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Test für die Liebe

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Titel: Test für die Liebe

Autor: Galadrielle

Fandom: Auf Streife

Pairing: Paul Richter/Stephan Sindera

Disclaimer: Die Charaktere gehören leider nicht mir...

Zusammenfassung: Etwas Schreckliches passiert und Geheimnisse kommen ans Licht. Freundschaften werden auf die Probe gestellt. Werden es alle überstehen?

 

 

Dunkelheit

Schmerz

Klirren... Ketten? Handschellen?

Was war passiert?

Paul öffnete schwerfällig die Augen, ein dumpfes Pochen in der Schläfe ließ ihn aufstöhnen. "Hallo?" Stille. Keine Reaktion. Vorsichtig versuchte Paul sich aufzurichten. Sein Training kam nun doch durch, ließ ihn lauschen, versuchen die Umgebung zu erahnen.

Er war immer noch in Uniform, er spürte die Jacke und seinen Gürtel mit dem Holster... aber das Gewicht der Waffe fehlte, ebenso das RSG und das Funkgerät das sich vorher am Gürtel befunden hatte.

'Verdammt, was ist hier los?' Verwirrt tastete Paul nach seiner Brusttasche, auf der Suche nach seinem Handy. Erleichtert stellte er fest, dass sich dieses noch am vorgesehenen Ort befand.

Paul fluchte leise vor sich hin als er sich beim Versuch die Tasche zu öffnen beinahe selbst die Handgelenke abband. Das Handy endlich in der Hand haltend wählte er die erste Nummer die ihm in den Sinn kam.

"Paul! Verdammt, wo bist du?" Hallte die Stimme seines Lebensgefährten aus dem Hörer.

"Stephan?" Paul war sich nicht bewusst wie schwach und brüchig seine Stimmt klang. Er war nur erleichtert die wohl vertraute Stimme zu hören.

"Wo bist du? Geht es dir gut?"

Paul hörte wie Stephan sich bewegte und wie es im Hintergrund plötzlich erst laut und dann schlagartig leise wurde. "Ich weiß nicht... Was ist passiert? Ich kann mich nicht bewegen und es geht mir nicht so gut..."

Plötzlich ertönte die Stimme seines DGLs durch den Hörer "Bist du verletzt, Paul? Was ist das letzte an das du dich erinnern kannst?" Klaus Wirbel war sehr besorgt. Der jüngere Polizeioberkommissar war plötzlich mitten auf Streife verschwunden. Es fehlte jede Spur aus dem Umkreis des Einsatzortes und nachdem Hannah Becker, seine Partnerin für den Tag, von der Verfolgung eines Flüchtigen Verdächtigen zurück zum Streifenwagen kam und Paul nicht antraf hatte sie vorschriftsgemäß Arnold Bescheid gegeben und auf Verstärkung gewartet. Diese war auch prompt eingetroffen, Rettungsdienst, Hundeführer waren mir dabei. Alle sehr besorgt um den freundlichen, kompetenten Polizisten, der mit vielen von ihnen befreundet war.

Der Suchhund hatte tatsächlich eine Witterung aufgenommen. Diese führte sie zu verschiedenen weggeschmissenen Utensilien die man eindeutig Paul zuordnen konnte. Notizbuch, RSG, Funkgerät und Dienstwaffe... als sich die Spur allerdings nicht wiederfinden ließ, schlossen die Polizisten darauf, dass der fehlende Polizist wahrscheinlich in ein Auto gepackt wurde.

"Ich bin angekettet, es ist dunkel. Ich habe wohl was an den Kopf gekriegt, Hinterkopf und Stirn sind blutig... habe auch nur noch mein Handy... meine Waffe ist weg, RSG auch und Funkgerät." Paul stöhnte als Übelkeit in ihm aufstieg.

Klaus war besorgt als die Stimme des Kollegen undeutlicher wurde. "An was erinnerst du dich?" Er drehte sich zu den anderen um, die im Laufe des Gesprächs dazu gestoßen waren, "Ortet sein Handy, sofort!" Martin Fuchs und Tom Mayer liefen direkt los, Richtung zuständiger Abteilung. Sorge um den Freund ließ sie schnell handeln.

Währenddessen antwortete Paul weiterhin leicht unverständlich, "Ich kann mich nur daran erinnern, dass Hannah und ich uns getrennt hatten, zwei flüchtige Verdächtige, der eine ist in ein Auto gestiegen... wollte los fahren... Ich wollte ihn aufhalten und rausholen... Er hat mich umgefahren... danach weiß ich gar nichts mehr, bis ich hier aufgewacht bin..."

Stephan erbleichte als er das hörte. Sein Freund war angefahren worden. Verletzt war er dann entführt und eingesperrt worden. "Paul...", stieß er gequält hervor. Die anderen schauten ihn an, er war totenbleich und wie erstarrt. Sie verstanden die Sorge, aber dass die beiden sich so nah standen war keinem klar.

"Stephan... Du bist da..."

"Natürlich, wo soll ich sonst sein?"

"Es tut mir leid."

„Was denn?"

"Unser Streit, ich war so blöd..."

Stephan stockte der Atem, Paul würde sie doch nicht outen, oder? "Lass uns das klären, wenn es dir wieder besser geht, ok?" Die Antwort zerriss ihm beinahe das Herz.

"...Verlass mich bitte nicht..."

Die Augen schließend, von der Welt abgeschottet, den stechenden Blicken ausweichend, fasste Stephan sich ans Herz und versuchte seinen Freund und Lebensgefährten zu beruhigen, "Niemals, ich bin immer bei dir!" Doch im selben Moment brach die Leitung zusammen und es ertönte nur ein ominöses Tuten aus dem Hörer... Hektisch versuchte Stephan das Handy seines Freundes anzurufen, doch es wurde nicht abgenommen. Paul ging nicht dran, oder er konnte nicht antworten.

Im selben Moment betraten Martin und Tom wieder das Büro, "Wir haben den Standort!"

Klaus fand die Sprache wieder. Das hatte ihn sehr überrascht, aber ihm stand kein Urteil zu. Insgeheim wünschte er seinen Kollegen alles Gute! "Alle Mann zu den Wagen, gebt dem Rettungsdienst Bescheid und holt die Feuerwehr dazu. Ich will alle verfügbaren Kräfte dabei haben!"

Sofort packten Martin Fuchs, Hannah Becker, Tom Mayer, Muri Demir, Ben Decker, Gino Maier und Arne Schneider ihre Utensilien. Die anderen Kollegen waren noch im Dienst und somit anderweitig gebunden. Obwohl alle gerne helfen wollten war dies nicht möglich, dafür waren alle Kollegen viel zu pflichtbewusst. Gino rief zur selben Zeit den Rettungsdienst und die Feuerwehr dazu. Sie hofften alle, dass Paul nicht so schwer verletzt war, aber dieser hatte nicht sehr gut geklungen. Und wenn er angekettet war brauchten sie definitiv die Kollegen der Feuerwehr.

Stephan saß währenddessen immer noch wie betäubt auf dem Stuhl. Paul war verletzt und dachte nach dem Streit wirklich, dass Stephan einfach gehen würde. Dies könnte er jedoch nie! Er konnte, wollte nicht ohne den anderen sein. Sie gehörten doch zusammen. Alleine der Gedanke daran den kleineren nicht mehr um sich zu haben, ihn nicht mehr zu berühren, zu fühlen, ihn einfach in den Armen zu halten und neben ihm aufzuwachen, versetzte seinem Herzen einen Stich. Nein, er würde Paul niemals verlassen.

Klaus stand immer noch neben Stephan und legte ihm nun vorsichtig die Hand auf die Schulter, "Komm schon, Stephan. Reiß dich zusammen. Wir holen ihn jetzt da raus und alles andere klärt sich später. Ok?"

Sich leicht aufrichtend sah der großgewachsene Polizeioberkommissar seinen DGL an, "Es stört dich nicht, dass..."

Überrascht sah Klaus den jüngeren an, "Du glaubst doch nicht im ernst, dass es mich stört, dass ihr beide zusammen glücklich seid, oder? Habe ich euch jemals Anlässe gegebenen dies von mir zu denken?" Klaus fühlte sich leicht gekränkt. Hatte er wirklich so gewirkt?

Den Kopf schüttelnd sah Stephan ihm in die Augen, "Nein, aber du kommst nun mal aus ner anderen Generation und musstest bestimmt auch eine Homosexuelle zu deiner Zeit einsperren, oder? Deswegen waren wir uns nicht sicher, wie da deine private Einstellung zu ist." Nun stand Stephan doch auf. Aus Klaus' Worten hatte er neuen Mut gefasst, es ging in erster Linie darum, seinen Paul zu finden. Alles andere kam später.

"Das war zu der Zeit leider die Gesetzeslage. Du weißt, dass man sich da nicht immer selbst identifizieren kann. Man muss es dennoch durchsetzen, ob es einem gefällt, oder nicht." Klaus schob Stephan nun vorsichtig Richtung Tür. "Nun aber los, sonst bist du der letzte der Paul sieht... Und das willst du doch nicht oder? Ihm ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass er euch geoutet hat."

Damit eilten die beiden den anderen nach. zufrieden stellte Klaus fest, dass alle verfügbaren Kollegen bereits an den Streifenwagen standen. "Seid ihr bereit?"

Zustimmung ertönte von allen Seiten. Ja, auf seine Leute konnte sich Klaus verlassen! "Wir haben Rettungsdienst und Feuerwehr informiert und die Koordinaten durchgegeben." informierte Gino ihn als die beiden in ihr Auto stiegen. Martin stieg mit Tom ins Auto, sowie Muri mit Ben, Arne mit Stephan und Hannah fuhr alleine hinterher.

"Gut gemacht, dann mal los. Lass uns fahren!"

 

******************

 

Am Rendezvous-Punkt eingetroffen stellten die Polizisten überrascht fest, dass zwei Rettungswagen mit jeweils einem NEF und ein Löschzug der Feuerwehr mit technischem Gerät sowie der Gruppenleiter bereits auf sie warteten. Mit so vielen Einsatzkräften hätten sie nicht gerechnet. Besonders, weil noch nicht klar war, was wirklich Sache war. Und zwei Notärzte... Aber gut, besser so als wenn sie nachher warten mussten und nicht an den Kollegen ran kamen.

Gemeinsam setzte sich nun der Rettungszug in Gang. Alle darauf bedacht so schnell wie möglich an den genannten Koordinaten anzukommen und dem Kollegen / Freund zu helfen.

 

*******************

 

Dr. Oliver Dreier und Franco Fabiano saßen im ersten NEF. Die Kollegen im Rettungswagen dazu waren Marion Fröhlich und Benjamin Hoffer. Sie alle kannten Paul Richter sehr gut. Franco und Olli waren sogar privat mit ihm befreundet und hatten sich außerhalb der Arbeit getroffen. Es war eine seltsame Kombination, man hätte nicht vermuten können, wie viel die drei Männer doch gemeinsam hatten.

Im zweiten NEF waren Dr. Tom Riedel und Manfred Klein unterwegs. Auch sie kannten den Polizisten sehr gut und als die Leitstelle zwei der NEFs nur für diesen einen Einsatz abstellten, was an sich schon ungewöhnlich war, ahnten sie schon, dass es ernster werden könnte. Die Kollegen im zweiten RTW, Michael Winkler und Yannik Brandner, waren ebenfalls erstaunt über den Großeinsatz. Denn selbst, wenn es um einen Kollegen ging, war die Leitstelle sonst nicht so großzügig beim Einsatz von Ressourcen.

 

********************

 

Als sie sich den Koordinaten näherten stieg bei allen die Anspannung. Es musste einfach gut gehen, sie mussten Paul finden. Sie konnten ihn nicht verlieren, keinen Kollegen würden sie verlieren.

Klaus stieg auch und sah sich kritisch um. Sie befanden sich mitten auf einem Industriegebiet, mit vielen Hallen und somit vielen Versteckmöglichkeiten. "Was besagen die Koordinaten?"

Gino, der des GPS Gerät in der Hand hielt, drehte sich zu Klaus um, "Wir sind jetzt da. Also müsste er sich im Umkreis von 10m befinden."

"Dann ausschwärmen und haltet die Augen offen! Wir wissen nicht, ob sich hier Verdächtige Personen aufhalten." Klaus drehte sich zum Rettungsdienst, "Ihr wartet, bis wir das ok geben." Somit zogen die Polizisten ihre Kreise, während die Sanitäter und Notärzte sich bereithielten.

Die Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt.

Plötzlich kam Stephan eine Idee und er griff hektisch nach seinem Handy. Arne, der mit ihm unterwegs war, schaute ihn an, "Stimmt, wir können ja mal schauen, ob er sich wieder meldet oder wir das Klingeln hören!" Stephan nickte während Arne den anderen über Funk Bescheid gab.

"Einsatzleitung für den Arnold 12/24"

"Kommen 12/24"

"Wir versuchen mal das Handy anzurufen, haltet alle mal die Ohren auf."

"Verstanden 12/24"

Im Umkreis hielten alle sofort ein, lauschten und hofften.

Und tatsächlich erschallte ein leises klingeln. Martin und Tom erstarrten, "Einsatzleitung für den 16/23. Wir hören ein klingeln!"

"16/23 wie ist eure Position?"

Nach Durchgabe der Position eilten die beiden dem klingeln entgegen. Und blieben vor einem Container stehen... "Scheiße" fluchte Arne. "Einsatzleitung für den 16/23. Wir stehen jetzt vor einem Container. Da ist was Elektronisches angebracht, sieht aus wie ne Bombe."

 

tbc