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Dein ist mein Sein

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#002: dunkler Weg

„Ich sage nicht, dass es leicht wird oder du es machen musst. Ich frage, ob du es machen willst.“ Eigentlich will ich mich abwenden und gehen. Ich kann es nicht.
„Und du bist dir ganz sicher?“ Meine Stimme zittert und es ärgert mich, dass er es merkt, merken muss. Ich bin nicht fähig, das überhebliche Lächeln aufrecht zu erhalten, das ich mir mühsam antrainiert habe.
„Ja. Sobald du deine Gegner vernichtet hast, wirst du sterben. Außer … na ja.“ Spike lehnt in der Tür, lächelt. Er findet gefallen an meiner Hilflosigkeit.
„Danke für die Warnung. Ich werde verschwinden. Soll er seine Gegner alleine ausschalten.“
„Er wird dich jagen.“
„Er soll es versuchen!“ Ich balle meine Hände zu Fäusten. Ich hatte Angel vertraut, ihm meine Hilfe zugesichert. Nun erfuhr ich, dass er hinter meinem Rücken Vorkehrungen getroffen hat, um mich am Ende auszuschalten. Spike stößt sich von der Wand ab, kommt näher. Ich kämpfe den Impuls nieder, vor ihm zu flüchten.
„Gibt noch eine andere Möglichkeit.“ Er schnurrt beinahe. „Ich kann dein Leben retten. Aber dann gehört es mir. Das ist der Deal.“
„Das gehört Wolfram und Hart.“
„Lässt sich ändern. Aber es ist ein dunkler Weg.“
„Deal.“ Ich schlage ein.

 

#014: Sarg/begraben

Panik, Verzweiflung. Ich liege in einem Sarg, lebendig begraben. Ich weiß nicht, was genau passiert ist. Das letzte, woran ich mich erinnere ist Lorne, der eine Waffe auf mich richtet, abdrückt. Bin ich gestorben? Bin ich tot? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass Spike mir eine Spritze in den Hals gejagt hat, bevor er verschwunden ist, ich weiß, dass er gesagt hat, ich solle ruhig bleiben, mir nichts anmerken lassen. Ich erinnere mich, dass er versprochen hat, mich zu holen und dass er noch mal wiederholt hat, dass danach mein Leben ihm gehört.
Falls ich bis dahin noch lebe!

 

#012: Bound

Ich weiß, dass ich mich nicht beschweren sollte. Laut Angels Plan hätte ich jetzt tot sein müssen und doch bin ich am Leben. Doch langsam aber sicher, kriecht in mein Bewusstsein, was für ein Leben das ist, was es bedeuten würde. Ein Leben in Abhängigkeit und Schuld. Ein Leben, gebunden an ein Wort, an meinen Gehorsam, seine gute Laune. Hatte ich wirklich eine gute Wahl getroffen? Hätte ich vielleicht den Tod wählen sollen, anstatt die Abhängigkeit und Rechtlosigkeit, in die ich mich jetzt begeben habe?
Ich weiß es nicht und es ist zu spät. Es ist beschlossen, getan. Kein Rückzieher.

 

#019: Sklave

Vielleicht wird man auch heute noch in dieses Dasein geboren?
Ich war immer ein Sklave. Eigentlich kenne ich es nicht anders. Ein Sklave meiner Eltern, in die Welt gesetzt, um Geld einzubringen. Später ein Sklave der Gesellschaft, jede Arbeit annehmend, so lange ich etwas Geld bekam, um aus dieser Scheiße zu entkommen. Danach ein Sklave von Wolfram und Hart, abhängig, gehorsam. Später ein Sklave meiner eigenen Entscheidung, die mein Leben beinahe beendet hat und danach Angels Sklave. Sein Werkzeug im Kampf gegen das Böse, getötet zum Dank für meine Hilfe.
Vielleicht hätte ich den Tod wählen sollen, anstelle der Sklaverei. Spike hatte mich gewarnt. Nicht direkt. Nur Andeutungen. Dass er mir helfen würde, mein Leben retten, doch dann gehöre es ihm. Ich hätte seine Aussage wörtlich nehmen sollen. Ich hatte es für eine Phrase gehalten, den Sinn dahinter nicht erkannt. Jetzt kenne ich ihn. Jetzt, da ich sein Sklave bin. Und er nimmt die Sache mit Sklaverei und Gehorsam wörtlich.
Es ist kalt, meine Schultern schmerzen, meine Handgelenke? Wund gerieben von den eisernen Fesseln. Ich hätte nicht versuchen sollen, mich loszureißen. Aber irgendwo tief in mir lebt noch ein Funken Widerstand. Doch ich weiß, dass er ihn mir austreiben wird.


#020: Master

Spike kommt langsam näher. „Fühlst du dich gut, Pet?“
„Ja, Master.“ Die Worte hervorgepresst zwischen zusammengebissenen Zähnen. Auch jetzt kostet es mich noch Überwindung, die Worte zu sagen, die er mir regelrecht eingeprügelt hat. Ich darf nichts anderes sagen. Ich muss jede Frage mit diesen Worten beantworten. Für ihn ist es ein Spiel, das er genießt. Er will mich brechen und eigentlich hat er das längst. Ich akzeptiere, dass ich nichts zu sagen habe, erkenne ihn als meinen Master an. Ich weiß nicht, was er noch von mir will, was ich tun soll, um meinen Master endlich zufrieden zu stellen.

#021: Brutal

Er ist ein Vampir, das halte ich mir immer wieder vor Augen. Es liegt in seiner Natur. Er hat keine Seele. Das macht es nicht leichter.
In meinem Leben habe ich viel gesehen und viel erlebt. Ich sah Brutalität, beobachtete Morde und Foltern. Ich selbst war brutal. In der Verfolgung meiner Ziele bin ich über Leichen gegangen. Wortwörtlich. Aber das hier ist anders, schlimmer. Erst jetzt bereue ich, was ich getan habe, was ich anderen angetan habe, meine eigene Brutalität. Erst da ich es am eigene Leib erfahre, was es heißt, wenn jemand herzlos und brutal ist. Ich bereue wirklich.