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Wer nicht will, der hat schon

Chapter Text

Als er in die Halle trat und um sich schaute, erkannte er, dass die Informationen aus der Antiker-Konsole exakt stimmten. Der Raum schaute genauso aus wie in dem Video. Gut! Sehr Gut! Das erste Mal seit Wochen fühlte er sich wieder hoffnungsvoll, Herr seines eigenen Schicksals – mit einer Zukunft, einer wunderbaren Zukunft. Noch nie in seinem 36-jährigen Leben hat er sich so sicher gefühlt so willkommen wie an diesem Ort und hatte wunderbare, aufregende Aussichten.


Jetzt brauchte er nur noch unterzutauchen. Bei der vorherrschenden Aufregung keine Problem! Er packte seine 2 Taschen, den Rucksack hatte er gar nicht abgelegt und marschierte los. Den Gang seitlich neben dem Gate entlang bis er zum Vorbereitungsraum für die Einsätze kam. Am Ende des Raums durch die Sanitärräume in das kleine Stiegenhaus. Dann 5 Stockwerke hinauf. In den Transporter. I-Industriebereich, GZ-Gewächshaus Zentrale, A-Administrator drücken. Die Türen schlossen geräuschlos und öffneten nach einer Sekunde wieder. Vorsichtig schaute er hinaus – okay der Lift hatte sich wirklich bewegt, er war an seinem Ziel angekommen. Er stieg aus und ging wieder einen Gang entlang und stand vor einer Doppeltür. Er befahl ihr gedanklich sich zu öffnen – sie ‚gehorchte‘. Er grinste. Es sah wirklich genauso aus wie in dem Video, das 12000 Jahre alt war – unvorstellbar. Da waren die Menschen auf der Erde noch in der Steinzeit und waren gerade dabei mit Ackerbau dauerhaft sesshaft zu werden, während die Antiker Videos hatten und der eintönigen Raumfahrt müde waren!!! Erste Belege für Viehzucht auf der Erde liegen zwischen 5000-8000 Jahren zurück!!!


In dem leeren Raum stand einsam eine Konsole mit einer in den Tisch eingelassenen Tastatur. Daneben zwei ovale milchigweiße Scheiben. Er stellte Taschen und Rucksack zur Seite und legte seine Handflächen auf die Scheiben. Sofort spürte er wie sie sich erwärmten, ein Bremseln und dann begannen sie zu schimmern, leuchten. Ein flacher Monitor erschien hinter der Tastatur - aus dem Tisch herausgeschoben. Ein Flimmern und das Bild einer wunderschönen, dunkelhaarigen Frau in einem phantastischen schwarzen mittelalterlich wirkenden Spitzenkleid erschien. Tiefer Ausschnitt, hochaufragender Kragen, dunkle Augen, knallroter Mund. „Willkommen, Commander, Ihre Zugang ist berechtigt. Wollen Sie die Stadt in Besitz nehmen?“ fragte sie ihn mit einer tiefen, rauchigen Stimme. „Ja,“ antwortete er, „aber meine Mitreisenden sollen davon nichts merken. Nur wenige von Ihnen sind vertrauenswürdig und ich weiß noch nichtwelche – und ob diese auch mitarbeiten wollen. Sie dürfen jetzt nur in Bereiche eindringen können, die Atlantis nicht steuern können, die nicht gebraucht werden oder leicht zu ersetzen sind.“


Die Frau nickte. „Ich werde Ihre Befehle unverzüglich ausführen, Commander!“ Ihr Bild wurde unscharf - für einige Sekunden, dann wieder scharf. „Bitte führen Sie die Initialisierungen in folgenden Bereichen aus: K2, G4, T4, Die Module befinden sich in untersten Lade dieses Tisches.“ Er spürte wie eine Lade sich öffnet und trat zwei Schritte zurück und sah 3 durchsichtige, handballgroße Kristalle in der breiten Lade liegen. Er nahm sie mit der Unterlage heraus und klappte die Seiten hoch, legte die Laschen zusammen und ergriff die so entstandenen Taschen.


Er fuhr mit dem Transporter zu K2-Kommandoturm 2. Geschoß, und betrat einen wunderschönen Raum – Saal mit komplizierten architektonischen Flechtwerk aus mehrstrahligen Säulen und einer Gewölbedecke, mit milchigen, mondsteinfärbigen Wänden und färbigen Kristallfenstern. Der Raum wurde von den schimmernden Wänden in ein sanftes, dämmriges Licht getaucht und von einem großen thronartigen Kommandostuhl beherrscht. Er ging über die drei Stufen auf die Thron-Plattform und öffnete die Lade im Fußbereich, legte einen Kristallball hinein und schloss die Lade wieder.


Nach einem surrenden, summenden Geräusch begann der Boden zu wackeln, schaukeln und John ging in die Hocke um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das Schaukeln hielt jetzt schon an die 5 Minuten an, als plötzlich Licht durch die bunten Fenster strahlte. ‚Ah die Stadt war unter Wasser und ist aufgestiegen!‘ Dann spürte er kurz ein ganzkörperliches Kribbeln und plötzlich erschien die Frau aus der Konsole als schimmerndes Hologramm vor ihm.

Sie verneigte sich anmutig „Willkommen, Commander, ich bin Athena, das Zentral-Kommandoprogramm dieser Stadt und ihre Assistentin. Für den Industriebereich steht Ihnen Sebastian zur Seite.“
Avatar Sebastian erschien – ein schlanker großer junger Mann mit intensiven grünen Augen und einem spöttischen Lächeln. „Hi!“ Athena schaute ihn mahnend an „Commander.“ fügte er darauf fast fragend dazu. John gluckste. “Auf zu Deinem Bereich, Basti!“ Athena murmelte „Ich hätte doch Anthony nehmen sollen!“ Sebastian hob in einer universal beschwichtigenden Weise die Hände.


„Wenn Sie mir bitte folgen wollen, Commander!“ sagte er jetzt höflich und führt John zu G4 Gewächshausturm 4. Stock, dem Büro des Administrators. John legte auch dort einen Kristall ein, Surren, Summen – Klick. „Für wieviele Menschen sollen wir die Versorgung starten?“ fragte Sebastian. „Nur minimale Basisversorgung für 300 und langsam anlaufend. Diese Expedition ist so schlecht gerüstet, dass sie mit dem Mitgebrachten max. 2 Monate überleben kann. Sie sollen für ihre Versorgung erst arbeiten müssen, Handeln und Besorgen müssen. Aber sie sollen nicht verhungern.“ Sebastian nickte „Sie wirken verärgert?“ „Ja, sehr! Mit dieser Vorbereitung und Ausstattung wäre ich nicht einmal auf der Erde zu einer Expedition in ein unerforschtes, in Sagen und Mythen beschriebenes Gebiet aufgebrochen, geschweige denn in eine andere Galaxie, ohne Kontakt zum Mutterland. Das ist nur dumm und verantwortungslos! Sie sollen die Konsequenzen ihrer Entscheidungen und Handlungen erleben!“


Sebastian fragte weiter: „Medizinische Versorgung, wie umfassend soll diese sein?“… „Nur das ersetzen was ausgeht, 2-3 Heilinstrumente oder -Therapien entdecken lassen. Das betrifft auch den wissenschaftlichen Bereich in Physik, Chemie, Biologie, etc. gerade soviele Geräte, dass sie beschäftigt sind, aber nichts Spektakuläres.“ Sebastians Augen bekamen einen schelmisch-boshaften Ausdruck. „Kleine Unfälle, damit Gefahren wahrgenommen werden?“ John lachte humorlos auf. „Gute Idee, aber keine bleibenden Schäden oder Todesfälle!“ Sebastian nickte und führte ihn weiter zu den Techniktürmen. Auch hier initialisierte John Sheppard die Hauptkonsole im Administratorenbüro. „Lady Athena hat im Residenzbereich zwei Wohntürme für die Menschen bereitgestellt. Soll ich ein daran angrenzendes Gewächshaus mit Samen und entdeckbaren Bedienungsanleitungen bereitstellen?“ John grinste „Gute Idee!“
„Der Technikbereich produziert alles, von Wäsche, Kleidung über Geschirr, Einrichtung über Computerteile, zu Waffen und Gateschiffen, Geräte für den persönlichen Gebrauch,… einfach alles. Was möchten sie produzieren?“


„Ich hätte gerne die Ausstattung für 160 - 180 Personen, davon 90-100 Militärs. Ich denke an 12 Einsatzteams mit 5 Soldaten, 2 Wissenschaftlern und 1 örtlichen Führer/Berater und 2 medizinische Einsatzteams. Die Teams sollen in großen Wohnungen gemeinsam leben, für jeden sein eigenes Schlafzimmer mit Bad, 2-3 Gemeinschaftsräume, Balkone, kleine Küche mit Eßbereich für Frühstück oder Jausen, Essen aber in der Kantine. Mit Jumper, Waffen, Schutz, Ausstattung was es gibt. Viele Trainingsbereiche für Nahkampf, Schiessstand, Holodecks für Kampfeinsatztraining, Freizeitbereiche, Segeln, Skaten, Reiten,…Kunst…“
„Atlantis als unabhängige, autonome Stadt wiederaufzubauen, Kontakte zu guten Partnern knüpfen und pflegen, Ausbildungszentrum, Marktplatz, Schutzmacht – das in etwa sind meine Ziele! Was immer wir dafür brauchen – bis zu Raumschiffen, mehr Energiemodulen, alternative Standorten, Sicherungssystemen - damit nur unsere Verbündeten uns erreichen, Politische Situation von Pegasus,….. das ganze Programm. Bis klar wird, wer von den Menschen mitmacht, alles im Verborgenen.“


Die zwei Ais nickten eifrig und begeistert.


„Und ich brauche Zugang zu einem Stargate. Ich habe nicht vor, mich der Expedition wieder anzuschließen.“
Athena: „Dieser Planet hat ein Unterwassergate, die kleinen Gateschiffe sind auch für den Unterwassereinsatz bis 1500m geeignet. Sie können jederzeit eines verwenden, Commander! Und für den Rest werde ich Vorschläge ausarbeiten und wir werden dann gemeinsam beratschlagen wenn Sebastian, Anthony und ich die Menschen etwas näher kennengelernt haben.“
„Wer ist Anthony?“ „Anthony ist auch eine AI, aber im Unterschied zu Sebastian dem „Techniker“ ist Anthony Spezialist für menschliche und andere intelligente Lebensformen - Soziologie, Psychologie, Anthropologie,… er analysiert Verhalten, Motive, Absichten und macht gute Prognosen und Potentialeinschätzungen.“


„Okay, sehr gut, einverstanden. Wie lange braucht es bis die Stadt wieder voll einsatzfähig ist, sich verteidigen und selbstversorgen kann? Repariert und funktionsfähig ist?“
Lady Athenas Hologramm flackert leicht. „Um sich selbst vor Angriffen zu schützen – 16 Erd-Tage/12 Atlantistage – à 32 Stunden. Ihre Bewohner vollständig zu versorgen – 2 Atlantis-Monate. Repariert und funktionsfähig – 12 Atlantismonate. Je nach Verteidigungsgrad zwischen 14 und 18 Monate. Ihre genetische Aktivierung wird bis zu 6 Monaten dauern, Commander!“ John zog die Augenbrauen hoch
„Meine genetische Aktivierung?“ Sie nickte. „Das Antiker – Gen ist eine Gensequenz in Ihrem DNA-Strang, eine Gen-Sequenz mit vielen … Schaltern. Je mehr Schalter auf ‚An‘ sind, desto mehr Fähigkeiten der Antiker stehen Ihnen zur Verfügung. Jetzt sind etwas mehr als die Hälfte Ihrer Schalter ‚An‘ – an die 90% wären notwendig, wenn Sie Ihre Pläne umsetzen wollen.“


„Okay, wie läuft diese Aktivierung ab?“ Sie lächelte „Sie setzen sich jeden Tag für kurze Zeit in den Kommandostuhl, in mehreren Gehirnbereichen werden ‚Schalter‘ aktiviert, danach dauert es einige Zeit bis die Information in alle Körperzellen weitergeleitet wird. Das geht am einfachsten, wenn Sie schlafen oder meditieren.“ Sebastian schnaubte über Johns leicht angewiderten Gesichtsausdruck bei meditieren. „Ihre neuen Schalterstellungen müssen mit den vorhandenen Stellungen der anderen Gensektoren abgestimmt werden – das ist leichter, wenn das Gehirn dabei in einem bestimmten Frequenzbereich ist, jenem, den Menschen im Schlaf und in der Meditation erreichen. Danach bekommen Sie Aufgaben um die Fähigkeiten anzuwenden, zu trainieren, perfektionieren und zu beherrschen. Zum Beispiel: Ihre Sinne werden viel besser - sie hören mehr Frequenzbereiche als jetzt- das müssen Sie auch verstehen und einordnen können, Sie hören weiter als jetzt, sie hören dann was am anderen Ende der Stadt geredet wird. Sie müssen lernen ihre Hör-Aufmerksamkeit bewusst an einen Punkt zu richten oder ihn auszublenden.“ Tony nickte – nachvollziehbar. „Oder ihre telekinetischen Fähigkeiten von derzeit 4% auf 90% - sie müssen ihre Gedanken bewusst beherrschen lernen, ausrichten können. Wenn Sie jetzt denken“ Sebastian unterbrach sie „Scheiß drauf!“ oder „Leck mich!“ – das passiert dann!“ und grinste anzüglich. John lachte, da fielen ihm einige lustige Situationen ein. „Genau!“ setzte Lady Athena fort „Gut, wenn man das bewusst und gezielt einsetzen kann.“ Wieder nickte John. „Und sie werden hören, was der andere denkt. Sie lernen bewusst in tiefere Gedankenschichten einzudringen, ohne den anderen dabei umzubringen oder seinen Geist zu zerstören.“


John hob abwehrend seine Hände „Okay, okay, ich habe verstanden, bin einverstanden!“ In Wirklichkeit war er überwältigt, tief erschrocken und fasziniert und erregt. Das ist unglaublich viel Macht in den Händen einer Person, Macht und Verantwortung. Er atmete bewusst tief aus, um sich zu zentrieren. Lady Athena lächelte ihn verständnisvoll an.


„Und ich führe Sie in Ihr jetzt Quartier, Commander!“ ertönte eine neue Stimme, eine männlich melodiöse Stimme. „Hi, ich bin Tony, Ihr persönlicher Profiler und Ihre Klagemauer. Nichts Menschliches ist mir alien!“ John lachte über die Absurdität der gesamten Situation.
„Gut, bring mich bitte zu meinem Quartier, Tony.“ Tony war ähnlich groß wie Sebastian aber muskulöser, hat eine ausdruckstarkes, klassisch schönes Gesicht, auch grüne Augen und brünette Haare. Er wirkte im Unterschied zum eher abweisenden und herausfordernden Sebastian verbindlicher, annehmender und kommunikativer. Tony lud ihn mit einer Geste ein ihm zu folgen.
Sie holten noch Taschen und Rucksack und fuhren dann in den obersten Stock des Gewächshausturms. Die Wohnung lag in dem achteckigen Turm und umfasste das ganze Geschoß – war von hohen Fenstern umgeben. Tony führte ihn durch Vorraum, Wohnbereich, Küche, Essbereich, Musikzimmer, Studio, zum Schlafzimmer mit einem Wellnessbad. Neben der Dusche war eine zweite „Dusche“ „Das ist ihr Handtuch, sie stellen sich nach der Nassdusche kurz in diesen Bereich und sind trocken. Sie halten Gesicht oder Hände nach dem Waschen hier hinein und sind trocken.
„In diesem Korb werfen Sie ihre Wäsche nachdem sie sich ausgezogen haben, duschen, trocknen, und die Wäsche ist wieder sauber. Sie können sich täglich rasieren oder Körperhaare entfernen - oder entfernen sie dauerhafter – mit diesem Gerät – rasieren, aber für ein Jahr – sozusagen.
„Und hier“ – er bekam ein anzügliches Lächeln, „gibt es eine Lustliege, wie auch auf der Terrasse. Sie legen sich hinein und fühlen sich gestreichelt, erregt und werden zu einem wunderbaren Orgasmus geführt - mit eingebauter Reinigung. Nur für den Fall, dass sie ohne Partner sind und nicht selbst Hand anlegen wollen.“
Er führte John wieder ins Schlafzimmer, „Wir können das auch ins Bett einbauen, wenn Sie möchten.“ John schüttelte verneinend den Kopf. Tony nickte „Hier sind die Kästen. Kommoden und Laden selbstaktiv und antizipativ. Sie räumen Ihre Kleidung jetzt einmal ein, alle Stauräume merken sich das und Holen sich Wäsche, … aus dem Reinigungskorb wieder an die Stelle, an der Sie sie persönlich hingelegt, hingehängt haben. Wenn Sie jeden Sonntag, jeden Abend etwas bestimmtes Anziehen, dann legt der Kasten, die Schublade es bereit – zuoberst, zuvorderst.“ John lachte auf. „Wie praktisch! Das ist echt cool!“ Tony lachte mit und zauberte ein kleines tablet aus seiner Hosentasche. „Hier können sie auswählen, was sie an Essen, Kleidung, Einrichtung, … haben möchten. Daneben wird angezeigt wieviele Stunden die Produktion dauern wird, bzw. wann es wohin - Küche, Hangar, Büro, Kommandoraum,… geliefert wird. Und Sie werden erinnert, wenn es angekommen ist. Sie können auch wiederholende Bestellungen machen - jeden Montag…, jeden Morgen,… Ihr Essen wird täglich frisch in den Kühlschrank oder Wärmeschrank geliefert. In den ersten Tagen wird es noch keine Auswahl geben, aber dann kann Bas bis zu 3 Menüs anbieten. Und natürlich auf persönliche Geschmäcker Rücksicht nehmen. Alle Geräte können Sie ‚AN‘ und ‚AUS‘ denken.“


Er schaute John prüfend an, wieviel Neues er noch aufnehmen konnte. „Sie sehen müde aus, Commander.“ „Ja, ich bin auch müde. Die letzten Wochen waren hektisch, voller Spannungen und Schwierigkeiten. Zuwenig Zeit für zuviele falsche Tätigkeiten.“
Tony schnitt eine bedauernde Grimasse. „Ich zeige Ihnen noch die Konsolen im Studio und dann lasse ich sie alleine.“
Sie gingen beide in den hellen Raum, der sowohl hohe Fenster in Richtung Stadt als auch hohe Fenster und Ausgang zu große Terrasse hatte, die anderen beiden Wände waren mit Bücheregalen Kästen und Laden verbaut. Am L-förmigen Schreibtisch standen mehrere Monitore, 2 Tastaturen und zwei Milchglas/Mondsteinscheiben. „Bitte initialisieren.“ John legte seine Hände darauf, das bekannte Surren und Summen ertönte und beide Bildschirme begannen zu flimmern, er sah am größeren Aufzeichnungen von 20 Sicherheitskameras. „Gateraum, Kommandoraum, Medizinerbüro, Kommandobüro, Büros der Leiter von militärischem und wissenschaftlichen Leitern und Bereichsleitern, Hangar, Trainingsräume.“ Auf jedem der Segmente war unten rechts in Lautsprechersymbol. „Sie können mithören, wenn Sie wollen. Einfach AN oder AUS denken.


„Sie können natürlich die Aufzeichnungen eines Raum großzoomen und die Winkel der Kameras verstellen, das ist auch ein Touchscreen.“ Er ließ John auf das Büro von Dr. Weir tippen, sofort vergrößert sich das Bild, die anderen verkleinern sich auf Randfelder. „Sie können auf die Stellen tippen, dies sie noch weiter vergrößern wollen, damit Unterlagen am Schreibtisch lesbar werden, Wenn Sie auf den Monitor in diesem Bild tippen, sehen auch sie das was am Bildschirm ist. Die Aufzeichnung werden auf unbestimmte Zeit gespeichert und können hier abgerufen werden.


„Eigentlich steht dieser Monitor im Kommandobüro, aber wir haben ihn „getauscht“.“ Er nahm noch einen kleinen Ring aus einer Schale am Schreibtisch. „Dieser Ring an die Ohrmuschel gesteckt, arbeitet wie eines der Kommunikationsgeräte der Menschen. Sie denken sich den Kanal und hören darauf mit.“ „Sehr gut, das ist wirklich sehr gut!“ Tony lächelte. „Im Stadtbereich können Sie sich das auch auf ihr tablet holen. Sie können im Unterwasser-Hangarbereich in Ihrem Jumper sitzen und darauf mitschauen oder es auf die Windschutzscheibe ‚werfen‘. Sie werden die Möglichleiten bald durchschauen. Und wenn wir etwas sehen/hören, dass Sie auch sehen/hören sollten, dann zeigen wir es Ihnen.“ Aus der Küche wehte der köstliche Duft von provenzalischen Kräutern herein. „Mhm!“ machte John, Tony grinste. „Es ist angerichtet, Commander!“ und verschwand.


John ging in die Küche, fand in einem Schrank eine Schale und in einer Lade einen Löffel und schöpfte sich aus einem Pot mit Eintopf eine Portion heraus – seine erste warme Mahlzeit seit drei Tagen! Und schmeckte – himmlisch. ‚Atlantis und ihre AIs sind eine Traum!‘ ‚Danke, gerne Commander‘ hörte er 3 Stimmen in seinem Ohren sagen.
Okay, daran wird er sich erst gewöhnen müssen. Dass es zumindest eine AI auf Atlantis geben wird, wusste er von Antarctica. Dass sie als Hologramm erscheint, war nicht wirklich überraschend – den technologischen Stand der Antiker berücksichtigend. Aber dass sie die ganze Stadt abhörten und in seinem Kopf redeten war wirklich beeindruckend – schrecklich. Nichts würde ihnen verborgen bleiben! Ganz kurz dachte er beschämt an die Lustliege, als ihm wieder bewusst wurde, dass er sich vor AIs=Computerprogrammen wirklich nicht schämen sollte. ‚Oh Gott, ich brauche wirklich dringend Schlaf.‘
Vorher weihte er aber seine Dusche ein, auspacken würde er morgen. Trocknen lassen – eine herrlicher Luxus – er spürte davon absolut nichts – und ab ins Bett.


John wachte auf, erfrischt, erneuert, gestärkt, fühlte sich zufrieden und zentriert, wie noch nie in seinem Leben. Er dehnte, räkelte und streckte sich. Knurrte und stöhnte dabei voll Genuss. Er hatte keine Ahnung, ob er nur Stunden oder Tage geschlafen hatte. Er hatte ausgezeichnet geschlafen, die Sonne schien warm durch die Fenster und Vögel zwitscherten.
Er trat auf die Terrasse, die gestern noch ganz leer war und jetzt einem Gewächshaus glich mit Blumen, Kräuterstauden, kleinen Obstbäumen, Liegen, Schaukel, einem Springbrunnen und einer großen geöffnete Vogel-Voliere und einem Tisch mit 6 Stühlen.
“Whoah!“
„Guten Morgen, Commander, freut mich dass Ihnen das gefällt!“ John wandte sich Tony zu:
„Wielange habe ich geschlafen?“
„Mhm, 3 Tage. Sie haben so stark auf die leichte Stimulation angesprochen, dass Lady Athena entschied, Ihnen die Gen-Aktivierung im Schlaf angedeihen zu lassen, ihre Schalter sind jetzt schon zu 65 % AN, das ist beeindruckend, Commander! Frühstück?“
John nickte und ein kleiner gedeckter Tisch rollte aus der Küche auf die Terrasse. John schaute ihm lachend dabei zu. „Nett!“ Tony schmunzelte. „Schauen aus wie einfache Haushaltsgeräte, und das sind sie auch, aber von und für Antiker geschaffen. Wenn Sie bei der Morgendusche an ihr gewünschtes Frühstück denken und es auch „Bestellen“ und auf die Terrasse oder ans Bett „Ordern“, dann geschieht das auch.“ Er unterstrich die Gänsefüßchen mit den Fingern.
“Die Antiker hatten eine wirklich gesunde Einstellung zur Haushaltsführung.“ Tony lachte „Genau!“ John setzte sich in einen der bequem aussehenden Gartenstühle und nahm sich erst einen Kaffee. Tony beobachtete ihn genau dabei. Auch wie er auf das Essen reagierte, die Fürchte, Marmeladen, die Pancakes und Omeletts. John schien mit Auswahl, Optik und Geschmack zufrieden zu sein. „Wo habt ihr das alles her?“ „Ähm, wir haben uns einige Dinge von den Menschen – kleinste Mengen – geborgt oder gestohlen. Bas hat alles analysiert und nach seinen Vorstellungen optimiert und das ist das von uns dreien ausgewählte Ergebnis. Wir dachten, das diese Variante am ehesten Ihrem Geschmack entspricht!“ „Wunderbar, wirklich! Herzlichen Dank! Auch für diese traumhafte Terrasse, erinnert mich an meine Kindheit. Der Garten meiner Großeltern in ihrem Ferienhaus in Nizza hat ähnlich ausgesehen. Danke“ „Gerne, Commander!“
„Wir haben die Fotodatenbanken auf ihren mitgebrachten Harddiscs gescannt, um Sie besser kennenzulernen, und dann diesen Vorschlag erarbeitet. Auch in den Räumen gibt es einige Ergänzungen von denen wir annehmen, dass sie Ihnen gefallen und Freude bereiten.“ John schüttelte fast ungläubig den Kopf. Seit dem Tod seiner Mutter mit 12 und dem Tod seines Großvaters mit 16 hat sich niemand mehr die Mühe gemacht, ihm eine Freude zu bereiten. Fast ist er gerührt. Wieder schüttelt er ungläubig den Kopf. „Sie haben sich große Aufgaben vorgenommen, Commander, wir werden alles tun, was in unserer Macht steht um Sie dabei zu unterstützen. Das gehört alles dazu.“ „Danke, Tony auch an Bas und Lady Athena.“ Tony neigt nur freundlich den Kopf.


Nachdem er seine Taschen ausgepackt und in den Kästen verstaut hatte, duschte, seinen Genital- und Pobereich für ein Jahr permanent trimmte, latschte er wieder in sein Schlafzimmer um sich anzuziehen. Dort empfing ihn Bas mit einem fröhlichen „Guten Morgen, Commander! Ich habe hier einige Vorschläge für Ihre Atlantidische Uniform! Als Vermisster oder Toter können Sie ja schlecht in der Uniform der Erde auftreten und ausgehen!“ Daran hatte er nicht gedacht. Hologramme führten eine dunkelgraue lederartige Paradeuniform, eine dunkelgraue Uniform mit vielen Taschen und Schlaufen – schaute praktisch für Einsätze aus und eine dunkelgraue eher bequem wirkende Hose mit T-shirt und einer hüftlangen Jacke für Büroarbeiten. Bas wies dann noch auf einige nicht so vordergründig erkennbare Eigenschaften hin, wie wasserfest, aber luftdurchlässig, hieb- und stichfest, selbstreparierend bis max. 30 % Zerstörung.
Der Schnitt der Jacken war ungewöhnlich, schräge Verschlussleiste bis zu Schulter, Stehkragen.
„Der Schnitt birgt auch gleichzeitig einen Schutz vor den Wraith - diese krallen ihre Nährhand in den Brustbereich. Durch die zwei oberflächenbehandelten Schichten kommen sie viel schwerer durch, das Enzyme verläuft sich im Stoff. Aber das werden sie noch alles erfahren. Die Knöpfe haben auch Zusatzfunktionen: PES, Kloakfunktion, Kamera. In den Ärmelknöpfen ist eine Fernbedienung mit automatischer Anwahl des Unterwassergates von Atlantis – mit PersönlichemEnergieSchutzschild schaffen Sie es vom Sauerstoff und Druckausgleich her auch schwimmend bis zur Basis 2. Die Materialen sind auch wärmeausgleichend – ist Ihnen kalt, wird das Gewebe dichter und hält die körpereigene Wärme innen. Schwitzen sie, dann wird das Gewebe durchlässiger und ‚saugt‘ die Wärme nach außen, dadurch kühlen Sie ab. Sie können die Uniformen in jeder Farbe außer schwarz haben, das ist das dunkelgraueste, dass wir mit den Farbstoffen hier schaffen.“ Er zeigte auf eine hereinrollende Tasche – „dort finden Sie Modelle zum Anprobieren.“ John packte aus, es gab auch Unterwäsche in dem dunkelgrau, tanktops, Shirts, Polos. Die Uniformen passten alle wie angegossen und John schaute beeindruckend, gefährlich aus. Jede hatte als Nationenkennung ein Pad mit einer silbrigen Schneeflocke, die John sofort als Grundriss von Atlantis erkannte, obwohl er ihn noch nie gesehen hatte. Er stimmte dem Vorschlag vollinhaltlich zu. „Okay, dann werden wir noch je drei Garnituren anfertigen. Diese hier können sie gleich behalten.“ „Danke, ich bin wieder zutiefst beindruckt! Ich werde diese hier gleich anlassen und testen.“ Bas wirkte … erfreut, er verbeugte sich dankend.