik stieg drastisch an. Die Macht zu sich ansammelnd, machte Meetra eine Geste und schleuderte ihren Attackierer seitlich in die Korridorwand hinein.

Die vereinte Wucht war zu viel für den Tarnfeldgenerator und er versagte, offenbarte eine dunkel gekleidete Gestalt gegen die Wand zusammengesackt. Eine Haube verdeckte ihr Gesicht, eine der roten Linsen über dem Auge zerbrach durch den Zusammenprall mit dem Korridor. Eine Hand umklammerte immer noch eine lange Rute, mit einer scharfen Spitze an jedem Ende. Den Vorteil der Verwunderung der Gruppe ausnutzend, stürzte der Assassine hochkant, zudrehend zu Meetra. Er sprach, ein aggressives maskulines Zischen entfloh von unterhalb seiner Maske. „Ihr geht nicht weiter, Jedi. Ich werde Euren Körper an meinen Meister ausliefern.“

„Was zu Hölle geht hier vor?!“ Meetra ignorierte Attons Ausbruch, sich auf den Assassinen konzentrierend. Sie breitete ihre Sinne aus, drängte ihre begrenzte Kraft in der Macht zu ihrem Maximum, doch sie konnte keine Spur der Kraft von ihm aufspüren, aber ihre Instinkte und seine Erwähnung von einem Meister kreischten „Sith“. Ein Schüler in Ausbildung eventuell, oder vielleicht nur ein Fanatiker. So oder so, es kümmerte sie nicht wirklich. Meetra stürmte erneut auf den Assassinen zu, darauf abzielend, den Stab aus seinen Händen zu schlagen. Er sah ihre Bewegungen voraus und trat aus ihrer Reichweite, den Stab in einem flachen Fegen zu ihren Knöcheln bringend. Sie wich den Waffen aus, als Kreia hinter sie sauste.

Trotz ihre Blindheit, griff die alte Frau mit Präzision und Zorn an. Sie drängte den Attackierer zurück, den Vibroschneider unausgeschlossen schnell in ihren Händen bewegend. Auch wenn sie das Gesicht des Assassinen nicht sehen konnte, konnte Meetra seine Hoffnungslosigkeit in seinen Bewegungen ablesen. Er gewährleistete weiterhin Bodenfreiheit mit jeder Attacke, konstant abwehrend ohne Gelegenheit für einen Konterschlag. Kreia unterbrach ihren Angriff nur für einen Augenblick, wogte ihre Hand in Mimikry von Meetras früheren Geste, den Sith in die Wand schlagend. Meetra fühlte die Kraft der alten Frau durch die Macht kräuseln, überwältigte sie beinahe. Kreia fuhr ihre Waffe in die Seite des Gegners durch eine Lücke in der Körperpanzerung, mit genug Durchschlagskraft, um die Klinge vom Schwertheft abzubrechen. Der Assassine schrie auf, der Körper krümmte sich selbst zusammen, wie ein festgesteckter Käfer an einem Sammelbrett und dann schlaff, sein Stab fiel zu Boden.

Für einen langen Moment, bewegte sich niemand. Kreia stand über dem toten Assassinen, atmete geringfügig schwerfällig, eine Hand in Richtung dem Körper raushaltend, als würde sie erwarten, dass er zurück auf seine Füße taumelte. Meetra hielt ihre defensive Hocke, Vibroschwert vor ihr rausgehalten. Hinter ihr, stand Atton mit den Armen locker an der Seite herunterhängend, zu betäubt von Kreias brutalem Sturmangriff, um zu sprechen. Im Endeffekt brach Meetra die Stille, langsam aufrichtend und ihre Waffe senkend. „Wir hätten Information von ihm bekommen können.“

„Wir wissen jetzt, dass wir nicht allein auf diesem Schiff sind.“ sagte Kreia. Ihre Stimme war gleichmäßig und kühl, hörte sich fast schon unbeteiligt von der Situation an. „Was an Information benötigen wir mehr?“ Sie schmiss den nutzlosen Griff neben den Körper und schöpfte den Stab nach oben. Sie wandte sich zu Meetra und hielt ihn raus, ihre andere Hand streckte sie ebenso raus. Das unausgesprochene Anliegen verstehend, nahm Meetra den Stab und gab der alten Frau ihr Vibroschwert. Sie wirbelte den Stab einmal umher, Balance und Gewicht empfand sie als deutlich näher dran zu dem, was sie gewohnt war, als zum Minenwerkzeug. Sie nickte zu Kreia, die zurück zum Korridor hinab zeigte. „Wir müssen weiter. Unsere Zeit war bereits knapp.“

Die Bewegung zog Atton aus seiner Trance heraus und er wich von beiden zurück, die Blaster halb hochgerissen. Er deutete auf den toten Sith, zwang Meetra dazu, sich zur Seite zu neigen, um jeglichen unabsichtlichen Beschuss zu vermeiden. „Ich werde eine Erklärung benötigen, oder ihr müsst euch einen anderen Piloten suchen.“

Kreias Lippen verschmälerten sich, doch Meetra ignorierte sie. „Er war ein Sith.“

Attons Augen weiteten sich. „Was? Nein, die Sith sind tot, genau wie die Jedi.“

„Ich sah es in den Schifflogs,“ erklärte sie. „Sie trafen auf ein verlassenes Sithkriegsschiff und enterten es.“

„Lass mich raten: nicht so verlassend.“

Meetra blickte über ihre Schulter zum Körper. „Es scheint so. Etwas... anderes ... kam mit ihnen obendrein zurück. Es verursachte einen Notfall in der Krankenstation.“

Atton wurde etwas blass. „Ist es immer noch hier?“

Sie schüttelte ihren Kopf und zuckte mit den Achseln. „Ich weiß nicht.“

„Das hier bringt uns nicht weiter an unser Ziel,“ fiel Kreia ins Wort, die Verärgerung in ihrer Stimme war deutlich. „Wir haben weshalb wir hier waren; ich schlage vor, wir beeilen uns. Es ist unwahrscheinlich, dass er der Letzte war.“ Sie fuhr wieder davon, sich nicht darum kümmernd, zu sehen, ob die anderen zwei folgten. Atton gaffte hinter ihr her, drehte sich danach zu Meetra. Das Misstrauen in seinen Augen war schmerzhaft zu sehen; die abgeneigte Akzeptanz, war nahezu genauso schlimm. Meetra öffnete ihren Mund, um sich zu entschuldigen oder zu verteidigen, sie war sich nicht sicher, aber er schüttelte seinen Kopf und wandte sich ab, um Kreia den Korridor hinab zu folgen. Meetra zog hinter ihm her, gab ihr Bestes, den schuldbewussten Schmerz in ihrer Brust zu ignorieren.

 

Chapter Text

Meetra lehnte gegen die Korridorwand, nutzte Kreias abrupte Pause, um durchzuatmen. Es hatte sie mehr als eine Stunde gebraucht, um auf halber Strecke durch das Schiff zu kommen, und in dieser Zeit begegneten sie drei weiteren Gruppen von verhüllten Sith: zwei einzelne Assasinen kurz nach dem Verlassen der Steuerung und einem Dreierteam, fünfzehn Minuten zuvor. Separat, waren die Sith mehr eine Herausforderung für ihre eingerosteten Kampfskills und ihrer dürftigen Machtverbindung; drei zusammen hätten sie getötet, wenn sie alleine gewesen wäre. Unter den gegebenen Umständen, wurden sie im letzten Kampf hereingelegt. Einer der Assassinen glitt hinter sie und Kreia, und schaffte es Attons linke Schulter mit einer Machtlanze einen Schlag zu verpassen, bevor Meetra ihn wegschieben konnte, ließ den Schurken unmöglich seinen linken Arm ausreichend hochzuheben, um den zweiten Blaster zu benutzen. Meetra selbst hatte einen Schuh gegen ihr Knie abbekommen, hierdurch war ein schmerzhaftes Humpeln entstanden und ein oberflächlicher Schnitt von einem verdeckten Messer ergänzte die Blasterversenkung an ihrem Arm.

Kreia war die einzige von den dreien, die unverletzt erschien, wenngleich Meetra gesehen hatte, das die alte Frau mindestens genauso viele Stöße, wie sie abbekam. Es verlangsamte Kreia wiederum nicht, und sie lehnte ab, den anderen ein schonendes Tempo zu lassen. Über ihre Schulter blickend, schmälerte sich der Mund der alten Frau, als ihre blinden Augen auf Meetras zusammengesackter Form ruhten. „Haben unsere Feinde zugestimmt, uns Zeit zu erlauben, um zu genesen?“ Meetra gab ihr im Gegenzug einen ausdruckslosen Blick, verweigernd den Köder zu schlucken. Als einige wenige Momente vergingen ohne Antwort, drehte sich Kreia weg, keine Anzeichen darauf, ob der Mangel an Erwiderung sie aufbrachte oder nicht. “Ich schlage vor, wir machen weiter.“ Sie fuhr vorwärts, ohne zurückzublicken, ob die anderen folgten.

Mit einem schweren Seufzen entweichend, drückte sich Meetra von der Wand weg und richtete sich so sehr auf, wie es ihr schmerzender Körper erlauben würde. Atton schwebte genau hinter ihrer Schulter rum, tat sein Bestes, Lässigkeit vorzutäuschen und nicht zu nah dran zu bleiben, um sie aufzufangen, falls sie stolperte. Auch wenn sie nicht länger die Gefühle eines anderen wahrnehmen konnte, brauchte sie nicht die Machtverbindung wiederhergestellt, um zu wissen, dass er immer noch böse mit ihr war, für das Zurückhalten der Information über die Sith, aber er war ebenso besorgt um sie. Wahrscheinlich für seine eigene Sicherheit, aber immerhin. Da war ein wenig Trost darin, zu wissen, dass wenigstens einer ihrer Begleiter, besorgt um ihr Wohlergehen war.

Geradeaus von Meetra, tauchte Kreia in einen kurzen Seitengang und öffnete die Tür am Ende von ihm. Sie öffnete in einen breiten Raum, dominiert von einem langen Tisch in der Mitte, umgeben an allen Seiten von Stühlen mit gleichem Abstand zu einander. Die drei fächerten langsam aus, spähten vorsichtig nach dem verräterisch dezenten Flimmern der Assassinenverhüllungsgeräte, jedoch, zu Meetras Erleichterung, schienen sie allein zu sein. Instinktiv sank sie in den nächstgelegenen Stuhl, während Kreia fortsetzte durch den Raum umherzustreichen, und streckte ihr verletztes Bein aus. Sie dämpfte ein Zischen ab, als der Schmerz zu ihrem Knie heraufkroch und in ihren Oberschenkel und fügte mental Muskelzerrungen auf die Liste von Schnitten, Verbrennungen und Bänderrissen hinzu. Träge griff sie die medipackbeherbergende Harnischtasche ab, aber entschied sich dagegen eins heraus zu ziehen. Es waren wenige von Anfang an und sie würde sie lieber dabei haben, falls etwas schlimmeres, als die auflauernden Assassinen, an Bord der Harbinger war.

„Bist du okay?“ Sie blickte zu Atton hoch, immer noch ausschließlich mildes Interesse heuchelnd, und winkte ihn mit einem schwachen Lächeln ab. Müde und verletzt, wie sie war, die Idee mehr Zeit an Bord des toten Kampfschiffs, als absolut notwendig, zu verbringen, ließ Meetras Magen zusammenpressen.

Kreia vereinigte sich mit ihnen, befriedigt von der Erkundung, und machte eine scharfe Geste in Richtung Tür. Ein schmerzendes Stöhnen unterdrückend, zog Meetra ihre Beine unterhalb heran, um zu stehen, aber Atton drückte ihren Rücken sachte nach unten mit einer Hand auf ihrer Schulter. Während Kreia eine Augenbraue hochzog, zuckte er mit seinem guten Arm. „Ich denke wir können zehn Minuten erübrigen.“

„Unsere Verfolger werden euch danken, wenn sie uns einholen.“

„Ihr denkt, dass wir eine bessere Zeit abschneiden werden, wenn einer von uns sie tragen muss?“ Meetra zog eine Grimasse, aber sie konnte die Wahrheit in Attons Worten nicht abstreiten. Medipacks würden ihr erlauben, den Schmerz eine Weile zu ignorieren, aber ohne ordnungsgemäßer Achtung, würde ihr Knie letztendlich ohne Rücksicht nachgeben und dann wäre sie noch viel mehr eine Last. Atton ließ sich in den Stuhl neben ihr, mit einer Haltung der Endgültigkeit, hinabsinken und winkte zur Türöffnung. „Das ist der einzige Weg herein. Mit der Tür verschlossen, werden wir wissen, falls diese Sithbastarde hier sind. Eine zehnminütige Pause wird die Situation nicht besser oder schlimmer machen, aber wenn Ihr denkt, Ihr könnt es ohne uns hier raus schaffen, unter allen Umständen.“ Er faltete seine Arme über seiner Brust und traf Kreias stechenden Blick mit seinem eigenen.

Nach einem langen Moment, bei dem Meetra nicht sicher war, ob die alte Frau nachgab oder sich Attons Kehle schnappte, machte Kreia ein leises Geräusch von Abscheu und drehte sich weg, bewegend, um am anderen Ende des Tisches, am weitesten von ihnen weg, zu sitzen. Atton verdrehte seine Augen und schwenkte seinen Stuhl, um seinen Rücken zu ihr zu wenden, brachte ihn dazu, Meetra gegenüber zu sein. „Brauchste Hilfe damit?“ fragte er, auf ihr Knie zeigend.

„Einzige Sache, die helfen wird, ist es zu entfernen,“ sagte sie, „aber danke für Euer Angebot.“ Ein Moment der Zögerlichkeit und dann fuhr sie fort. „Und danke, eine Pause für mich zu beschaffen.“

„Wer sagte, dass es für nur für dich war?“ Sein Ton hörte sich beleidigt an, aber es war überzogen genug für Meetra, um zu begreifen, dass er scherzte. „Genau wie ein Jedi, so von sich eingenommen.“ Er grinste und beugte sich aus dem Weg, als sie ihn halbherzig schlug, schnitt dann eine Grimasse als die Bewegung zu seiner Schulter zerrte. Meetra begann sich zu entschuldigen, aber er hielt eine Hand hoch und schüttelte seinen Kopf, drehte sich stattdessen , um eine kleine Konsole im Zentrum des Tisches eingesetzt, zu inspizieren. „Denkste, das hier hat irgendetwas Brauchbares drauf?

„Vielleicht – eventuell nicht, allerdings,“ gab Meetra zu. „Es ist eventuell älter als irgendetwas auf den Brückenterminals.“ Sie sprach mit Absicht Attons Reaktion, zu ihrer hinausgezögerten Enthüllung der Informationen von den besagten Terminals, nicht an und bekam mit, dass er dass gleiche tat.

„Kann nicht schaden nachzugucken.“ Atton blätterte durch die ersten paar Logs, aber sie erschienen alle beschädigt, schossen mit viel zu viel Rauschstörung durch, um den Ton überhaupt auszumachen. Das letzte, wie auch immer, begann sich aufzuklären, als es startete. Captain Donshes Gesicht materialisierte sich stufenweise, mitten im Gespräch befindend.

... wollte bei Ihnen nachfragen, Sir, bevor wir den Kurs von Telos umlenken.“ Dort war ein angestrengter Unterton in seiner Stimme, aber nichts im Vergleich zu den Logs die Meetra in der Steuerung gehört hatte. Definitiv bevor was auch immer die Schiffsbesatzung niedergemetzelt hatte. “Es kam dazu, dass irgendein Kampf in dem Sektor vonstatten ging, und wir haben ein Notsignal erhalten.“

Die Einspeisung wechselte, um einen jungen Mann, ungefähr Meetras eigenes Alter, vielleicht vier oder fünf Jahre älter als sie. Sein dunkles Haar war zurückgekämmt Ponyfransen hingen locker über seinen Augenbrauen, wenn auch nicht so lang wie Attons. Ein Kinnbart bedeckte die unteren Teile seines Gesichts, gab ihm ein schurkenhaftes Aussehen, das mit Donshes Ehrerbietung kollidierte. Meetra erkannte ihn wage von den wenigen Informationen, die zum Outer Rim verbreitet wurden, seit ihrer Abreise vom zivilen Raum – Carth Onasi, ein Republikanischer Pilot und vermeintlich einer von Revans Gefährten während ihrer Wiedererscheinung, fünf Jahre zuvor. „Sie haben die Befugnis ihren Kurs umzulenken, Captain. Wenn da eine Sithpräsenz in der Region ist, möchte ich, dass Sie sie untersuchen.“ Er pausierte und Meetra war über die nackte Hoffnung, die in seinem Gesicht aufflammte, bestürzt. „Die ID-Signatur des Frachters... haben Sie die Bestätigung davon bekommen?“

Falls Donshe die Verzweiflung in den Augen des anderen Mannes sah, gab er keine Anzeichen darauf, entweder nicht bewusst darüber oder taktvoll ignorierend. „Ja, Sir. Wir haben das Schiff nicht in unseren Datenbanken gelistet, also haben wir den Code zu Ihnen übermittelt – gab es eine Übereinstimmung?“

Carth nickte, aber Meetra bemerkte, er war dieses Mal bedacht, seine Gefühle in Schach zu halten. „Gab es, Captain. Wenn Sie jegliche Spuren zu diesem Schiff – selbst Wrack finden, will ich sie.“  Donshe salutierte in Affirmation, welches der jüngere Mann zurück gab, bevor er fortsetzte. „Nachdem Sie den Sektor untersucht haben, nehmt den Kurs nach Telos mit der Passagierin wieder auf.“ Meetras Augen verengten sich bei der verschleierten Erwähnung ihrer Person. „Es ist von außerordentlicher Dringlichkeit, dass sie Telos erreicht.“

Ja, Sir. Ich werde sicherstellen, dass sie intakt eintrifft.“

Gute Jagd, Captain. Admiral Onasi, Ende.“  Meetra hielt ihr Gesicht blank, aber innerhalb verkrampfte ihre Brust fest. Wenn Carth, eine weitere Person, die Revan kannte und mit ihr über eine längere Zeit reiste, derjenige war, der sie gefunden haben wollte und sie aus dem Exil brachte, beunruhigte sie die Implikation. Nichts von diesem Teil von ihrem Leben war irgendetwas, worauf sie nochmals zurückkommen kommen wollte.

Das Hologram schnellte zurück zu Donshe, der ein angespanntes Seufzen heraus ließ. „Manchmal frage ich mich, ob die rechte Hand der Republik weiß, was die linke Hand gerade macht. Ich werde immer im Dunkeln gela-“

HK-50's Antlitz materialisierte sich neben Donshe, und Meetra und Atton fuhren zeitgleich nach oben. „Abfrage: Sie haben nach mir geschickt, Captain?“

Donshe nickte anteilnahmslos zum Droiden. „Ja, ich brauche dich, um nochmal nach dem Passagier zu sehen, schau ob es da irgendetwas gibt, was sie benötigt. Versuche nicht zu offenkundig diesbezüglich zu sein. Ihre Sicherheit ist unser oberstes Interesse.“

Aussage: Ich werde die 'äußerste' Diskretion bewahren, Captain.“ Meetra schauderte bei dem impliziert sarkastischen Unterton in HK-50s Worten. Donshe wirkte, als würde er es nicht wahrnehmen, wiederum; kein Wunder dass der Droide dazu in der Lage gewesen war, das Schiff so leicht lahmzulegen. „Wie immer, ist es mir eine Freude zu dienen.“ Das Log brach abrupt ab, der Rest löste sich in Statik auf.

Atton saß zurückgelehnt, die Stelle, die das Hologram besetzte, finster anblickend. „Kann nicht sagen, dass ich mich schlecht fühle, ihn in Schrott verwandelt zu haben.“

„Ich wünschte nur, wir hätten herausgefunden, für wen er gearbeitet hatte,“ sagte Meetra, wenngleich sie nur halbpräsent bei der Konversation war. Ihre Gedanken jagten die neuen Enthüllungen, die das Holo präsentierte, sie Runde für Runde umkreisend in einer schwindelerregenden Schlaufe. Carth war so gut wie eindeutig der Admiral, der der Harbinger befahl, sie von Belsavis einzusammeln, aber sie konnte nicht ergründen, warum. Sie hatte nie den Mann getroffen, selbst vor ihrem Exil im Outer Rim, zumindest nicht, dass sie es abrufen könnte. War ein Mitglied der Republikanischen Truppen während den Mandalorianischen Kriegen gewesen? Er war alt genug...

Attons Stimme zog sie zurück in die gegenwärtige Zeit, um das Ende seines weiterführenden Sinnierens über HK-50 mitzubekommen. “Konnte er von hier nach Peragus gelangen können? Ich meine, dieses Schiff traf gerade erst ein und dieser Rosteimer war hier für Tage.“

„Eine Frage, die ich ebenso beantwortet haben möchte.“ sagte Meetra, warf einen seitlichen Blick hinter Atton Kreias Rücken zu. Die Wartungs- und Sicherheitsbürologs hatten angezeigt, dass HK-50 auf Peragus angekommen war an Bord der Ebon Hawk, einhergehend mit Kreia und ihr. Wie die drei auf dem Frachter endeten, war noch immer eine frustrierende Lücke.

Als wenn Meetra in Erwiderung kommentierte, stand Kreia abrupt auf und fegte hinter die zwei in Richtung Tür. „Ihr hattet Eure zehn Minuten gehabt. Noch länger und wir könnten genauso gut den Ärger der Assassinen, unser Leben zu beenden, für sie selber aufsparen.“

Atton wandte sein Anstarren zu ihr, aber Meetra nickt und drückte sich selbst auf die Füße ohne Beanstandung. Ihr Humpeln war noch immer stark, aber ihr Knie fühlte sich marginal besser am; gut genug um ein Stück weiterzukommen, zuimindest. Atton stand mit ihr auf, nach einem Moment der Bedenklichkeit und die drei schlüpften hinausgehend in den Hauptkorridor der Harbinger. Sie bewegten sich langsam vorwärts, alle in höchster Alarmbereitschaft, aber während sie tiefer fortfuhren, in das Innenleben des Schiffs zu schreiten, stürzten nicht länger Sithattentäter aus den Schatten.

Einige verstreute Körper begannen, den Korridor zu übersäen, als die Gänge des Schiffs anfingen vertrauter auf Meetra zu wirken, und mit einem Ruck realisierte Meetra, dass sie die Besatzungsquartiere durchquerten. Die meisten der Toten hier hatten ihre Gesichter durch Helme abgeschattet oder lagen mit dem Gesicht nach unten, für dass sie schweren Herzens dankbar war. Kreia führte sie durch, ohne anzuhalten, unfehlbar um jegliche Körper herumlaufend, als über einen; und eine unausgesprochene Geste von Respekt, eventuell. Meetra und Atton spiegelten sie, behutsam, zu den Leichen so viel Abstand zu halten wie nur möglich.

Eine anderen Schottwandschwelle überquerend, eine Welle von Dèjá-vus Meetra hielt fest und sie stellte fest, ihre Füße trugen sie zu einer kleinen Tür, weg vom Hauptpfad, ohne dass sie es realisierte. Vielmehr, als sie zu stoppen, drehte sich Kreia, um ihr zu folgen, als wenn sie realisierte, dass die jüngere Frau von etwas mehr, als Neugierde angezogen wurde. Kreia gab ihr einen suchenden Blick. „Geht es Euch gut?“

Meetra zuckte mit den Schultern, unsicher, wie sie die unruhige Aufgewühltheit in ihr drin artikulieren sollte. Neben ihrer Verdrossenheit, als Geisel gekidnappt worden zu sein, obgleich höflich, fühlte sich ihr Schlafraum wie eine schon seit Langem fällige Ruhepause, von dem letzten Jahrzehnt des nomadischen Reisens, an. Sie fühlte ein Maß an Sicherheit hier, mehr, als sie seit dem Exil hatte, und das Wissen, dass das Gespür von Sicherheit nur eine Illusion war, war eine schmerzhafte Sache, sich damit anzufreunden. Immer noch Kreias Augen auf sich fühlend, brachte Meetra die leichteste Antwort daher: „Das waren meine Quartiere.“

„Das war dein Zimmer? Wann?“

Meetra wich zurück bei der Beschuldigung in Attons Stimme, der verwirrte Unterton, fügte eine zweite Schicht von Schuld hinzu. Sie ließ ein beschwerliches Seufzen heraus und brachte sich selber dazu, sich zu ihm zu drehen. „Bevor ich mein Bewusstsein verlor und in Peragus aufwachte... Ich war hier. Meine Gegenwart wurde in Telos erwünscht, und die Harbinger wurde ausgesendet, mich abzuliefern.“

„Der VIP, den sie meinten – das warst du.“

„Offenbar.“

„Warum -“

„Ich weiß es nicht.“ Sie warf ihre Hände nach oben, als Atton seine Augen verengte. „Ich habe keinen Plan, aber die Republik hatte sich ganz schönen Ärger eingehandelt, mich zu finden: leitete ein Kampfschiff um, sandte eine Truppe von Soldaten aus, um mich an Bord zu eskortieren, und gab mir meine eigenen Quartiere.“ Meetra legte ihre Arme über ihrer Brust zusammen, sich selbst schwach umarmend. „Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ich wissen will warum.“

Atton starrte schweigend zu ihr, Mund leicht offen hängend. Sie fühlte sich schlecht für ihren Ausbruch, aber es fühlte sich gut an, ihr Unbehagen auszudrücken, besser, als es angestaut zu lassen. Hinter ihr, räusperte sich Kreia sachte, um die unkomfortable Spannung zu lockern. „Wir haben nicht viel Zeit. Was auch immer Ihr gedenkt zu tun, tut es rasch.“

Meetra nickte und öffnete die Tür, überquerte zögerlich die Türschwelle. Der Raum war, wie sie sich an ihn erinnerte: eine spartanische Sache mit zwei einfachen Kojen, ein Paar ausreichend bequeme Couchen, und ein Schließschrank auf jeder Seite des Raumes. Sie war der einzige Besetzer der Raumes für ihren kurzen Aufenthalt an Bord des Schiff; erst jetzt wunderte sie sich, ob es ein anderes Besatzungsmitglied oder zwei gegeben hatte, welcher, ob freiwillig oder per Befehl, seine Wohnverhältnisse aufgab, um sie unterzubringen. Den Gedanken wegschiebend, passierte sie den Spind auf der entfernten Seite des Raums und hob den Klappdeckel an, zwei darin enthaltene Objekte herausziehend.

Kreia und Atton kamen hinter sie, aber Meetra ignorierte sie, als sie das Armband in ihren Händen herumdrehte. Eine fein gekrümmte Platte aus rot-gefärbtem Metall besetzt mit einem leicht dickerem Stück aus Banthaleder, geschichtet über weichem Stoff und einem widerstandsfähigen elastischen Riemen, die sie bei ihrem ersten Feldzug während den Mandalorianischen Kriegen, bis zum Tag ihres Exils trug und sie hatte es mit sich behalten, darauf Acht gebend, es von Rost und Verfall zu bewahren. Ihr Name und Dienstgrad waren in das Metall einradiert in adrettem Schriftzug, die leichte Unebenheit von ein Paar Buchstaben, waren der einzige Indiz, dass es per Hand gemacht worden war, als von einer Maschine. Ein Geschenk gegeben in Freundschaft; eine Belohnung für Loyalität; eine Erinnerung an das Leid, was sie verursacht hatte.

Meetra streifte das Armband in eine weitere Tasche als ihre Begleiter ihr beitraten, nicht gewillt sich ihren Fragen zu stellen, insbesondere Attons, und nahm das zweite Item, ein Datapad, als sie sich aufrichtete. Nicht so wie das Band, kam es in ihren Besitz nach dem besteigen der Harbinger, eine Leihgabe vom Captain, um sie informiert und unterhaltet zu behalten, während der Reise nach Telos. Sie schaltete das Gerät an und der Bildschirm flackert zum Leben, eine Benachrichtigung leuchtete in der Mitte, die Wörter seltsamerweise vertraut: Meetra Surik, Ihr werdet in der Krankenstation erbittet, zur Routineuntersuchung. Die Routine läuft automatisch: setzt einfach das Datapad in den medizinischen Computer, um Eure Injektionen zu erhalten.

„Routine, hm?“ sagte Atton,über ihre Schulter mitlesend. „Warum bekomme ich das Gefühl, dass ist nicht das, was geschah?“

„Ich... ich denke ich erinnere mich daran,“ sagte Meetra, auf das Datapad schielend. „Zumindest ein wenig. Ich weiß, ich las es, aber danach – nichts. Vermutlich ging ich in die Medizintrakt; was auch immer mit mir geschah, muss dort geschehen sein.“

Atton betrachtete ihr Gesicht für einen Moment, seine Worte behutsam wählend. „Wie weit ist es?“

Meetra blickt zu ihm hoch, Augenbrauen in Erstaunen hochgezogen, über das ungesagte Angebot in seinen Worten. „Nicht sehr. Es ist gerade mal hinter dem Nächsten Schott.“

Er tippte das Datapad an, säuberte die Mitteilung vom Bildschirm. „Deute nicht zu viel rein, Jedi. Ich will bloß herausfinden, ob es jemand anderen, außer diesen Schrotthaufen in der Kommunikationsanlage gibt.“

Sie ließ ein Geräusch los, irgendetwas zwischen einem Lachen und einem Schnaufen, beide amüsiert und außer sich, durch Attons Weigerung zuzugeben, dass er aus keinem anderen Grund nett war, als ihr helfen zu wollen. Kreias Gesichtsausdruck verdrießlichte sich und sie zog sich raus in den Korridor zurück, um auf sie zu warten. Meetra steckte das Datapad in den Geschirrgürtel und schaufelte den Stab von da auf, wo sie ihn abgesetzt hatte. „Ich schätze, wir sollten besser gehen.“