Actions

Work Header

Dating Naruto - Dating Sasuke

Chapter Text

„Oh mein Gott, bei den Oberarmen… da fällt mir gar nichts mehr ein, also wenn es der nicht ist, Sasuke, dann weiß ich auch nicht weiter…. Sasuke?“

Er zog es vor darauf nichts zu antworten. Es war lächerlich. Gestern noch hatte sich Sakura an seinen Arm gehängt, ihm in sein Ohr gegurrt und all die Sachen gemacht, die Sasuke absolut nicht bei ihr leiden konnte. Sonst war sie eine der wenigen Menschen, die er in seiner Umgebung dulden konnte, was bei ihm schon hieß, dass er sie sehr mochte. Aber gestern…

Er war angetrunken gewesen, für seine Verhältnisse. Ein Geschäftsessen, das man auch ein Besäufnis unter Geschäftspartner mit überteuerten Essenhäppchen nennen könnte. Normalerweise hielt sich Sasuke bei so etwas zurück, schickte Shikamaru vor, der zwar grummelte, aber es für zu anstrengend ansah sich deshalb mit seinem Boss anzulegen.

Diesmal hatte er sich allerdings nicht davonstehlen können. Jiraiya und Tsunade waren langjährige Freunde seiner Eltern gewesen. Er hatte Sakura als obligatorische Begleitung mitgenommen. Das war wohl sein Fehler gewesen und das hier nun seine Strafe.

 

Er –angetrunken- und sie – sturzbesoffen- waren zusammen gegangen und dann war es passiert.

Wenn sie auf anstrengenden Geschäftsreisen ihren Kopf unabsichtlich im Schlaf auf seine Schulter gleiten lies, dann konnte er es ignorieren. Wenn sie halb im Spaß, halb ernst fragte, wann er sie denn endlich zu einem Date einladen würde, konnte er ihr ohne weiteres mit „Nie“ antworten, aber ihre Hand, die sich zu seinem Hintern vortastete und ihn dann auch noch da kniff, die war absolut indiskutabel. Er hatte diese vorwitzige Hand gegriffen und auf eine absolut unromantische Weise gedrückt, was wiederum eine akzeptabel Reaktion seinerseits war, aber dann kam der Alkohol ins Spiel.

Man sagt, dass betrunkene Männer die Wahrheit sagen und Sasuke war ein Mann. Und was für einer, wenn man Sakuras Schwärmereien vertrauen schenken durfte. Also fing er an sich zu erklären.

„Sakura“, hatte er gesagt, während sie auf ihre verschlungenen Hände stierte. „Ich kann Frauen nichts abgewinnen.“ Dann ließ er los.

Sie taumelte etwas, ihre Lippe zitterte: „Keine Frauen…?“, stammelte sie. Sasuke seufzte: „Nein.“ Sie schaute ihn lange aus halbgeschlossenen Augen an, und dann drehte sie sich um und ging einfach oder besser, torkelte davon.

Hätte Sasuke so etwas wie Taktgefühl gehabt, wäre er ihr hinterher gelaufen und hätte ihr versichert, dass sie, falls er Frauen gemocht hätte, natürlich diejenige gewesen wäre, die… oder er hätte zumindest dafür gesorgt, dass sie sicher in ihr Bett kam, aber Sasuke war kein gefühlsbetonter Mensch und ein angetrunkener Sasuke war einfach nur grausam.

Er folgte ihr also nicht, er ging einfach nur nach Hause.

 

Umso überraschter war er, als es am nächsten Abend bei ihm klingelte und Sakura, ungeschminkt, in Jogginghose und mit dem breitesten Lächeln, das er jemals bei ihr gesehen hatte, vor seiner Tür stand. Er begann unwillkürlich zu schaudern.

Es gab eine einfache Gleichung in seinem Leben. Je breiter das Lächeln – je schlimmer die Folgen für ihn.

Und es war überraschend wie oft er damit Recht hatte.

 

Denn in diesem Fall zeigte Sakuras Grinsen nicht, dass sie vor lauter Betrunkenheit seinen Ausbruch einfach vergessen hatte und nun einen netten Film für sie beide mitbrachte, mit dessen DVD-Hülle sie vor seinen Augen rumwedelte.

Sakuras Grinsen zeigte, dass sie sich genau erinnerte und dass sie vorhatte, ihn, von allen Dingen, die sie machen konnte, ausgerechnet glücklich machen wollte. Selbstverständlich konnte er das nicht alles an ihrem Lächeln ablesen, aber als sie die DVD in seinen Player schob und dabei allerlei Unsinn erzählte, da wurde ihm immer mehr und mehr bewusst, dass er einen großen, großen Fehler begangen hatte.

„Mein Gott, Sasuke, hättest du das mir schon früher erzählt. Ich hätte dir doch helfen können, weißt du, Ino hat doch diese Datingorganisation und…“ sie plapperte weiter vor sich hin, aber der Bildschirm war es, der Sasukes volle Aufmerksamkeit hatte. Ein Mann mit seltsamen weiß-grauen Haaren in einem seltsamen Schnitt hielt sich einen Softporno vor die Nase, während er von der großen Liebe zu erzählte. Sasukes Augen zuckten etwas, während sein Blick auf den zwei ineinander geschlungenen Männer auf dem Buchcover haftete.

Und dann machte es Klick.

Das hier war tatsächlich ein Datingservice. Einer für Homosexuelle.

Man kann sagen, dass Sasuke ganz und gar nicht glücklich mit dieser Situation war.

 

Es war eine Mischung aus Würgen und erstickten Husten, die ihn aus seinem starren Auf-den-Fernseher-Gucken riss. Bei langen Meetings mit der Marketingabteilung hatte er sich diese Art zu schauen ohne wirklich zu sehen, gepaart mit einem Hören ohne zu verstehen angewöhnt. Maito Gai 'Motivationsansprachen' waren aber auch ausholend. Seine langen Reden könnte man ganz einfach auf fünf Minuten kürzen, indem man nur die Wörter Jugend, Glück, Frühling eures Lebens, usw. usw. strich.

Die ersten Male hatte er sich noch aufgeregt. Dann machte er Bekanntschaft mit Shikamaru Naru. Und lernte.

Nicht umsonst wurde dieser Mann ein Genie genannt.

Shikamaru konnte sieben Stunden in seinem Büro, entspannt zurückgelehnt und mit geschlossenen Augen, sitzen und einem danach mit zehn Wörtern zusammenfassen, was den Tag über in der gesamten Firma passiert war.

"Die Kunst", hatte er einmal Sasuke verraten: "besteht darin, nur das Ungewöhnliche zu beachten, dahinter steckt meistens das Wichtige."

 

Und dieses Würghusten war in der Tat ungewöhnlich. Sakura hatte bejubelt, gegurrt, geseufzt, gesäuselt, alles getan um ihn auf einen dieser "Kandidaten" aufmerksam zu machen. Es ging von schönen Händen, Haaren, Hälsen zu stilvollen Locken, Lederjacken, Lesebrillen. Alles war dabei. Nur kein Würgen.

Diesmal schaute Sasuke hin.

 

Ein junger, blonder Mann mit einem Wuschelkopf in einem Band-T-Shirt blinzelte zurück. Überraschend normal für so eine Datingshow, aber nichts für ihn. Alles an diesem Mann schrie förmlich nach Chaos. Genau so stellte er sich Dauerstudenten vor, die ihre Stundenzahlen nicht zusammenkriegten, weil sie zu viel Feiern waren (Sofern dieser Typus Mensch überhaupt die Allgemeine Hochschulreife besaß), so waren die Menschen, die ihr letztes Geld (im Mitte des Monats) für Zigaretten ausgaben, anstatt den leeren Kühlschrank zu füllen, die Art, die sich in Kneipen um seinen Hals warfen und ihm: "Ey, mein guter, alter Freund, Saskäää!" mit einem gewaltigen Bieratem ins Ohr hauchten, wenn er sie ungefähr zehn Jahre nicht gesehen hatte - aus gutem Grund.

Er konnte den In-den-Tag-wir-leben-nur-einmal-Typen einfach nichts abgewinnen. Er war die Ameise und nicht die Grille, er war... das komplette Gegenteil dieses Kerls.

Trotzdem war es schwer, wegzuschauen, jetzt wo er einmal hingeschaut hatte.

 

Eine Hand wurde durch blondes, strähniges Haar gefahren und auf dem T-shirt prangte ein großer Fleck. "Also...", begann der Mann mit einer leicht kratzigen Stimme und lachte. Eine seltsame Art von Lachen, etwas gezwungen, etwas überdreht. Hätte es Sasuke nicht besser gewusst, hätte er gesagt, dass es sich bei diesem Mann, Jungen, was auch immer, um einen Betrunkenen handelte. Seine Bewegungen waren ein bisschen zu unkoordiniert, als er im Stuhl hin und her rutschte und unsicher in Richtung Kamera schielte, während er nach Worten suchte.

Ein kurzer Blick zur Seite zeigte Sasuke, dass Sakura immer noch ungläubig auf den Fernseher stierte.

Es war die kratzige Stimme, die seine Aufmerksamkeit auch wieder auf die Glasscheibe richtete.

 

"Bevor ich anfange, will ich nur kurz was sagen.", er holte kurz Luft und lächelte schief in die Kamera. "Normalerweise seh ich besser aus."

Sasuke merkte wie seine Augenbraue hochschoss. "Hört, Hört,", murmelte er. Sakura war auf der anderen Seite des Raums auffällig still.

"Ehrlich", begann die Figur im Fernsehen wieder, "Ich hab einen Schock bekommen, als ich mich hier im Spiegel gesehen habe. Normalerweise strahlen meine Augen richtig. Ehrlich, man kann das hier nicht erkennen mit dem ganzen verquollenem roten... Zeugs... drum herum.", Sasuke beobachtete halb irritiert, halb amüsiert wie dieser Idiot vor seinen Augen rumwedelte. "Und ich habe das breiteste Grinsen der Welt. Wirklich, mein Grinsen blendet jedes Arschloch, nur jetzt hat es irgendwie so einen kleinen Hang nach rechts bekommen und hängt ganz schief da, nicht dass..."

"Und darauf ist der stolz?", Sasukes Augenbrauen waren nun beide hochgeschossen und er zeigte mit einem Finger in Richtung Fernseher während er Sakura zweifelnde Blicke schenkte. Sie hielten ihren Augenkontakt für ein paar Sekunden, einziges Hintergrundgeräusch, der Mann im Fernseher mit: "... und ich kann die Waschmaschine auch bedienen. Ich habe saubere T-Shirts. Naja... auf dieses ist nur, also das war ein bisschen doof... und ich kenn niemand, der ein Ersatz-t-shirt..." und Sakura lachte los.

 

Und zwar richtig los. Sie lachte und lachte und lachte. Eine Hand umklammerte ihren Bauch, mit der anderen stützte sie sich auf der Lehne eines Stuhls ab, um nicht auf den Boden zu sinken. Wäre Sasuke nicht ein eiskalter Bastard gewesen, der zum Lachen noch nicht mal in den Keller ging, er hätte schon längst mitgelacht. Es war ein ansteckendes Lachen, ein befreites Lachen, aber ihm blieb nichts anderes übrig als in seinem Ledersessel sitzen zu bleiben und an Sakuras Verstand zu zweifeln.

Und zu hoffen, dass es bald aufhörte.

 

"Du... er...", ihre Hand machte eine wegwerfende Bewegung und sie schnappte nach Luft. Es schien, dass ihr langsam der Atem ausging. Sasuke war das unangenehm. Er wollte nicht sie anstarren, also starrte er zurück auf den Bildschirm. Ihr Japsen mischte sich mit der Stimme des jungen Mannes, der immer noch vor sich hin brabbelte, diesmal eindringlicher "... zu outen. Wirklich. Ich mein das Ernst. Wenn ihr euch noch nicht getraut habt, dann macht es nicht. Jedenfalls nicht so. Schreibt einen Brief, geht Essen, um Himmelswillen schreibt ein Gedicht, wenn euch danach ist. Is' zwar arg klischeehaft, aber wenn's dein Ding ist, dann ist das dein Ding. Wer bin ich dir da reinzureden? Aber verdammt, eine Geburtstagsparty ist eine ganz, ganz schlechte Idee. Oder überhaupt einer Party. Es gibt nichts beschisseneres als sich betrunken zu outen, dann landet man nämlich hier und.... "

Diesmal kippte sie von ihrem Stuhl. Ihr überdrehtes Lachen hallte durch das Zimmer. Sasuke zweifelnder Blick half auch nicht besonders. Sogar Lachtränen stiegen ihr schon in die Augen. Mit ihren Händen versuchte sie sich den Mund zu zuhalten, das Kichern praktisch zu ersticken. Es hatte eher mäßigen Erfolg. "Wasser..", presste sie zwischen zwei Lachsalven heraus und richtete sich mühsam auf. Sie torkelte aus dem Zimmer.

 

Sasuke konnte sie immer noch in der Küche hören.

Trotz geschlossener Tür.

 

Er stellte den Fernseher lauter. Nun brüllte der Mann fast. "... die betrunkenen Reaktionen waren ja okay. Also das ist es nicht. Die Reaktionen waren super, naja, meine Freunde sind halt auch cool. Aber dann... das was danach kam, das war ein bisschen naja. Also betrunkene Leute können so ziemlich... durchsetzungsfähig sein. Besonders Ino. Und wenn Kiba dann auch begeistert ist... Und Shikamaru..."

 

Es waren die Namen, die Sasuke von seinem zur Küche schielen ablenkten. Ging es bei dem Kerl da, um die Ino, Sakuras beste Freunden und den Shikamaru, Sasukes Assistent und Freund von der Ino? Interessant...

"...nichts sagt, dann hast du verloren. Weißt du, ich wollte hier gar nicht sitzen. Ich wurde praktisch hier her gezwungen. Du glaubst nicht wie angsteinflößend ein Mädchen mit Mission sein kann", und ob er das glaubte, er hatte hier selbst so ein Exemplar. "Wenigstens haben sie mich nicht auf Ort und Stelle mit diesem Kellner verkuppelt. Das wär das einzig noch schlimmere als das hier gewesen. Nicht, dass ich diese Art der Partnerwahl jetzt absolut schlecht reden will. Ich bin da vielleicht nur etwas altmodisch, was so Blinddatekontaktanzeigenzeugs angeht. Das ist mir nur ein bisschen suspekt, vor allem dann, wenn man aus nem Club gerissen wird, in ein Taxi gesteckt und dann plötzlich vor einer Kamera sitzt. Also, habt ein Herz, das hier ist ne betrunkene Vollidiotenidee, noch nicht mal meine eigene, also ruft mich nicht an, okay? Jeder macht betrunkene Fehler, also wirklich, ruf mich bitte nicht an. Dann wär ich dir auf ewig dankbar. Wer auch immer du bist. Danke, einfach Danke!"

Und da war dann wieder das schiefe Grinsen und Sasuke konnte sich bildlich vorstellen, wie es aussehen konnte, hätte der Kerl weniger Alkohol im Blut. Wie... wie... albern.

 

"Das war also das.", murmelte er vor sich hin und wollte den Fernseher ausschalten als ihn eine Stimme unterbrach. "Wag es bloß nicht.", er drehte sich um und sah Sakura im Türrahmen lehnen. Sie hielt ein Glas in ihrer Hand, in dem eine braune Flüssigkeit schwamm. Eine Flüssigkeit, die gefährlich nach Alkohol aussah.

"Das", und Sasukes Augenbraue wanderte wieder hoch "sieht mir aber nicht nach Wasser aus."

Nasse Strähnen hingen ihr ins Gesicht und ihre Augen waren gerötet, sie lächelte. Ein kleines, entschuldigendes Lächeln. "Weißt du, nachdem ich mich fast mit deinem Wasserhahn ertränkt habe, dachte ich mir, dass ungewöhnliche Situationen, ungewöhnliche Maßnahmen erfordern." Sie zuckte mit ihren Schultern. "Darf ich kurz dein Telefon benutzen?"

"Es steht neben dir, auf der Kommode." Er beobachtete jede ihrer Bewegungen genau, schließlich wollte er eine Vorwarnung, falls noch so ein Anfall Sakura überkommen sollte. Sie schaute ihn allerdings nur erwartungsvoll an. "Irgendwo... privater?"

"Die Tür links von dir führt in mein Schlafzimmer.", Sakuras Augen bekamen einen ganz sonderbaren Ausdruck. "Du glaubst nicht wie gern ich das schon früher von gehört hätte." und dann war die Tür geschlossen.

 

Kaum hatte sie den Raum verlassen, ignorierte Sasuke den Fernseher. Zwar lies er ihn laufen, damit Sakura ihm später nichts vorwerfen konnte, aber das hieß noch lange nicht, dass er auch hinschauen musste. Er war aufgestanden und in die Küche gegangen. Sakuras Glas hatte in ihm auch den Wunsch nach etwas Alkohol geweckt. Diese Situation war so seltsam, da musste er erstmal schlucken. Und Schlucken ging so viel einfacher mit einem hochprozentigen Inhalt im Glas, gemixt mit ein bisschen durch Zimmer wandern.

Es war somit nur rein zufällig, dass er ein bisschen später vor seiner Schlafzimmertür stand. Schließlich war seine Wohnung keine Villa. Und es war auch rein zufällig, dass Sakura so laut sprach und Sasuke absolut ungewollt ein paar Sprachfetzen aufsammelte.

 

"Lenk nicht ab. Ich hatte gestern verdammt noch mal ein Geschäftsessen, da konnte ich nicht so lange bleiben."

"..."

"Es war kein Date. Und ich bin sowas von nicht wegen meinem Chef dahin gegangen. Das ist doch lächer..."

"..."

"Naruto! Es kann sein, dass ich in der Vergangenheit vielleicht ein bisschen geschwärmt..."

"..."

"Okay, okay. Vielleicht ein bisschen viel. Aber das steht hier doch gar nicht zur Frage. Wann wolltest DU mir denn deine kleine Geschichte erzählen?"

"..."

"Es interessiert mich nicht, ob du auf meinen Anrufbeantworter gesprochen hast. Verdammt, Ino wusste es vor mir, INO!"

"..."

"Ist mir auch egal, dass du das nicht so geplant hast. Du musst doch nicht planen, wie du mir sowas erzählst."

"..."

"Ach Naruto... du Trottel."

"..."

"Jaja, mach's gut. Grüß Iruka von mir."

 

Als Sakura aus dem Zimmer kam, saß Sasuke wieder brav in seinem Sessel, das Glas leer, die DVD fast zu Ende. Den Rest schauten sie sich schweigend an. Sasuke war zwar neugierig, aber niemals dazu bereit das zuzugeben. Sakura setzte sich auf die Couch neben ihm, starrte auf den Bildschirm und sagte nichts. Stattdessen nippte sie an ihrem Glas.

Für andere wäre die Stille unerträglich gewesen. Sasuke war mit ihr aufgewachsen und Sakura einfach nur dickköpfig.

 

"So...", sagte sie, nachdem das letzte Gesicht verschwunden war. "Denk ja nicht, dass du drum herum kommst. Du nimmst Einen und hast mindestens ein Date.", sie sprach mit ihrer Geschäftsstimme, klar, deutlich und mit einem drohenden Unterton.

"Tu ich das?", in Sasukes Stimme schwang ein ignoranter-arroganter Ton mit, einen den alle Uchihas geerbt und über Generationen perfektioniert hatten.

"Natürlich tust du das." Einen Ton, den Sakura kannte und der sie nicht mehr beeindruckte. Jedenfalls nicht zu sehr. "Seitdem ich dich kenne, habe ich dich noch nie mit einem Date gesehen. Sasuke, du brauchst dringend Spaß. Das letzte Mal hast du gelächelt, als wir diesen Kläger vor Gericht platt gedrückt haben. Das ist doch nicht gesund.", er konnte wirkliche Sorge in ihren Augen sehen.

"Das war ein guter Tag.", erklärte er ihr. Ihre Augenbraue wanderte hoch, sie konnte auch diesen skeptischer-Blick, hatte sie von ihm gelernt.

"Du wirst nicht locker lassen bevor ich zustimme?", sein Blick verließ für keine Sekunde ihr Gesicht

"Niemals. Ich arbeite mit dir, ich weiß wo du wohnst, du kannst mir nicht entkommen.", sie starrte furchtlos zurück. Wenn überhaupt bekam ihr Blick nur noch ein gefährlicheres Funkeln. Es war eine Herausforderung und Sasuke hasste seinen Ausrutscher am gestrigen Abend noch ein bisschen mehr. Hätte er bloß seine Klappe gehalten, sonst konnte er das doch auch.

 

Eine kurze Pause bildete sich, in der er tief einatmete. Es war die Zeit für seinen letzten Trumpf.

"Dieser blonde Idiot, mit dem schiefen Grinsen", seine Stimme war betont ruhig: "Das ist ein Freund von dir?"

Er sah die Überraschung in ihrem Gesicht und musste sich ein selbstgefälliges Grinsen verkneifen. "Ich will ihn."

"Aber...", Sakura war mit einem Mal hellwach. Die Ausdrücke in ihrem Gesicht wechselten von Augenblick zu Augenblick: Schock, Unverständnis, Zweifel, Misstrauen ... Verwirrung.

"Ihn oder keinen anderen.", jetzt konnte er es nicht mehr verhindern, dass seine Mundwinkel zuckten. Er hatte sie in der Falle.

 

"Das ist so unfair.", sie rieb sich die Stirn, ein Zeichen dafür, dass sie angestrengt nachdachte. "Sasuke Uchiha, du bist ein fieser, fieser Mann."

Er lehnte sich zurück, das klang wie Musik in seinen Ohren. "Du hast mich herausgefordert..." das 'Selbst Schuld' in seiner Stimme war unmissverständlich.

Sakura erhob sich langsam, sammelte ihre Sachen zusammen. Ihre grünen Augen funkelten ihn an: "Wie du willst, Boss." salutierte sie, ihre Stimmte vor Sarkasmus triefend. Sie war wütend. Man konnte förmlich sehen wie es in ihr brodelte. Ihre Körperhaltung war zu gerade, während sie zur Tür stapfte. Und man merkte es an dem leicht bissigen Ton in ihrer Stimme. "Dass du es wagst, dich über ihn an mir zu rächen..."

 

Mit einem Knall war die Tür geschlossen und Sasuke wieder allein.

Sein Blick fiel auf die DVD Hülle, die immer noch auf dem Tisch lag und seine Gedanken kehrten zu dem blonden Mann zurück. Zu ihm und seinem, praktisch in die Kamera geflehten, "Ruf mich nicht an."

Sakura hatte da etwas falsch verstanden. Es ging nicht um sie. Es ging um ihn selbst.

Mit diesem blonden Idioten würde er das Date zumindest nicht alleine hassen.

 

Und Sasuke lächelte.